Bukarest (RO) (Galerie)

  • Ich möchte euch folgende Bilder von vor wenigen Wochen nicht vorenthalten. Ich war für ein paar Stunden (!) in Bukarest und habe die Stadt doch auf eine ganz eigene Weise in Herz geschlossen - eine spannende Mischung aus Leipzig, Paris, Budapest, Buenos Aires und New York - zumindest waren das die Städte, die mir - vor allem natürlich aufgrund der Altbauten - in den Kopf kamen, als ich durch die Straßen lief.


    Mir bleibt jetzt nicht genug Zeit viel zu den Bildern zu schreiben, bei Bedarf würde ich natürlich antworten. Kurzum: Die Stadt ist deutlich mitteleuropäischer, als ich erwartet habe. Teilweise deutlich moderner, teilweise natürlich noch mit enormen Nachholebedarf.
    Der Rundgang zeigt vor allem den Innenstadtbereich mit Altstadt und den daran nördlich und südlich angrenzenden Vierteln, darunter auch den gigantomanischen Neubauprojekten der 1980er Jahre, für die viele Altbauten abgerissen wurden.
    Wer Zeit hat, sollte unbedingt mal einen Kurztrip dorthin einlegen, solange es nicht Schickimicki sein muss. In ein paar Jahren wird die Stadt sicher an vielen Stellen wie geleckt aussehen und der Kontrast zu den einfachen Vierteln noch größer.



  • Stelle die Bilder doch bitte so ein, dass man jedes Bild direkt sehen kann (ist das nicht eine Selbstverständlichkeit?). Dass man erst dahinter kommen muss, wie man die Bilder überhaupt sehen kann, um sie dann umständlich und mühsam zu Gesicht zu bekommen, ist ein Unding sondersgleichen. Ich habe mir die Bilder nicht angeschaut, das ist mir zu mühsam. Also bitte eine Galerie, wie es üblich ist, oder gar keine Galerie!

  • .. also ich kann mir schlimmere Dinge vorstellen, aber wenn das für dich ein "Unding sondersgleichen" ist, dann waren das auch meine letzten Bilder hier. Und das als Moderator.


    (Ich nutze die Galeriefunktion des Forums, nur ganz nebenbei, die es eben ermöglicht, dass man die Bilder nacheinander im Vollformat sehen kann. Als Moderator solltest du mit den Funktionen doch eigentlich vertraut sein. Kleiner Tipp: einmal drauf klicken reicht schon.)

  • Es geht nicht darum, ob irgendwas überhaupt geht, sondern darum, wie man seine Beiträge leserfreundlich gestaltet.

  • Zeno: Also ich weiß echt nicht, wo hier ein Problem sein soll. Ich finde die Darstellung überhaupt nicht umständlich und mühsam und ganz im Gegenteil sehr leserfreundlich.



    Novaearion: Danke für die interessanten Bilder

  • Verstehe auch nicht was Zeno hat. Ist doch super wie Novaearion die Bilder eingestellt hat, man kann schön durchklicken. Gerne mehr davon.

  • Die Stadt wurde einst das Paris des Ostens genannt und das kann man an vielen Prachtbauten auch noch erahnen. Doch der Barbarismus hielt dort in Form des Sowjetkommunismus Einzug und verschlimmerte sich noch durch das linksfaschistoide System des Nicolae Ceausescu.
    In den dreißiger und sogar noch den vierziger Jahren galt die Stadt als Ort der Lebemänner und schönen Frauen, das Erdöl floß noch reichlich und das Land war die Kornkammer Europas.
    Man sieht, man kann jeden Ort in relativ kurzer Zeit hässlich und arm machen.


    Auf den Bildern hat man tatsächlich völlig gegensätzliche Eindrücke. Die sanierten Prachtbauten sind eine Mischung aus Paris und Prag, während manche angebauten Bunker oder Gassen eher an die Osttürkei erinnern.

