• Natürlich ist es eine Kulturschande, solche Häuser abzubrechen. Dennoch ist es nicht überraschend, denn in Baden-Württemberg werden unablässig Baudenkmäler zerstört, darunter unheimlich viele wertvolle Fachwerkhäuser.


    Das hier ist an Baden-Württemberg an der Tagesordnung:
    http://www.suedkurier.de/regio…ebremst;art372517,7463306


    Ich weiß auch von einem größeren Abbruch irgendwo in Baden-Württemberg, der so schwerwiegend ist, dass ich noch nicht davon berichtet habe. Es ist unübersehbar, dass es jedenfalls in Württemberg kaum einen funktionierenden Denkmalschutz gibt. Kein Wunder auch, denn in Württemberg dreht sich alles nur ums Geld - für uns völlig unnachvollziehbar, wie man sein ganzes Leben einem Nebenschauplatz opfern kann. Alles, alles, alles, es geht immer nur um's Geld. Alle anderen Themen treten dahinter zurück.

  • Das wird ja wirklich der Horror:


    Für die Bebauung der derzeit noch im Besitz der Stadt befindlichen Flächen gibt es mehrere Vorgaben:

    • Das Gelände soll fünfgeschossig bebaut werden. Lediglich an der Ecke Katharinen- / Obere Hauptstraße könnte es auch höher werden, denkbar wäre hier ein „Stadttower“.
    • Im Erdgeschoss und eventuell Teilen des ersten Obergeschoss ist Handel vorgesehen. Angedacht sind mittelgroße Geschäfte, zum Beispiel kleine Fachmärkte. Dazu kommen Dienstleister sowie Gastronomie.
    • Auf den restlichen Flächen sollen Wohnungen entstehen. Hierbei ist eine Mischung vorgesehen, zu der neben hochwertigem Innenstadtwohnen auch besondere Wohnformen wie Apartments für junge Leute oder barrierefreies Wohnen gehören.
    • Unter das Gelände soll eine Tiefgarage.

    Die Abbrüche sind vor allem deshalb so bedauerlich, weil es sich um jenen Teil der Stadt handelt, der beim Stadtbrand vom 1803 verschont blieb!

  • Wie gut, dass Haus Enslin erhalten bleibt! Man kann jetzt nur hoffen, dass nach den wirklich flächendeckenden Abrissen der Nachbarhäuser an der Stelle jetzt nichts Ultra-Hochmodernes, Kaltes und somit Totes entsteht... Ansonsten tun mir die Menschen leid, die in dem Quartier leben.


    Daher meine dringende Bitte an die Bauleute:
    Bitte bauen Sie das Quartier wieder so auf, dass die Menschen dort noch ihre HEIMAT WIEDER ERKENNEN werden und bald nicht denken müssen, dass sie nun gar nicht mehr in ihrer Heimatstadt Stuttgart leben, sondern plötzlich irgendwo auf einem anderen Planeten gelandet sind!

  • In Nendingen will die Stadt Tuttlingen vier Häuser abreißen lassen.


    Toll finde ich ja dieses Zitat: „Wenn ein Eigentümer nicht mitmacht, können wir hundert Mal zusammenkommen und besprechen, welche Häuser längst abgerissen werden müssen, ohne, dass etwas passiert“, so spricht der Ortsvorsteher.


    http://www.schwaebische.de/reg…id,10599854_toid,705.html

  • Irgendwas muss in den Köpfen so mancher Leute in Baden-Württemberg grundsätzlich anders sein als in unseren Köpfen. Die scheinen es ja nicht erwarten zu können, bis die letzten Reste eines reizvollen Ortsbildes verschwinden und alles zugebaut und betoniert wird. Die Wortwahl, dass ein Haus längst abgerissen werden müsse, ist mir vollkommen fremd.

  • Tuttlingen kenne ich nur aus einem Teil der "Lümmel von der ersten Bank"-Reihe, in der Peter Alexabder dort Lehrer ist und dann zu den "Lümmeln" nach Baden-Baden versetzt wird. Ich weiß nicht, inwieweit in diesem Film Originalschauplätze gezeigt werden. Auf jedenfall wird dort zunächst in einem großen Fachwerkhaus unterrichtet, das dann abbrennt (ich hoffe, es war kein echtes), die Buben laufen in Lederhosen, die Mädchen in ländlichen Kleidern herum, sie grüßen mit "Grüß Gott", spielen im Freien, wandern und lachen sehr viel.
    Abends sitzt Peter Alexander mit örtlichen Bauern im Wirtshaus und zecht fröhlich den dortigen Wein.


    Es scheint sich in den letzten 50 Jahren sehr viel in Tuttlingen geändert zu haben; architektonisch und bevölkerungsmäßig (Bau einer Moschee).

  • Eine ehemalige Malzfabrik – teilweise Backstein, teilweise verputztes Fachwerk – wird durch eine Wohnanlage ersetzt. »Die Backsteinstruktur wollen wir beibehalten«, sagt der Eigentümer. Was auch immer das konkret heißen soll...


    Artikel: https://www.schwaebische.de/la…tehen-_arid,10936163.html


    Video: https://www.schwaebische.de/la…fabrik-_vidid,149905.html

  • Das Enslinhaus wurde jüngst beseitigt nach Nachweis der angeblichen Unwirtschaftlichkeit einer Sanierung:
    »Das Kellergewölbe sei eines der wenigen Überbleibsel an Bausubstanz, die den großen Tuttlinger Stadtbrand von 1803 überdauert haben, heißt es. Der Fachwerkbau wurde wohl 1804 über einem älteren, zweigeschossigen Gewölbekeller errichtet.
    Nach jahrelangem Hickhack wurde der Abbruch nun im Oktober genehmigt. Die Wohnbau hatte per Gutachten nachgewiesen, dass eine Sanierung nach Auflagen des Denkmalschutzes wirtschaftlich nicht darstellbar sei (wir berichteten). Eine umfangreiche Dokumentation des Gebäudes liegt aber vor.
    Einige Tuttlinger bedauern den Abriss, wie mehr als 90 Prozent der Beiträge im sozialen Netzwerk Facebook zu diesem Thema zeigen. „Die letzten schönen Häuser verschwinden nun auch noch“, heißt es da beispielsweise. „Am besten ganz Tuttlingen abreißen und neu aufbauen, alles rechteckig und quadratisch, weiß und grau genormt“, lautet dieser sarkastische Beitrag. „Jetzt kriegen wir noch einen weiteren Betonpflärren.“ Und schließlich: „War doch klar. Man weiß doch, wer in Tuttlingen wichtig ist und wer nicht.“« https://www.schwaebische.de/la…s-weg-_arid,10978070.html