Weltweiter Aktionstag für klassische/traditionelle Architektur?

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    • Weltweiter Aktionstag für klassische/traditionelle Architektur?

      Hallo,

      wir reden hier ja häufiger davon, wie wir mehr Aufmerksamkeit für unsere Themen schaffen können und wie wir uns auch weltweit besser vernetzen können.

      Mir kam da eine Idee:
      Wie wäre es mit einem internationalen Gedenk- und Aktionstag für klassische und traditionelle Architektur?

      Name: "Welttag der klassischen Architektur" (engl. World Classical Architecture Day), alternativ "Tag der traditionellen Architektur"

      Dazu könnten unter der Ägide von klassischen Architekturbewegungen in aller Herren Länder und Regionen (wie Stadtbild DE) Aktionen stattfinden, wie etwa Präsentationen, Stadtführungen, Lesungen, Diskussionsrunden, Spendensammlungen usw. Es würde die Szenen/Initiativen in verschiedenen Ländern besser verbinden und eine stärkere mediale und publikumswirksame Aufmerksamkeit schaffen. Zugleich würde das Thema verstetigt und immer wieder neu belebt und in den Fokus gerückt.

      Es wäre damit letztlich auch ein Gegenstück zum recht stark modernistisch durchsetzten Weltarchitekturtag (3. Oktober), ähnlich wie das schon mit dem Driehaus-Architekturpreis vs. Pritzker-Preis funktioniert.

      Natürlich wäre auch ein "Welttag der (Architektur)Rekonstruktion" denkbar, bzw. man kombiniert beides.
    • Sicher ein guter Gedanke, mehr und mehr modernistischen Tätigkeiten eigene entgegenzustellen. Jedoch sind wir schlichtweg noch nicht groß genug. Zwar pflegen wir bereits nach Polen, Schweden und Großbritannien Kontakte, doch reicht dies noch nicht aus. Insbesondere zu der von Philo angesprochenen "INTBAU"-Organisation fehlen uns noch weitesgehend die Kontakte.

      Aktuell müssen wir erst mal genug Geld für eine neue Website zusammenbekommen :P
    • Initiativen weltweit zur Orga

      Habe ja nicht behauptet, dass dieser Tag von Stadtbild Deutschland allein initiiert und organisiert werden müsste. Aber die regionalen Stadtbildgruppen und weitere lokale Initiativen könnten natürlich vor Ort verschiedene Aktionen durchführen, die müssten auch gar nicht so aufwändig sein (wie Führungen zu rekonstruierten und klassischen Bauwerken etwa).

      Das große Ganze könnten architektonisch und finanziell breiter aufgestellte Organisationen übernehmen, wie das betuchte Driehaus-Kommittee der University of Notre Dame und des Palladio Awards, diverse US-Unis, das große ICAA und AIBD, die britische Traditional Architecture Group, usw.

      Finde sowieso, das sollte von einem Anglo-Land ausgehen, da entfaltet es global viel mehr Wucht. Auch haben sie die finanziellen Mittel für PR. Die deutschen Initiativen, Architekten, Denkmalpfleger und Unis etc. sind längst nicht so weit, die haben schon Mühen, national etwas Aufmerksamkeit zu erhalten. Wäre erstmal ein wichtiges Signal, wenn ein Deutsch(sprachig)er einen Driehaus-Preis gewinnen würde, vielleicht schon 2017...

      Ansonsten gut, dass schon Kontakte bestehen und ausgebaut werden - das sollte eines der großen Ziele 2017 für Stadtbild Deutschland sein!
      INTBAU wäre in der Tat ein wichtiger Kontakt. Wurde noch gar kein Kontakt hergestellt oder kam nur keine Antwort? Die sind in letzter Zeit in Sachen Außendarstellung sehr viel aktiver geworden.

      Was eine Stadtbild-Webseite angeht, wofür genau wird da Geld gebraucht?
    • Ergänzend fällt mir gerade ein: Wir haben bislang keine englischsprachige Übersichtsseite zu Stadtbild Deutschland e.V. oder? Sowas wäre sehr hilfreich, um Gästen/Freunden/Unterstützern aus aller Welt die Basisinfos an die Hand zu geben. Muss gar nicht viel sein, nur was wir so machen, wo unsere Schwerpunkte und Ziele liegen, und wie man uns (auch finanziell) unterstützen kann. Es landen ja immer wieder Leute aus aller Herren Länder auf der Seite hier bzw. können hergelotst werden, und finden diesbezüglich wohl nichts. Online-Übersetzungsprogramme sind da auch nicht sehr hilfreich, wenn man kein/kaum Deutsch spricht.
    • erbse schrieb:

      Was eine Stadtbild-Webseite angeht, wofür genau wird da Geld gebraucht?
      Offensichtlich für eine komplette Neugestaltung/Neuprogrammierung.

      erbse schrieb:

      Ergänzend fällt mir gerade ein: Wir haben bislang keine englischsprachige Übersichtsseite zu Stadtbild Deutschland e.V. oder?
      Wenn man uns/mir einen konkreten Ort nennt, wo diese Übersicht angezeigt wird, und einen Text zur Verfügung stellt, könnte ich mich um die Übersetzung kümmern und den Text einbauen.

