Orgeln

    • Bei der Suche nach Videos von der Orgelweihe Potsdam entdeckte ich die Orgel des Domes zu Königsberg!!!
      Erstaunlich, erstaunlich! Die Orgel wurde von der deutschen Firma Schuke rekonstruiert, samt Prospekt inklusive Marienstatue und preußischem Adler! Vielen Dank ihr lieben Russen!
      Nun ist sie die größte Orgel Russlands, na dieser Titel ist auch leicht zu bekommen, da es ja keine Orgeln in russischen Kirchen gibt ... . Hätte ich nicht gedacht, daß Königsberg so eine große Orgel wiederbekommt

      Ein grandioses Werk:

    • Die Orgel der Marienkirche zu Berlin





      orgel-verzeichnis.de schrieb:


      Derzeitige Orgel:
      „Diese Orgel habe ich, Joachim Wagner, aus Charo im Herzogtum Magdeburg gebürtig, im 30. Jahre meines Alters, nämlich Anno 1720 und 1721, als mein Erstes Werk und Meyster-Stück erbauet… Ich hatte dieses Werk wegen anfang viele Neider, Lästerer und Verfolger, doch soll dies Werk den Meister loben und jene alle Zuschanden machen.“
      1720 bis 1723 – mechanische Schleifladenorgel, erbaut durch Orgelbau Joachim Wagner (Berlin) III/40
      1723 – Einweihung
      1742 – Gehäuse von Johann Georg Glume wurde von Paul de Ritter fertiggestellt
      1768 – Instandsetzung durch Ernst Marx (Berlin)
      1800 bis 1801 – Umbau durch Johan Friedrich Falckenhagen (Berlin) III/26. 1400 von 2556 Orgelpfeifen wurden auf Anweisung von Georg Joseph Vogler ausgebaut und an die Hedwigskathedrale abgegeben.
      1829 – Umbau und Dispositionsänderungen durch Orgelbau Carl August Buchholz (Berlin)
      1892 bis 1894 – werden die Emporen abgebrochen und eine neue Empore gebaut, anschließend Umbau durch Heinrich Schlag & Söhne (Schweidnitz) nach Plänen von Otto Dienel (Berlin) III/53. Dieses Werk besaß Schleif- und Kegelladen, mechanische und pneumatische Traktur. Von den alten Stimmen wurden 19 ganz und 14 zum Teil übernommen.
      1908 – Spieltisch von Schlag & Söhne kommt in das Musikhistorische Museum von Wilhelm Heyer in Köln. Orgelneubau mit röhrenpneumatischen Kegelladen durch Orgelbau Wilhelm Sauer (Frankfurt Oder) III/57. Das Gehäuse und 20 Register von Joachim Wagner werden wieder verwendet. Denkmalwürdige Veränderungen am barocken Gehäuseprospekt der Berliner Bildhauer Johann Georg Glume und Paul de Ritter
      3.2.1945 – schwere Beschädigung durch Kriegseinwirkung
      1947 bis 1949 – Elektrifizierung und Dispositionsänderung durch Alexander Schuke (Potsdam). Annäherung der Disposition am alten barocken Klangprinzip
      1957, 1970 und 1985 – weitere Versuche das Klangbild an das barocke Vorbild anzunähern.
      1984 – Bau eines neuen fahrbaren Spieltisches
      1986 bis 1987 – Dispositionsänderung durch VEB Potsdamer-Schuke-Orgelbau
      Winter 1996 – schweren Schäden
      2002 – Rekonstruktion der Wagnerorgel von 1721 durch Orgelbau Alfred Kern & Söhne (Straßburg) III/40. Alle Kanäle, Windladen und die Balganlage wurde nach Vorlage erhaltender Wagner-Orgeln rekonstruiert. Modernisiert wurden lediglich der Tonumfang und 5 zusätzliche Register nach Vorbild Wagners nachgebildet.
      Mehr hier nachzulesen, inklusive Hörbeispielen!

      Foto: eigenes
    • Film des SWR über die Orgelbaudynastie Stumm aus dem Hunsrück:

      Stumm - aber kein bisschen leise. Die Orgeldynastie aus dem Hunsrück


      swrmediathek.de/player.htm?sho…99-11e7-a5ff-005056a12b4c

      Es werden viele Orgeln aus dem Hunsrück mit ihren Dorfkirchen bildlich und klanglich vorgestellt, aber auch darüberhinaus bis zur großen Stummorgel in Amorbach. Viel Einblicke auch in die Technik des Orgelbaus. Sehenswert!
    • Wow... ein wirklich sehr schöner, informativer und lohnenswerter Fernseh - Beitrag. Das sind dann aber auch immer so TV - Geheimtipps. Auf Youtube findet man nämlich leider nicht so interessante Dokumentationen zum Thema "Orgelbau"...

