USA - Neoklassische Architektur

  • Die Materialität wirkt klasse!
    Doch schade, daß die vertikale Gliederung des sich oben verjüngenden Mittelteils nicht auf die der Hauptfassade übertragen wurde. Die Haupfassade macht sich breit, während die Gebäudekrone in die höhe strebt, das paßt nicht so recht, da fehlt dann der Bezug zueinander.


    Hier sieht man das kleine Unglück:


    http://jdsdevelopment.com/wp-c…/11/fitzroy-gallery-1.jpg


    Ich fände es, - man verzeihe mir die schlampige Paintspielerei - besser so:


    https://img2.picload.org/image…irw/fitzroy-gallery-1.jpg

    "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski

  • Man wirft den Amis ja immer vor Ihre Kultur gegen die Wand zu fahren; aber dieses Gebäude ist das genaue Gegenteil wie aus der Achitektonichen goldenenera New Yorks (1860 1945) entsprungen in tadellosen Art Dekor nur der Mittel teilhätte echt noch 2-3 Stockwerke höher sein können. bin echt baff, weil auch die Amis bauen, eher modern wen auch nicht so hässlich wie bei uns.

  • Kaoru, wow klasse Verbesserung: angedeuteter durchlaufender Risalit, kleine Veränderung mit großer Wirkung. Schick's dem Architekten!
    Würde auch noch dieses Pseudostrebewerk oben etwas verschlanken und organischer mit den Lisenen/Rahmungen des Unterbaus verbinden. Könnte noch was an Verbundenheit bringen!?
    Der Aufsatz sollte auch noch schlanker in den Himmel auslaufen, symmetrisch abgetreppt. Na ja, bekäme dann was von nordischer Kathedralgotik oder hanseatischen Stadthäusern!?

  • An sich ein schönes Bau - bei den großen Altbaubeständen in NYC wäre es aber interessant zu erfahren, was diesem Bau weichen muss. Hoffentlich kein echter Art Deco-Bau oder sogar ein Gründerzeitler.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Man wirft den Amis ja immer vor Ihre Kultur gegen die Wand zu fahren;

    Das gilt ganz sicher nicht für den Bereich der angewandten Künste wie Architektur, Design, Gebrauchsgrafik usw. Mir scheint, dass der Amerikaner ein viel bewussteres, kundigeres Verhältnis zur visuellen Gestaltung seiner Umwelt hat als vor allem der Deutsche. Nach meinem (wenig fundierten) Eindruck scheint der Umgang des Amerikaners mit gestalterischen Aufgaben von einer deutlichen Tendenz zum Konservativen, Gediegenen, "Staatstragenden" geprägt zu sein. die sich geradezu antipodisch darstellt gegenüber dem windig-oberflächlichen Avantgardismus vor allem deutscher Architekten. Warum findet man in Deutschland kein Gebäude von der Güte des hier präsenterten? Weil deutsche Architekten es sich viel zu einfach machen, weil das Anspruchsniveau hierzulande sich noch nicht wesentlich aus dem Tief der Nachkriegs-Bauwerkelei herausgearbeitet hat.

  • Meine rede es ist traurig zu sehen was aus unseren Städten wird wehrend man trüben Teich ein ganz anderes, un verklemmtes Verständnis für Achitectur und Kultur hat.Aber auch in Amerika war man nicht Fehler frei alleine in New York sind so viele wundervolle Gebäude zerstört worden Singer, bulding Newspaper row ,Drake Hotel das für das riesen Streichholz sterben muste und viele mehr.Aber die Amys bauen wenigstens ansehnliche neue Gebäude und viele alte schätze werden wieder restauriert man erkennt dort den wert alter Gebäude
    viel besser als hier sowohl finanziell als kulturell besser an. Da käme
    niemand auf die Idee, Ziegel schmuck hinter Giftmüll zu packen.


    Quote

    Hoffentlich kein echter Art Deco-Bau oder sogar ein Gründerzeitler.

