Am 9.November findet unser großes Initiativentreffen in Frankfurt am Main statt. Unter der Rubrik "Aktuelles und Allgemeines" finden Sie alle Informationen vor.

Neubau des Hauptgebäudes der Uni Leipzig

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    • das war doch abzusehen.
      die säulen, die keine tragende funktion haben, die nutzungsmöglichkeiten einschränken und geld kosten, würden natürlich als erste dem rotstift zum opfer fallen. ehrlicher wäre es gewesen, schon damals bei der präsentation des entwurfs darauf hinzuweisen.
      andererseits: wenn der pauliner-verein den entwurf durchaus als "tragfähigen kompromiss" betrachtet, sollte er jetzt nicht das kind mit dem bade ausschütten, sondern eher die spenden sammeln, die für die säulen nötig sind.

      dann würde sich die "schlechte nachricht aus leipzig" in eine gute wandeln.
    • Mir wäre es lieber, es würde eine riesige Diskussion geben und der Neubau würde noch einmal gekippt werden. Bevor nicht Augusteum und Paulinerkirche kommen hör ich eh nicht auf zu meckern. Der Neubau ist aber wirklich total ätzend - auch wenn du es anders siehst.
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • @sebastian:
      vielleicht würde schiller heute sagen: "gegen dummheit hilft googeln."
      der rektor der uni kommt natürlich (wie könnte es anders sein?) aus dem westen.
      und der altar ist heute im wohl bekanntesten kirchenbau, der thomaskirche. und in eine kirche passt er wohl auch am besten hin.
    • Moment er wurde doch genauso angegriffen und da hat niemand was gesagt. Also den Post hättest du dir auch sparen können, genauso wie ich meinen, weil das eh nur Kindergarten ist. Also zurück zum thema. Heut war Grundsteinlegung, das Ding wird gebaut. Holt also besser euer Geld raus, bevor es zu spät ist. eine Schande immer dieses "Leipziger Allerlei" - Von jedem etwas aber nichts richtig. Zum k o t z e n! Sorry aber anders kann ich es nicht ausdrücken. :/
    • war nicht mal als persönlicher angriff gedacht. eher als allgemeiner tipp, denn meinungen können natürlich unterschiedlich sein, aber die fakten sollten stimmen.

      wie ich die entwicklung der letzten tage verstanden habe, wird der eventuelle verzicht auf die säulen nicht mit kostendruck begründet. es ist zum einem erfreulich, dass nicht dieser bequeme weg genommen wurde. andererseits ist es aber auch für manchen unerfreulich, weil damit auch der "umweg" einer spendenaktion ins leere laufen würde.
      der mögliche säulen-verzicht wird also nach funktionalen und ästhetischen kriterien entschieden. funktional betrachtet macht es natürlich keinen sinn, in eine halle nachträglich für die statik unnütze stützen hineinzustellen. aber auch die frage ist berechtigt, wobei die säulen eigentlich stören würden? schliesslich bekommt die uni durch den neubau ja auch ein neues audimax.
      ästhetisch werden die säulen samt kreuzgewölbe nicht so leicht zu toppen sein. doch da der architekt versicherte, dass jede veränderung eine verbesserung sein würde, kann man auf die veränderungsvorschläge zumindest gespannt sein. entschieden wird im herbst.

      wenn ich mal eine prognose wagen darf: ohne jegliche säule wird es wohl nicht abgehen, wenn man die pauliner-kanzel integrieren will.

      im september wird man mehr wissen...
    • Es gibt Neuigkeiten aus Absurdistan. Nachdem mit dem Egeraatschen Entwurf ein für viele fauler Kompromiss zwischen Wiederaufbaubefürwortern (hier in erster Linie der Paulinerverein) und den -gegnern (hier in erster Linie die Uni und Stadt Leipzig) gefunden wurde, zeichnet sich ein weiterer niveauloser Kompromiss ab, was die Säulengestaltung anbelangt.