      Überhaupt Texte: Möchtest Du Dich ggf. als Autor betätigen? Schließlich mangelt es generell an Inhalten, die wir Besuchern anbieten können (abgesehen natürlich von den regulären Forumsbeiträgen).
    • Sehr gern trage ich auch als Autor bei! Das wird zwar nur sporadisch gehen, aber zumindest bin ich technikaffin, gut vertraut mit dem Aufbau von Webseiten und sozialen Medien und auch gut vernetzt. Und gewisse Fertigkeiten zum Schreiben von Inhalten sind durchaus auch vorhanden. ;)

      Was die Neugestaltung der Webseite angeht, da würde ich eine Crowdfunding-Aktion vorschlagen. Näheres dazu diskutieren wir ggf. in einem eigenen Thread oder erstmal via PN.
    • Meinst du beim Profil, bei der Seite oder in der Gruppe? ;)


      Bezüglich der internationalen Kooperationen hier nochmal mein Beitrag vom Juli 2015:

      erbse schrieb:

      Europäische und globale Stadtbild-Initiativen - nutzen wir Partnerschaften!


      Und es gibt ja bereits durchaus strahlkräftige europäische und globale Initiativen dieser Art, mit denen wir aber gern noch stärker kooperieren könnten. Genannt seien:

      INTBAU - The International Network for Traditional Building, Architecture & Urbanism (global)

      A Vision Of Europe (AVOE)

      CEU - Council for European Urbanism / Conseil pour l'urbanisme européen

      The Prince's Foundation for Building Community & Traditional Architecture Group (UK)

      ICAA - Institute of Classical Architecture and Art & Driehaus Prize Committee (USA)


      Ich fänd es gut, wenn Stadtbild Deutschland mit diesen Organisationen offizielle Partnerschaften schließt. Dann könnten auch mal internationale Treffen dazu in Deutschland abgehalten werden, das würde auch mediale Aufmerksamkeit bescheren!
    • Tag der klassischen Kirchbauten / des Kirchenerhalts | Tag der Rekonstruktion?

      Der 8. Januar würde sich mE als "Tag der klassischen Kirchbauten" bzw. "Tag des Kirchenerhalts" anbieten.
      Es ist der Tag des Abrisses des Immerather Domes für den Braunkohletagebau Garzweiler in NRW.

      Oder, wenn es ein durchweg positiv besetzter statt ein "Mahntag" sein soll: der 30. Oktober als "Tag der Rekonstruktion" o.ä., als Tag der Weihe der Dresdner Frauenkirche. :)
    • Weltweiter Aktionstag für Rekonstruktionen

      Um den Ball nochmal aufzunehmen:

      Wenn ich mir anschaue, wie viele Gedenk- und Aktionstage die Vereinten Nationen in petto haben (siehe hier z.B.), dann kann ich mir Folgendes gut vorstellen:

      Die UNESCO ruft einen Internationalen Tag der Rekonstruktion von Kulturdenkmalen ins Leben. Dieser hätte vor allem das Ansinnen, den Wiederaufbau (kriegs)zerstörter Bauwerke und Kunstwerke zu würdigen. Da ohnehin eine ganze Reihe von rekonstruierten Bauten UNESCO-Welterbe sind (darunter die Würzburger Residenz und die Warschauer Altstadt), ist es nur folgerichtig, dass die UNESCO dies würdigt und herausstellt.

      Dies hat mehrere Vorteile: wir haben damit keine administrative Arbeit und auch nicht die Herausforderung, die mediale Wahrnehmungsschwelle zu überschreiten. Zugleich haben die UN und die UNESCO einen derart guten gesellschaftlichen Stand, dass dies auch die Reputation von Rekonstruktionen und ihre Legitimität gegenüber der (medialen) Öffentlichkeit erheblich stärken kann. Und es gibt dann jährlich Aktionen zu dem Thema, kuratiert von der finanzstarken UNESCO und begleitet durch regionale Aktionen. :)
    • Welttag der Rekonstruktion / des Wiederaufbaus

      Vorschlag für den aus der Taufe zu hebenden "Welttag der Rekonstruktion":

      Der 25. April! Es ist der Markustag. Just an diesem Tag im Jahre 1912 wurde der weltberühmte Markusturm von Venedig nach seinem jahrelangen (1903 begonnenen) Wiederaufbau wieder eingeweiht. Er war am 14. Juli 1902 eingestürzt.

      Warum diesen Tag nehmen? Zum einen ist der Markusturm in aller Welt bekannt. Er ist ein freistehender Glockenturm, ein Campanile mit Leuchtturm-Wirkung. Der Marktusturm dürfte wohl als erste größere und zugleich sehr bekannte Rekonstruktion überhaupt gelten, zumindest in Europa. Im selben Jahr wurde auch der Wiederaufbau des 1906 abgebrannten Hamburger Michels komplettiert, doch erst im Oktober.