    Das hoffe ich auch nicht den grade die Art deco Architektur hat in New York Kunstwerke hervorgebracht da bleibt einen der Atem weg. Glaube aber das gebärde das vorher dort sah ähnlich modern aus wie die lings oder rechts ist aber nur ne Vermutung

  • Das Haus muß dafür dran glauben. Und obwohl es ein älterer Ziegelbau ist, schade ists nicht drum.


    https://www.google.de/maps/pla…x5153f939f2871f62!6m1!1e1

    Also doch ein Gründerzeitler. Schade eigentlich, auch wenn es ein einfaches Gebäude ist. Und solche niedrigen Gebäude werden aufgrund der "Verdichtung" überhaupt selten. Des weiteren steht gegenüber ein ähnliches Gebäude, dass finde ich gut dazu passt. Es muss nicht die ganze Stadt immer nur aus Protz bestehen. In meiner Gegend z.B. stehen viele einfache Häuser von 1900, und ich finde es schade, wenn eines verschwindet.


    Auch wenn der Neubau toll aussieht. Und ich bin mit deiner Kritik zum Neubau auch komplett einverstanden, und hätte ihn auch so gestaltet wie du. Ich hätte es trotzdem toller gefunden, wenn man ein Nachkriegsgebäude dafür zerstört hätte.


    Die niedrigen Gebäude machen einen gewissen Charme aus, und bringen "Luft" und Abwechslung in Straßen hinein.

  • Ich habe mich jetzt viel mit dem Thema Bauen in der Stadt New York beschäftigt, und ich muss sagen, solche Gebäude sind anscheinend gar keine Rarität … nicht gerade wenige Neubauten nehmen viele Elemente klassischer Architektur und verwenden auch dieselben Material (zumindest von Außen) wie die Gebäude in der Umgebung. Ich habe auch über Denkmalschutz und ähnliches dort gelesen, und war eigentlich recht erstaunt. Da werden manche Gebäude rekonstruiert oder teil-rekonstruiert, und da regen sich die Leute auf, dass ein paar Details nicht stimmen. Also ganz ehrlich, wenn ich diese Sorgen hätte …
    Dann habe ich auch von einem Altbau an einem Eck gelesen, wo links und rechts (sowie dahinter) das Grundstück frei war und bebaut wurde. Hier haben sich ebenfalls viele Leute aufgeregt, dass der Neubau dann um den Altbau herum gebaut wird. Als ich mir dann die Bilder angeschaut habe, konnte ich die Kritik überhaupt nicht verstehen. Ein Neubau den man als solchen kaum erkennen konnte und durchgehend von klassischen Akzenten geprägt war, und nach einem typischen New Yorker Gebäude aussah, das immer hier gestanden ist. Von so etwas träumt man ja quasi hier zu lande …


    (Leider finde ich die Bilder nicht mehr)

  • Ich bin schon öfters in den USA gewesen und dort viel rumgereist. Man hat ja immer Vorurteile gegenüber den Amis und hält diese in sachen Architektur für wenig geschmackvoll bzw. mit Hang zum Kitsch. Genau das Gegenteil ist der Fall. Es gibt dort z.t. ausgezeichnete neo klassische Architektur. Sowohl im Einfamilienhausbereich als auch in großstädtischen Quartieren. Siehe oben.
    Ich kann auch gerne noch weitere Beispiele posten.


    Der Moderator kann diesen Strang gerne in neo klassische Architektur in den USA umbenenen.


    Moderationshinweis (Riegel):
    Ich habe jetzt den Titel von "interessanter Neubau" in "interessante Neubauten" geändert. Somit bleibt der Strang auch für andere Architekturstile offen.

  • Ich bin schon öfters in den USA gewesen und dort viel rumgereist. Man hat ja immer Vorurteile gegenüber den Amis und hält diese in sachen Architektur für wenig geschmackvoll bzw. mit Hang zum Kitsch. Genau das Gegenteil ist der Fall. Es gibt dort z.t. ausgezeichnete neo klassische Architektur. Sowohl im Einfamilienhausbereich als auch in großstädtischen Quartieren. Siehe oben.
    Ich kann auch gerne noch weitere Beispiele posten.


    Der Moderator kann diesen Strang gerne in neo klassische Architektur in den USA umbenenen.

    Dieser Kitsch, von dem du sprichst, ich glaube den gab es schon damals. Gerade diese typischen Einfamilienhäuser scheinen von Innen total kitschig zu sein, aber die scheinen auch damals genauso ausgeschaut zu haben – viele von denen sind nämlich gar nicht neu, sondern tatsächlich um die 100 Jahre alt. Das wäre also ca., als ob man bei uns Häuser nachbauen würde, wie sie damals waren.