      Zur Erinnerung: Egeraat sah mit seinem Siegerentwurf eine nahezu perfekte Rekonstruktion des Kircheninneren vor, was bei der Unileitung zunehmend auf Widerstand stieß. Die Säulen würden einer funktionalen Nutzung der zukünftigen Aula im Wege stehen, hieß es. Also befahl sie, die Säulen wieder zu beseitigen, worauf sie - natürlich - massiven Protest seitens der Wiederaufbaubefürworter erntete.

      Nun zeichnet sich folgende abstruse Kompromisslösung ab, die der niederländische Architekt selbst entworfen hat: Es sollen Säulen aus Porzellan, Glas und Licht entstehen, durch die die Menschen hindurchgehen können, und somit nun eine ungestörte Nutzung der Räumlichkeit gewährleiste. Die Uni zeigt sich begeistert, die Gegenseite verständlicherweise schockiert. Man kann nur an die Vernunft appellieren, dass ein solcher Unsinn nicht in die Realität umgesetzt wird. In Szene gesetzte Lichtspielchen: Nein danke!


      Hier ein Auszug aus der LVZ vom 29. 09. dazu:
      Campus-Architekt Erick van Egeraat verblüfft mit einer neuen Idee für die Pauliner-Aula. Im Entwurf, der von der Universitätsleitung getragen und gegenwärtig mit der den Bau zu großen Teilen finanzierenden sächsischen Staatsregierung intensiv diskutiert wird, gibt es keine Säulen aus Stein. "Ich baue aus Porzellan, Glas und Licht", erklärt van Egeraat. Seine Säulen kommen hängend aus der Decke, sind aus Porzellan und Glas und enden im Licht. Eine Einengung des Raumes durch ursprünglich geplante Steinsäulen und der für die Universitätsleitung wohl doch zu direkte Bezug auf den einstigen Kirchenbau würden damit ausgeschlossen.

    • Vor ein paar Jahren konnte ich mir noch gut vorstellen, nach Leipzig zu ziehen und dort zu arbeiten. Die Abrisswelle und diese Geschichte hier haben mir diese Stimmung gründlich verhagelt. Die Stadt macht genau alle Fehler, die hier in den 60ern gemacht wurden. Das ist nur aus der Ferne zu ertragen....


      Naja, bitte nicht gleich übertreiben. Schau mal in die Galerie, danach weißt Du den wohltuenden Unterschied zwischen Leipzig und westdeutschen Städten, die in der Ära des Wirtschaftswunders verhunzt wurden. Aber macht nix: gutbezahlte Jobs sind in der Stadt ohnehin die Ausnahme...

      Zur Säulenproblematik der Unikirche:
      In der BILD-Leipzig stand heute folgender Artikel dazu:
      Von JACKIE RICHARD
      Leipzig - Es sollte ein Kirchenschiff nach Vorlage der historischen Paulinerkirche werden. Jetzt verkommt es zur schnöden Turnhalle. Beim Uni-Neubau an der Stelle der abgerissenen Paulinerkirche droht der nächste Skandal. Denn wenn es nach Uni-Rektor Franz Häuser (60) geht, wird die Pauliner-Aula jetzt ohne Säulen gebaut. Allerdings hat die uni vergessen, die Jury des Bauwettbewerbs über die Änderungen zu informieren.
      Wilhelm von Boddien (63), Chef des Fördervereins Berliner Schloß, saß mit in der Kommission, die für Erick van Eggerats Entwurf stimmte. Doch die Tatsache, daß die Paulinerkirche statt der klassischen Säulen nur noch Installationen aus Glas und Licht bekommt, hat er erst aus der Zeitung erfahren.
      Für Uni-Rektor Häuser ist das kein Problem, denn er behauptet: "Die Jury hat in ihrer Entscheidung nicht über die Innenraumgestaltung diskutiert.
      "Stimmt nicht", hält Boddien dagegen. Gerade der Entwirf für die Innengestaltung war entscheidend für unsere Zustimmung.." Doch Häuser war scheinbar schon immer gegen die Säulen. Boddien: "Er wollte Eggerats Siegerentwurf von Anfang an überarbeiten." Nun versucht er sich wohl mit Heimlichtuerei durchzusetzen. Denn in der Baukommission, die am 30. November tagt, hat er seine Getreuen hinter sich: OBM Tiefensee und Baudezernent Engelbert Lütke-Daldrup.

