Bremen - Schwachhausen

  • Lauermann-Kataloge dringend gesucht !


    Es ist übrigens nicht davon auszugehen, daß es sich bei dem Bauschmuck an der Schwachhauser Chaussee Nr. 106 um Sonderanfertigungen für dieses Gebäude handelte. Es dürfte sich vielmehr um die Produkte von Modeln handeln - vorzugsweise der Firma Albert Lauermann aus Detmold. Daher dürften sich in deutschen Landen eventuell weitere 'Exemplare' an zeitgenössischen Gebäuden finden lassen. Und das führt wiederum zu einem - von uns allen sicherlich heiß ersehntem - Desiderat: Dem Auftauchen der Betsellkataloge von Lauermann. Für am historistischen Bauschmuck Interessierte dürften diese eine wahre Fundgrube - gerade auch zur ikonographischen Entschlüsselung - sein !

  • Vor einem halben Jahr verschwand die Villa Gross von der Bildfläche. Dafür verantwortlich zeichnete sich der Baulöwe Thorsten Italiano. Zur Stunde des Abriss' war er im Kreise seiner Familie Zeuge, als die Bagger ihre Hand an das 'Medienhaus' legten. Pizza-mampfend wurde zugeschaut, wie die Villa in Staub und Asche versank. Vernichtung von Kulturgut als Live-Event für die ganze Familie. Vernichtung als Anschauungsmaterial und Unterricht für die nächste Generation.


    Nun, ein halbes Jahr später verdichten sich damals gewonnene Indizien:

    Die Abrissgenehmigung war das einzige Dokument, das Italiano als 'Zählbares' in der Hand hielt.

    Wie ein Weser-Kurier Artikel am heutigen Tag darlegt, fehlt dem Bauherr schlicht Geld, da noch nicht genug potenzielle Käufer für das Projekt gezeichnet haben, damit die Bank ihr 'Okay' für das Projekt gibt.

    Außerdem klagen die Anwohner weiterhin erfolgreich – und verzögern das Projekt damit unvorteilhaft für den Investor.


    Es zeigt, dass Italiano Anfang Oktober durchaus in der Lage gewesen wäre, den Abriss der Villa Gross aufzuhalten oder auszusetzen, damit die Bürgerinitiative weiter Verhandlungen mit Interessenten für den Erhalt der Villa hätte führen können – darunter auch die Stadt Bremen.


    Es ist daher doppelt bitter, dass das rigorose Verhalten eines beleidigten Investors zum vorschnellen Abriss der Villa Gross führte. Die Villa könnte noch stehen, da kein unmittelbarer Bauzwang vorlag.


    Vor Sommer 2020 wird sich auf der Brachfläche an der Schwachhauser Heerstraße laut Auskunft des Investors und Eigentümer Italiano nichts tun.

  • Ich war bisher kein Anhänger von Verschwörungstheorien. Trump hat Corona über die Chinesen gebracht, um deren Wirtschaft zu schädigen? Blödsinn! Die Mondlandung der Amerikaner wurde in Wirklichkeit im Filmstudio inszeniert? Unsinn! Verantwortlich für den Flugzeugcrash am World Trade Center war die CIA/das FBI? Schwachsinn!

    Nun bemerke ich aber, dass ich bei bestimmten Themen langsam verschwörungsaffin werde. Nach einer Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht hatte der Staat Bremen Recht bekommen, dass die Polizeikosten zwischen Bremen und der DFL/DFB zu teilen sind. Seitdem gewinnt Werder Bremen kein Spiel mehr. Entweder hat DFL/DFB den Spielern was ins Essen getan oder aber, die Spieler sind alle bestochen worden

    Eine weitere verschwörungstheoretische Einschätzung bemerkte ich bei mir im Fall des Medienhauses. Das absolute Böse, Lord Voldemort, dessen Name ja eigentlich nicht genannt werden darf, hat nun via Presse erklärt, dass ihm das Geld ausgegangen ist. Das Geld für den Kauf des Medienhauses war da, das Geld für den Abriss des Medienhauses war da, aber nun fehlt ihm das Geld für den Bau eines hässlichen Riesen-Gebäudes. Ist er ein schlechter Kaufmann oder ein großer Trickser? Nachdem mir kürzlich ein Bekannter erzählt hat, dass in München die Bodenpreise um bis zu 31 000 % gestiegen sind (fragt sich natürlich, ab wann er gerechnet hat - ab dem Mittelalter oder ab 2010?), können wir davon ausgehen, dass der Kauf eines Grundstücks und das sich daran anschließende NICHTBEBAUEN eine ganze Menge an Kohle einspielen kann. Ich glaube, Berlin hat aufgrund schlechter Erfahrungen hier einen Bauzwang für Grundstückskäufer eingeführt. Aber Bremen nicht. So kann Lord Voldemort die nächsten 5 bis 10 Jahre abwarten und dann das Grundstück zu einem 5 bis 10fachen des ursprünglichen Kaufpreises wieder abstoßen. OK, keine Münchener, sondern Bremer Verhältnisse.

