• Sehr geehrte Freunde der klassischen Architektur,


    seit knapp drei Jahren wohne ich in der Kreis- und Universitätsstadt Homburg im Saarpfalz-Kreis und beschäftige mich in der Freizeit gerne mit der historischen Entwicklung der Stadt. Gerade die kurze Zeit als Sitz der Herzöge von Pfalz-Zweibrücken (Haus Wittelsbach) brachte mit der Errichtung des Schloss Karlsberg ab 1778 eine monumentale Schlossanlage hervor, die durch die Koalitionskriege leider fast vollständig zerstört wurde. Übrig blieb bis heute nur ein Baumagazin, aber auch dieses wurde baulich verändert. In den letzten Jahren konnten aber große Teile der ehemaligen Parkanlage, der Karlslust, gesichert und zugänglich gemacht werden. Nähere Informationen zu der Schlossanlage können unter anderem hier nachgelesen werden: Wikipedia Schloss Karlsberg


    Vorstellen möchte ich heute die vorbildliche Arbeit der Familie von Wegner, die sich seit 2014 der umfassenden Restaurierung des Guts Königsbruch gewidmet haben. Eine liebevoll eingerichtet Internetseite informiert über das aktuelle Baugeschehen mit einer umfassenden Sammlung von Fotografien. In diesem Jahr soll ein großer Teil der Anlage zum 250. Jubiläum fertiggestellt werden. Ich ziehe meinen Hut vor dieser immensen Aufgabe und hoffe, dass dieses Engagement in meiner Region Nachahmer findet.


    Leider habe ich kein Foto des ursprünglichen Zustandes und kann nur auf die Bildergalerie verweisen. Ich bitte um Nachsicht.



    Hier geht es zur Internetseite: Gut Königsbruch


    Gruß von der Blies


    Eber

  • Hallo Eber,


    willkommen zuerst einmal im Forum :) Da ich auch aus dem Saarland komme, ist mir natürlich Schloss Karlsberg bei Homburg ein Begriff! Leider wurde das Schloss durch die französischen Truppen während der Revolution von 1789 in Brand gesteckt “guerre aux châteaux paix aux chaumières“, sonst hätte das Saarland noch Heute eines der größten Schlösser Deutschland vielleicht sogar Europas ! Auf jeden Fall wäre es Heute zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt worden wenn es nicht vernichtet wurde!
    Vor Kurzem lief übrigens im SR Fernsehen eine interessante Dokumentation über die Reste des einstigen “saarländischen Versailles “


    http://sr-mediathek.sr-online.de/index.php?seite=7&id=35423


    Freue mich auf weitere Beiträge


    Fachwerkliebhaber

  • Auf der Baustelle scheint es gut voranzugehen. Die Galerie wurde nun um die Fotos der Monate April und Mai erweitert. Aber seht selbst:


    Galerie Gut Königsbruch


    Beachtenswert sind nach meiner Meinung die 4 Skulpturen der vier Jahreszeiten.


    PS: Ist es möglich und erlaubt Fotos von Flickr hier einzubinden?

  • Der Marktbrunnen in Homburg wurde 1953 durch die ortsansässige Karlsberg Brauerei gestiftet und passend zum 500. Jubiläum des Deutschen Reinheitsgebotes in diesem Jahr umfassend saniert.


    Die Grundform des Brunnens stellt ein sechszackige Stern dar, der auch das Logo der Karlsberg Brauerei ziert. Seitliche Reliefes zeigen wichtige historische Ereignisse in der Stadtgeschichte. Bekrönt wird der Brunnen durch die einzigen drei Zutaten des Bieres.


    Hier noch ein Artikel des Pfälzischen Merkurs vom April 2016: klick

  • Die Bildergalerie von Gut Königsbruch wurde aktualisiert, gerade die Fotografien des neu angelegten Gartens finde ich beeindruckend.


    Galerie

  • In der noch zum Teil erhaltenen Homburger Altstadt soll dieses Wohn- und Geschäftseckgebäude abgerissen und gegen einen modernen Gebäudekomplex mit Staffelgeschoss ersetzt werden.



    Foto: Pfälzischer Merkur


    Doch gegen dieses Vorhaben laufen die ansässigen Ladenbesitzer und die Grünen sturm. Zu viele Eingriffe hat es in den letzten Jahren in eben diesem Gebiet gegeben und somit sieht man den Altstadtcharakter nachhaltig gefährdet. Gegen diesen Abriss liegt in Homburg in diversen Geschäften eine Unterschriftenliste aus, unter anderem bei Papier Klein. Zu Beginn des Monats wurde diese bereits von über 500 Bürgern unterschrieben.


    Vielleicht ist hier im Forum auch der ein oder andere Mitleser aus der Region unterwegs und möchte diesen Abriss ebenso verhindern.
    Ein Artikel über die Unterschriftenliste findet ihr hier: Klick

  • Hoffentlich haben so viele Homburger wie möglich es auf dem Herzen, dass dieses schöne Stadthaus erhalten bleibt und die Unterschriften-Aktion weiterhin erfolgreich ist. Das Eckhaus ist in einem so gutem Zustand und harmoniert so optimal mit den Nachbarhäusern und dem Kirchengebäude im Hintergrund.


    Etwas Staffelgeschossiges, Modernes wäre an der Ecke doch total fehl am Platze, würde das ganze Straßenbild zerstören. :kopfschuetteln:

  • Die Restauration des Gut Königsbruch schreiten weiter voran. Nach längerer Zeit, die durch den Todesfall von Archibald von Wegner überschattet wurde, befinden sich nun wieder zahlreiche neue Fotos des Baufortschrittes in der Bildergalerie.


