Am 9.November findet unser großes Initiativentreffen in Frankfurt am Main statt. Unter der Rubrik "Aktuelles und Allgemeines" finden Sie alle Informationen vor.

Abrißstadt Bremen: Schwachhausen

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    • findorffer,

      selbstverständlich. Wenn die Petition online ist oder zum Unterschreiben ausliegt, werde ich darüber hier informieren.
      Schön zu wissen, dass mit deiner Unterschrift zu rechnen ist.

      Ich werde etwas später einen weiteren Versuch starten, die Petition online zu übermitteln. Sollte dies wieder scheitern, geht die Petition heute noch in den Briefkasten.
    • Lieber Jakku Scum,

      man kann sich nur den Worten findorffes anschließen: Selbstverständlich ist die Zeichnung der Petition eine absolute Pflicht für jeden am Stadtbild Interessierten. Vielen Dank daß Sie die Ausarbeitung derselben übernommen haben !

      Lieber Heimdall,

      Ihre wertvolle, zusammenfassende Recherche belegt, daß vielleicht doch noch nicht alle Hoffnung verloren ist.

      Also, wohlan, 'altes Haus' (Villa Gross), vielleicht hast Du ja doch noch eine Chance, wenn wir alle zu Dir stehen !

      ughug:)
    • Liebe Freunde des Medienhauses in Schwachhausen,

      die Petition zum Erhalt des Medienhauses ist vom Petitionsausschuss der Bremischen Bürgerschaft angenommen worden und wird nun im Rahmen der Möglichkeiten und Befugnisse des Ausschusses "sorgfältig geprüft".

      Ich kläre gerade noch, ob überhaupt oder wann die Petition öffentlich ausliegt, damit sie mitgezeichnet werden kann.
      Ein Online-Einsenden der Petition war mir nicht möglich, da sich der Text zur Petition nicht im Textfeld des Online-Formulares einfügen lies bzw. dieses zu einer wiederkehrende "Error"-Meldung führte.
      Daraufhin habe ich das Schreiben ganz altmodisch auf postalischem Weg übermittelt.

      Sollte ich Antwort vom Ausschuss erhalten oder die Petition öffentlich ausliegen, melde ich mir hier im Strang wieder und werde die entsprechende Seite verlinken.
    • Hallo Schwachhauser, willkommen im "Club".

      Es sind nicht wirklich Neuigkeiten. Die Mühlen mahlen jedenfalls. Der Stand ist, dass der Petitionsausschuss den Senat um eine Stellungsnahme zur Petition "Medienhaus" gebeten hat. Diese Stellungsnahme von seitens des Senats steht noch aus.

      Aber deine Nachfrage erinnert mich daran, dass ich hier eigentlich den Petitionstext posten wollte. Ich hole dies nun nach:



      Petition zum Erhalt des "Medienhauses" in der Schwachhauser Heerstraße Nr. 78

      Sehr geehrte Damen und Herren,

      es erweckt den Anschein, als seien die Bilder eines kriegsversehrten Bremens bei vielen Politikern, Baudirektoren, zuständigen Behörden und Landeskonservatoren im Lande Bremen längst aus dem Gedächtnis entschwunden: Ein pulverisiertes Walle, ebenso die Umgebung des ehemaligen Weserbahnhofes, das Stephani- und das Faulenquartier, weite Teile der westlichen Bahnhofsvorstadt – selbst das Zentrum Bremens erlitt punktuell schwere Schäden, und somit auch schwere bauliche Verluste von hohen historischen und kulturellen Wert.

