• In Freising haben zwei Privatpersonen ein 1575 errichtetes Bürgerhaus in der Ziegelgasse saniert und dafür den Stadtbildpflegepreis erhalten.


    Quote

    Denn noch älter als das Original-Weißbierglas ist das Gebäude, das Gaby und Georg Reiter aufwändig saniert haben: Erstmals 1575 urkundlich erwähnt, ist es ein stattliches Bürgerhaus, das durch die Maßnahmen der Reiters sowohl in seiner Substanz erhalten und in seiner Baugeschichte akzentuiert als auch teilweise neu interpretiert wurde. All das veranlasste den Stadtheimatpflege-Verein, im Mai aus allen eingereichten Vorschlägen dieses Projekt als Preisträger 2016 auszuwählen, wie der Vereinsvorsitzende Bernhard Reiml am Mittwoch bei der Übergabe des Preises sagte.


    Mit einem Kraftakt zum Ziegelgassen-Schmuckkästchen


    Ziegelgasse 5

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • In Freising ist man gerade dabei, dass historische Pflaster gegen die jetzt üblichen modernistischen Granit-Platten auszutauschen...

    Quote from SüZ

    Nach fünf Jahren
    Alles neu


    [...]
    Man arbeite nun seit fünf Jahren in der Stadt Freising, sagte Landschaftsarchitekt Tobias Micke von der Berliner Firma "ST raum a", die den Umbau geplant hat: "Sie haben uns hier so warmherzig aufgenommen, wir fühlen uns schon fast wie halbe Freisinger." So ein Prozess der Umgestaltung könne nur von allen gemeinsam bewältigt werden. Es sei großer Mut erforderlich und auch eine gewisse Bereitschaft zum Risiko, eine Stadt so zu verändern, wie man es hier gerade tue. Natürlich brauche so eine Umgestaltung auch immer etwas Zeit, die man sich nehmen müsse, um das Neue wertzuschätzen. Man habe von der ganzen Planung jetzt etwa 20 Prozent umgesetzt, sagte Micke. Die ganz großen Brocken stünden der Stadt mit der Moosachöffnung und dem Umbau des Marienplatzes erst noch bevor, erinnerte er: "Aber wenn wir weiter so gut zusammenarbeiten, bin ich sehr zuversichtlich, dass das gut wird."

    https://www.sueddeutsche.de/mu…ahren-alles-neu-1.4252271


    Ein weiterer Verlust eines historischen Stadtbildes. Momentan noch Praktisch, steril, austauschbar. Nachdem der erste seinen Döner oder die Pommes hat fallen lassen gibts dann auch schöne Fettflecken auf den hellen Granitplatten, dann wirds schäbig. Dazu dann noch die schwarzen Kaugummi-Flecken. Also doch nicht so praktisch wie man sich das vorgestellt hatte.
    Man beachte auch den Mülleimer auf dem Podest. Eine Designer-Glanzleistung für eine Altstadt. Für sowas heuert man sich Berliner Firmen an. Naja "Trauma" kommt ja schon in deren Namen ja irgendwie vor. Die Städte haben zu viel Geld. Armes reiches Bayern.
    Die Umgebung macht auch den Eindruck etwas übersaniert zu sein...
    Nun, den Freisingern scheints zu gefallen. Vielleicht auch weil manche Teile vorher schon ein rechtes Flickwerk waren und man bei Leitungsarbeiten dann einfach drübergeteert hat, anstatt wieder ordentlich nachzupflastern.


    Vorher:
    Quelle: wikimedia commons, user: Vuxi, CC BY-SA 3.0
    Und ja es kommt noch mehr: https://innenstadt.freising.de/umsetzung.html ||

  • Es gibt halt immer mehr ältere Mitbürger, die mit einem Rollator unterwegs sind. Da kommt ein glattes Pflaster eben besser an. Ich bin ja ganz froh, daß überhaupt noch gepflastert wird. Irgendwann werden die Fußgängerzonen und Innenstädte vielleicht nur noch asphaltiert.

