Berliner Schloss - Umfeld (Schlossplatz, Schlossfreiheit, Lustgarten & Spreeufer)

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    • Heimdall, ich kann das Dilemma zwischen Bewahrung alter Substanz und notwendiger oder gewünschter Weiterentwicklung einer Stadt schon nachvollziehen und gebe Dir recht, dass man nicht immer alles bewahren kann.
      Das Hauptargument meiner Ablehnung war aber nicht so sehr die Zerstörung alter Bausubstanz, sondern vielmehr die Zerstörung des vorherigen anscheinend märchenhaften Überraschungseffektes. Ich finde in diesem Fall die "Weiterentwicklung" also völlig verfehlt und vom Resultat her schlechter als vorher. In diesem Fall - angesichts der bedeutendsten Kirche Roms - wäre mehr Sensibilität vonnöten gewesen, großstädtische Monumentalität hätte man auch woanders realisieren können (und wurde in Rom auch woanders realisiert).
      Ansonsten plädiere ich in der Altstadt Roms tatsächlich für einen weitgehenden Verzicht auf Weiterentwicklungen und eine "Einfrierung" des historischen Zustandes, neue Bauten und Experimente können ja gerne in den neueren Vierteln durchgeführt werden.

      Im übrigen sollte mein Kommentar auch nur dazu dienen, Seinsheims Beitrag nicht unwidersprochen stehen zu lassen und zu zeigen, dass es gerade in diesem Falle heftige Diskussionen über diese städtebauliche Maßnahme gegeben hat und sie nicht einstimmig als gelungen angesehen wird. Aber eigentlich ist dieser Exkurs ja themenfremd und somit bitte ich alle Teilnehmer um Entschuldigung für meine Einmischung in diese Diskussion :)

      P.S. Warum schreibst du mich eigentlich immer mit Anführungszeichen?
    • "[...] reiten wird es schon können. "

      Da es auf diesem Strang unter anderem um das ehemalige Nationaldenkmal an der Schloßfreiheit geht, welches ja nicht nur Kaiser Wilhelms I., sondern auch des 'in-den-Sattel-Setzens' der Germania durch den Fürsten Bismarck (in Form der Proklamation von König Wilhelm zum Deutschen Kaiser) gedachte, möchte ich es nicht versäumen, an diesem 18. Januar allen Foristen einen schönen 'Reichsgründungstag' zu wünschen !
    • Wilhelm von Boddien schimpft erneut auf die hohen Mauern der Spree-Terrassen. Zurecht weist er darauf hin, dass in den Simulationsbildern von BBZ-Landschaftsarchitekten keine 1,10 m hohen Brüstungen zu sehen waren. Boddien empfiehlt die Mauern mit einer Betonsäge zu stutzen und stattdessen entsprechende schmiedeeiserne Gitter aufzustellen. Sehr gute Idee, aber mit Lüscher und Lompscher wohl nicht zu machen. :kopfwand:

      >> morgenpost.de/bezirke/mitte/ar…r-Die-Mauer-muss-weg.html
    • Da ist noch mehr Illusion für Leichtgläubige und Dumme dabei:


      Bildquelle: SenVerw f. Stadtentwicklung/BBZ Landschaftsarchitekten

      Die Mauern gehen hier mal einfach in einem geschmeidigen Schwung in eine Brüstung auf der Liebknechtbrücke über. Hier befindet aber natürlich ein spreeinselübliches Geländer, so wird es also zukünftig bezüglich des Übergangs nicht aussehen.
      Wie der Betontrog von den Uferterrassen wohl mindestens mannshoch an den Gehsteig der Liebknechtstraße stoßen wird, kann man ja bereits seit längerem hier betrachten. Ich kann mir nicht recht vorstellen, dass der noch heruntergesägt werden wird...
      Übrigens: Die Trauerweide wird dort auch nicht gedeihen können.
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Naja, die Optimierung der eigenen "architektonischen Erzeugnisse" durch Fotobearbeitung ist ja hinlänglich bekannt. Da wird gebogen und gestreckt was das Zeug hält, mit Maßen wird relativ "kreativ" umgegangen, um den Entwurf wettbewerbsaffin zu machen.

      Den Höhepunkt dieser Entwicklung, sozusagen die Königsdisziplin, ist dann immer die Visualisierung bei Dämmerung oder Nacht. Nie sieht ein Gebäude so aus wie auf den Visus, aber egal, wenn es erst mal gebaut ist, reißt man es ja nicht wieder ab, Hauptsache der Wettbewerb wurde gewonnen.

