Veitshöchheim (Galerie)

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    • Veitshöchheim (Galerie)

      Nachdem ich mich seit ein paar Jahren wieder stärker für Schlossparks begeistern kann, möchte ich in nächster Zeit ein paar davon ausführlicher vorstellen. Als erstes kommen Aufnahmen aus einem der schönsten und bekanntesten Parks Deutschlands, dem Hofgarten von Veitshöchheim, ein paar Kilometer mainabwärts von Würzburg gelegen.

      Die nachfolgenden, eigenen Aufnahmen stammen vom April 2014.


      Der italienisch anmutende Bahnhof von 1853/54.


      Ein erster Blick auf das Schloss aus Südosten. Der Sommersitz 1680-82 errichtet (als Schleißheimer erinnert es einen sofort an Schloss Lustheim, das auch aus dem selben Jahrzehnt stammt).

      Das Schloss Veitshöchheim war bis 1802 Sommerresidenz der Würzburger Fürstbischöfe.

      Das Schlossparterre, hier mit dem südwestlichen Pavillon, wurde 1702/03 angelegt. Im Hintergrund die ICE-Strecke Würzburg-Fulda, welche in Veitshöchheim gerade mal 250m vom südwestlichen Punkt des Hofgartens entfernt den Main überquert.

      Blick zur Pfarrkirche St. Veit und dem ehem. Kavaliersbau des Schlosses, heute Rathaus.

      Die Westseite des Schlosses. Westtreppe mit den Wappen der Hochstifte Würzburg und Bamberg.
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    • Westliche Futtermauer des Schlossparterres mit Musen und Göttern, hier Erato und Calliope.

      Apollo, im Hintergrund der Bahnhof.

      Südliche Futtermauer, u.a. mit Polyhymnia und Melopemene.



      Musizierende Kinderpaare, wie etliche andere Plastiken von Ferdinand Tietz, 1765/66 (nördlicher Heckensaal).

      Die Gartenplastiken im Stil des Rokoko stammen überwiegend von 1763-76, der Zeit des Fürstbischofs Adam Friedrich von Seinsheim. Das meiste inzwischen durch Kopien ersetzt, die Originale im Mainfränkischen Museum in Würzburg.


      Zur östlichen Parkmauer hin: Dornauszieher, Quellnymphe und Apoll, von Peter Wagner (1774/75).

      Die 1945 zerstörte und leider seitdem immer noch nicht wieder rekonstruierte Kaskade (Reste sind noch vorhanden, die Wiedererstehung seit längerem vorgesehen). Obige Aufnahme von 1911.


      Blickrichtung Westen, nord-süd-verlaufend die Fichtenallee, die nicht so recht in das klimatisch begünstigte Maintal passen mag.

      Durchblick zum nördlichen Pavillon.
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    • Wasserspeiender Seelöwe und Tritonenkinder




      Der tanzende Schäfer von Ferdinand Tietz am Großen Rondell, eine der bekanntesten Gartenplastiken.



      Eine der vier Jahreszeiten (sieht nach Herbst aus...) im südlichen Heckenkabinett.



      Südliches Heckenkabinett mit seinerzeit im April ergrünenden Linden.
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    • Noch ein wenig Grottenhaus:








      Ausblick vom Belvedere:


      Der eigentliche Garten besteht von West nach Ost aus drei Regionen, der Waldregion im Osten, der zentralen Laubenregion und der westlichen Seenregion.

      Linden- und Heckensaal der Waldregion, jenseits der Fichtenallee folgt die Laubenregion.

      Sog. Dreieckszone, hier befand sich als einer der Parkhöhepunkte bis 1945 an der Ostmauer die Kaskade. Jenseits der Mauer die Bahnlinie Würzburg – Frankfurt.
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    • Blick vom südlichen zum nördlichen Pavillon




      Allegorie der Baukunst



      Saturn


      Merkur



      Kleiner See mit Höcker- und Kanadagans. Im einst versumpften Südteil entstand gegen 1721 dieses von hohen Platanen umstandene Parkgewässer. Die Platanen sind knappe 200 Jahre alt.


      Weiter geht es dann in der Seenregion mit dem Kleinen und Großen See.
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    • Nach all den bisher bereits zum Hofgarten/Rokokopark Veitshöchheim eingestellten schönen Bildern, möchte ich noch welche hinzufügen. Diese mit Schwerpunkt Gartenskulpturen. Vom würzburgischen und bambergischen Hofbildhauer Ferdinand Tietz sind für den Hofgarten in Veitshöchheim Figuren geschaffen worden, die in all ihrer Beschwingtheit und Leichtigkeit, Anmut und Eleganz mit zum Schönsten gehören, was im deutschen Rokoko an Gartenfiguren geschaffen wurde. Ferdinand Tietz stammte aus Böhmen und war ein begnadeter Künstler. Sein Grab befindet sich in Memmelsdorf bei Bamberg.

      Ab etwa 1770 hält auch im Park von Veitshöchheim der Frühklassizismus seinen Einzug. Die Formen und Linien der Figuren und deren Sockel werden ruhiger, gerader, vielleicht auch steifer, die Gewänder flattern nicht mehr bewegt im Winde. Die Sockel weisen anstatt asymetrischer Blüten und Rocaillen nunmehr Lorbeergirlanden etc. auf. Dennoch wurde das Gesamtkonzept mit Wald-, Hecken- und Seezone beibehalten. Der Park blieb in etwa so als Rokokogarten erhalten, wie er um 1780 aussah. Das heißt, er wurde nicht in einen Englischen Garten umgewandelt, wie dies bei fast allen anderen Gärten und Parks in Deutschland mehr oder weniger der Fall war.

      Unter den Verlusten von 1945 wiegt der Verlust der Kaskade am schwersten. Seit etwa 1979, als ich das erste Mal in Veitshöchheim war, hoffte ich, bisher vergeblich, auf deren Wiederherstellung. Der Garten ist nicht groß, dafür aber sehr abwechslungsreich, es gibt so viel Schönes zu sehen und zu bewundern. Die nachfolgenden Bilder (alte Dias) stammen aus dem Jahre 1987, sind also fast 30 Jahre alt.


      Das Programm der Skulpturen des Hofgartens bezieht sich im Wesentlichen auf die Sagen und Mythen des klassischen Altertum, die im 18. Jh. dem gebildeten Publikum allgemein bekannt waren.

      Auf der künstlichen Felseninsel des großen Sees ist die wohl spektakulärste Figurengruppe des Gartens zu sehen: Das geflügelte Musenpferd Pegasus schlägt mit dem Huf auf den Felsen. Aus diesem entspringt die Quelle der Musen, deren personifizierte Gestalten unten am Mont Parnass zu sehen sind (Musik, Gesang, Rhetorik, Dichtkunst...). Diese Gruppe befindet sich inmitten des "großen Sees" im Park von Veitshöchheim. Die Figurengruppen unterhalb des geflügelten Rosses stellen die besagten Musen dar. Auf dem Bild war das Wasser des großen Sees leider gerade größtenteils abgelassen. Wenn ich mich recht erinnere, sprüht täglich 2 mal aus dem Pegasus-Roß für einige Minuten eine hohe Fontäne empor. Dann ist das Wasserreservoir im Wasserturm von 1702 alle und das Schauspiel ist wieder vorrüber:



      Eine kleine Tänzerin mit wehendem Gewand:




      Ein kleiner Flötenspieler:



      Flora, die Blumengöttin, mit keckem Hut und vielen, vielen Blüten stellt den Frühling dar. Dazu passend
      der Bienenstock:





      Noch eine der großartigen Figuren, deren Original von Ferdinand Tietz geschaffen wurde. Offenbar war er nicht nur ein erstklassiger Bildhauer, sondern er besaß überdies auch eine reiche Phantasie, denn sonst kann man sich ein solches Werk gar nicht ausdenken:




      Der Herbst. Ein Sartyr huldigt der Herbstgöttin mit Trauben, der Ziegenbock zu Füßen frisst sie gleich:




      Der Winter wird als alter Mann dargestellt, ein Pelz flattert um ihn herum, ein Kohlenfeuer in einem Feuerbecken spendet Wärme. Der junge Mann stellt einen Jäger dar, der einen Hasen und eine Wildsau erlegt hat (im Winter geht es auch auf die Jagd).




      Eine kleine, leicht geschürzte Dame mit Hütchen und wehendem Gewand:




      Tänzerin. Habe mal gelesen, es solle sich dabei um die junge Maria Antonia handeln, die nach ihrer Heirat mit Ludwig XVI. als Marie Antoinette Königin von Frankreich war. Ob das nun stimmt oder nicht, sie ist jedenfalls sehr elegant dargestellt:



      Der junge Mann, mit dem sie tanzt, soll demnach ihr Bruder sein, der nachmalige Kaiser Joseph II. (des Hl. Röm. Reichs deutscher Nation):




      Bei dieser Figur handelt es ich entweder um den Erdteil Amerika oder Afrika:



      Hier ruht Herkules in der Waldzone aus. Herkules sitzt auf dem getöteten Drachen, das erbeutete Fell des erlegten nemäischen Löwen ziert flatternd das Haupt des Helden, die Keule ist mit Blüten (oder Efeu?) verziert:




      Kronos der Gott der Zeit stutzt dem schreienden Amor die Flügel. Das Stundenglas (die Sanduhr des Kronos) und der Köcher mit den Liebespfeilen des Amor liegen auf dem Boden:




      Das Belvedere (auch "Schneckenhäuschen" genannt), das auf dem Grottenfelsen steht. Der Grottenfelsen ist aus löchrigem Tufstein errichtet, weshalb sich Moose und Flechten gut dort ansiedeln können:




      Figur auf der Futtermauer des Gartenparrterres des Schlösschens:



      In der Waldzone gibt es diesen Pavillon mit Steinernen Sitzen und einem steinernen Tischchen. Die vier Säulen sollen Stämme von Palmen darstellen, oben auf dem Dach vier Ananasfrüchte, vermutlich war die Fläche unter dem Dach einst bemalt:

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    • Oberhalb der Treppe ruht eine Sphinx mit Rokokofrisur, das Haupt, der Oberkörper samt der Arme sind die einer Frau, wenn man von den köstlich plumpen Löwentatzen statt der Hände einmal absieht. Der Leib und die Beine sind die einer Löwin. Außerdem trägt sie, bis über den Löwenleib, ein kostbares Gewand. Das ist ein Spitzenwerk der Gartenplastik des Rokoko. Unten, am anderen Ende der Stiege, gewahrt man den steinerne Kopf eines erlegten Ebers, dem ein Jagdhorn um die Borsten gelegt wurde:



      Zwei Putten spielen auf einem Steinhügel in einem Bassin mit einem Bock, der Wasser speit, im Hintergrund eine gestutzte Lindenallee, die rechts und links von Hecken begleitet wird:


      Auch in der folgenden Gruppe ein Hinweis auf die Jagd, denn das Schlösschen war nicht nur Sommerresidenz, sondern diente gelegentlich auch als Jagdschloss. Ein kleiner Verehrer bringt einem Mädchen den Kopf eines erlegten Ebers dar, derweil der müde Jagdhund schläft. Sie nimmt das Geschenk huldvoll, aber herablassend an.



      Bacchus (der schon etwas "angeheitert" wirkt):









      Diana mit Jagdhorn, Hund und Hirsch:




      Kinderputten:




      Die Felsengrotte, darüber das Belvedere oder "Schneckenhäuschen", in den Tuffsteinhöhlen sind Fabeltiere, allesamt gänzlich mit Muschelschalen, Schnecken und mitunter auch farbigen Glassplittern überzogen:



      In der Waldzone hat Minerva ihr Reich, deren Helm steht für die Wehrhaftigkeit, die Eule für die Weisheit, die Malerpalette und der Putto mit der Harfe symbolisieren die von Minerva beschützten Künste:




      Blick durch eine Lindenallee, an deren Ende der Wasserturm steht, der auch das alte Schöpfrad beherbergt.

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    • Der "kleine See" im Hofgarten zu Veitshöchheim:




      Einer der beiden runden Pavillons:




      Der nördliche Seitenrisalit (ganz links außen ) und der südliche Seitenrisalit (ganz rechst außen) wurden Mitte des 18. Jh. angebaut um das bis dahin etwas beengte Platzangebot des Schlösschens zu erweitern:








      Hauptzugang zum Schloss:



      An beiden Wangen der Treppe sieht man jeweils einen geflügelten Drachen, der nach unten kriecht, das Maul weit aufreißt und seine Zunge sehen lässt.
      Der Löwe hält das Wappen des Fürstbischofs. Interessant ist auch, dass der Hofgarten bereits Mitte des 18. Jh. für das Volk zugänglich war.

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    • Großer See

      Als nächstes folgen noch einige Aufnahmen vom Großen See.




      Mit Parnass und Schloss, Blickrichtung NO

      Die Wasserspiele ab der vollen Stunde, sie dauern etwa eine Viertelstunde (April 2014).


      Mit kath. Pfarrkirche St. Veit, Blickrichtung N


      Dem Höckergans-Pärchen gefällt es ganz offensichtlich im Park (in einer anderen APH-Galerie gibt es übrigens schon mal wo 4 Höckergänse, wäre ein nettes APH-eine-Million-Euro-Rätsel, das errät sicherlich keiner...)




      Der Parnass mit Apoll, den Musen und dem Dichterross Pegasus. Der Parnass triumphiert über die Sintflut, die Seeungeheuer weichen vor der neuen Weltordnung, so stehts im Dehio.


      „In der griechischen Mythologie ist der Berg Parnass dem Gott Apollon geweiht und Sitz der Musen. Figuren der Kalliope, Urania, Klio und der übrigen sechs Musen zieren das Felsmassiv in Veitshöchheim. Gekrönt ist er von einer Skulptur des Pegasus, der in der Sage mit seinen Hufen den Musenquell aus dem Fels schlug, der die Dichter inspiriert. Einst war diese Skulptur golden gefasst, die Musen dagegen weiß.“
      Der Musenberg sprudelt wieder: Parnass-Skulpturengruppe im Hofgarten Veitshöchheim restauriert








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