  • Ja genau Exilwiener! Der Neumarkt in Dresden fällt mir immer in diesem Zusammenhang immer wieder als äußerst positives Beispiel in diesem Zusammenhang auf. Wo ein Wille ist auch ein Weg. Aber ich fürchte in vielen Städten ist es den Leuten überhaupt nicht bewusst, dass sie den Straßenansichten massiv von ihrer "Historizität" nehmen, man will halt "modern" sein. Und wie wir hier schon oft festgestellt haben, die Provinzfürstchen lassen sich leicht von dem Marketinggeblubber beeindrucken.

  • Mir ist das Straßenpflaster in der neuen Frankfurter Altstadt positiv aufgefallen. Bietet eine Kopfsteinpflaster-Optik, allerdings in sehr glatter Ausführung und ohne tiefe Rillen. Gut, vielleicht kommen die mit der Zeit noch, aber das ist ja auch eine Frage der Pflege.
    Da gilt dann das selbe wie mit Altbauten: Entweder man hält sie in Schuss und hat eine hochwertige Optik, oder man lässt sie verkommen, lässt Bauarbeiten schlampig ausführen und kippt am Ende aufgrund des desolaten Zustanden das Kind mit dem Bade aus und gestaltet alles in unpassendem, langweiligen, modernen Stil neu, weil es ja "einfacher" und "billiger" ist.
    Auf der anderen Seite sind immerhin Granitplatten geplant, also Naturstein. In Limburg an der Lahn zum Beispiel ist das toll erhaltene Altstadtviertel mit großen Fachwerkbauten in den meisten Straßen mit Betonsteinen gepflastert, was die Atmosphäre leider sehr nachteilig verändert.
    Da kann man über die Granitplatten noch froh sein.

  • Luxus pur.
    Plowdiw heißt die ultimative Herausforderung für den Stadtläufer.
    Für dieses Pflaster braucht man Bergschuhe:




    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Die Holzdecke gibt dem Raum einen schönen farblichen Kontrast, der wie ein wärmendes Dach wirkt. Das fällt in der Neubau-Idee weg, durch die der Raum plötzlich steril wie ein Klinikum wirkt.

  • (...) Sämtliche Elemente unterhalb des Lichthofdachs wurden scheinbar irgendwann in den 90er Jahren „zusammengeflickt“, wie Christoph Spieß vom Bauamt bei der jüngsten Sitzung für Planen, Bauen und Umwelt berichtete. Und das keinesfalls sehr professionell: Hier wurde zusammengenagelt, ersetzt und sogar zusammengeklebt was nur irgendwie ging. Entdeckt wurde der „massive Schaden“ beim Abbau des Lichthofdachs zum Erstaunen und gleichermaßen Schrecken der Experten. (...)

    Wie kann das denn sein? Haben die Experten die Arbeiten "irgendwann" in den 90er Jahren denn nicht kontrolliert oder begleitet? Das kommt dann wohl davon, wenn man immer das günstigste Angebot nimmt, und nicht eine Firma engagiert, die sich mit solch einer Arbeit auskennt. Das Problem haben wir ja oft, bei europaweiten Ausschreibungen. - Hauptsache billig.

  • Ich meine da einen italienischen Stil mit der Holzdecke zu verspüren - korrigiert mich, wenn das falsch ist -, den Bürgermeister erinnert dafür der neue Ersatz ,,an Galerien in Mailand". :kopfschuetteln:

    Ich habe Freising auch schon mal touristisch besichtigt und dabei wurde mir der schlechte Umgang mit dem Erbe klar, weswegen ich etwas dünnhäutig bin, wenn ich dann so eine Sanierung durch die Stadt sehe, die ja doch eigentlich den Anspruch hat Kulturgut zu retten. Die Stadt hatte nämlich praktisch keinerlei Einrichtungen oder auch z.B. Beschilderungen im Stadtbild, kaum zugängliche Informationen, die sich dem reichen geschichtlichen und vor allem baugeschichtlichen Erbe der Stadt widmen. War selten in einer so geschichtsträchtigen Stadt, die einen da derart unwissend lässt - entsprechend kann es ja nur wenig Widerspruch geben, wenn die Substanz geschleift wird.