      Doch für die Kunstschätze, die 600 Jahre Uni-Geschichte widerspiegeln, ist im "neuen" Innenraum aus architektonischen Gründen nun kein Platz mehr: Die bis zu acht Meter hohen Grabmäler für Geistesgrößen der Uni-Geschichte sollen nun unter der Aula im ehemaligen Fahrradkeller gezeigt werden. Einfach unterirdisch!

    • zu den überzeugendsten qualitäten des van egeraatschen entwurfs zählt für mich, dass er gerade keinen kompromiss aus etwas alt und ein bisschen neu darstellt, sondern zu einer ganz eigenen formensprache findet, die jede scheinbar unlösbare entscheidung (kirche oder aula, ursprüngliche kubatur oder erweiterung, rekonstruierter oder moderner giebel) mit in deutschland bisher kaum gekannter leichtigkeit weit hinter sich lässt. insofern sind die überarbeiteten pläne nicht nur konsequent, sondern ein glücksfall, weil dadurch dessen handschrift nun auch im inneren erlebbar wird: eine weitere entscheidungsfrage - säulen oder keine - wird mit einem überraschendem "weder noch" beantwortet, oder besser gesagt mit einem "sowohl als auch". die funktionalität des raumes werden keine konstruktiv unnötigen säulen beeinträchtigen, gleichwohl werden sie den raumeindruck bestimmen, indem sie aus dem gewölbe wachsend schweben und in diese gleich noch beleuchtung und beschallung des raumes integriert werden. klingt kompliziert? ist es auch. umso erstaunlicher ist der jetzt vorgestellte lösungsansatz.
      befürworter des prinzips "hinbauen, was früher dort stand" wird das sicher nicht begeistern, aber dafür wird hoffentlich ein gebäude entstehen, dessen geradezu traumwandlerisch sicheres changieren zwischen vergangenheit und zukunft (nicht nur in hannover) ohne beispiel ist.
    • "rakete" wrote:

      ...konstruktiv unnötigen säulen...


      Sagmal bin ich hier im falschen Film? Konstruktiv unnötig? Es geht nicht nur um Wunden lecken sondern Wiedergutmachung! Und diese Wiedergutmachung kann nur in derart gestaltet werden, dass die Kirche ohne Kompromisse wieder so entsteht, wie sie vor der Sprengung in Erscheinung getreten ist. Ich meine, schon dass die Fassade nun zu vielleicht nur 10% an die alte Kirche erinnern wird, ist es eine Notwendigkeit, dass innen alles zu 100% wiederaufersteht. Jede Abweichung ist Gotteslästerung (Moment ich bin doch Atheist :schockiert: ) und einfach nur widerlich. Dass die Uni sich hier noch quer stellt ist unerträglich und ein Motiv für einen gerechtfertigten Amoklauf in den obersten Etagen des "Apparates" - wenn ich mal an frühere Redewendungen erinnern darf. Boah Rakete, du weisst wie immer gut zu schockieren. Jeder, der hier Vorteile sieht kann nur blind sein oder war an der Sprengung in irgendeiner Weise beteiligt. Klar, lasst alles was ihr rekonstruiert nur aus Glas und Licht erschaffen, so dass man überall hindurchlaufen kann! Die neue deutsche Freiheit! Welch eine Zukunft!

