Neubau des Hauptgebäudes der Uni Leipzig

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Die Abstimmung für das Gebäude des Jahres 2018 ist geöffnet! Abstimmungsende ist am 15. November 2018. Bitte gebt bis dahin Eure Stimme ab.

    • Eine interessante Ergänzung zum Filmbeitrag über die bauliche Entwicklung des Leipzige Augustusplatzes:


      Leipzig Lexikon schrieb:

      ...Nach dem Ausscheiden des Gewandhaus-Kapellmeisters V. Neumann (1920-1995) im Jahr 1968 wurde ein dem Kapell­meister gleichgestellter Intendant eingesetzt. K. Zumpe wurde als »Beauftragter für den Neubau des Gewand­hauses« von der Organisation und Verwaltung des laufenden Orchester­betriebs abgezogen...
      Über die Arbeit von Karl Zumpe müsste doch mehr in Erfahrung zu bringen sein?
    • Was mich beim Abriss der Universitätskirche St. Pauli in Leipzig interessieren würde, denn diese Frage ist bis zum heutigen Zeitpunkt nicht geklärt. Unter der Kirche gab es eine Gruft, dort lagen bis zu 800 berühmte Persönlichkeiten (Ärzte, Bürgermeister, Juristen, Polizisten...).

      Warum hat man die Gruft vor dem überflüssigen Abriss der Universitätskirche St. Pauli nicht einfach verschlossen bzw. versiegelt. Sind wirklich alle Leichen auf den Südfriedhof überführt worden, ich kann es mir nicht vorstellen.
    • "Die Kultur einen Volkes erkennt man am daran, wie es mit seinen Toten umgeht" und daher ist meistens mein erster Weg, den ich in eine fremde Stadt mache, der auf den Friedhof.

      DDR bzw Kommunismus und Kultur...naja, die Zeiten haben sich in dieser Hinsicht und vor allem zum Glück im Osten um 180 Grad gebessert. Schaue Dir einmal die Berichte und Bilder vom Abriss und der Leichenfledderei der Dresdener Sophienkirche an. Da dreht es einem als Mensch den Magen um und als Kulturbürger auch die Hirnhaut. Du willst es nicht wissen.
      "Man kann einen gesellschaftlichen Diskurs darüber haben, was Meinungsfreiheit darf.Oder man hat Meinungsfreiheit."

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Exilwiener ()

    • Nochmals zur Erläuterung

      Als die kriegsbeschädigte Sophienkirche 1962/3 abgebaggert wurde, hatten die Akteure keinerlei Ahnung um deren Bedeutung. Erst als Leichenteile und Silberschmuck von aufmerksamen Bürgern auf den LKWs gesichtet wurden, zogen SED und Stasi daraus die Konsequenzen. Hier nochmals ein historischer Blick:



      Zwinger und Sophien-Kirche Albuminfoto, vermutlich 1890

      Dies durfte sich gemäß SED und Stasi in der DDR nicht wiederholen. D.h. nicht, daß man die Grabräuberei unterließ, sondern im Gegenteil, man organisierte zunehmend die Ausschlachtung von Friedhöfen, Kirchen und sonstigen potentiellen Fundorten z.B. bei der Abbaggerung ganzer Ortschaften für die Gewinnung von Braunkohle.

      Allein die Vorbereitung der Plünderung der Paulinerkirche erstreckte sich vom Gutachten Dr. Nadlers bis zur Geheimoperation am Wochenende vor der Sprengung 1968 über mehrere Jahre.

      Auch wenn dies erst in die Gründungsperiode des Bereiches der Kommerziellen Koordinierung des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR fällt, konnte hier nichts abhanden kommen. Um mich nicht zu wiederholen, möchte ich das Thema hinweisen, was sich direkt mit den originalen Quellen befaßt.