  • Wie kann das denn sein? Haben die Experten die Arbeiten "irgendwann" in den 90er Jahren denn nicht kontrolliert oder begleitet? Das kommt dann wohl davon, wenn man immer das günstigste Angebot nimmt, und nicht eine Firma engagiert, die sich mit solch einer Arbeit auskennt. Das Problem haben wir ja oft, bei europaweiten Ausschreibungen. - Hauptsache billig.

    Das kommt eventuell aber auch davon, wenn man die Denkmalpflege nicht beteiligt - "Die verbieten uns dann eh nur alles, und es wird gleich dreimal so teuer."

  • Hier noch ein kleiner Nachtrag, bevor die Entscheidung zum Austausch der Innenhofdecke getroffen wurde:


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  • Auf dem Freisinger Domberg wurde das 1670/71 errichtete ehem. Marstallgebäude für rund 17 Mio. € umfassend saniert.



    Quote

    Und weil der Kardinal schon einmal in Freising war, gab es auch noch die Möglichkeit, die Baustelle Diözesanmuseum zu besichtigen. Dessen Sanierung und Umbau soll Ende 2021 abgeschlossen sein, die Eröffnung ist für Pfingsten 2022 geplant. Und dann fehlen „nur“ noch die Sanierung der alten fürstbischöflichen Residenz und der Neubau des Kardinal-Döpfner-Hauses. Viele Gelegenheiten also noch für den Erzbischof, um zu schauen, „wie es weitergeht in Freising“.


    Frisch saniert: Ehemaliges Marstall-Gebäude auf dem Domberg wird neu genutzt




    Marstall Freising 1

    Vuxi, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Update vom Diözesanmuseum mit einer recht pikanten Aussage zum Thema Rekonstruktion:

    Quote from Bürgermeister Freising

    [...] von reinen Rekonstruktionen sei das Landesamt für Denkmalschutz meist gar nicht begeistert.

    Beim Diözesanmuseum wird ja wie berichtet die historische aber marode Decke des Lichthofes nicht wiederhergestellt. Immerhin wird sonst schön restauriert und teilweise auch im kleinen rekonstruiert, z.B. die Kamine.


    https://www.merkur.de/lokales/…esanmuseums-91038462.html

  • Es bahnt sich Ungemach an. Nachdem auf dem Domberg viele Millionen investiert wurden, um die alte Substanz denkmalgerecht und vorbildlich eingepasst herzurichten, so z.B. hat Löbenichter vom Marstall berichtet, siehe #16, oder auch das Diözesanmuseum (hier eine aktuelle Webcam), dass auch schon hier besprochen wurde, und auch kleinere Projekte sogar in der Einrichtung von Gebäuden auf dem Domberg vorangetrieben werden, kommt nun der Rückschlag.


    Aber der Reihe nach. Auf dem Domberg wird also gerade sehr viel umgebaut, so soll u.a. auch der ganze Berg weitgehend autofrei werden. Dabei kam es auch zu einem bedeutenden Abriss. Das Kardinal-Döpfner-Haus, sehr exponiert im Anblick auf den Domberg, wurde vollständig abgebrochen. Der Abbruch dieses Baus aus den 60er Jahren ist abgeschlossen:

    https://www.terra-hd.de/domberg1/

    Klickt bei der Webcam nun auf ,,Best-of". Dort ist eine Abbildung vom Zustand während des Abbruchs.

    Hier in niedrigerer Auflösung, falls die Webseite einmal offline gehen sollte.


    Man erkennt, dass da ein Turm abgebrochen wurde. Da beginnen nun die Probleme. Der Ersatzbau sieht an dieser Stelle keinen Turm mehr vor. In den Zeitungsartikeln (unten verlinkt), wird es so geschrieben, als wäre dieser Turm, wie der ganze Bau eine Neuschöpfung der 60er. Der Turm scheint jedoch einen nahezu identischen Vorgänger gehabt zu haben, oder gar der gleiche Turm. Es gibt jedenfalls scheinbar klar vorkriegszeitliche Fotos:

    http://freisinger-ansichten.de…oefliches-klerikalseminar


    Hier in niedrigerer Auflösung, falls die Webseite einmal offline gehen sollte.