      Es handelt sich überdies um eine Rekonstruktion vor den beiden Weltkriegen. Hier handelt es sich somit auch um ein politisch-ideologisch unverfängliches Gebäude. Darüber hinaus steht er natürlich in Italien und dient damit auch nicht den üblichen Verdächtigen als Feigenblatt für deutsche Nationalismus-Anfeindungen.

      Zudem vermittelt der Campanile eine gewisse Selbstverständlichkeit: ein stadtbildprägender Bau stürzt ein? Natürlich bauen wir den wieder auf! :thumbup:



      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…3871635&d1=15&s=200&a=fqv
      Urheber: Moroder, CC-BY-SA 3.0
    • Da ich weiß, dass der Vereinsvorstand von Stadtbild bereits genug zu tun hat, werde ich mich ab Anfang kommenden Jahres um das Thema kümmern. Zumindest wenn es hier keine schwerwiegenden Bedenken gegenüber der Einführung eines solchen UNO-Aktionstages gibt.
    • Erbse, ich persönlich finde den Vorschlag phantastisch und werde die Idee gerne unterstützen. Auch deine Argumentation ist perfekt, da sie auf exemplarische Weise quasi jedes Gegenargument gegen Rekonstruktionen ad absurdum führt.

      Man könnte an diesem Tag jeweils- in den folgenden Jahren- weitere berühmte Beispiele für Rekonstruktionen anführen, um aufzuzeigen, dass im Grunde beinahe jedes "historische" Gebäude mehr oder weniger eine Rekonstruktion darstellt.
    • Gab es schon immer Rekogegner? Oder einfach nur Architekten, die mitmachen wollten?

      Vielen Dank für deine Unterstützung Manuel! Da kriegen wir doch sicher etwas Großartiges hin. :) Auch deinen Vorschlag begrüße ich absolut, an diesem Tag jährlich weitere bedeutende und auch kleinere Rekonstruktionen hervorzuheben. Meine Überlegung geht in die Richtung wie beim Tag des offenen Denkmals: an diesem Tag werden dann Rekonstruktionen an jedem Ort weltweit für die lokale Bevölkerung und Besucher gleichermaßen hervorgehoben, zugänglich gemacht und gefeiert. :thumbsup:


      Interessant finde ich gerade beim venezianischen Markusturm auch diese Episode der Geschichte. Sie zeigt, dass seit Beginn der Rekonstruktionsbewegung der Wille von Bürgern und besonders Entscheidern vor Ort entscheidend war. Und dass es schon immer Gegenwind von Leuten gab, die keinen wirklichen Bezug zum Ort hatten, was sich im Nachhinein stets als fragwürdig und vernachlässigbar herausstellte (weil es wohl allzu oft auch nur der persönlichen Profilierung der Kritiker dienen sollte, die sich selbst ein Denkmal setzen wollten oder sonst was):

      "Am 14. Juli 1902 gegen Viertel vor zehn Uhr stürzte der Markusturm ein, nachdem sich schon Tage vorher große Risse im Mauerwerk gebildet hatten, die darauf zurückzuführen waren, dass man die Metallanker im Turminneren entfernt hatte, um einen Aufzug einzubauen.

      Das Unglück rief große Bestürzung und Trauer in der ganzen Welt hervor. Der Stadtrat von Venedig beschloss bereits am Abend des Turmeinsturzes einstimmig, den Campanile wieder aufzubauen, wie und wo er gewesen war (com’era e dov’era). Der Wiener Architekt Otto Wagner meinte zwar in einem Interview mit der Zeitung Il piccolo (Triest) vom 17. Juli 1902, es hieße die Architekturgeschichte zu verfälschen, würde der Campanile im alten Stil wieder aufgebaut, doch stieß er überwiegend auf ablehnende Reaktionen."

      de.wikipedia.org/wiki/Markusturm_(Venedig)

      Wobei ich Otto Wagner als Secessionskünstler sonst sehr schätze für sein Werk. Jedoch vermute ich, dass er hier wohl eine Chance für einen Neubau-Auftrag witterte, und dazu mal die Luft testen wollte. Kann man aus Architektensicht vielleicht verstehen. Doch ich glaube nicht, dass er tatsächlich das so meinte was er sagte.

      Genauso vermute ich auch bei anderen Architekten, Stadtplanern usw., dass sie besonders deswegen so gegen Rekonstruktionen protestieren, weil sie selber lieber die Aufträge haben würden. Insofern binden wir sie doch einfach in solche Vorhaben als Profiteure mit ein. Dann werden sie plötzlich zu vehementen Befürwortern. Hat man sehr schön beim Frankfurter Dom-Römer-Projekt beobachten können, etwa an Jochem Jourdan (der zuvor Kritiker war und dann die Goldene Waage bauen dürfte, plötzlich war er glühender Anhänger).

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    • erbse schrieb:

      Dann werden sie plötzlich zu vehementen Befürwortern. Hat man sehr schön beim Frankfurter Dom-Römer-Projekt beobachten können, etwa an Jochem Jourdan (der zuvor Kritiker war und dann die Goldene Waage bauen dürfte, plötzlich war er glühender Anhänger).
      Das setzt aber voraus, früh genug mit einer solchen Idee an die Entscheider heranzutreten, bevor diese sich bereits festgelegt haben.