      Die Paulinerkirche - Martin Luthers Wegweisung

      Zudem gibt es seit Jahren unterschiedlichste und parallel laufende Recherchen.

      paulinerkirche.org/Projekte/Zeugenaufruf/zeugen0.html

      Das muß deshalb erwähnt werden, weil das lokale Zentralorgan mit seinen Schreiberlingen nur das zuläßt, was z.B. vor zehn Jahren bei ZEIT, WELT und BILD bereits veröffentlicht wurde.

      Um es nochmals zu verdeutlichen: Am 30.5.1968 wurde eine völlig ausgeraubte und geschändete Kirche bereits als Ruine gesprengt, da an besagtem Wochenende tragende Säulen in der Suche nach weiteren Schätzen angebohrt wurden. Die Sprengungsfilme kann man mit dieser Kenntnis heute etwas anders betrachten ...

      Die Toten kamen somit weder in die Etzoldsche Sandgrube (zu dem Zeitpunkt stand die Kirche noch) noch auf den Südfriedhof (man kannte nicht den tatsächlichen Umfang der Gräber und folglich hätte dies bei hunderten Toten Aufsehen erregt ...). Sowohl "Verbringungsort" (s.o.) als auch Empfänger des Schmuckes sind genannt.

      Nur über einen DDR-Staatsvertrag konnte der "Paulinerschatz" ausgeführt werden. Das hat sein Gutes darin, daß dieser Schatz nicht irgendwie verstreut und verscherbelt werden konnte wie vieles bei der KoKo oder den Nachahmern in den eigenen Reihen der "Tschekisten" am Beispiel Sophienkirche.

      Nun ist die Situation nur eben die, daß diese ganzen und weitere Abgründe zum Zeitpunkt des Planungsbeginns um das Jahr 2000 noch nicht bekannt waren. Der Hauptgrund zur Verhinderung des originalgetreuen Wiederaufbaus der Paulinerkirche mit Spendengeldern (!) und der Mithilfe u.a. von 27 Nobelpreisträgern darin bestand, daß die SED schlimmer als die Nazis die eigene Geschichte "auffraß", damit ihre Spitzel mit Westgeld in die nichtsozialistische Welt ausgeschickt werden konnten, um diese mit Spionage zu "überholen".

      Und als dies zunehmend offengelegt werden konnte, meinten insgeheim sowohl Dr. Thomas de Maizière als auch das Bundeskanzleramt und auch die Hochschulrektorenkonferenz, dies sei wohl nicht so wichtig "für einen Neubau".

      Dies war ein erwiesenermaßen folgenschweres, verhängnisvolles, kostenintensives und nachhaltiges Versagen, das die Akteure weiter belastet!

      Aufklärung ist gefordert! Das bedeutet, daß von Staat zu Staat Verhandlungen aufgenommen werden müssen, weil
      alle Namen auf Metallschildern dokumentiert waren, Grüfte teilweise fotografiert wurden und die Zuordnungen zu den derzeit wie Sondermüll abgestellten Kindersärgen erfolgen müssen.

      Was soll der "Paulinerschatz" weiter sinnlos im Verborgenen liegen, wo kein Bezug vorhanden ist und nur eine ausgleichende Rückführung eine erstrebenswerte zivilisatorische Lösung sein kann.

      Die eingeleiteten Porträtsammlungen dienen nur als Hilfsmittel für die notwendigen Exhumierungen und genetischen Untersuchungen der "Eliten vergangener Jahrhunderte".

      Um unliebsame Geschehnisse drücken sich politische wie auch andere Verantwortungsträger äußerst gern.

      Aber sollen erst AfD oder Privatpersonen die Grüfte öffnen, damit der Skandal Fahrt aufnimmt?

      Oder sehen es die Verantwortungsträger nicht als Chance, damit Forschung und die Wiedergewinnung von Kultur-, Wissenschafts- und Bildungswerten wieder neue Perspektiven für eine humanistische Welt eröffnen?

      Fakt ist, daß mit dem Verbringungsort der Toten sich weitere Fragen zur Johanniskirche und zur Matthäikirche stellen.

      Und es wird keine Ruhe mehr geben für angeschriebene Verantwortungsträger, die sich weiter verleugnen wollen.