    Ich glaube, genau darum ging es ihm, er wollte da nie bauen, sondern er tat nur so. Er hatte den Abriss erledigt, hat sich mit dem Denkmalschützer herumgeärgert ebenso wie mit der Bürgerinitiative, hat seinen schlechten Ruf verschlechtert ......... das kostet, dafür gibt eine Wertsteigerung des Grundstücks. Die Belohnung: nie mehr arbeiten. Und jetzt wartet er ab - weil er es kann - bis er ein lukratives Angebot bekommt (so was gab es ja jetzt auch in der Überseestadt, da hat der Grundstückseigentümer, der das Grundstück vor etwa 2 Jahren von der Stadt gekauft hatte, wieder an Zech verkauft, natürlich mit Gewinn ohne den Ärger der Bauausführung).


    Hat noch irgend jemand was gegen Verschwörungstheorien?

  • Eine Theorie im Sommer 2019 war folgende:


    Wenn ich derjenige wäre, dessen Name nicht genannt werden darf, und ich wäre Eigentümer des Grundstücks an der Schwachhauser Heerstraße mit diesem hässlichen und protzigen Kapitalisten-Palast, und ich würde dort gerne bauen – ich habe Visionen und fertige Pläne, und auch schon genügend Interessenten, aber die schneckengleiche Baubehörde kommt nicht in die Puschen – und dabei habe ich das Grundstück samt dem alten Kasten gekauft, natürlich auf Pump. Also muss ich Kreditlinien bedienen – und da am Rande der alten Bahnhofsvorstadt gibt es Probleme, die mich zusätzlich Geld kosten – und jetzt kommen da auch noch so ein paar Historien-Liebhaber aus dem Keller gekrochen und meinen für den Erhalt dieser Ruine zu kämpfen; meine Interessenten und Partner werden langsam unruhig. - Aber ich habe ja die Abriss-Genehmigung von der Behörde, von der Stadt – und jetzt zeige ich diesen selbstverliebten Bürgern erst einmal, was ich kann und reiße den minderwertigen Klotz ab – bevor es noch zu einem Volksentscheid kommt...das geht dann richtig ins Geld und das Grundstück verliert dazu noch an Wert; denn wer kauft schon, wenn die Hypothek eines Volksentscheid das Grundstück belastet. Reiße ich aber ab, dann ist endlich Ruhe im Karton. Und ja, so ein Grundstück in Schwachhausen, noch in dieser Nachbarschaft, ist eine Menge wert; gerade, wo die Preise für Grundstücke durch die Decke gehen; da ist jeder freie Quadratmeter pures Gold wert; besonders dann, wenn es frei von lästigen Gerümpel ist, da ist ein Abriss eine Investition in die Zukunft. Und der Stadt und diesen sogenannten Bürgern zeige ich dann mal, wer hier wirklich in der Stadt die Hosen an hat: Nämlich ich. Ich bin hier der Eigentümer. Mir gehört der monströse Klotz. Ich darf abreißen. Und das mache ich auch. Dafür ist noch genügend Geld in der Kasse; und selbst wenn nicht: Die Banken sehen auch lieber ein geleertes Grundstück als ein Grundstück mit Altlasten in ihrem späteren Portfolio; falls es bei mir finanziell zu knapp wird und die den Laden übernehmen. Und überhaupt: Entweder, die Stadt kommt bald mit der Änderung im Bebauungsplan um die Ecke oder ich nutze die Zeit und verkaufe das geleerte Grundstück an den Meistbietenden und kaufe mich dann als potentiellen Investor wieder ein...Zum Teufel, was habe ich zu verlieren? Ich halte die Fäden des Handelns in Händen! Ich bin der Allmächtige!! Ich bestimme, wohin es geht - und nicht dieses Geschmeiß; wozu gibt es Roundup?!