      Amüsant ist auch immer, wie transparent Glas auf solchen Visus wirkt. Jeder weiß, dass das mit der Realität nix zu tun hat, gemacht wird es trotzdem seit 20 Jahren und keiner sagt was.

      Somit ist dieser bewusste Beschiss, oder sollte man es vielleicht lieber die kreative Optimierung der Entwürfe nenne, auch einer der Gründe, warum unsere Städe teils so mies aussehen, weil man durch geschickte Aufmachung Erwartungen in einen Entwurf legen kann, die er in Realität niemals erfüllen kann. Der Mensch ist aber eben ein visuelles Geschöpf und lässt sich durch eine gute Aufmachung nur zu gerne blenden. Und obwohl man es eigentlich weiß, fällt man immer wieder drauf rein.

      Man müsste hier eigentlich verbindliche Standards festlegen, die bei Abgabe eines Entwurfs zur Redlichkeit verpflichten. So wäre es schon ein Fortschritt, wenn ein Entwurf z.B. bei gutem und schlechtem Wetter gezeigt und wenn vergleichbare PC-Programme mit nachprüfbaren Komponenten verwendet werden müssten.

      Aber daran hat wohl niemand der Beteiligten ein Interesse, weil die Entwürfe dann bereits vor Verwirklichung als das erscheinen würden was sie sind. Und das will natürlich niemand. Es könnten sich womöglich Politker und der einfache Bürger gegen die strahlenden Bauten der Moderne wenden, also geht alles lieber so weiter wie bisher. Ich bin ehrlich, ich halte es für Beschiss!
      APH - am Puls der Zeit
    • Normalerweise liegt die vorgeschriebene Brüstungshöhe bei Balkonen in Deutschland bei 90 cm, z.T. bei 100 cm (vgl. Wikipedia). Liegt die Absturzhöhe über 12 m ist eine Brüstungshöhe von 110 cm vorgeschrieben. Ich kann mir aber kaum vorstellen dass die Spree-Terrasse am HuFo eine Höhendifferenz von 12 m aufweist, von daher ist es unbegreiflich dass sich die Senatsbauverwaltung nicht für eine Höhe von round about 90 cm entschieden hat. Was für Amateure arbeiten da eigentlich?? stickpoke:)
      Die durchschnittliche Körpergröße bei deutschen Männern beträgt 180 cm, bei Frauen 166 cm, für beide dürfte eine 110 cm hohe Brüstung verdammt unerfreulich und vermutlich sogar eher hinderlich beim Blick in die Ferne sein. Jeder der sich das nicht vorstellen kann möge einen Zollstock vor sich aufstellen.
    • So sehr ich Wilhelm von Boddien auch ehre und schätze, hier könnte er meiner Meinung nach mal Fünfe gerade sein lassen. Der Punkt ist: dort wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach ohnehin keine Aussengastronomie halten können. Diese Terrasse wird einfach zu zugig sein. Um die Grossbauten dort pfeift normalerweise der Wind, ich bin dort schon bei Witterungen aller Art unterwegs gewesen. Schutzwände etc werden aus optischen Gründen auch nicht aufgestellt werden können. Und für normale Fussgänger, die dann dort herumlaufen werden, wird die Aussicht bei der jetzigen Brüstungshöhe vollkommen in Ordnung gehen
      Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt. (Blaise Pascal, 1623 - 1662)

      Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir
    • Da ich den Strang zum Einheitsdenkmal nicht mehr aufrufen darf - warum auch immer - schreibe ich es mal kurz hier:

      Die "Wippe" war vorhin Thema bei "Mario Barth deckt auf"! :D
      Wer es sich ansehen möchte, kann das unter diesem Link tun (ab ca. 12min15).
      Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)
    • Danke für den Hinweis. - Da habe ich den Beitrag bei Minute 12:10 gestartet, und war direkt in einem Werbeblock. RTL eben!

      Mario Barth hat ja auch den Entwurf der Wippe gezeigt. Wird er dafür jetzt auch abgemahnt?