      Ne, bei solchen Beiträgen kocht mir das Blut. Eine Schande, dass man nichts dagegen unternehmen kann, wo doch heute Arbeitslosigkeit und sozialer Untergang vor Wiederaufbau und Rekonstruktion kommen. Und wenn noch soviele Umfragen in der LVZ oder sonstwo erscheinen, die belegen, dass 64% für den neuen Entwurf sind! Ich sage euch: Die wahren Leipziger werden alle dagegen sein und sich endlich fähige Leute an die Leipziger Machthebel wünschen, die sich tatsächlich für das Alte Leipzig einsetzen!

      Ich bin 23 Jahre alt, Ossi mit hochdeutschem Akzent und ich bin schon immer für die Wiedervereinigung gewesen! Ich liebe das Deutschland vor '33. Seine Architektur war europaweit Spitze. Die vielen unzähligen Städte, in ihrer Pracht so einzigartig und wertvoll. Das einzig richtige für dieses Land, ist die Rückbesinnung auf alte Tugenden. Weniger Sticheleien zwischen Ost und West oder Nord und Süd. Mehr Sticheleien zwischen den einzelnen Bundesländern. Auf das wir wieder erlebbaren echten Patriotismus spüren und nicht diese Trendverzerrte Kacke aus Licht und Glas. Wieviel Prozent unserer heutigen Jugend ist doch noch echt an Architektur und Städtebau interessiert? Das ist einer der grössten Fehler in unserem System. Und Menschen wie du, Rakete, führen dazu, dass der Blick weiter verzerrt wird. Die Leute glauben auch noch daran.

      Ekelhaft, einfach nur e k e l h a f t!
    • Naja. Dafür das du 23 Jahre alt bist redst du aber nen ganz schönen Blech daher.
      wo doch heute Arbeitslosigkeit und sozialer Untergang vor Wiederaufbau und Rekonstruktion kommen.

      Erklär mir mal bitte, wie du das meinst. Sollen wir pittoresque Fassaden aufbauen und die Probleme der Menschen hinten anstellen. So nach dem Motto. Menschen sterben halt, Architektur währt ewig. Es ist doch Sonnenklar, dass Architektur im Bezug auf diese Probleme absolut zweitrangig ist.
      Und was heisst hier Rückbesinnung auf alte Tugenden. Welche sollen denn das bitteschön sein. Denkste vor 33 war Deutschland einig Vaterland. Du wirst doch sicherlich auch informiert darüber sein, dass kein Land der Erde innerlich so zerstritten und zersplittert war wie Deutschland vor 1933. Und das ganze endete dann in der katastrophalen Weimarer Republik wo die Menschen auf der Strasse verreckt sind.Und nur weil du ein paar Reportagen über die " roaring 20's" gesehen hast mit ein paar tanzenden Mannequins brauchst du nicht zu denken, dass das eine schönere Zeit gewesen ist.
      Nein Danke! So etwas möchte ich nie wieder haben. Und was hat bitteschön Patriotismus mit Bauen zu tun :keine ahnung: .Dies zu vergleichen oder sich gar aufgrund seiner Architektur höherrangig vorzukommen halte ich für äusserst arm. Zwar war jede deutsche Stadt einzigartig. Ist ja auch logisch, da jede Stadt grundsätzlich einzigartig ist. Jedoch waren sie in ihrer Architektur keinesfalls qualitativer als andere europäische Städte einzustufen.
      Und wer sind die " wahren Leipziger" . Bist du einer davon. Und wer sind dann die Falschen ? Und wenn du sie findest was machst de dann mit denen. Willst du sie mit deinem "gerechten Amoklauf" aus der Stadt jagen nur weil sie nen anderen Geschmack haben.
      Komm runter man. Ich kann deinen Zorn ja verstehen wenn du absolut konträrer Meinung wie rakete bist aber das was du da ablässt ist einfach nur totalitärer Müll.
    • "JimPanse" wrote:

      Naja. Dafür das du 23 Jahre alt bist redst du aber nen ganz schönen Blech daher.
      wo doch heute Arbeitslosigkeit und sozialer Untergang vor Wiederaufbau und Rekonstruktion kommen.