  • So ein über längerem Zeitraum leerstehendes Baugrundstück, eignet sich allerdings auch da zu, so manch unliebsames Zeugs preiswert zu entsorgen, welche ansonsten mit horrenden Sondermüllsummen zu Buche geschlagen wären. Ich weiß nicht in wie weit ein Dioxin und Schwermetall belastetes Grundstück so arg im Wert steigt :N:

  • Von der Apollonvilla hatte ich ja schon unter der Nr. 26 hier im Strang berichtet. Die neuesten Bilder erwecken den Eindruck, als könnte hier demnächst was "passieren". Der Zustand der Villa ist sehr schlecht. Man hat das Gefühl, als hätte der, dessen Name nicht genannt werden soll, hier mal wieder seine Finger mit im Spiel.





    Der Garten ist bearbeitet, Bäume sind gefällt worden.



    Baumstümpfe im hinteren Teil



    Viele, viele Holzspäne weisen auf viele, viele Baumfällungen hin. Was die Grüne Bausenatorin dazu wohl sagt?



    Der hinter Teil des aufgeräumten Gartens erinnert mich stark an das Grundstück des Medienhauses



    Breite und tiefe Spurrillen im Garten


  • Kurfürstenallee 155

    Diese Villa im Art déco Stil soll seit 2018 abgerissen werden. Die Bremische Volksbank ist Eigentümerin und plant einen großen Neubau. Falls es noch Aktivisten gibt, die im Kampf um den Erhalt des Medienhauses ihren Akku wieder etwas aufgefüllt haben........Denkmalschutz besteht wohl nicht.


    Seitenansicht Barbarossastraße:



    Die Pläne der Bremischen Volksbank (die schlechte Bildqualität bitte ich zu entschuldigen):



    Vorderseite:



    Rückseite:



    Seitenansicht:




    Auszüge aus dem Protokoll einer Anwohnerversammlung des Beirats Schwachhausen/Neue Vahr:

    Auf Nachfragen äußern die Referenten:
    • die Stadt Bremen habe das Ziel formuliert, die Stadt im Innern zu verdichten, um eine Bebauung im Außenbereich vermeiden zu können. Gleichzeitig wolle Bremen neuen und günstigen Wohnraum schaffen, dies geschehe im vorliegenden Fall;
    • ein neuer Bebauungsplan müsse erstellt werden, weil der jetzige die beabsichtigte Bebauung nicht zulasse;
    • die heute Abend geäußerten Einwände würden im weiteren Verfahren abgewogen und das Ergebnis in der weiteren Planung berücksichtigt.
    • im späteren Verfahrensschritt der förmlichen Beteiligung der Öffentlichkeit könnten die Anwohner*innen auch ihre Belange einbringen; Einwände müssten dann ebenfalls abgewogen werden. Frau Dr. Mathes ergänzt, dass das Ortsamt die Anwohner*innen erneut informieren werde, wenn dieser Verfahrensschritt anstehe. Die Unterlagen könnten dann auch im Ortsamt eingesehen werden.
    • Im gleichen Verfahrensschritt könnten sich dann auch die sog. Träger öffentlicher Belange äußern. Hierzu zählten bspw. auch das Amt für Straßen und Verkehr, der Beirat und die Feuerwehr;
    • die Bestandsgebäude seien unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht zu sanieren. Mit den Neubauten verfolge die Volksbank keine Gewinnmaximierung;
    • das städtebauliche Leitbild, das die Gartenstadt präge, gelte an dieser Örtlichkeit nicht.

    Die anwesenden Anwohner*innen äußern folgende Anregungen und Bedenken:

    • es sei nicht nachvollziehbar, dass geltendes Baurecht aufgehoben und entsprechend dem Wunsch des Grundstückseigentümers neues geschaffen werden solle. Die Nachbarschaft habe ihre Häuser in Kenntnis des jetzigen Baurechts gekauft;
    • das Vorhaben passe sich nicht in die Bebauung der Umgebung ein, sondern es erwecke den Eindruck, dass „möglichst viel auf möglichst wenig Platz“ gebaut werden solle. Die Gartenstadt sei durch große Grünflächen geprägt, dies werde nicht berücksichtigt. Die hinteren Gebäude mit zwei Voll- und zwei Dachgeschossen wirkten wie ein viergeschossiges Gebäude, das vordere wie ein sechsgeschossiges. Deshalb sollte darüber nachgedacht werden, mit einer Etage weniger auszukommen. Außerdem seien die Abstandsflächen zur bereits vorhandenen Nachbarbebauung zu gering bemessen;


