Kirchheim unter Teck

  • Bereits 2011 wurde das Haus Marktstraße 19 in Kirchheim unter Teck abgebrochen. Angeblich war es nicht mehr zu sanieren:


    http://www.teckbote.de/stadt-k…schichte-_arid,68581.html


    Auch der historische Gewölbekeller musste dran glauben, er wurde leider nicht in den Neubau integriert: http://www.teckbote.de/wirtsch…ut-sichwa_arid,74856.html Mehr Infos zu dem ehem. Fachwerkhaus mit dem 2013 erstellten Neubau: https://www.kirchheim-teck.de/…r-Haeuser/Marktstrasse-19 Weitere interessante Informationen zu historischen Bauten der Stadt bietet die Seite Kirchheimer Häuser: https://www.kirchheim-teck.de/de/Kirchheimer-Haeuser

  • Sicherlich sind Abrisse solch historischer Häuser aufgrund des Substanverlustes immer problematisch. Vor allem den Gewölbekeller hätte man unbedingt erhalten und integrieren sollen. Allerdings gefällt mir der Neubau von der Proportionalität besser als das abgerissene Gebäude. Somit vom rein optischen Standpunkt betrachtet für mich kein Verlust für das Stadtbild.

  • Allerdings gefällt mir der Neubau von der Proportionalität besser als das abgerissene Gebäude.

    Sehe ich genau andersrum. Das neue Haus hat gute Proportionen. Aber der Altbau war in dieser Hinsicht als breitgelagertes Gebäude noch wesentlich besser! Diese breiten Häuser gehören doch zum Wertvollsten, was Württemberg zu bieten hat.

  • Das ist einfach BW. Kein Herz für alte Häuser, einfach weg mit dem Zeug. Irgendwann werden wir dieses Verhalten bereuen. Aber dann ist es zu spät.

  • Quote from Teckbote

    Was aber auf der Strecke bleiben wird, ist das Gebäude, denn die moderne Architektur hat eben keinen Sinn für die Türmchen-Ästhetik, die selbst dem heruntergekommenen Most- Gebäude noch einen beträchtlichen Charme verleiht. Und ohne einen solchen Charme gibt es keinen Touristen-Schwarm.

  • Das ist einfach BW. Kein Herz für alte Häuser, einfach weg mit dem Zeug. Irgendwann werden wir dieses Verhalten bereuen. Aber dann ist es zu spät.

    Das werden sie erst bereuen, wenn es ihnen ökonomisch, also im Produktions-Sektor, schlechter gehen sollte. Und wenn gleichzeitig die touristische Attraktivität des Landes gegenüber anderen deutschen Regionen spürbar abgenommen hat. Diesbezüglich existiert ja schon ein Wettbewerb. Und wenn sie dann alte Fotografien anschauen, anhand derer sie sehen, was sie abgerissen und durch praktische, aber unattraktive Schachteln ersetzt haben. Das dauert noch.

  • Mehrere Skandale sind leider wieder aus Kirchheim zu berichten: das hübsche 325 jährige Fachwerkhaus namens "Waldhorn" wurde bereits abgerissen, jetzt soll auch noch die "Linde" weichen. Beim ersten Bauwerk war die Begründung "statische Probleme" beim zweiten "sei eine Sanierung wirtschaftlich nicht vertretbar" so "Fachleute" im Kirhheimer Rathaus... :wuetenspringen:
    Was für ein Akt der Kulturbarberei und das noch in einer “Vorgezeigestadt“ unseres schönen Landes! Die Stadtoberen sollten sich zuziefst schämen, soetwas zugelassen zu haben.


    “Historische“ Bilder vom Waldhorn jeweils das linke einstöckige Gebäude sind von mir 2015 entstanden:



  • Zitate aus dem zweiten Artikel:



    Quote

    wirtschaftlich nicht darstellbar

    Im wohlhalbenden Baden-Württemberg?

    Quote

    Anders als am Marktplatz, wo lediglich das Waldhorn eine Lücke hinterlässt, wird mit dem Abbruch der Linde das gesamte Viertel sein Gesicht ändern. Unter anderem sollen auch die beiden Nachbarhäuser der Spitzhacke zum Opfer fallen. Das gibt der Stadtverwaltung die Chance, den ganzen Bereich zwischen der Alleenstraße, der Jesinger Straße und der Teckstraße zu überplanen. „Es geht um die städtebauliche Neuordnung einer Fläche von rund 9000 Quadratmetern“, bestätigt der Stadtplaner, Oliver Kümmerle.

    stickpoke:)

    Quote

    „Das Waldhorn musste weg und dieser Weg wird bei der Linde weiter beschritten. Es gibt ein Lobby im Rathaus und im Gestaltungsbeirat, die neu bauen will“, schimpft Rainer Laskowski, der Archäologe und ehemalige Chef des Kirchheimer Stadtmuseums. Er bemängelt, dass beim Waldhorn allein die Einschätzung der Statiker – Original-Ton Laskowski: „Blutige Anfänger“ – genügt hätten, um das Todesurteil zu fällen. „Richtig wäre gewesen, zuerst einen Bauhistoriker zu Rate zu ziehen“, sagt er. Zudem sei bei der Entscheidung der Ensembleschutz, der in Kirchheim bisher immer an erster Stelle gestanden habe, missachtet worden.

    Damit ist alles gesagt. Hier wollen sich Leute profilieren, eventuell geht es auch um satte finanzielle Gewinne von Leuten, die Beziehungen zur Stadtverwaltung haben. Es ist nur verwunderlich, dass es der Einwohnerschaft offenbar reichlich egal ist. Oder, wo sind die organisierten Proteste?

  • Vor knapp einem Jahr war ich erstmalig in Kirchheim/Teck.


    Der Waldhorn-Nachfolger links angeschnitten, für mich einfach nur absolut schrecklich und widerlich (zum Vergleich siehe die beiden zuletzt eingestellten Bilder von "Fachwerkliebhaber"):


    Marktplatz Blickrichtung NW, zwischen den beiden verbliebenen Fachwerkhäusern verläuft die Kornstraße.



    Marktstraße und Marktplatz mit Rathaus und Baustelle an der Ostseite:






    Rechts angeschnitten Neubebauung an der Ostseite des ein wenig süd-/südwestlich vom Marktplatz gelegenen Schlossplatz, das Schloss folgt rechter Hand, alleine von den Fenstern und den Dachgauben für mich grausam anzusehen und ein üblich zeitgemäßer modernistischer Schandfleck (geht natürlich immer noch schlimmer):





    Ähnlichen Brechreiz zumindest bei mir erzeugende Neubebauung an der Ostflanke der Altstadt am Schweinemarkt, links die Alleenstraße:



    Die Linde an der Alleenstraße stand vor knapp einem Jahr noch, hier das letzte Haus im Hintergrund, im wahrsten Sinne des Wortes unter der Teck, aufgenommen von der Bastion im Nordosten der Altstadt:




    Insgesamt hat die Altstadt von Kirchheim/Teck natürlich schon noch viele hübsche (v.a Fachwerk-)Gebäude, ansehnliche Straßenzüge und Ecken, aber die Tendenz ist wie nahezu allerorten klar ersichtlich.

    Sehr erfreulich ist auch, dass praktisch der gesamte Altstadtbereich Fußgängerzone ist.

  • Es fällt schon schwer zu glauben, daß ein 325 Jahre altes Haus (Waldhorn) plötzlich statische Probleme hat und nicht mehr zu retten ist.

    Der Neubau hat ja wenigstens eine ähnliche Gestalt. Dieses Pseudo-Fachwerk hätte man aber etwas dunkler halten sollen. Sonst ist es kaum zu erkennen und bildet keinen Kontrast. Die übrigen gezeigten Neubauten sind einfach nur völlig belanglose Wärmedämm-Buden. Da kann man schon froh sein, daß sie kein Flachdach haben.

    (...) Fachwerkhaus in der Altstadt ausgebrannt (...)

    Diese Formulierung klingt ziemlich dramatisch. Wie es scheint, ist das Haus aber noch zu retten. In der Bilderstrecke sind äußerlich auch keine riesigen Schäden zu erkennen.


    Weiß jemand mehr?