      Erklär mir mal bitte, wie du das meinst. Sollen wir pittoresque Fassaden aufbauen und die Probleme der Menschen hinten anstellen. So nach dem Motto. Menschen sterben halt, Architektur währt ewig. Es ist doch Sonnenklar, dass Architektur im Bezug auf diese Probleme absolut zweitrangig ist.


      Wenn hier verdammt nochmal eine ganze Menge Asche über den Tisch geht um einen relativen grossen Bau in das Zentrum einer Stadt zu setzen und dann noch mehr verpulvert wird weil ewig drüber diskutiert wird, welche Säule stehen darf und welche nicht, wird kein einziger Cent dafür in die verarmten Viertel fliessen um Brot zu kaufen. Natürlich steht das Leben vor allem überhaupt. Aber hier wird nicht gefragt, was mit dem Geld angestellt wird, sondern ob der ganze "Prunkbau" mit Säulen oder ohne gebaut werden soll. Und da muss viel entschiedener dazwischen geredet werden. Da muss einer auf den Tisch hauen und sagen: "Entweder so oder gar nicht". Ich wollte lediglich aufführen, dass durch grosse soziale Probleme viele Menschen einfach nicht mehr daran interessiert sind, was überhaupt gebaut wird.

      Deine Behauptung ich stelle Architektur vor das Leben meiner Verwandten oder Mitmenschen ist also völlig unsinnig.


      "JimPanse" wrote:

      Und was heisst hier Rückbesinnung auf alte Tugenden. Welche sollen denn das bitteschön sein. Denkste vor 33 war Deutschland einig Vaterland...


      Mir ist die Kleinstaaterei völlig klar, und ebenso, dass das Deutsche Reich nicht aus einem Guss gewonnen wurde. Ich will mal wissen, was du gelesen hast? "Mehr Sticheleien zwischen den einzelnen Bundesländern." - Entspricht nicht ganz dem Einigkeitsgedanken, deshalb auch völlig blauäugig, was du da in den Raum stellst. Und so zerstritten wie Deutschland 15 Jahre nach der Vereinigung immernoch ist, ist wohl kein zweites westliches Land. Dieser Konflikt wird weiterhin noch medial gepusht. Und da ist der Fehler. Solidarzuschlag. West-, Ost-transfers. Alles wirtschaftlich nicht ganz haltbar. Modifizierter Länderfinanzausgleich wäre doch wesentlich besser. Und Bremen als Land zu sehen hat ja nun absolut keinen Sinn, wenn wir hier Daten aus dem Länderfinanzausgleich herziehen. Wenn wir hier die Relation zwischen Größe, Einwohnerzahl, Bruttosozialprodukt und den aktuellen Ausgleichszahlungen vergleichen muss einem doch schwarz werden vor dem was er sieht.

      und weiter...

      "JimPanse" wrote:

      Du wirst doch sicherlich auch informiert darüber sein, dass kein Land der Erde innerlich so zerstritten und zersplittert war wie Deutschland vor 1933. Und das ganze endete dann in der katastrophalen Weimarer Republik wo die Menschen auf der Strasse verreckt sind.Und nur weil du ein paar Reportagen über die " roaring 20's" gesehen hast mit ein paar tanzenden Mannequins brauchst du nicht zu denken, dass das eine schönere Zeit gewesen ist.


      Der letzte Teil ist Provokation, so etwas habe ich auch nie gesehen, müssen wir auch nicht auseinandernehmen.
      Aber eins ist mal klar. Der Wechsel zwischen Kaiser hin zur Diktatur, mit vermeintlichen Demokratiesierungshoffnungen in einer Zeit nach dem Ersten Weltkrieg...ein Kaiser wie Wilhelm II., der sich selber von einer nationalsozialistischen Regierung noch die Wiedereinführung der Monarchie erhofft...klar, dass muss das Traumland sein! Rosig? Wohl alles andere als das. Aber eine Zeit in der die Welt erst so fundamental entstand wie wir sie heute kennen, kann doch kein Vorbild für strukturelle Rückbesinnung sein.