      @SchortschiBähr: Hast Du beruflich mit "Instrumentenbau" zu tun oder nur ein außergewöhnliches Hobby?
    • Hallo Ostwestfale, ein verspätetes Willkommen in unserem Forum für Dich!
      Du bist wohl der erste und einzige Orgelbauer in unserer Runde. Finde ich toll. Der user Weingeist aus Mainz ließ hin und wieder auch seine sehr fundierten Kenntnisse zu Orgeln durchblicken, aber von ihm liest man im Forum schon länger nichts mehr. Schade!
      Ich habe mir das Orgelspiel als ich 17 Jahre war autodidaktisch beigebracht, später auch bei zwei verschiedenen Lehrer Unterricht genommen. In den frühen 90igern dann mit meinem Vater zusammen ein Bausatz-Cembalo gebaut. Ein zweimanualiges, französisches. Dann viel Cembaloliteratur gespielt und auch Unterricht genommen. In den 80igern habe ich mal bei einem Orgelbauer hospitiert und den Neubau unserer Gemeindeorgel damals beobachtet und an den Klaviaturen mit Intarsienarbeiten verschönert. mit Freunden, die super gut und viel besser als ich spielen konnten sind wir durch Mitteleuropa, auch Frankreich und Italien getourt und haben viele historische Orgeln besucht. Eine wunderschöne Zeit war das und ich kenne in der Tat viele der größten und schönsten Barockorgeln.
      Aber das ist alles lange her und eigentlich weitgehend in der Versenkung verschwunden. Aber aus diesen Selbststudien und Erfahrungen zehre ich noch und kann davon hier im Forum das eine oder andere beitragen!
    • Danke schön fürs Willkommen heißen hier im Forum. Bin quasi mehr durch Zufall auf diese Seite gestoßen, finde es aber wirklich größtenteils sehr interessant und informativ. Zumal man als kulturinteressierter Mensch auch so einige Landstriche und Städte in Deutschland und den angrenzenden Ländern kennt...

      Mag durchaus sein, dass ich hier im Forum der einzige Orgelbauer bin. Und da ich auf meinen Beruf auch sehr stolz bin, sehe ich auch keinen Grund, das hier zu verheimlichen. Sicherlich ist für den Einen oder Anderen es besser, nicht seine wahre Identität preis zu geben (Bauherren, Architekten), aber damit muss eben jeder selber klar kommen.

      Deine Erzählung vom anfänglichen Orgelspiel als Autodidakt, über den (respektvollen) Bau eines Cembalos bis hin zur Mithilfe beim Orgelbauer finde ich total klasse!!!!! Instrumentenbau verbindet eben handwerkliches Geschick, Interesse an Musikgeschichte und eben Musikalität überhaupt. Und diese "Orgeltouren" kenne ich auch. Egal wohin ich schon als Jugendlicher mit meinen Eltern gefahren bin, musste ich natürlich von einer Kirche in die nächste Kirche rennen und mir die Orgeln ansehen. Von Lübeck bis München, von Berlin bis Aachen... um mal mit Deutschland zu beginnen.

      Auch im Breisgau gibt es sehr schöne und interessante Instrumente. Allein schon die große Anlage im Freiburger Münster ist hören - und sehenswert!


      Vielleicht bekommst Du jetzt ja wieder Interesse und Lust mal wieder in die "Tasten zu hauen"... hier wäre ein Gesprächspartner. :harfe:
    • Les grandes Orgues de Luxeuil-les-Bains, Die große Orgel von Luxeuil

      Hallo Ostwestfale. Danke für Deine herzlichen Worte und das Angebot werde ich gerne bei Gelegenheit ergreifen.
      Ja, im Breisgau haben wir auch sehr viele, eher kleinere historische Instrumente, die ich fast alle während meiner Tätigkeit in der Weiterbildung mit organisierten Gruppen-Orgeltouren abgeklappert habe, ähnlich jenen im oben verlinkten Stumm-Film. Das führte uns auch ins südliche Elsaß und in die Nordschweiz. Herrlich, was es hier im Dreiländereck an Orgelschätzen so gibt.
      Hm, das mit in die Tasten hauen geht wohl nimmer, jedenfalls nicht sogleich. Meine Finger sind total aus der Übung. Zuviel handwerkliche Arbeiten, das ist nicht gut für Klavierspiel.
      Aber wenn ich unterwegs bin, dann schaue ich freilich neugierig nach den Orgeln und Konzertangeboten.
      Hier mal ein Beispiel aus Frankreich. Eine klassische französische Barockorgel in der Klosterkirche von Luxeuil-les-Bains, Franche-Comté.
      Während eines Konzertes im Sommer 2014
      Ist das nicht ein grandioses Instrument!? Das Gehäuse ganz aus Eiche gefertigt, ebenso die Schwalbennestempore mit wunderbarem Schnitzwerk. Hat alles die Revolutionswirren überlebt. Auch ein Wunder!
      Der Klang hinreißend schön, ganz dieser weiche französische Plenumklang und die typischen Zungenregister.








      eigene Fotos

      Hier ein pdf über die Orgel mit Disposition.