  • Wie wahr Münchner! Innerhalb kürzester Zeit ist dieses Paris des Ostens durch den Sozialismus vergammelt. Was noch übrig ist, das mach das Kraut auch nicht mehr fett - leider. Man braucht aber nicht einmal so weit in den Osten schauen. Auch Dresden hat der Sozialismus seinen abartigen Stempel aufgedrückt. Könnten Partnerstädte sein - das habe ich mir damals gedacht als ich durch Bukarest fuhr...


    Man kann wenigstens von Glück sprechen, dass dieses Teufelspack 1989 noch gerade rechtzeitig gestürzt wurde, bevor die Bulldozer die siebenbürgischen Städte und Dörfer plattmachen konnte, wie geplant. Die Sachsen sind trotzdem nach D ausgewandert - auch eine Folge dieses scheiß Kommunismus.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Mein Eindruck von Bukarest war aber wirklich besser als erwartet - natürlich sieht man viele Brüche und südlich der Altstadt ist fast alles verloren. Überlebt hat aber zum Glück eben jene und nahezu die komplette Bebauung, die sich nördlich und westlich anschließt. Weiter außerhalb gibt es wirklich tolle Villen zu bestaunen.


    Die Altbausubstanz wurde meistens auch recht hochwertig in dezenten Farben saniert, das ist im "Osten" ja auch nicht immer Standard.

  • Sehr traurig machendes Video! Erinnert mich an Deutschland und teilw. Österreich nach dem 2. Weltkrieg - da gingen die Nachkriegspolitiker und Architekten ähnlich verantwortungslos brutal gegen unsere Baukultur vor.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • (...) Erinnert mich an Deutschland und teilw. Österreich nach dem 2. Weltkrieg - (...)

    Na ja. Das ist, in gewissem Maße, auch heute noch so. Beispielsweise die Aussage im Film, daß völlig fremde Materialien, wie Stahl und Glas, verwendet und die Architektur, der Charakter eines historischen Viertels komplett ignoriert werden. Passiert in Deutschland doch fast täglich. Das ist dann der spannende Kontrast.


    Die Situation in Bukarest ist schon sehr frustrierend. Da hängt es scheinbar allein am Willen der Politik. Aber die Gruppe der Menschen, die ihre Stadt retten möchten, wird ja immer größer. Da besteht also auch noch Anlass zur Hoffnung.

  • Als ich vor über zehn Jahren in Bukarest war, präsentierte sich die Altstadt in teils erschreckendem Verfall. Scheinbar hat sich seitdem nicht so sehr viel hinsichtlich der Verbesserung der Situation getan. Der Film zeigt zudem nicht bzw. erwähnt es nur kurz, dass das heutige Altstadt-Areal ja nur noch eine recht kleine Fläche im Vergleich zu der Zeit vor den Großabgrissen der Ceausescu-Ära umfasst.


    Einerseits bestehen natürlich ähnliche Probleme wie bei uns. Es ist das Problem einer modernistischen Architektur, die ohne Poesie, Ortsspezifität und Einfühlungsvermögen ist. Aber, andererseits, ist die Situation nicht vergleichbar. Hierzulande herrscht zum Glück (noch) nicht ein solches Maß an Korruption. Die Korruption ist natürlich auch eine Folge des Kommunismus, der Armut und Ellenbogen-Mentalität in dem Land. Solche unpassenden Investment-Hochhäuser habe ich z.B. in Albanien auch gesehen.


    Als Begleitelement der Korruption kommen die "unklaren" Besitzverhältnisse. Ein Beispiel: Eine Freundin hat eigentlich Anspruch auf Rückübertragung eines in kommunistischer Zeit enteigneten alten Hauses in der Bukarester Innenstadt. Das Gerichtsverfahren aber versandete im Nichts. Das Haus existiert nach Aktenlage offenbar gar nicht. Es ist aber unter der Adresse real zu finden. Meine Freundin vermutete, dass sich das Haus irgendwelche ehemaligen Securitate-Bonzen unter den Nagel gerissen haben, und alle früheren Akten haben sie verschwinden lassen. Das wäre in Deutschland in dieser Form (noch) nicht denkbar.