      Und heute? Sind die Deutschen immer noch, vom Dritten Reich, schockgefrostet. Lehnen die Alten doch nur noch ab. Sind sich selber unsicher, weiterhin still und heimlich Nazi oder geisteskrank. Haben die Ostdeutschen aufgrund zurückliegender politischer Inkompetenz immer noch nicht zu sich selbst gefunden. Selbstbewusst? Woher, wenn 40 Jahre die eigene Freiheit in Frage gestellt wurde. Und aktuell: Sind die ganz jungen Generation vom medialen Tsunami durchgespült, hängengeblieben in ihrem eigenen Fett, dass sie sich vor Big Brother und SpongeBob angefuttert haben. Ausserhalb von Gymnasien oder Internaten findet man doch nur noch die reinste Verweigerung. Verweigerung vor der eigenen Verpflichtung.
      In jeder Familie kann man heute fast einen Sozialfall finden. Und der Staat pulvert da auch noch nicht vorhandenes Geld rein, um nach aussen das Bild der reichen Nation halten zu können, die wir doch eigentlich noch nie waren. Der Mittelstand hat sich über die Nachwendeprobleme noch halten können. Aber wenn jetzt nichts mehr passiert, bricht der auch weg. Macht der Lücke Platz die dann endgültig zwischen Arm und Reich aufreisst.

      Was ist nun besser? Wo haben die Menschen eher gewusst, was sie an sich selber haben? In welcher Zeit war der Bildungsstand verglichen mit dem jeweiligen Wissensstand besser? Heute oder Damals? Ganz ehrlich?


      "JimPanse" wrote:

      Und was hat bitteschön Patriotismus mit Bauen zu tun :keine ahnung: .Dies zu vergleichen oder sich gar aufgrund seiner Architektur höherrangig vorzukommen halte ich für äusserst arm.


      Mein Gott, was soll der Scheiss? Ich hab nie gesagt, dass deutsche Architektur (hier auch weiter gefasst römische A.) das Tollste überhaupt war oder ist. Gehts noch. Du führst jetzt das erste mal militärische Begriffe wie "höherrangig" ein, was ich nie gemacht hab. Begrenzt hab ich auf Europa, aber die Hängenden Gärten oder auch die Pyramiden waren ja lächerlich gegen teutsche barocke Gründlichkeit. Nur meine subjektive ästethische Empfindung erlaubt es mir zu sagen, dass deutsche Städte vor ihrer Zerstörung wirklich einmalig schön waren. Romantisch, erotisch vielleicht auch. Auf jeden Fall emotionaler als heute. Und das muss die Rückbesinnung sein: Es muss wieder emotionaler gebaut werden! Denn das fehlt heutzutage. Merkt man auch daran, dass du mich nur am angreifen bist. Anstatt mal zu überlegen, was ich wirklich meine und an sich auch geschrieben habe.


      "JimPanse" wrote:

      Und wer sind die " wahren Leipziger" . Bist du einer davon. Und wer sind dann die Falschen ? Und wenn du sie findest was machst de dann mit denen. Willst du sie mit deinem "gerechten Amoklauf" aus der Stadt jagen nur weil sie nen anderen Geschmack haben.
      Komm runter man. Ich kann deinen Zorn ja verstehen wenn du absolut konträrer Meinung wie rakete bist aber das was du da ablässt ist einfach nur totalitärer Müll.


      Okay "gerechtfertigter Amoklauf" war zu schnell geschossen, dass wusste ich aber auch schon, als ich es nieder geschrieben hatte. Das du dann da reinfällst und dich drauf stürzt passt zu deinem gesamten Beitrag. Die wahren Leipziger? Meine Oma zum Beispiel, die die ganze Geschichte mit den Nazis garnicht verstehen konnte, die immer dagegen war und doch leider einen überzeugten Nazi geheiratet hat, weil sie noch an den Menschen dahinter geglaubt hatte. Die mir mit Tränen vom alten Augustusplatz erzählte, vor dem Krieg, bevor ihre Welt zerstört wurde. Ausserdem? Junge Menschen, die sich mit der Geschichte ihrer eigenen Stadt auseinandersetzen und danach suchen, was sie früher einmal war. Wieviele davon wirklich in Leipzig leben? viel zu wenige, weil die Probleme von heute einfach zu gross sind und die ohnmächtigen Parteien sich vor der Lösung dieser Aufgaben nur verstecken und als Alibi wochenlange Fraktionsverhandlungen ins Feld schicken.



