Dresden, Altstadt - Umbau Kulturpalast

  • Die GHND ist ja dran.


    Allein mir fehlt der Glaube, wenn ich "internationalen architektonischen Leitbau" höre... Oder etwa doch?

  • Ideal:


    - Kammermusiksaal im Quartier III/2
    - Operetteneubau/Konzerthaus im Neo-ArtDécoStil am Postplatz (so beim ehemaligen Palast Hotel Weber, Gambrinus)
    - Standort Elbufer = vollständige Reko des Narrenhäus'l, meinetwegen auch in Betonbauweise
    - Kulturpalast = Abriss oder Umbauung in Neo Neobarock, dahinter Rekonstruktionen wichtiger Leitbauten (Schiffsmühle)

    Bildmaterial: http://www.neumarkt-dresden.de/\r
    http://www.neumarkt-dresden.de/

  • Warum versteifen die sich so felsenfest auf die Neustädter Elbfront???...verdammt nochmal...ich wäre ja auch für ein neues Konzerthaus, aber um Himmelswillen nicht dort!!!! So jedoch bin ich gewillt die städtischen Pläne für die besseren zu halten...sorry :boese:


    Gruß DV

    "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

  • Lt. DNN von heute will auch die FDP für den Umbau des Kulturpalasts im Stadtrat stimmen. Damit wären dann CDU,Bürgerfraktion und FDP dafür und hätten somit die Mehrheit. Auch eine Bürgerentscheid gegen den Umbau würde an dieser Mehrheit scheitern.


    Damit ist die Gefahr eines modernistischen Etwas am Neustädter Elbufer wohl gebannt.

  • Quote from "Henry"

    Damit ist die Gefahr eines modernistischen Etwas am Neustädter Elbufer wohl gebannt.


    Hoffentlich!!! Wenn nämlich erst die Elbfront verhunzt wird, dann wird das auch mit der Neustädter Seite nix mehr werden. So besteht weiter die Möglichkeit auch einmal die neustadt an den wiederaufgebauten Neumarkt baulich verbindend zu conexen.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Jetzt kann der Wahnsinn beginnen!


    Mal sehen wieviel es am Ende kosten wird. In der SZ spricht man ja schon sehr verräterisch von "mindestens 65 Mio. Euro".

    Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe

  • Quote

    Der Stadtrat hat am Freitagabend einen Bürgerentscheid zum Kulturpalast-Umbau abgelehnt. Bei der namentlichen Abstimmung stimmten nur 27 Räte für den Entscheid, 38 votierten mit Nein. Zudem gab es drei Enthaltungen. Für einen Bürgerentscheid, wie ihn SPD und Linke fordern, wären 47 Stimmen nötig gewesen. Nach der Abstimmung gab der Stadtrat grünes Licht für die ersten Planungsvergaben zum Umbau des Kulturpalastes.


    Schsische Zeitung [online] - Dresden: Stadtrat lehnt Kulti-Entscheid ab


    Das wars Lars. Kein Modernistenklotz am Neustädter Elbufer. :D

  • Quote

    ..Der rund 65 Millionen Euro teure Umbau des Kulturpalasts zu einem modernen Konzertsaal sowie Standort für Herkuleskeule und Bibliothek bleibt umstritten. In der SZ-Abstimmung im Internet über Sparvorschläge lehnt mehr als die Hälfte das Projekt in dieser Form ab...

    Quelle: Schsische Zeitung [online]


    Mir immer noch suspekt, wie man ernsthaft erwägen kann in diesen Bau 65 Mio. Euro zu investieren???
    Zur Umfrage gehts hier: < sz-online | sachsen im netz >

  • Kulturpalast-Architekt Wolfgang Hänsch verklagt die Landeshauptstadt Dresden:


    Schsische Zeitung [online] - Dresden: Streit um Kulturpalast - Architekt verklagt Stadt


    Interview mit Hänsch:


    Schsische Zeitung [online] - Dresden: Kulturpalast-Architekt strebt Stopp des Umbaus an


    Obwohl Hänsch eine recht umstrittene Figur ist, würde ich ihm einen juristischen Erfolg durchaus gönnen.
    Auf der einen Seite halte ich es natürlich für Wahnsinn, eine Summe von 65 Mio. Euro, die noch dazu schon auf ein Minimum heruntergerechnet wurde, in diesen städtebaulich problematischen Bau zu stecken. Dazu kommt noch, dass Hänsch schon selbst Vorschläge für einen möglichen Palast-Umbau unterbreitet hat, über die man doch eigentlich mal nachdenken/sprechen könnte/sollte.

    Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe

  • Sowas wird zunehmen in Zukunft. Architekten, welche gegen Umbau oder Abriss ihrer Meisterwerke klagen oder Entschädigung wollen. Die Welle rollt ja bereits. Das hat man nun von Gebäuden mit einer Standzeit von 40 Jahren oder weniger. Die Architekten erleben zu Lebzeiten deren Abriss oder Umbau. Wie deprimierend.

  • Quote from "Henry"

    Die Architekten erleben zu Lebzeiten deren Abriss oder Umbau. Wie deprimierend.


    Eine Ode an die Freude. Das Problem ist leider nur, dass auch nichts besseres nachkommt... .


    ad KP: Jetzt werden wir einmal sehen wie sich der Genosse Architekt und Opportunitäts CDU Mitglied mit der DDR-CDU Stadt anlegt :lachen: . Wie auch immer und frei nach Hans Joachim Kullenkampff: "Einer wird gewinnen", wobei ich noch immer darauf hoffe, dass dieses Hänschliche Ungetüm zu Silvester eine schene Feuerwerksrakete abbekommt :idee: , damit endlich auf dem überlieferten Stadtgrundriss wieder eine Stadt genesen kann.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Quote from "Exilwiener"

    ad KP: Jetzt werden wir einmal sehen wie sich der Genosse Architekt und Opportunitäts CDU Mitglied mit der DDR-CDU Stadt anlegt :lachen: . Wie auch immer und frei nach Hans Joachim Kullenkampff: "Einer wird gewinnen", wobei ich noch immer darauf hoffe, dass dieses Hänschliche Ungetüm zu Silvester eine schene Feuerwerksrakete abbekommt :idee: , damit endlich auf dem überlieferten Stadtgrundriss wieder eine Stadt genesen kann.


    Wer auf einen baldigen Abriss des Palastes hofft, und das sind in diesem Forum sicher nicht wenige, hat sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ganz gepflegt in den Finger geschnitten! So etwas wird es in Dresden nicht geben.
    Und gerade deshalb sollte man sich tunlichst Gedanken machen, wie man den Kulturpalast, der für den Dresdner eben keine schnöde Stadthalle ist, seine extreme Wucht nehmen und ihn intelligent in das Gefüge der wiedererstehenden Altstadt integrieren kann. Meiner Meinung nach hat die Stadt dafür leider kein gängiges Konzept.
    Wolfgang Hänsch, der nicht selten als seniler Hardliner abgestempelt wird, scheint "seinen Palast", entgegen des gegenwärtigen Eindrucks, nicht als unantastbares Heiligtum anzusehen und hat schon selbst recht interessante Gedanken für einen Umbau und die Integration des Gebäudes in das Stadtgefüge geliefert. Leider scheint daran aber kein Interesse zu bestehen.

    Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe

  • Ich glaube das Urheberrecht eines Architekten auf seinen Bau erlischt erst nach 70 Jahren nach dessen Fertigstellung.

  • Hänschs Kollektiv baute den KP außerhalb der Geltungsbereichs des Bundesgebiets und war kein Architekturbüro im rechtlichen Sinne. Die Mütherbauten wurden ebenfalls entsorgt, obwohl sie in den meisten Fällen ansprechende Architektursolitäre darstellten u. sogar internationale Preise gewannen.


    Im Unterschied zu Hänschs Stabilbaukasten. Aber egal, sollen die Dresdner halt glücklich werden mit ihrem Palast. Immerhin ist der Platz in der Form einmalig in Deutschland. Und mit Hänschs Vorschlag vor ein paar Jahren, dem KP ein Fassadenupgrade a la Braunfels zukommen zu lassen, wird die Location noch besonderer. Korrespondiert gut mit der Altmarkt-Galerie u. dem SAP-Eyecatcher.