      Die geschätzten jährlichen Folgekosten, zur Instandhaltung dieser Wippe, sind einfach enorm. Hoffentlich wird dieser Quatsch noch gestoppt.
    • Neußer wrote:

      Die geschätzten jährlichen Folgekosten, zur Instandhaltung dieser Wippe, sind einfach enorm. Hoffentlich wird dieser Quatsch noch gestoppt.
      Das hat in der Politik noch nie jemanden gestört. Dass Ding muss jetzt durchgezogen werden, komme was wolle. Zwei Jahre nach Inbetriebnahme, wenn sich dann rausstellt, dass das ein Fass ohne Boden ist, der Denkmalsockel noch weiter in Mitleidenschaft gezogen wird , die Mechanik extrem wartungsintensiv ist und das Teil auch nicht "nutzerfreundlich" ist und Verletzungsgefahr besteht, weil die erste Omi auf ner Bananenschale in der Obstschüssel ausgerutscht ist, wird es still und leise stillgelegt und dann gammelt es erstmal abgesperrt jahrelang vor sich hin. Ist jetzt mal meine Prognose... Aber die Hoffnung stirbt zuletzt ;)
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller

      The post was edited 2 times, last by thommystyle™ ().

    • Apollo wrote:

      Einfach eine 25 cm hohe Spezialglasscheibe oben drauf setzten und das Problem ist gelöst. Warum man immer alles so schwierig machen muss.
      Man hätte auch die Mauer auch 30 oder 50 Zentimeter über dem Erdniveau enden lassen und ein schönes Bronzegitter darauf setzen können. Das hätte nicht nur von Weitsicht gezeugt, sondern eine solche auch ermöglicht.

      The post was edited 1 time, last by Seinsheim ().

    • Vor ein paar Monaten hatte ich angekündigt, dass ich sämtliche Naturschutzvereine/Verbände in Deutschland und Berlin auf das Thema der Fledermäuse im Denkmalsockel aufmerksam machen werde. Mit dem Ziel die Konstruktion der Waage zu verzögern oder im besten Fall zu verhindern. Da im Sockel eine Fledermausspezies lebt die nach EU Recht streng geschütz ist. Von offizieller Vereinsseite her durfte ich nicht schreiben, daher habe ich es einfach eigenverantwortlich durchgezogen.

      Es haben alle Vereine geantwortet und mir mitgeteilt, dass Sie leider nicht zuständig sind. Mit Außname des NABU!
      Die haben mir tatsächlich eine umfangreiche Email geschrieben und mir ihre Sicht der Dinge erläutert.
      Darauf hin habe ich dann mit deren Fledermausexpertin telefoniert und mich länger mit ihr unterhalten.

      Sie wissen das, dass Büro M&P, Berlins renomiertesten Fledermausgutachter beuaftragt hat die Fledermäuse umzusiedeln.
      Dies ist allerdings schwierig, da erst ein geeignetes Ausweichquartier gefunden werden muss. Dieses muss sich auch in direkter Nähe des Sockels befinden!

      In der Praxis läuft es so: Den Fledermäusen wird der Zugang zum Sockel versperrt und diese müssen sich dann selbständig im neuen Quartier ansiedeln. Das Problem für M&P ist nun, ein neues geeignetes Quartier in direkter Nähe zu finden. Ebenso müssen die Schutzzeiten eingehalten werden. D.H. erstmal Verzögerung. :)

      Ebenso habe ich den NABU gebeten denen genausten auf die Finger zu schauen und das Projekt zu verfolgen. Natürlich alles zum wohle der Fledermäuse. :koenig:
    • Auch wenn ich die konkrete Aktion zur Verhinderung der niveaulosen Schaukel begrüße, wurmt mich doch der gewählte „Bündnispartner“.
      Es ist überaus bedauerlich und ärgerlich, dass in Deutschland offensichtlich weder ein denkmalgeschützter wilhelminischer Denkmalssockel noch der der Titel des Weltkulturerbes (Dresden Waldschlösschenbrücke) irgendetwas wert sind, wenn es darum geht, dass bestimmte Cliquen in der Politik ihren Willen durchsetzen wollen.
      Als letzte "Patrone" der Gegner dieser Cliquen bleibt dann nur noch der Verweis auf Kröten, Fledermäuse oder andere angeblich bedrohte Kleintiere. Wir Wippengegner ausgerechnet Seit an Seit mit dem „NABU“, einem Verein von – mit Verlaub – Ökofundamentalisten, die den „sofortigen Kohleausstieg“ fordern (ohne eine seriöse Antwort liefern zu können, wie dann die Energiesicherheit Deutschlands gewährleistet werden soll) und ein riesen Affentheater um einen kleinen Wald namens „Hambacher Forst“ veranstalten, während anderswo für neue Windräder exorbitant mehr Wälder abgesäbelt werden. Da dreht sich mir der Magen um.
      Aber wie gesagt, dennoch begrüße ich – mangels Alternative – die Einschaltung des „NABU“ im Falle der Wippe! Allerdings glaube ich nicht wirklich an den Erfolg. Die „Kleine Hufeisennase“ hat seinerzeit letztlich auch nicht den Bau der Dresdener Waldschlösschenbrücke und die Aberkennung der Welterbe-Titels verhindern können.
    • Die Aberkennung des Titels für Dresden war eine Fehlentscheidung der UNESCO. Die Waldschlösschenbrücke fügt sich gut ins Elbtal ein. Sie behindert die Sichtbeziehungen nicht. Man sollte sich da nicht auf die Medienberichterstattung verlassen, sondern sich die Sache selbst vor Ort ansehen. Auch hier waren die Maßstäbe wieder völlig verschoben: Ein eher banales Stück Elbwiese wurde höher bewertet als Zwinger, Hofkirche, Frauenkirche, Schloss Pillnitz und andere bedeutende Bauten, höher als die traditionellen dörflichen Strukturen in Pillnitz und den benachbarten Dörfern, die heute Dresdner Ortsteile sind. Zu den Dresdner Stadtbrücken ist einfach eine weitere hinzugekommen. Sonst hat sich an der Kulturlandschaft Dresdner Elbtal nichts geändert. Die Waldschlösschenbrücke befindet sich nicht in unberührter Natur, sondern mitten in der Stadt. Sie liegt genau in der Mitte zwischen zwei Stadtbrücken. Ringsherum ist Stadt. Die Waldschlösschenbrücke ist übrigens ein schöner Aussichtspunkt, um die Elbtallandschaft zu genießen.

