• Wie ich schon irgendwo geschrieben habe, finde ich, dass in Ulm erstaunlich viel (und große) zusammenhängende Viertel erhalten sind, nämlich ihrer vier, was man angesichts der angegebenen Zerstörungsgrade (sie sind nicht einheitlich) nicht erwarten würde. Woanders wäre ein Viertel wie Auf dem Kreuz eine Hauptsehenswürdigkeit, in Ulm ist das ein eher unbeachteter peripherer Altstadtrestling.

  • nämlich ihrer vier

    Hab ich mich verzählt? Sind es nicht drei? Also die Altstadt nördlich des Münsters. Das Viertel "Auf dem Kreuz" nordöstlich vom Münster und das Fischer- und Gerberviertel, südlich bis südwestlich des Münsters. Was ist das Vierte?

    "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"

  • Ich hätte das Viertel südlich des Marktes extra gezählt - Unter der Metzig heißt das dort. Das habe ich nicht als Einheit mit dem Fischerviertel verstanden (= dein Teil 6).

  • ah - okay. Könnte tatsächlich Sinn machen. Die "Ecke" rund um Unter der Metzig ist gar nicht mal so klein. Man müsste mal einen Ulmer fragen, ob das in Ulm als eigenes Viertel gesehen wird.

    Grobe Abgrenzung in etwa so: 1. Unter der Metzig, 2. Fischer-/Gerberviertel

    "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"

  • Auf diesem Ausschnitt sieht man recht gut, wie wertig das heutige Ulm geworden ist. Auch jenseits der umrahmten Gebiete ist herrscht keinesfalls "Wüstenei" vor: Marktplatz und auch Weinhof sind, wenngleich keineswegs eigentliche Traditionsinseln, im Ganzen ansprechende Platzräume, von deren Qualität andere so zerstörte Städte nur träumen könnten. Darüber leicht angeschnitten der Neue Bau, und die Neue Mitte, an der sich hier bekanntlich die Geister scheiden, die ich aber auch als interessanten Übergang zwischen Münsterplatz und nördlicher Altstadt einerseits und Rathaus und südliche Altstadt andererseits ansehe. Einen richtigen "städtebaulichen Leerlauf", der zerstörte Städte im Ganzen so lähmend wirken lässt, gibt es hier nur um Westen, zwischen Münster und Bahnhof. Ich weiß, dass ich mit meiner Würdigung von Ulm hier ziemlich allein dastehe, und dass der Wiederaufbau weiter im Osten viel überzeugender sein soll, aber was soll s. Mir gefällt Ulm.

    Was der Stadt fehlt, sind weitere Kirchen und Großbauten.

  • Rein architektonisch gesehen ist der Markplatz von Ulm wohl kaum besser als der Hauptmarkt in Nürnberg (und das sagen ich als Ulm-Fan)? Man hat sogar dort um 1990 das letzte Fachwerkhaus abgerissen...

    Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker