Die preußischen Throne

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    Die Abstimmung für das Gebäude des Jahres 2018 ist geöffnet! Abstimmungsende ist am 15. November 2018. Bitte gebt bis dahin Eure Stimme ab.

    • Vielen Dank Aedificium,

      genau an derartige 'Genre-Szenen' hatte ich gedacht. Derartiges bekommt man ja selten zu sehen.

      Eine Laube auf dem Dach des Schlosses, wer hat bisher schon davon gehört !?

      Klasse ! :applaus:

      Wenn jetzt auch noch Bilder auftauchen, die den Berliner Hof zu Friedenszeiten in noch voller Funktion zeigen, also z.B. Herrn Schönfelder beim Verspachteln der Wand eines der unter S.M. in den Mecklenburgischen Kammern neu eingerichteten Gästezimmer....

      oder, um im Bilde zu bleiben, den - turnusmäßigen - Austausch der Bespannung des Baldachins im Weißen Saal, durch den hierfür zuständigen 'weitläufigen' Kollegen von Herrn Schönfelder ... ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Pagentorn ()

    • Hallo Pagentorn,

      es gab am Hof zu Berlin auch viele Hofdamen. Was deren Aufgabe genau war, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich erinnere mich gelesen zu haben, dass diese Hofdamen im Alter im ehemaligen Kloster Heiligengrabe in der Priegnitz bei Perleberg untergebracht und wohl auch verpflegt wurden. Ein Teil der dortigen Gebäude war im ersten Weltkrieg abgebrannt, worauf der Kaiser sofort den Wiederaufbau angewiesen hatte (wenn ich mich recht erinnere soll das 1917 gewesen sein). Das Damenstift bestand bis 1945. Es wäre interessant zu wissen, ob ehemalige Hofdamen schriftliche Erinnerungen über deren Zeit als Hofdame im Berliner Stadtschloss hinterlassen haben.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Villa1895 ()

    • In den Momoiren der Kaiserin Friedrich (Gemahlin des 99-Tage-Kaisers Friedrich III. und Tochter der Königin Victoria von England) schreibt diese zum Berliner Stadtschloss, in dem dem jung vermählten Paar eine Wohnung zugewiesen worden war sinngemäß Folgendes: Die an sich breiten Gänge des Schlosses waren voll gestellt mit alten Möbeln. So standen auf den Fluren alte Schränke, Kommoden, Sessel, Tische, Gemälde, Spiegel usw. Entsetzlich sei es aber für sie aber gewesen, dass öfters unvermittelt plötzlich um die Ecke oder wie aus dem Nichts kommend eine große Schar von Ratten dahergehuscht kam. Die Ursache hierfür sei wohl gewesen, dass man zu große Abwasserrohre aus dem Schloss in die Spree geleitet habe, so dass die Ratten durch diese Abwasserrohre sehr einfach ins Gebäude eindringen konnten. Ob sich unter den auf den Gängen abgestellten Möbeln wohl auch momentan nicht benötigt Throne befunden haben?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Villa1895 ()

    • Lieber Villa1895,

      solche Memoiren der pensionierten Hofdamen im Stift Heiligengrabe wären natürlich eine sehr schöne Ergänzung zu den Aufzeichnungen von Gräfin Mathilde Keller, die ja vierzig Jahre im Dienste Kaiserin Auguste Viktorias stand. Mir war gar nicht bewußt, daß es diese Altenfürsorgeeinrichtung von Seiten des Hofes gab. Vielen Dank für Ihren Hinweis !

      Und für 'Vicky' war es natürlich ein gewisser 'Kulturschock' vom mondänen London ins damals noch etwas verschlafene Berlin mit seinem spartanischen Hof zu kommen...
      Ich glaube allerdings nicht, daß die vor 1879/80 im Schloß existenten vier Thronmöbel (das Königsthronpaar und die beiden versilberten Scherenstühle Augsburger Produktion) die repräsentative 2. Etage verlassen haben, um dann auf einem der von der 'Princess Royal' beschriebenen breiten Fluren abgestellt zu werden. Für Reparaturzwecke dürften sie aber natürlich in den Werkstattbereich des Schlosses verbracht worden sein, z.B. für Aufpolsterungen. Letztere spiegeln sich ja in den klar unterscheidbaren Stoffbespannungen der Rückenlehnen wieder, die auf den aus unterschiedlichen Jahren stammenden Photos zu erkennen sind.
    • Guido Hinterkeuser forscht bereits zu den Thronen