    Nun sollte für das abgebrochene Gebäude (in der alten Aufnahme übrigens das linke mit dem Turm bis zum Einschnitt des nächsten Walmdaches, der Residenz) natürlich ein adequater Ersatz her. Es gab vielversprechende Entwürfe:

    http://www.rakete.de/2017/02/domberg-freising/

    http://www.fink-magazin.de/wp-…017/03/Domberg-Modell.jpg

    Für letzteren hatte man sich dann entschieden. Keine Türme, dafür eine Dachlandschaft, etwas mit dem Gelände spielend. Nun war es aber so, dass der Entwurf zu teuer war. Deshalb wurde er dann jetzt doch auch verworfen.


    Vor wenigen Tagen dann wurde nun der Entwurf vorgestellt, welcher es werden soll. Wobei ,,vorgestellt" eigentlich zuviel der Ehre ist, die Ortszeitung hat seltsamerweise gar keine richtige Abbildung, bzw. diese extrem beschnitten, sodass man nur einen kleinen Teil sieht, bei der Süddeutschen hat man sich wenigstens zu einer Frontansichtszeichnung herabbegeben:

    https://www.sueddeutsche.de/mu…aus-erzdioezese-1.5543825

    640x360?v=1646760172

    Zu sehen ist ein Neubau, welcher zumindest von außen betrachtet kein Dach hat. (Das Dach soll zum Innenhof hin pultartig ausfallen). Auch zur sonstigen Gestaltung heißt es:

    Quote

    Gleich zu Beginn seiner Ausführungen stellte Bruno klar, dass es nicht Aufgabe des Architekten sei, "Verlorenem nachzuweinen"

    Man ahnt.

    Gleichzeitig wurden als Lichtblicke zwei Vorschläge noch verlautbart, die ich hier noch einordnen möchte, die man aber auch so werten muss, nämlich als unverbindliche Vorschläge, die vielleicht kommen, vielleicht aber auch nicht. Der Architekt schlägt die Rekonstruktion des Steinernen Saales in der Fassade der Residenz vor, und die Errichtung eines anderen Turms zur Hofseite hin, in moderner Gestalt, das Bild dazu liefert der Merkur:

    https://www.merkur.de/lokales/…vorgestellt-91396451.html

    Worum geht es:

    Freisinger_Residenzschloss.jpg

    Man sieht die Dombergbebauung, wie sie bereits in der Renaissance zu sehen war, links die Stiftskirche gibt es nicht mehr. Deren Turm wohl nun nachgedeutet werden? Die im Artikel erwähnte Martinskapelle ist hier aus mir unbekannten Gründen nicht zu sehen. Rot umrandet ist der angesprochene Saal. Der Turm im Hintergrund über dem roten Kasten ist der Kirchturm der Stadtkirche, der steht gar nicht auf dem Berg, reine Zeichenperspektive.


    Was heißt das jetzt? Es scheint ein gewisser Bruch auf dem Domberg zu kommen. Der Bau wird mit seinem nicht vorhandenen Dach, den unangepassten Fensterformaten und Gestalt auffallen, besonders durch die sehr präsente Position. Ich kann auch nicht die Kritik im Artikel der Süddeutschen folgen, dass der bisherige Bau sich nicht eingepasst hätte. Aber aus Ermangelung guter Veranschaulichungsmaterialien, ist ein absolutes Urteil gar nicht erst möglich.
    Domberg_%28Freising%29_von_S%C3%BCden.jpg

  • Der Turm war tatsächlich gelungen, wirklich schade, dass oft die wenigen guten Ergänzungen dran glauben müssen und nicht die absoluten Bausünden, wie der Woolworth in der Altstadt.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • So, das Diözesanmuseum ist eröffnet:

    [...]