      Die Orgel auf Facebook

      Hörbeispiele:

      Bach's Orgelbüchlein, vollständig, zeigt am besten die Klangvielfalt der Orgel:


      Dokumentation eines besonderen musikalischen Ereignisses, nonstop Orgel und Gregorianik in der Abteikirche von Luxeuil:

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    • Da nun endlich das Leipziger Paulinum eingeweiht ist, liegt es auch nahe einmal einen Blick auf die beiden neuen Orgeln zu werfen:

      wikipedia schrieb:

      Schwalbennestorgel
      2015 wurde im Andachtsraum eine Metzler-Schwalbennestorgel in einer für das 16. Jahrhundert typischen Bauform und Disposition eingebaut. Ein erster Bauabschnitt mit sieben Registern fand mit der Orgelabnahme am 27. März 2015 seinen Abschluss. Weitere Register sind zum Ausbau vorgesehen. Nach Fertigstellung soll die Orgel über 18 Register verfügen:[19]
      AusklappenDisposition
      Hauptorgel
      2015 wurde auf der Westempore eine Jehmlich-Orgel mit 2951 Pfeifen und 46 Registern auf drei Manualen eingebaut.[20] Die Orgelabnahme ist für den 26. Februar 2016 vorgesehen.[21] Die Disposition ist an die Orgel angelehnt, die Johann Scheibe 1711–1716 für die Paulinerkirche gebaut hatte. Das Gehäuse aus weiß lackiertem Nadelholz ist etwa 10 Meter hoch und fast 7 Meter breit. Die Orgel verfügt über 46 klingende Register (insgesamt 2951 Pfeifen), darunter einen Vorabzug und zwei Transmissionen und vier extendierte Register. Außerdem verfügt das Instrument über eine Transponiervorrichtung für das Brustwerk und einige Pedalregister. Das Oberwerk und das Brustwerk sind schwellbar angelegt.[22]

      AusklappenDisposition

      Fotostrecke zum Bau der Hauptorgel und nochmal hier!


      Kurze Hörprobe, siehe im neuen Fenster dann auch rechts die Spalte mit weiterem Hörbeispiel.


      Die Akustik klingt etwas trocken. Der große Raum scheint gut "gedämmt" zu sein :( , schade für so eine große Orgel mit so wenig Nachhall. Die alte Paulinerkirche hatte da sicher eine transparentere Akustik. Tja, man wollte ja auch eine Aula für wissenschaftliche Tagungen.

      Fotosammlung auch auf google.
    • faz.net schrieb:

      Neues Unesco-Weltkulturerbe:
      Wie die Orgelmusik vom Vertrauen in die Kirche profitiert

      Die Geschäfte der deutschen Orgelbauern laufen wieder um einiges besser, als noch vor ein paar Jahren- Das liegt vor allem daran, dass die Kirche wieder angefangen hat, in die Tradition des Orgelbaus zu investieren.

      Thomas Jann muss erst aus seiner Orgel herauskriechen. Der Anruf kommt zwar nicht völlig unerwartet, „aber die Arbeit geht vor“, sagt er. Der Orgelbaumeister aus Bayern hat zu tun, die Geschäfte laufen wieder. Gerade ist er in Teisnach, im Bayerischen Wald, die Orgel in der St. Margareta-Kirche soll „ausgereinigt werden“. Jann muss genau nachsehen, bevor er ein Angebot abgibt, schließlich hat er einen Ruf zu verlieren. Er ist nicht nur Orgelbauer, sondern Vorsitzender des Bundes Deutscher Orgelbaumeister.
      [...]

      Geschäfte laufen wieder deutlich besser
      Grund zur Freude sei aber auch, dass die Geschäfte seit anderthalb Jahren wieder deutlich besser liefen, erzählt Jann. Davor habe es fünfzehn Jahre lang eine regelrechte Rezession gegeben. Kirchen seien geschlossen worden, die Kirche selbst habe sich neu formiert. Dieser Prozess sei nun abgeschlossen. „Die Kirche findet wieder Vertrauen zu sich selbst und investiert auch wieder.“ 400 Orgelbaubetriebe gibt es noch in Deutschland. Die Mehrzahl mit weniger als einer Handvoll Mitarbeiter. Ohnehin sei die Zahl der Beschäftigten in der Rezession von 2.500 auf 1.800 gesunken, sagt Jann. Größere Betriebe, die zwischen zehn und sechzig Mitarbeiter beschäftigen, gebe es in Deutschland etwa fünfzig.
      [...]
      faz.net/aktuell/wirtschaft/unt…tkulturerbe-15329938.html
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller
    • Orgel in Kalkhorst (Propstei Wismar, NWM, MV)

      Die wunderbare barocke Orgel mit historischem Prospekt von 1732 in der Dorfkirche Kalkhorst, Nordwestmecklenburg, Mecklenburg-Vorpommern:



      commons.wikimedia.org/wiki/File:Kalkhorst_Orgel_(3).jpg


      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…_Orgel_(2).jpg?uselang=de


      Der Orgelneubau 1869 von Friedrich Wilhelm Winzer erfolgte im alten Gehäuse der 1732 vom Lübecker Orgelbauer Hans Hantelmann gebauten Orgel, dessen vorletztes Werk sie war.