      Viel schwerer aber als der Verlust durch die Luftangriffe des Krieges wiegen in Bremen die enormen und – aus heutiger Sicht – kaum nachzuvollziehenden Abbrüche alter Bausubstanz nach dem Krieg bis weit in die 60er und 70er Jahre hinein. Die Liste der Bauten, die dieser Abbruch-Wut, der Stadt- und Verkehrsplanung zum Opfer fielen, ist daher erschreckend lang:
      St. Ansgari-Kirche
      St. Michaelis-Kirche
      Focke Museum/ altes Armenhaus
      Staatsarchiv
      Katharinenkloster/ Katharineum
      Komturhaus/ St. Elisabeth
      Stadttheater am Wall
      Katharinenhaus
      Schleppschifffahrtsgebäude
      Haus der Weserschiffahrt
      Neue Börse
      Jacobihalle
      Grandhotel de l'Europe
      Hotel Hillmann
      alte Postamt an der Domsheide
      „Museum“ am Domshof
      „Dreigiebelhauses“ Langenstraße 120-122.

      Die Liste erhebt den Anspruch, nicht vollständig zu sein, doch zeigt sie auf erschreckende Weise, wie unsere Väter und Großväter das historische, kulturelle Erbe der Hansestadt missachteten und der Stadt klaffende Wunden zufügten, von denen sich Bremen bis in die Gegenwart hinein nicht erholt hat und deshalb zu einem chronisch erkrankten Patienten ohne entsprechenden Versicherungsschutz geworden ist.

      Angesichts der Tatsache, dass in den beschriebenen Stadtteilen während des Krieges und in der Nachkriegsära ein enormer Verlust an Bausubstanz und historischen Zeugnissen der Stadtgeschichte zu beklagen ist, einhergehend mit einem hohen Verlust an Lebensqualität, mutet es wie ein kleines Wunder an, dass sich eine vergleichbare Bausubstanz in den benachbarten Stadtteilen Schwachhausen und dem Steintor erhalten konnte. In diesen Stadtteilen, die den Luftangriffen weitestgehend entronnen sind, spiegeln sich all jene Epochen wider, die in ihrer Summe und Masse der Innenstadt verloren gingen: Jugendstil, Gründerzeit, Klassizismus.
      Doch selbst dieses „Überleben“ der Kriegszerstörung und der „Abbruchwut“ der Nachkriegszeit ist keine Garantie mehr für den Fortbestand dieser erlebbaren Kulturgeschichte der Hansestadt – auch sie drohen Stück für Stück der Verdichtungskultur der Gegenwart und einem niedrigen Zinsniveau zum Opfer zu fallen.

      Jüngstes Beispiel dieser fortschreitenden kulturellen, historischen und geschichtlichen Verstümmlung ist der geplante Abriss des „Medienhauses“ an der Schwachhauser Heerstraße Nr. 78. Mit dieser Petition soll verhindert werden, dass der Hansestadt Bremen unwiederbringlich weitere Bausubstanz, Identität und Tradition verloren geht. Es ist zu überdenken, ob von Seiten der Stadt alle Anstrengungen unternommen wurden, um die Substanz des Hauses zu erhalten.

      Das „Medienhaus“, die ehemalige Villa Gross ist selbst als Fassade unbedingt erhaltenswert und für die Nachwelt zu sichern. Die Villa Gross entstand 1911 nach Plänen von August Abbehusen (1875-1941) und Otto Blendermann (1879-1944) für Professor Dr. med. Heinrich Gross (1869–1954), Chefarzt am St Joseph Stift, im Stil des Neoklassizismus. Abbehusen und Blendermann genossen als Bremer Architektengemeinschaft ein hohes Ansehen. Die Christuskirche in Woltmershausen, das Theater am Goetheplatz, das Rathaus Blumenthal oder das Haus Vietor gehen auf ihr Tätigkeit zurück, um nur einige zu nennen. Das Medienhaus bzw. die Villa Gross fügt sich nahtlos als bedeutendes Objekt in diese Schaffenszeit ein.

