Dresden - Postplatz

  • Der Platz ist langweilig. Viel zu groß geraten. Zu wenig Bäume. Die Architektur ist gar nicht mal soooo schlecht. "Städtebauliches Unvermögen" trifft es schon eher.

  • Immer deutlicher wird vor allem, wie schlecht der Neubau auf den Überresten der Oberpostdirektion wirklich ist. Das muss man nun als totales Desaster bezeichnen. Am PC denkt man ja aufgrund der verschobenen Fenster immer erstmal an einen Bildfehler. Dann zeigt Berts Bild vom Zwinger aus auch wunderbar, dass genau dort, zwischen den übrigen Neubauten eine kleine Höhendominante oder irgendein Blickfang hingehört hätte. Das Auge sucht förmlich danach, findet aber nur diesen Schiffscontainer. Die omnipräsenten Leitungsmasten und dieser "Monolith" tun am Platz ihr übriges. Mehr als ein Verkehrsknotenpunkt wird der Postplatz die nächsten Jahrzehnte nicht mehr.

  • Geneigten Dächer könnten schon sehr viel bewirken, besonders mit quasi neo-barocke (moderne) Giebel, oder Dachreiter. Mehr Grün am Platz: ja bestimmt und Schilder an die langweilige Fassaden mit raffinierte Beleuchtung, wie in allen Vorkriegsaufnahmen zu sehen waren. Kupferen Schmuckfiguren an den Fassaden. Lebendig und ganz weg von seelelose Kuben und nackte Raster; wenigstens etwas mehr Balanciertes zwischen Alt und Neu.


    Der Postplatz hatte früher herrliche Steildächereckbauten, Protzbauten wie das Telegraphenamt, Oberpostdirektionsgebäude mit wuchtigen herrlichen Eckturm, Sophien Kirche mit 2 Türme, schöne Platzbebauung zum Aufenthalt: es war wirklich sehr urban, schön und gemütlich


    Sieht heute aus wie Alexanderplatz in Berlin. Ein allerwelts Platz. Ohne markante Gebäuden wie früher und kein Aufenthaltsqualität.

  • Die Neubauten an sich sind ok. Das Ganzen aber nicht. Die Architekten haben kein historisches Bewusstsein und haben klipp und klar versagt.

  • Das Ganzen aber nicht.

    Was soll das denn bitte bedeuten? Ich verstehe deine Aussage nicht, zumal sie widersprüchlich ist. Wenn die Neubauten ok wären, hätten die Architekten ja nicht versagt. Außerdem ist es eher ein Versagen der verantwortlichen Stadtplanung.

  • Ich denke, "Klassiker" meint, dass die Neubauten für sich als Solitäre betrachtet für ihn noch in Ordnung gehen. Es ist aber kein angenehmes städtisches Platz-Ensemble entstanden. Was daran liegt, dass die Architekten kein Bewusstsein für den genius loci aufweisen.

    So jedenfalls verstehe ich das.

  • Ziemlich langweilig und einfallslos die Architektur der Neubauten am Postplatz.Und das in unmittelbarer Nähe zum Weltkulturerbe Zwinger.Am Postplatz hätte ich mir neuentworfene Gebäude in interessanter und einfallsreicher Traditioneller Architektur gewünscht ohne die Vorkriegsgebäude zu Rekonstruieren.Aber nun ja ,man muß nun die fade Postplatzbebauung die nächsten Jahrzehnte so nehmen wie sie jetzt ist.

  • Annenhöfe


    Der Rohbau ist mittlerweile im letzten Obergeschoss angekommen.


    Entlang der Schweriner Straße wird sogar schon die Fassade verklinkert


    Eine Probeachse am Baucontainer

    Wenn nicht anders angegeben, sind alle Bilder von mir.

  • Die Annenhöfe sind bis jetzt eines der wenigen "modernen" Gebäude in der Dresdner City.


    Wir brauchen für Dresden weder eine betont "moderne" Architektur, noch eine extrem historisierende. Die Annenhöfe würde ich einfach "grossstädtische" Architektur nennen, einen urbanen Stil. Manche Stilformen sind zeitlos und bewegen sich völlig ausserhalb von Kategosierungen wie "modern" oder "alt". Das ist beim anderen Knerer-Gebäude an der Schweriner übrigens auch der Fall. Ich verstehe nicht, wie ein Architekt einerseits etwas so gutes, und dann wieder so grauenhafte Sachen (Marienstrasse etc.) bauen kann. Ich kann mich da nur immer wiederholen.


    Ich sage das alles unter Vorbehalt, dennoch sind Baugerüste dran und man sieht es noch nicht richtig. Aben Grundriss finde ich schon mal sehr gut, Dresden kann bei all dieser sozialistischen Klotzigkeit ruhig mal eine runde Ecke vertragen.- Ebenso sympathisch die Arkaden.


    Bin wirklich gespannt wann das Objekt fertig ist.


    Vor den Mary-Ann Apartments allerdings graut mir schon jetzt. Hoffentlich werden viele Bäume davor gepflanzt......

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).