      Zurück zu Berlin: Das Freiheits- und Einheitsdenkmal wird wohl nicht mehr aufzuhalten sein. Vielleicht fällt es am Ende ja besser aus als von vielen befürchtet. Ein wichtiger Unterschied zu Dresden: Die Brücke bringt einen praktischen Nutzen.
    • -Bismarck- wrote:

      Ökofundamentalisten, die den „sofortigen Kohleausstieg“ fordern (ohne eine seriöse Antwort liefern zu können, wie dann die Energiesicherheit Deutschlands gewährleistet werden soll) und ein riesen Affentheater um einen kleinen Wald namens „Hambacher Forst“ veranstalten, während anderswo für neue Windräder exorbitant mehr Wälder abgesäbelt werden. Da dreht sich mir der Magen um.
      Nach der Rekultivierung beträgt der dauerhafte Flächenverbrauch eines Windrades 0,5 Hektar.

      Als Denkmalschützer sollte man vielleicht etwas kritischer über das Thema Braunkohle denken.

      Mir dreht sich nämlich der Magen bei solchen Listen um:

      de.wikipedia.org/wiki/Kategori…inischen_Braunkohlerevier

      Oder solcher Einträge.
    • "Die Bauarbeiten am Humboldt Forums gehen mit großen Schritten voran. Erste Räume sind fertiggestellt und werden bereits mit Vitrinen und Schaumagazinen bestückt. Der Außenraum hingegen ist gegenwärtig eine noch ziemlich unübersichtliche Baustelle."

      Humboldtforum wrote:

      Die Ausrichtung und Proportionen der Terrassenbepflanzung werden frei nach dem historischen Entwurf von Lenné aufgenommen und dem Ort und seiner Bedeutung angepasst: Zwischen Heckenparavents entwickeln sich jahreszeitlich wechselnde Vegetationstableaus, die drei unterschiedliche Vegetationszonen abbilden – analog zu den drei von Alexander von Humboldt besuchten Kontinenten Eurasien, Südamerika und Nordamerika. ...

      Humboldtforum wrote:

      Der Schlossplatz im Süden stellt sich als eine mit Naturstein belegte Fläche dar. Hier hält das Humboldt Forum einen Bereich für den Schlossbrunnen frei, der derzeit noch als Neptun-Brunnen vor dem Roten Rathaus steht und der wieder vor Portal 3 in die Sichtachse der Breiten Straße kommen soll, wo er bis zur Sprengung des Schlosses stand. ...

      Humboldtforum wrote:

      Die Fertigstellung des gesamten Außenraums wird sich wahrscheinlich bis 2022 hinziehen, da die U-Bahn-Baustelle und die zukünftige Baustelle für das Freiheits- und Einheitsdenkmal bis 2021 große Freiflächen um das Humboldt Forum belegen. Bis zum Ende dieses Jahres soll es gelingen, die Spreeseite sowie die Plätze südlich und nördlich des Gebäudes bis zu den Portalen 3 und 4 fertigzustellen.
      Ganzer Bericht hier!