    Hier ein Gebäude, welches rekonstruiert wurde. In dem Artikel sieht man, wie das Haus 1997 aussah, dann brannte es aus und die oberen Stockwerke wurde abgetragen. Schließlich hat man es wieder aufgebaut:



    Ein paar Details sind anders, ich weiß selber nicht wieso, es schaut sogar aus, als hätte man ein paar Sachen hinzugefügt.

  • Hatte großen Kitsch erwartet, wirkt von Außen aber gar nicht so übertrieben. Innen sieht es dann schon wieder anders aus. Ich denke wäre das Gebäude in einem anderen, mehr ernst zu nehmenden Kontext, sprich einem seriöseren Kontext, könnte es durchaus ganz in Ordnung rüberkommen.


    Ansonsten, bezüglich New York. Hier noch weitere interessante Projekte aus dem Nachbarforum: http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?t=1565831


    Sogar die Innenräume sind zum Teil mit Marmor, Fischgrätenparkett, Vertäfelungen und Stuck versehen. :(
    Ich schätze, da wo das Geld liegt, ist eben alles möglich, und dort findet sich eben auch alles – also auch Menschen, die gerne klassisch bauen. Jetzt verstehe ich, wieso New York immer als Weltstadt #1 dargestellt wird – früher war mir das irgendwie nicht klar.

  • Im Skyscrapercity Forum wurde ein Video veröffentlicht, dass die Herstellung der Terra-Cotta Fassade des Fritz Roy Buildings zeigt. Sehr interessant! Ich hoffe das es mehr solche Gebäude in der Zukunft geben wird.

    URL

  • Die USA quellen wirklich über vor großartigen neuklassischen Projekten. Neben UK (man denke an die Traditional Architecture Group) gibt es dort auch schlicht die höchste Qualität und Quantität entsprechender Projekte.


    Man ist dabei wesentlich weiter als etwa in Europa, denn klassische Architektur wird an diversen Universitäten gelehrt. Also, wer klassische Architektur studieren will - dem bleiben derzeit (fast) nur die Vereinigten Staaten und UK.
    Zu den renommiertesten Schulen für neue klassische Architektur zählt die Notre Dame School of Architecture, die auch den jährlichen Driehaus-Architekturpreis vergibt (ich berichtete mehrfach über den "Pritzkerpreis für Klassiker"). Das Institusmotto ist die nahezu perfekte englische Entsprechung für APH/Stadtbild: "Committed to the making of well-designed, livable cities and towns." (Der Schaffung gut gestalteter, lebenswerter Städte verpflichtet.)


    Auch leisten sich sehr viele (meist private) US-Universitäten regelmäßig schöne neuklassische Neubauten. Hier z.B. was Großartiges "Neo-Neogotisches" von der Vanderbilt University in Nashville.


    Wie dieser imposante Neubau entsteht:



    Link


    Wie das geht? Klar, Mäzenatentum á la Hasso Plattner macht's möglich! (In diesem Falle die Ingram-Familie)



    Hier mehr solcher Projekte aus den ganzen USA. Und hier.


    Wer sich in DE mal einen fähigen klassischen Architekten nehmen will und hierzulande keinen findet, bedient euch bei den Amis, gibt viele die auch recht "günstig" und dennoch sehr gut sind:


    Liste neuklassischer Architekten in den USA und weltweit


    Hier noch mehr (fast 500 Einträge inzwischen!)



    Ich habe extrem viel Material über die letzten Jahre zusammengetragen, mit der Hilfe vieler Leute aus aller Welt.
    Langt nur zu, es ist alles für die Allgemeinheit gedacht. :thumbup:

  • USA ist zwiespältig. Auf der einen Seite hat man dort in den vergangenen Jahrzehnten Kulturerbe abgerissen als gäbe es kein morgen. Andererseits viele schöne neuklassische Projekte. Mir scheint manchmal, die Amis sind da sehr locker und unsentimental, verschwindet das eine kommt was anderes. Nicht meine Philosophie, aber wir Europäer haben ja auch viel mehr geschichtliche Tiefe und ungleich wertvollere Bausubstanz.