      Im (heute bei mir eingetroffenen) Heft 2 aus 2015 des Mitteilungsblatts der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg e.V., kündigt Guido Hinterkeuser am Ende seines Aufsatzes ‚Silberthron und Silberbuffet – Neue Quellen zur brandenburgischen Hofkultur 1692-1698’ auf Seite 107 Folgendes an:

      „Weitere Überlegungen bleiben einer detaillierten Untersuchung zu den Thronen und ihren Standorten im Berliner Schloß vorbehalten, die sich in Vorbereitung befindet.“

      Wir brauchen hier im Forum also nicht weiter zu spekulieren, sondern können uns auf zukünftige fundierte Erkenntnisse dieses verdienten Autors freuen ! Vielleicht wird das Werk ja schon vor Eröffnung des Humboldtforums erscheinen…???
    • Lieber Vulgow,

      wenn Sie bei Gelegenheit einmal nachfragen könnten,wäre das wirklich sehr schön.

      Denn wenn man sich etwas intensiver mit einer neuen Materie beschäftigt hat und sich dabei immer neue Fragestellungen ergeben haben, dann drängt es einen natürlich Antworten zu erhalten. Und wenn diese aus so berufener Feder, wie der von Guido Hinterkeuser stammen werden, dann um so besser !

      :buchlesen:
    • Ein Thron für den deutschen Kaiser ?

      Da die Frage nach den historischen Thronen des 18. Jahrhunderts ja nun von Guido Hinterkeuser bearbeitet wird, können wir uns hier im Forum nun gänzlich der neueren Geschichte der Throne im Berliner Schloß widmen. Ein Aspekt wären dabei mögliche Planungen für einen Kaiserthron. Ob solche jemals unternommen wurden, entzieht sich bisher meiner Kenntnis. Einen Kaiserthron hat es in der Realität jedenfalls nicht gegeben, ebenso wenig wie die Krone des Deutschen Kaiserreichs, die ja lediglich als heraldisches Symbol existierte. Wenn dennoch Überlegungen zur Anfertigung eines derartigen Möbels bestanden haben sollten, dann wäre ein günstiger Zeitpunkt sicherlich das silberne Thronjubiläum von S.M. im Jahre 1913 gewesen. Und tatsächlich findet sich auf einer dieses Ereignis feiernden Postkarte ein Motiv, welches vom Aufbau her sehr an die Struktur der Reko des Silberthrones aus dem Kapitelsaal erinnert (von zwei Adlern gehaltene Krone, zentrales Medaillon), jedoch die heraldische Kaiserkrone zeigt und insgesamt moderner aufgefasst ist (übrigens ist sogar die adlerbestickte Rückwand eines Baldachins im Hintergrund zu sehen). Standen hier möglicherweise – nie umgesetzte - Planungen für einen dem Kaiser zu seinem 25. jährigen Jubiläum zu verehrenden deutschen Thron im Hintergrund ? Wer kann das heute noch sagen ?

      Abbildung 01:
      Der Ansatz zu einem Kaiserthron ?




      Abbildung 02:
      Zum Vergleich die Rekonstruktion des Silberthrons von 1879/80.


    • Hallo Pagentorn,

      ich hatte jüngst mal bei Herrn Dr. Bahl von der Landesgeschichtlichen Vereinigung nachgefragt und auch die jüngsten Mitteilungsbätter durchgesehen. Es gibt keine über die Ankündigung von Herrn Hinterkeuser hinausgehenden Erkenntnisse. Man wird wohl noch ein wenig warten müssen, oder wie wäre es, Guido Hinterkeuser direkt zu kontaktieren, da der neue Aufsatz nicht zwangsläufig auch in den Mitteilungsblättern veröffentlicht werden muss?
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Sehr geehrter Mantikor und lieber Vulgow,

      da ich es bisher leider nicht geschafft habe, Professor Hinterkeuser selber zu kontaktieren, erlauben Sie mir bitte die kurze Frage, ob es etwas Neues hinsichtlich seiner geplanten Publikation zum Thema gibt.

      Gerade jetzt, wo die Räumlichkeiten bald begehbar sein werden, in denen diese speziellen 'Möbel' einst gestanden haben - insbesondere natürlich der legendäre Silberthron...
    • @Pagentorn:
      Leider gibt es nichts Neues zu vermelden; ich habe schon gelegentlich ein Auge darauf.
      Hinsichtlich etwaiger Publikationen von Hinterkeuser empfehle ich einen Blick auf diese Seite. Die meisten der dort aufgeführten Veröffentlichungen können übrigens online gelesen bzw. heruntergeladen werden.
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)