      Weiterhin ist zu überdenken, ob der derzeitig geltende Denkansatz in den betreffenden Direktionen, Baubehörden und in der Politik, sich seines geschichtlichen Erbes weiterhin schulterzuckend zu entledigen, ungeachtet der Tatsache, dass sich die Bürger der Hansestadt eben gerade nach diesem alten, historischen Erscheinungsbild sehnen und darin eine gesteigerte Lebensqualität für sich als Städter entdeckt haben oder ob wir unseren Kinder eine auf Teufel komm raus verdichtete Heimat hinterlassen, die gesichtslos, kalt und egoistisch ist und vom breiten Individualismus einer Wegwerfgesellschaft Zeugnis ablegen wird, noch der richtige Denkansatz für die Zukunft und Gestaltung der Hansestadt Bremen ist.

      Oder soll allgemein der für den Denkmalschutz bereits bestehende Grundsatz gelten, das allgemeine Ziel zu verfolgen und über die Geschichte der Gesellschaft zu informieren, indem konkret die sinnlich wahrnehmbaren historischen Zeugnisse der Baukunst und Lebensweise vergangener Zeiten für die Nachwelt zu erhalten und darüber hinaus auch Lebensqualität nachhaltig zu sichern sind?

      Ich danke Ihnen und mit freundlichen Grüßen
    • Die Apollon-Villa in Bremen-Horn


      Zwar befindet sich die sogenannte Apollon-Villa nicht mehr an der Schwachhauser Heerstraße, sondern im Stadtteil Horn an der Horner Heerstraße, in die die Schwachhauser Heerstraße übergeht. Dennoch habe ich sie erst mal diesem Strang zugeordnet. Die Villa gehört seit langem dem Eigentümer des Harms am Wall-Grundstücks, dessen drei Gebäude durch einen Brand teilweise zerstört und dann abgerissen wurden. Der Brandstifter wurde nie ermittelt. Erst war der Mieter im Visier der Ermittlungsbehörden, wurde dann aber freigesprochen. Profitiert hatte von dem Brandt der Eigentümer, der Immobilienmakler Bremermann. Die Apollonvila verfällt immer mehr, obwohl der Beirat bereits 2010 intervenierte. Vom Eigentümer keine Reaktion. Er provoziert den Abriss, um dort dann groß zu bauen, vermute ich.

      Nachfolgend 3 Bilder und ein Bericht aus dem Weser-Kurier von 2010.

      Hier die Vorderansicht von der Hornerstraße aus gesehen. Was auffällt ist die Maklermethode: Das Tor steht weit auf, eine Einladung für Zerstörer, wir kennen das ja schon vom Osterdeich und anderen Straßenzügen.




      Seitenansicht:



      Durchs Dornröschengestrüpp die Hinteransicht:




      AUS DEM WESER-KURIER:

      Bauausschuss lehnt erste Ideen ab
      Beirat hofft auf Erhalt der Apollon-Villa
      Andreas Becker 11.04.2010 0 Kommentare

      Horn-Lehe. Die ehemalige Villa der insolventen Apollon-Stiftung hat zwar seit einem guten halben Jahr mit dem Immobilienunternehmen Müller & Bremermann einen neuen Eigentümer. Aber noch steht die Villa unverändert da. Neben vielen Stadtteilbewohnern fragen sich auch die Mitglieder des Beirats Horn-Lehe, wie das Objekt in der Horner Heerstraße künftig genutzt wird - und ob es überhaupt erhalten bleibt.

      (Petra Stubbe)