    Die Jahres- und Tageszeiten werden zum Erlebnis und sind spürbar. Der Raum spielt mit Licht und Schatten und erinnert sich. Eingänge, Übergänge, Durchlässe. Besonderes Licht begrüßt die Besucher in der früheren Kapelle – heute eine Lichtrauminstallation. Helle Arkadengänge, einem Kreuzgang gleich, schaffen neue gerahmte Blicke zu den Ausstellungsräumen und der umgebenden Landschaft. Ausblicke – Einblicke – Durchblicke. Gläserne Volumen spielen mit dem Raum und den Inhalten. Die neue Mehrschiffigkeit nimmt die Melodie des Hauses auf und erlaubt in alle Himmelsrichtungen ausgewählte Aussicht in die Landschaft und auf die Stadt Freising. So werden Begegnungen und Dialog mit den Menschen, der Kunst und der Umgebung ermöglicht.

    [...]

    Deshalb habe man nicht nur die alten Kunstwerke aus den Depots geholt, sondern auch mit zeitgenössischen Künstlern zusammengearbeitet. Im Erdgeschoss, direkt hinter der großen Eingangshalle, empfängt die Besucher jetzt eine Lichtinstallation des amerikanischen Künstlers James Turrell. "Man bewegt sich in einem Raum, der keine Grenzen mehr hat, man bewegt sich eigentlich im Licht", beschreibt es Kürzeder. In dem hohen Raum scheint die Schwerkraft sich aufzulösen, die Wände sind nicht mehr sichtbar, der Besucher wird in wechselnd farbiges Licht getaucht.

    [..]

    Und im kommenden Jahr möchte man sich sogar an noch heiklere Themen wagen: "Verdammte Lust! Kirche, Körper, Kunst". Man wolle sich damit auseinandersetzen, so Kürzeder, "warum in der Religion, im Christentum, besonders im Katholizismus, das Verhältnis zum Körper ein schwieriges ist und war, warum Menschen daran auch scheitern, in ihrer Nicht-Bewältigung von Körperlichkeit und Sexualität". Man fühle sich "positiv verpflichtet, diese Themen zu bearbeiten".


    Aha...


    Den Anblick von unten hat man jedenfalls zerstört:

    Die absolute worst practice, seit Jahren eigentlich (größtenteils) verpönt, Sprossenfenster gegen glatte Fenster auszutauschen, hat man hier durchgezogen. Offensichtlich mit dem Einverständnis des Denkmalschutzes. Bei solch bewusster, im Namen des vermeintlichen Fortschritts getätigter optischer Zerstörung, garniert mit ordentlich viel Architektengesülze und ins esoterische kippende Prosa kommt bei mir innerlich mittlerweile die Wut hoch. So viel Selbstverleugnung war noch nie. Ich schreib jetzt besser nicht was ich denke...


    Hier ein aktuelles Bild:

    https://www.dimu-freising.de/museum/ueber-das-museum


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    Einer der interviewten Gäste bei der Eröffnung sagt:

    Quote

    ...erst mal sehr verwunderlich in einem tief katholischem Raum zu stehen, der mir sehr gefällt, weil er eben gar nicht so urkatholisch wirkt, sondern licht, weit, transparent, schlicht, ich finds sehr sehr schön muss ich sagen...

    Genau das trifft es auf den Punkt: Man leidet in der katholischen Kirche an einer "Gefallsucht". Man möchte in der Bionade-Bourgeoisie ankommen, wahrgenommen und anerkannt werden, und dafür will man eben nicht mehr katholisch sein. Freilich ein so aussichtsloses wie törichtes Unterfangen. Generell zeigt die Auswahl der interviewten Gäste bei oberflächlicher Betrachtung auf welche Meinung man Wert legt: sicherlich nicht auf die des einfachen Freisinger Gläubigen...


    O-Ton des Generalvikars, dem sein eigener Glaube fremd zu schein seint (!):

    Quote

    ...das hier durchaus so ein bisschen transzendentes Feeling aufkommt, wenn ich das so sagen darf...[..]

    ...es sind Elemente vorhanden, die weisen ein bisschen über unser irdisches Leben hinaus, glaube ich zumindest, und das ist schon was ganz besonderes. Man bekommt auf viele Fragen des Lebens zumindest einen Impuls wie Antworten aus christlicher Sicht aussehen könnten, und das ist schon was ganz tolles...

    noch Fragen?