      Totalitär? Viel eher total meine Meinung! Das gegen soviel Ehrlichkeit der ein oder andere was dagegen hat, kann ich nachvollziehen. Aber immer noch besser als sich hinter irgendwelchen Zitaten aus der FAZ oder der Süddeutschen zu verstecken.







      Kein Bock mehr auf Grammatik und Rechtschreibung zu überprüfen. Wenn ein satz kein Sinn hat tut es mir leid, aber das wollte ich einfach schnell loswerden. Mein Problem ist, dass ich meine Gedanken garnicht so schnell notieren kann, wie sie mir durch den Kopf schiessen. Deswegen verstehen manche auch einiges falsch. Meinetwegen bin ich auch fernab der durchschnittlichen Art und Weise über Passiertes und Zukünftiges zu denken. Aber ich bin weder militärisch, rassistisch noch totalitär veranlagt.
    • Na, das waren ja ganz schön umfangreiche Beiträge.

      Nur ein paar Gedanken dazu:

      Natürlich sollte auch in Zeiten weitgehend leerer Kassen und relativ hoher Arbeitslosigkeit weiterhin in Kunst und Kultur (und dazu zählt auch hochwertige Architektur) investiert werden.

      Die Vorstellung, erst dann sollte im kulturellen/ästhetischen Bereich investiert werden, wenn alle anderen (berechtigten und vermeintlich wichtigeren) Ansprüche für soziale Zwecke usw. vollständig abgegolten zuvor wurden, hätte zur Folge, daß dort überhaupt keine Investitionen erfolgen würden - denn der Zustand, daß wirklich für alles "genug Geld" da ist und sogar "noch etwas übrigbleibt", um mal ein Museum zu bauen oder eine Kirche zu rekonstruieren, tritt schlicht nie ein.

      Und noch einige weitere Anmerkungen:

      Wie immer wird die Lage in Deutschland von den Deutschen selbst wesentlich schlechter eingeschätzt, als sie tatsächlich ist.

      Natürlich gibt es eine gewisse Distanz zwischen Ost und West (wie ja auch der Kontakt zwischen Hamburgern und Münchnern nicht immer der herzlichste ist), aber das war es dann auch schon. Vergleichsweise sind da Länder wie Italien mit dem Nord-Süd-Gegensatz (trotz 150 Jahre in einem gemeinsamen Staat), Spanien mit seinen nach Autonomie strebenden Minderheiten wie Katalanen, Basken oder Galiziern wesentlich inhomogener (von Bombenanschlägen usw. gar nicht erst zu reden).

      Was die Verschuldung betrifft, ist diese in Deutschland natürlich viel zu hoch und muß gesenkt werden - dennoch liegt der Schuldenstand bezogen auf das BIP mit etwa 66 % ziemlich exakt im europäischen Mittel und nur maßvoll höher als in der Schweiz, aber deutlich unter dem von Ländern wie Italien oder Japan (mit 160 % das am stärksten verschuldete Industrieland weltweit).