      Nicht nur der Vorgarten macht mit üppig wucherndem Unkraut einen ungepflegten Eindruck. Auch die in punkto Baustil imposante Villa macht einen verlassenen und zunehmend mitgenommenen Eindruck. Zwar liegt laut Denkmalschutz keine Schutzwürdigkeit vor. Die Mitglieder des Beirats hoffen jedoch mehrheitlich, dass dem Gebäude die Abrissbirne erspart bleibt.
      Ablehnung im Bauausschuss
      Eine erste, vorläufige Idee des Investors zu einer möglichen Nutzung des Grundstücks stieß beim Bauausschuss des Beirats auf einmütige Ablehnung. Diese sah einen Abriss der Villa vor sowie den Bau von zwei getrennten Gebäuden mit drei Stockwerken und einem zusätzlichen Staffelgeschoss.
      "Das fanden wir überdimensioniert, zumal der gültige Bebauungsplan nur zwei Häuser mit jeweils zwei Geschossen vorsieht", sagt CDU-Fraktionssprecher Stefan Quaß. Um höher zu bauen, müsste der B-Plan geändert werden. "Da wird der Beirat ganz genau hinsehen", sagt Quaß.
      Beachtung verlangt nach seiner Ansicht auch die Erhaltung des alten Baumbestandes auf dem Grundstück. "Darauf muss Rücksicht genommen werden", fordert Quaß.
      Nicht hinnehmen wollen die Mitglieder des Beirats, dass der Investor möglicherweise mit der Baulinie - und damit einem vorderen Neubau - nahe an die Straße heranrückt. "Die bisherige Häuserflucht sollte weitgehend eingehalten werden", fordert Michael Koppel von den Grünen. Der Charakter der Heerstraße müsse erhalten bleiben. Ansonsten können sich die Grünen auch eine gewerbliche Nutzung vorstellen - Hauptsache, die Villa bleibe erhalten. Dies wünscht sich auch Stefan Quaß. Allerdings könne dies nicht zur Auflage gemacht werden. "Wenn der Investor andere Pläne hat, muss der Beirat das hinnehmen", argumentiert er.
      Beiratssprecherin Anja Riemer (SPD) lässt das Thema auf sich zukommen, bis konkrete Pläne auf dem Tisch liegen. Die spätere Gestaltung müsse sich jedoch harmonisch in die bauliche Umgebung einfügen. "Eine Wohnnutzung und etwas Zusätzliches, was den Stadtteil bereichert, wäre schön", so Riemer.
      Bis ein fertiges Konzept vorliegt, muss sich der Beirat Horn-Lehe noch in Geduld üben. "In diesem Jahr wird mit Sicherheit nichts mehr passieren, weil wir mit anderen Projekten ausgelastet sind", sagt Geschäftsführer Marco Bremermann.
      Der lange Vorlauf sei im Übrigen auch notwendig, um die notwendigen Untersuchungen abzuschließen. Zurzeit werde die Bausubstanz der Villa geprüft. Erst 2011 sei mit konkreten Vorstellungen zu rechnen.

      Wie ich inzwischen erfahren habe, will der Beirat seit 2018 nur noch, dass diese Villa Schandfleck wegkommt. Der Eigentümer hat dieses Spekulationsobjekt seit ca. 20 Jahren verkommen lassen, dabei war die Villa einst ein ansehnliches, ja schönes Gebäude. Wir können uns alle vorstellen, was da hinkommt: Vielfamilienhaus mit der bewährten Bauhausästhetik gestaltet und alle sind zufrieden: Der Makler mit seinem Profit, der Beirat freut sich, dass ein Schandfleck verschwunden ist und die Politik ist begeistert, dass wieder mehr Wohnungen - Bremen wächst - enstehen. Wer nörgelt wieder mal rum?


      Modhinweis: Ich hab den leztzen Satz jetzt mal entfernt. Muß ja nicht sein daß wir noch ne Beleidigungsklage kriegen.


      The post was edited 1 time, last by Onkel Henry: Polemik entschärft ().

    • Für die Apollon-Villa gäbe es einen einfachen Masterplan:

      - Verhandlungen mit dem Besitzer über einen Kaufpreis aufnehmen (kann wegen des Zustandes des Hauses und Grundstückes ja nicht mehr astronomisch hoch sein)

      - Verhandlungen mit der KfW-Bank über einen günstigen Kredit aufnehmen

      - Gespräche mit dem Beirat Schwachhausen aufnehmen; haben ja anscheinend durchaus Interesse am Erhalt; möglicherweise ergäben sich über den Beirat nützliche Kontakte

      - Telefongespräch mit Axel Spellenberg führen, dem bestimmt eine Nutzung/Gestaltung einfiele.