    Ein Artikel aus dem Weser-Kurier von 2018:


    Kaufmannsvilla vor dem Abriss

    Christiane Mester 28.11.2018 0 Kommentare

    Erbaut wurde sie vor vielen Jahrzehnten, seit Anfang der 90er-Jahre ist sie im Besitz der Bremischen Volksbank – nun sind die Tage der Villa an der Kurfürstenallee, Ecke Barbarossastraße offenbar gezählt.


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    Zunächst Wohnhaus, dann Bürogebäude: die Villa an der Kurfürstenallee.


    Zunächst Wohnhaus, dann Bürogebäude: die Villa an der Kurfürstenallee. (STUBBE)


    Auch das benachbarte Bürogebäude, ebenfalls im Besitz des Geldinstituts, soll abgerissen werden.

    Wo derzeit zwei Gebäude stehen, sollen es künftig vier sein. Das Ziel: Vier Gebäude, das höchste von ihnen 18 Meter hoch, verteilt auf die gesamte Fläche mit mehr als 40 Wohnungen. Die Pläne für die neue Bebauung wurden der Öffentlichkeit nun bei einer Einwohnerversammlung vorgestellt.

    Auf viel Gegenliebe stießen die Ideen bei den Nachbarn allerdings nicht: Was der Architekt, Gerd van Hülst, einen „Lärmriegel“ zur viel befahrenen Kurfürstenallee nannte, wurde aus den Reihen der Zuhörer als „Riesen-Klopper“ bezeichnet. Der Entwurf und die Begründung des neuen Bebauungsplans sollen spätestens im Januar in der Baudeputation diskutiert werden.

  • Die Villa Schwachhauser Heerstraße 266 ist eines der wenigen großbürgerlichen Gebäude im Stil des Historismus, das noch erhalten geblieben ist. Der Preis ist, zumindest äußerlich, ein Stilbruch, was funktionale Anbauten angeht und insbesondere das, was früher mal als Garten bezeichnet worden ist. Letzteren gibt es nicht mehr, das ist nur noch Parkfläche. Es sieht so heruntergekommen und stilbrüchig aus. dass ich erst gar keine Fotos davon gemacht habe. Sehr beeindruckend ist die große Außentreppe, die zum Eingangsportal führt und uns noch dieses großbürgerliche Flair der Kaufmannsschaft vermittelt, das vor 120 Jahren in Schwachhausen gang und gebe war (Wenngleich ich nicht weiß, wer diese Villa früher genutzt hat). Heute befindet sich in dem Gebäude der Landesverband für Gehörlose, für Blinde und andere soziale Einrichtungen. Denen fehlt, wie ich annehme, das Geld für eine ansprechende Gestaltung des Gartens. Und irgendwo müssen ja auch die Autos bleiben.




    Im Vordergrund der von mir schon beklagte fehlende Garten zwecks Parkplatzschaffung.




    Und hier nun noch die "passenden" Anbauten


  • Außerdem seien die Abstandsflächen zur bereits vorhandenen Nachbarbebauung zu gering bemessen;



    Hallo findorffer,


    hierzu nur eine kleine Anmerkung aus baurechtlicher Sicht: Die Höhe der Abstandsflächen ist klar in der bremischen Landesbauordnung geregelt und keine Frage der Auslegung. Wenn die Abstandsflächen zu gering sind und die Abstandsfläche auf das Nachbargrundstück schlägt (0,4 x Wandhöhe), dann muss auf dem Nachbargrundstück eine Abstandsflächenbaulast eingetragen werden, dem der Eigentümer aber natürlich nicht zustimmen muss, da es den Wert des Grundstücks mindert.


    Also sie sind entweder zu gering, oder sie passen. Ist letzteres der Fall, kann man daraus kein Argument gegen die geplante Bebauung machen.

  • Nur zur Klarstellung Hansolol: Das Zitat stammt nicht von mir, sondern ich hatte nur, wie ja in der Überschrift auch erkenntlich wird ("Die anwesenden Anwohner*innen äußern folgende Anregungen und Bedenken"),


    die Bedenkend er Anwohner wiedergegeben. Und diese sind wiederum vom Beirat veröffentlicht worden.