      Deshalb sind die Probleme prinzipiell zu lösen, nur müßte man halt tatsächlich mal mit der Problemlösung anfangen, anstatt jedem sofort "sozialen Kälte" vorzuwerfen, der am vorhandenen System auch nur 1 % ändern möchte... sonst werden die Probleme allein schon durch die Zinsproblematik in 10 - 20 Jahren tatsächlich mal unbeherrschbar.
    • @madmellow:

      hast du dich wieder beruhigt? mal abgesehen davon, dass ich natürlich weder blind noch sprengmeister bin: wenn deutschland vor 33 so toll gewesen wäre, wäre der ganze mist danach mit krieg, holocoust, teilung (und auch sprengung der paulinerkirche) doch gar nicht passiert. statt alten idyllen (die es so nie gegeben hat) hinterherzutrauern, ist es doch sinnvoller, den blick nach vorn zu richten. gerade in schwierigen zeiten ist es wichtig, sich neu bietende chancen zu nutzen. dazu gehört, der uni (deren studentenzahl sich seit der wende mehr als verdreifacht hat) am alten standort einen neuen campus zu errichten, der sie leistungsfähiger und attraktiver macht. diesen ansprüchen wird der entwurf von van egeraat auf fast schon geniale weise gerecht, gerade weil er nicht die uhren zurückzudrehen versucht, sondern ein stück "neues leipzig" schafft - städtebaulich prägnant, funktional überzeugend und auch noch poesievoll.
      zumindest für jene, bei denen die poesie nicht beim stabreim bzw. bei steinsäulen endet...
    • Ich bitte euch, weiterhin auf sachlicher Ebene zu diskutieren. Ich weiß, das fällt mitunter schwer. Auch ich habe mich gestern hinreißen lassen, und mich auf das Niveau von Chihiro alias telecaster herabgelassen, nur weil er der Meinung war, mir mit vermeintlich coolen Sprüchen dumm kommen zu müssen. Hätte ich 5 Minuten gewartet und tief Luft geholt, hätte ich ihm vermutlich auch nicht geantwortet.

      Darüber hinaus verstehe auch ich madmellow in gewisser Hinsicht, aber auch rakete vertritt nur (s)eine Meinung.


      @rakete

      statt alten idyllen (die es so nie gegeben hat) hinterherzutrauern, ist es doch sinnvoller, den blick nach vorn zu richten.


      Vorwärts immer - rückwärts nimmer! War das nicht Honis Spruch, der zum Leitbild für die gescheiterte DDR wurde? Wie dem auch sei: Auch die Paulinerkirche, dessen kunsthistorische Schätze in einer Sandgrube in L.-Probstheida verbuttelt wurden, und das Augusteum mussten u.a. wegen diesem zweifelhaften Fortschrittsgedanken weichen. Danach wurde eine Uni errichtet, die heute (verglichen insbesondere mit ihrer langjährigen Geschichte) im nationalen wie internationalen Vergleich allenfalls nur noch Mittelmaß ist.

      gerade in schwierigen zeiten ist es wichtig, sich neu bietende chancen zu nutzen. dazu gehört, der uni (deren studentenzahl sich seit der wende mehr als verdreifacht hat) am alten standort einen neuen campus zu errichten, der sie leistungsfähiger und attraktiver macht.


      Wie schon gesagt, ging dies schon mit dem Neubau zu DDR-Zeiten gründlich daneben. Warum soll das nun mit van Egeraat besser werden? Oder mal anders gefragt: Warum wäre der Campus (der ja eigentlich keiner ist und keiner sein wird, da die mehr als 30000 Studenten über die ganze Stadt verteilt sind) attraktiver und leistungsfähiger, wenn man die Paulinerkirche oder auch das Augusteum nicht wieder aufbauen würde?
    • na weil dann der platz fehlen würde, um einen campus zu errichten, der diesen namen verdient. natürlich werden auch ab 2009 nicht alle studenten in dem neuen komplex untergebracht sein, aber mehr und unter besseren bedingungen als je zuvor.
      wenn man ein krankenhaus errichtet, dann mit der massgabe, beste verhältnisse für patienten und ärzte zu schaffen. das selbe sollte auch für eine universität zutreffen. ausreichend räume, kurze wege und flexible nutzung sind dabei ganz wesentliche kriterien - die die ddr-bauten nicht mehr erfüllen konnten und deren vorgängerbauten erst recht nicht. deshalb der neubau.