      Und schon wäre die Villa geretten und in "guter Hand".
    • Diese von Ihnen, findorffer, angesprochen zweite Welle der Zerstörung, die seit einiger Zeit über den Straßenzug 'Schwachhauser-Herrstraße / Horner Heerstraße hinwegbraust, ist in der Tat empörend: Der Verfall der Apollon-Villa ist dabei leider nur der vorläufige Endpunkt einer städtebaulichen Entwicklung, die mit dem Abriß der 'Concordia' ihren Anfang nahm und sich mit der beabsichtigten Beseitigung der Villa Gross (Bremer Medienhaus) wahrscheinlich sehr bald fortsetzten wird.
      Dabei hat diese einst so großbürgerlich geprägte Allee viele ihrer einst hochherrschaftlichsten Gebäude schon in den 60er und 70er Jahren verloren. Man braucht hier nur an den neugotischen, an Windsor oder Schloß Babelsberg gemahnenden Alterssitz Aline von Kapff's zu erinnern. Heute steht an dessen Stelle der nüchterne Zweckbau des Kippenberg-Gymnasiums...
      Lieber Jakku Scum, ihr in Vorschlag gebrachter Handlungsplan ist nicht ohne !!
    • Sogar dem konservativsten Zeitgenossen mit Karl-Marx-Phobie wird am Beispiel der Apollonvilla auffallen, dass die Kapitalseite unser Stadtbild zu ihrem eigenen Vorteil gestaltet - und der geht nicht einher mit Schönheit und Attraktivität - der Markt bestimmt das Aussehen. Mag sein, dass es Investoren gibt, denen das Aussehen ihrer Heimatstadt wichtig ist und für die Fassadengestaltung ein wichtiges Element ihres Kapitaleinsatzes darstellt. Allein - ich kenne keine.

      Auch in früheren Epochen musste sich das Kapital rechnen - sprich, es musste bei der Investition einer Summe X immer ein Mehrwert Y entstehen, allerdings war die ästhetische Gestaltung ein impliziter Bestandteil der Bebauung. Schwer vorstellbar, dass so ein Gruselgebäude wie das Bremer Caree in der Renaissance oder im Jugenstil durchgekommen wäre. Wahrscheinlich hätte man den Architekten geteert und gefedert aus der Stadt gejagt. Heute dagegen...............

      kann sich ein Investor ein Grundstück mit einer schönen Villa kaufen - und es mehr als 20 Jahre leer stehen lassen, den Verfall als renditesteigernden Faktor mit einrechnend. In zehn Jahren verdoppelt der Eigentümer des Apollongebäudes den Wert des Grundstücks - weil er nichts macht. Wir sehen eine ehemals schöne Villa, aber deren Zustand bestimmt das, was wir nicht sehen: Zeitgewinn und Spekulation als Elemente der Erhöhung der Profitrate. Das Abstrakte bestimmt die Realität. Gab es früher vielleicht noch eine Verantwortung gegenüber dem Stadtbild, heute gibt es in der Sprache der Investoren Begriffe wie Schönheit oder attraktives Stadtbild nicht mehr - sie heißen Mehrwert.

      Was könnte man im Falle der Apollonvilla tun? Wie wär´s mit Artikel 14 unseres Grundgesetzes? Er lautet in Absatz 2 und drei:

      (2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. (3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt.

