München - Fassadenpreis

Im neuen Jahr bittet der Vorstand euch, frühzeitig nach neuen Bauprojektplänen in eurer Stadt Ausschau zu halten. Wo lässt sich durch traditionelle Architektur oder Rekonstruktionen euer Stadtbild verbessern? Teilt uns eure Ideen mit! Je eher wir mit Ideen an die Öffentlichkeit gehen, umso höher sind unsere Chancen, dass die Ideen von den Verantwortlichen ernstgenommen werden!
  • Ich glaube, dieses Thema hatten wir noch nicht:


    In München wird alle zwei Jahre ein sog. Fassadenpreis vergeben. Insgesamt wurden für das Jahr 2015 25 Fassadenpreise vergeben, sechs Gebäude der öffentlichen Hand wurden lobend erwähnt.


    "Insgesamt waren beim 44. Fassadenwettbewerb 94 Bewerbungen für 113 Anwesen eingegangen. Eine ehrenamtliche Gutachterkommission prüfte die Zuschriften nach den Kriterien Originalität, Reichtum und Erhaltungsaufwand der Fassade, farbliche Gestaltung, stadtgestalterische Bedeutung sowie künstlerische und handwerkliche Qualität der Ausführung, ehe der Ausschuss darüber entschied. Gewürdigt wurden in den Jahren 2013 und 2014 durchgeführte oder fertiggestellte mustergültige Renovierungen von Stuckfassaden der Gründerzeit und des Jugendstils sowie vorbildliche Fassadenmalereien. Bewerbungen für renovierte Fassaden anderer Bauepochen (bis einschließlich der Architektur der 1950er Jahre) und von architektonisch und städtebaulich herausragenden Bauten der 1960er Jahre konnten ebenfalls eingereicht werden."


    Und hier nun die 31 Preisträger (wirklich sehenswert)


    https://www.muenchen.de/rathau…schutz/fassaden/2015.html


    Bewerbungen für den nächsten Fassadenwettbewerb sind bis 31. März 2017 möglich.

  • Die gähnende Langeweile - alles in weiß!
    Hier wird offenbar immer noch das Nachkriegstrauma verarbeitet.
    Weiß als Symbol der Reinheit. Alles rein gewaschen. Weiße Weste...


    Wo bleibt der Mut?
    Wo bleibt der Mut zu Farben?

  • Weiß in weiß, grau in grau... ja, das sind die derzeitigen Modefarben, aber man "könnte" doch auch weiß mit grau kombinieren... immerhin hat man sich in der Wilhelm-Düll-Straße 3/5 erfolgreich an weiß-dunkelgraue Dreifarbigkeit gewagt, das sieht gut aus. Aber sonst sind die Fassaden meist "verschenkt".

  • Ich denke mal, vor dem Krieg sahen deutsche Städte ähnlich wie heute die französischen Städte aus, nämlich einheitlich grau (aber eben alles Altbauten).....

    " Dem Wahren, Schönen, Guten "

  • Die Altbauten in Moabit sahen auch in den 1980ern noch grau aus. Ein aus der DDR nach West-Berlin gekommener Romancier (habe seinen Namen leider vergessen) schrieb gar ein ganzes Buch über die 1000 Grautöne Moabits. Das war aber nicht unbedingt so, weil sie in dieser Farbe gestrichen waren, sondern weil die Farbe im Laufe der Jahrzehnte vom Regen abgewaschen und die Fassade vom Herd-, Ofen- und Dieselruß geschwärzt worden war.
    Seit in den Neunziger- und Nullerjahren fast alle Öfen beseitigt wurden und auch die Autos (dank "Kat") sauberer wurden, wird eine Fassade nicht mehr so schnell grau. Man muß sie nicht mehr so oft streichen wie früher, um einen "frisch gestrichenen" Eindruck zu haben - andernseits kann man eine echte Rußfassadenoptik kaum noch erzeugen, weil einfach der Dreck in der Luft fehlt, der früher recht schnell für eine Einheitsfarbe sorgte.

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  • Meines Wissens waren stuckierte Gründerzeitfassaden nie anders als weiß, cremefarben oder grau/steinfarben gefasst, selten mit farblicher Absetzung der Architekturglieder. Die Nachkriegszeit versuchte dann zunächst, den Stuck voller Verachtung ganz zu beseitigen, mit dessen neuer Wertschätzung in den siebziger Jahren setze dann eine Modephase ein, in der man den Stuck poppig bunt herausputzte - möglicherweise in der halbbewussten Absicht, damit das angeblich infantile, unreife Bewusstsein der gründerzeitlichen Baumeister bloßzustellen, und erst seit den Achtzigern kam das Bestreben auf, mit einer möglichst authentischen Farbwahl der Idee des Erbauers gerecht zu werden, zumal in manchen Städten (vor allem in Leipzig) der ganze gründerzeitliche Baubestand unter Denkmalschutz gestellt wurde. Damit dürfte eine gewisse Garantie gegeben sein, dass weiße/weißgraue Gründerzeitfassaden nicht verkehrt gewählt sind, zumal die zunehmende Patinierung sie im Lauf der Jahre eher grau wird erscheinen lassen. Grautöne sind beim Fassadenstuck gewissermaßen das Gegebene, denn Stuck soll ja den Stein vortäuschen, den beizuschaffen man sich nicht leisten konnte.