    Nein, die werden gedünstet

  • Quote

    Immerhin ist der Platz in der Form einmalig in Deutschland.


    und erst außerhalb Deutschlands...
    Mit soviel Originalität können Posen, Breslau, Wiener Neustadt, Györ, ja selbst Ustí nL, Rybnik etc nicht mit.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • In den Zentren einiger sowjetischer Mittelstädte gibt es ähnlich gelungene Lösungen. Allerdings auch mit flankierender Begrünung. Beispielsweise Tannen oder Fichten. Und die benachbarten Shoppingmalls glänzen mit knallblauem Spiegelglas. Farbe in die Stadt!

    Nein, die werden gedünstet

  • Die Stadt Dresden hält trotz einiger Kritik (u.a. Dresdens Erben) weiterhin unbeirrt an dem Plan fest, nunmehr 70 Mio. Euro in den Kulturpalast investieren zu wollen.
    Dieses Vorgehen wird durchaus zeitgemäß als alternativlos deklariert, soll doch eine Ertüchtigung des Gebäudes letztlich teurer als die komplette Entkernung sein. Außerdem hebt man die Synergieeffekte dieser "Neuen Mitte" hervor, die aus der Ballung von Philharmonie, Kabarett und Bibliothek enstehen und Dresden angeblich ein lebendiges Zentrum bescheren sollen.
    Wer das allerdings braucht und was ein Wegzug solcher Institutionen wie der Herkuleskeule aus der Seevorstadt bedeutet, bleibt leider offen. Was aber sicher scheint ist allein die Tatsache, dass es bei den bereits investierten hohen Planungskosten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Weg zurück mehr geben wird.


    Die aktuelle Baukonzeption


    Quote

    - ein Konzertsaal im vorgegebenen Baufenster als „innerer Klangkörper“ mit einer Gesamtkapazität von etwa 1882 Plätzen (davon im Durchschnitt 1640 für Unterhaltungsveranstaltungen aller Art), herausragenden akustischen Kennwerten und hoher technischer Variabilität (z. B. mechanisch verfahrbare Hubpodien, typische Vorrichtungen der Bühnenmaschinerie, funktional zugeordnete Auftrittsvorbereitungs- und Backstagebereiche),
    - ein Nutzungsbereich für die Dresdner Philharmonie mit etwa 3300 Quadratmetern Nutzfläche (Probensaal, Stimmzimmer, Garderoben, Verwaltungsflächen etc.),
    - eine Städtische Zentralbibliothek mit etwa 6000 Quadratmetern Nutzfläche über zwei Etagen,
    - das Kabarett „Die Herkuleskeule“ mit etwa 1000 Quadratmetern Nutzfläche im Untergeschoss (Saal mit ca. 300 Plätzen, Garderoben und Verwaltungsflächen) mit direkter Anbindung an die Eingangshalle und die Tiefgarage unter dem Altmarkt,
    - das Besucherzentrum der Stiftung Frauenkirche mit etwa 350 Quadratmetern Nutzfläche (Erdgeschoss östlicher Teil gemäß Bestand) und
    - ein Informations- und Servicezentrum mit etwa 300 Quadratmetern Nutzfläche (Erdgeschoss westlicher Teil).


    http://www.dresden-fernsehen.d…x?ID=7711&showNews=933546

    Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe

  • Hier die Verknüpfung der PDF-Datei vom Hochbauamt mit allen Details:


    http://www.dnn-online.de/f-download-d-file.html?id=1676


    Ca. die Hälfte des Geldes kommt von der EU.


    Merkwürdig ist die Anordnung der Häusergruppe Quartier I Neumarkt links vom Kulturpalast auf dem Deckblatt, welche dort real nicht steht und auch noch spiegelverkehrt dargestellt wird.

  • Quote from "Henry"

    Merkwürdig ist die Anordnung der Häusergruppe Quartier I Neumarkt links vom Kulturpalast auf dem Deckblatt, welche dort real nicht steht.


    Dazu gehören aber auch die schicken 50'er-Jahre Tulpen-Laternen, die man vor einigen Jahren schändlicherweise gegen diese komischen bajonettartigen Masten ausgetauscht hat!


    Aber machen wir uns nichts vor: Die Stadt wird erkannt haben, dass die Kosten des Umbauprojekts aus dem Ruder zu laufen drohen und verkauft nun die "Modifikationen"/Einsparungen, die u.a. die Fassaden betreffen, als planerische Optimierungsmaßnahmen. Dadurch brauchte man nur eine technisch bedingte Kostensteigerung in Höhe von 5 Mio. Euro präsentieren, die so gerade politisch opportun zu sein scheint.

    Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe