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Burgk, Schloss Burgk (Galerie)

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    • Burgk, Schloss Burgk (Galerie)

      Schloss Burgk


      Schloss Burgk stand früher hoch oben, über einem tief eingeschnittenen Tal.
      Durch den Bau der Bleilochtalsperre und der Hohewarttalsperre liegt Schloss
      Burgk nur wenige Meter über dem Wasserspiegel eines Stausees, in dem viele
      Mühlen und Dörfer versunken sind. Das Fachwerk des "Roten Turms" ist fränkisches
      Zierfachwerk und erinnert sehr an den Turm des Wasserschlosses im fränkischen
      Bahra. Rechts unten die grüne "Erbsensuppe" ist Wasser des Halsgrabens der Burg,
      das von den vielen Wasserlinsen ganz grün geworden ist.


      Das Zugangstor, sicherlich früher mit einer Zugbrücke, die später
      durch eine Steinbrücke ersetzt wurde:


      Der rote Turm:


      Der Kamin des Backofens, man sieht am Gestein, dass wir uns im Thüringer Schiefergebirge befinden:


      Blick von Schloss Burgk auf die beiden Talsperren:


      Als wir 2008 dort waren, wurde gerade das Torhaus renoviert:


      Im Zwinger:


      Blick auf den Wehrgang, das Torhaus und rechts davon den Kamin des Backofens und im Vordergrund die grüne Fläche des Zwingers. Links des Torhauses befindet sich der äußere Graben mit Brücke. Rechts des Zwingers ist der innere Graben zu erkennen, ebenfalls mit steinerner Bogenbrücke:

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    • In einer Seitenwand der Tordurchfahrt hatte man im 18. Jh. einen wohl
      beim Bau im 14. Jahrhundert eingemauerten Hund gefunden.Vermutlich
      war das arme Tier Opfer eines Aberglaubens geworden, der wohl mit der
      vermeintlichen Abwehr von Feinden zu tun haben dürfte.



      Das fürstliche Schlafzimmer, in einer Art von großem Alkoven steht ein Himmelbett:







      Das fürstliche Himmelbett:











      Eine sehr elegante Rokokostuckdecke:


      Das ist ja köstlich und vielleicht auch einmalig: eine Sphinx sitzt auf dem Ofen:

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    • Berühmt ist Schloss Burgk wegen seiner sehr qualitätvollen Schlosskapelle,
      nahezu gänzlich aus der Renaissance, lediglich der Altartisch und die
      Silbermann-Orgel sind barock. Es finden auf der Silbermannorgel Konzerte statt.



      Die Kanzel:


      Hier die prachtvolle Empore für die fürstlich Reußische Familie, deren Wappen man im Hintergrund der Empore sieht:


      Der Rittersaal wirkt archaisch und wurde seit der Renaissance nicht mehr verändert. Hier wurden nach den Jagden die
      Feste und Schmausereien abgehalten:





      Etwas ganz Bezauberndes ist der Schlossgarten, zu dem man über eine Art von Felszunge gelangt, wo es rechts und links steil hinunter geht. Dann weitet sich das Gelände und man gewahrt plötzlich den großen und zweistöckigen Pavillon "Sophienlust" aus dem Rokoko:

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    • Die Geschichte mit dem Hund habe ich immer irgendwie ekelhaft gefunden und darunter leidet bei mir das Ansehen von Schloss Burgk. Hinzu kommt die paradoxe Situation, dass es in dem sehr kleinen Ort mit ca. 100 Einwohnern keine kostenlosen Parkplätze gibt, eine Situation, die eher für Groß- und Mittelstädte typisch ist. Paradox ist auch die große Bedeutung und Bekanntheit des Schlosses und die geringe Bedeutung des Dorfes - aber der name des kleinen dorfes sagt ja wohl schon, was hier wichtig ist. Burgk ist ja (immer noch) Gemeinde und hat bei sehr geringer Einwohnerzahl eine bemerkenswert große Fläche.
    • Lieber Zeno,

      Deine persönlichen Empfindungen zu Schloss Burgk in allen Ehren.

      Doch sei es mir gestattet, hierzu Folgendes zu anzumerken:

      Was nun den im 14. Jahrhundert in Schloss Burgk eingemauerten Hund betrifft, so finde ich, sollte man diese Handlung, die wohl jeder von uns jetzt lebenden Menschen missbilligt, doch bitte nicht "dem Schloss" anlasten. Nicht "das Schloss" als Gebäude hat den Hund seinerzeit lebendig eingemauert. Das war eine Entscheidung von Menschen des Mittelalters mit ihrem mitunter auch sehr im Aberglauben verhafteten Denken. Solche und ähnliche Dinge hat es damals auch anderswo gegeben, nur sind sie eben dort in Vergessenheit geraten. Dass dieser traurigen Vorgang des im Mittelalter eingemauerten Hundes aber das ganze Ansehen des über viele Jahrhunderte alten Schlosses beschädigen sollte, kann ich nicht nachvollziehen. Als ein Freund historischer Baukunst finde ich Schloss Burgk als Bauwerk sehr schön, beeindruckend und in eine wunderschöne Landschaft eingebettet. Zudem ist auch, was ja im Osten eher selten vorkommt, die historische Innenausstattung nahezu komplett erhalten geblieben. Man mag den eingemauerten Hund bedauern, diese Handlung als moralisch verwerflich ansehen, aber ehrlich gesagt, es sind an Menschen auf dieser Welt noch viel schlimmere Taten verübt worden. Wir in diesem Forum, sind doch in erster Linie Freunde von Rekonstruktionen, aber eben auch von erhalten gebliebenen Bau-, Geschichts- und Kulturdenkmalen. So gesehen, hat Schloss Burgk, zumindest für mich, als Kulturdenkmal einen sehr hohen Stellenwert.

      Es gibt im Osten Deutschlands viele arme Gemeinden, die so gut wie gar keine Einnahmen haben. Wieviele Gewerbesteuer zahlende Betriebe mag es wohl in einem 100-Seelen-Dorf wie Burgk geben? Außer ein wenig Grundsteuer und Hundesteuer wird die Gemeinde Burgk wohl keine nenneswerten Einnahmen erzielen. Wenn solch arme Gemeinden eine Parkplatzgebühr erheben, habe ich diese, eingedenk des wirtschaftlichen Hintergrunds dieser bettelarmen Ortschaften, immer bereitwillig entrichtet. So war das bei mir auch im Falle von Burgk. Und offen gesagt, arm hat mich das nicht gemacht. Das ist meine ganz persönliche Auffassung, das mag man auch anders sehen.

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    • Villa1895 wrote:

      Hundesteuer

      Es geht mir doch gar nicht darum, hier irgendwas zu bewerten, und schon gar nicht darum, eine Negativassoziation zu kultivieren. Ich gebe doch hier nur meine Wahrnehmung wieder.

      Das Unangenehme an dem Hund ist für mich eher, dass einen da ein seit Jahrhunderten toter Hund anschaut und das stelle ich mir nicht sonderlich appetitlich vor. Andere mögen ihren Eintritt, ihre Hundesteuer sozusagen, entrichten, um das alles zu sehen.

      Ich bin einst in der naiven Vorstellung nach Burgk gekommen, an einem total verregneten Tag hier ein bisschen was anderes sehen zu können, mich mit einer gewissen Muße diesem Schloss nähern zu können. Die unglaublich abgelegen anmutende Gegend hat in meiner Vorstellung die Erfahrungen der übermäßigen Zivilisation vorübergehend vergessen lassen. Aber wenn man das abgelegene, winzige Burgk erreicht, dann hat einen die Zivilisation gleich wieder total im Griff: diverse Buslandungen von Leuten werden hier offebar regelmäßig angeliefert, und auch der Individualreisende hat sich gleich der Ordnung zu unterwerfen, die so eine Sehenswürdigkeit zeitigt. Alles ist schön geregelt. Das Problem mit der Parkplatzgebühr ist doch nicht, dass es überhaupt etwas kostet, sondern das Signal: Hier kann man was zu Geld machen. Es geht mir doch nicht um das Materielle (ich bin doch kein Württemberger, bei dem sich alles ums Geld dreht), sondern um das Gefühlsmäßige. Für das freilich war es in den wenigen Momenten meines dortigen Aufenthaltes ohnehin zu spät, denn die Menschenmassen, die dort durchgeschleust wurden, haben jegliche Muße vertrieben - und mich nach äußerst kurzer Zeit dann auch.