    Bildergalerie Gut Königsbruch


    Mit Archibald von Wedner verlor die Stadt Homburg einen Gönner der klassischen Architektur, der sicherlich noch das ein oder andere Gebäude retten wollte.

  • Es lohnt sich mal wieder einen Blick ins Fotoalbum des Gut Königsbruch zu werfen. Der Innenausbau kommt gut voran und auch die neu entstanden Kapelle ist so gut wie fertig.


    Gut Königsbruch

  • Die umfassende Sanierung des Gut Königsbruch ist abgeschlossen. In meinen Augen wurde eine Perle vor dem Untergang bewahrt.




    Der Gutshof wurde als „Königsbrucherhof“ um das Jahr 1766 im Auftrag des Herzogs Christian IV. von Pfalz-Zweibrücken erbaut. Nach dem Tod des Herzogs im Jahre 1775 ging das Anwesen an seinen Neffen und Nachfolger Karl II. August über, der es seiner Gemahlin Maria Amalie schenkte. Während der französischen Revolution ging das Gut im Jahre 1793 in französisches Nationaleigentum über. Erst 1805 wurde es an Maria Amalie – nunmehr Witwe von Karl II. August – zurückgeben, die es anschließend veräußerte.
    In der Folgezeit wechselte der Gutshof mehrere Male den Eigentümer, bis er 1936 von Rudolf Tascher aus Saarlouis-Beaumarais erworben wurde. Auch heute noch ist das Anwesen unter dem Namen „Tascher Hof“ bekannt.
    Die wechselvolle Geschichte setzte sich bis ins Jahr 2014 fort, als die Eheleute Archibald von Wegner (1941–2016) und Margit von Wegner-Hauenstein den stark heruntergekommenen Hof erwarben, ihm den Namen „Gut Königsbruch“ gaben und die Sanierung in Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt begannen. Vier Jahre lang dauerten die Arbeiten, bis am 8. September 2018 das Ergebnis der Renovierung der Öffentlichkeit offiziell vorgestellt wurde.


    Vorher:






    (Alle Fotos von https://gutkoenigsbruch.de/bilder-galerie)


    Nachher:









    (Alle Fotos von TeKaBe, https://commons.wikimedia.org/…C3%B6nigsbruch?uselang=de)


    Die kleine Kapelle hat übrigens keinen historischen Vorläufer, sondern wurde dem Ensemble hinzugefügt.


    Ein großer Dank gilt der Familie von Wegner, die sich dieser Mammutaufgabe annnahmen und nun dieses herrliche Ergebnis präsentieren können.

  • Sehr schön die Erhaltung dieses Gebäudes! Allerdings haben mir, wenn ich ehrlich sein soll, die Aussenanlagen vorher besser gefallen, man hätte sie nur etwas mehr pflegen müssen. Die neuen Anlagen sind mir persönlich etwas "too much", schon ins kitschige spielend...aber, wie gesagt, meine Meinung.

  • Beim vorherigen Zustand hatte das Haus sehr schöne Fensterläden und einen kleinen Balkon über der Haustüre. Gerade die Fensterläden hatten dem Gebäude nach meinem Empfinden eine gewisse ländliche Anmut verliehen, aber auch das kleine, charmante Balkönchen, auch wenn Letzteres vielleicht erst aus dem 19. Jh. stammte. Schade, dass man sowohl die Fensterläden, als auch den kleinen Balkon nicht mehr angebracht hat.

  • Der Balkon wird wieder angebracht (man erkennt bereits die Balkontür). Wie es mit den Klappläden aussieht weiß ich nicht.


    Auf den Fotos wirken die Grünanlagen tatsächlich etwas überfrachtet, vor Ort ist es stimmiger.

  • In Homburg soll (mal wieder) das so genannte Vauban-Carrée bebaut werden. Hierbei handelt es sich um ein großes innerstädtisches Grundstück, unter dessen Oberfläche noch Reste der einstigen Stadtbefestigung, welche vom berühmten Festungsbaumeister Vauban persönlich geplant wurden, schlummern. In den letzten Jahren gab es bereits mehrere Anläufe, sogar ein offizieller Spatenstich, doch bis heute verbirgt sich unter dem weltläufigen Namen Vauban-Carrée nur ein geschotterter Parkplatz.
    Es liegt auch bereits eine erste Visualisierung des geplanten Neubaus vor. In meinen Augen erschlägt dieser die Passanten regelrecht mit seiner Größe und Wuchtigkeit.



    (Quelle: Die Rheinpfalz)



    (Quelle: Saarländischer Rundfunk)


    Die Visualisierung ist im eigentlichen Artikel auch etwas größer zu sehen: SR

  • Passt zu dem Artikel im anderen Strang: "Menschenfeindlich, kalt, lieblos – die Misere der deutschen Stadt". Man will einfach nicht aus den Fehlern lernen.

  • Zitat aus dem Presseartikel:

    Quote

    Das Vauban-Carree in Homburg soll an einen St. Ingberter Investor verkauft werden. Das hat der Homburger Stadtrat am Donnerstagabend einstimmig beschlossen.

    Einstimmig. Von AfD bis Linke. Nicht mal eine Gegenstimme. Dann wollen sie diesen leicht aufgepopten Klotz in ihrer Stadt ja offenbar ganz dringend. Die Not scheint groß. Dieser Verfall des Gefühls für Proportionen und Ästhetik ist schon ziemlich traurig.