      Kaum vorstellbar, dass das am höchsten verschuldete Bundesland Deutschlands eine Entschädigung zahlt, und dann noch die Renovierung. Eher wird dem Abriss zugestimmt, um die Situation auf dem Wohnungsmarkt zu entspannen. Außerdem haben die politischen Parteien in der Vergangenheit gezeigt, dass ihnen das Stadtbild ziemlich egal ist. Hinzu kommt: mit Schönheit lässt sich nichts gewinnen, mit neuen Wohnungen schon, der politische Gegner kratzt ja mit den Hufen. Es fehlt in Bremen bis in die höchsten politischen Kreise seit Jahrzehnten an Bewusstsein für ein ansprechendes Stadtbild. Ich vermute, um ein Bespiel zu nennen, in Dresden ist das anders.
    • Na, endlich komme ich dazu, die heutige Situation des von Pagentorn eingestelten Beitrags über das CONKORDIA weiter oben zu dokumentieren.


      Q 17 lautet hier die Formel, die höchste Aufmerksamkeit erzeugt. Hurra, ein Zeichen, ja gar ein Alleinstellungsmerkmal?. Was das wohl bedeuten könnte? Quatsch 17 vielleicht. Oder gar eine schelmhafte Kryptologie avangardistisch angehauchter Architekten (nach Selbstdevinition also alle), die den fragenden Blick der Rezipienten schon bei der Gestaltung im Hinterkopf hatten um dann mit grinsender Herablassung ihre tiefen Beweggründe für diese Art von moderner "Baukunst" der Öffentlichkeit mitzuteilen?

      Natürlich ist heute der Quartiersgedanke der große Renner bei den Baubehörden und die Architekten wissen das und bringen ihre auf Baubehördenemotionalität gerichteten Zeichen am Gebäude unter. Auch Grau, Schwarz oder Anthrazit hat für die heutige Architektengernation magnetische Wirkung. Mal was neues halt.

      Und die Einschätzung des ewig nörgelden Nicht-Architekten (kann man das dann überhaupt Ernst nehmen, fragt der "Ästhetik-Fachmann"?): Hässlich, Einfaltslos und auf Gewinn gerichtete Quadratmetergernerierung.

      The post was edited 1 time, last by findorffer ().

    • Ja, dieses Gebäude ist wirklich ein Offenbarungseid, öde, deprimierend, ärmlich. Fast alles, was ich an moderner Architektur schlecht finde, hat dieses Gebäude, das zudem aussieht wie ein billiges Kettenhotel an einer Autobahnraststätte und nicht wie ein zentral gelegener Neubau an einer der wenigen noch halbwegs intakten Einfallstraßen Bremens.
    • Ich sehe das mit den Grautönen ja nicht immer ganz so dogmatisch, aber bei diesem Bau müsste doch fasst jeder depressiv werden, der darin wohnt (oder gar gegenüber) oder jeden Tag daran vorbeigehen muss. Und was soll diese komische (und logischerweise beschmierte) Betonmauer vor dem Haus? Soll das eine Terrasseneinfassung sein? Wer aber setzt sich auf diese Terrasse, die ja offenbar an einer Hauptverkehrsstraße liegt?
    • Was vielleicht noch erwähnt werden sollte: Für diesen 2018 fertiggestellten häßlichen Kasten wurde ja das ehemalige Concordia-Theater abgerissen, ein Theater mit Geschichte. Es war eine Dependance des Bremer Theaters. In den 60/70er Jahren wurde hier der berühmte Bremer Stil zelebriert mit bekannten Theater-Machern wie Peter Zadek, Hans Kresnik, Peter Stein, Rainer-Werner Fassbinder, Wilfried Minks. Im Concordia wurde viel ausprobiert, was am Theater vielleicht nicht möglich war. Und einer der bekanntesten Bremer, Hans Joachim Kuhlenkampff, hatte hier eine seiner ersten Spielstätten. Hier wurde also eiskalt und geschichtsvergessen - nicht ohne Widerstand aus der Bevölkerung - Theatergeschichte beerdigt. Eigentlich ein Sakrileg. Aber was kann man von der Politik hier schon anderes erwarten.Gnadenlos beim Stadtbild, ignorant bei geschichtsrächtigen Bauten.

      Schopenhauer: "Meist belehrt erst der Verlust uns über den Wert der Dinge"