Dresden - Postplatz

  • Darkvision: volle Zustimmung!
    In der heutigen SZ spricht Architekt und Jurymitglied Matthias Horst über den Knerer & Lang Entwurf am Postplatz: Schsische Zeitung [online] - Dresden: Ich habe fr das Postplatz-Hotel gestimmt


    Den meisten Lesern gefällt das Postplatz-Hotel nicht
    (Sächsische Zeitung vom 03.05.2010)

    Quote

    ...77,5 Prozent sind von dem Entwurf für das künftige Motel-One-Hotel nicht überzeugt. Nur 347 finden ihn gut.
    Stadtplanerin Anja Heckmann warnt jedoch vor voreiligen Schlussfolgerungen. Möglicherweise könne man der Visualisierung Details und edle Fassadenmaterialien nicht entnehmen. „Wir sind froh um die klassischen Proportionen und Gliederungen der Fassade“, sagt sie. Der Entwurf sichere, dass sich das Gebäude harmonisch in die künftige Postplatzbebauung einordne und nicht vordergründig modisch erscheine. Es besitze das Potenzial, sich in den Kanon der kraftvollen benachbarten Gebäude mit hohem baukünstlerischem Wert (Staatsschauspiel, Zwinger, Schloss, Taschenbergpalais) mit Noblesse einzureihen.


    Leserbriefe:


    Quote

    Ein solches Bauwerk an dieser Stelle verhindern
    Mit Entsetzen habe ich den Entwurf zur Hotelplanung am Postplatz zur Kenntnis genommen. Ich bin Bauingenieur und Planer und wehre mich mit aller Entschiedenheit den Postplatz mit Bauwerken dieser Art weiter verstümmeln zu lassen. Viele meiner Fachkollegen sehen das Szenario der Stadtbebauung seit Jahren mit wechselhaften Gefühlen. Dieses Bauwerk mit seiner Funktion an dieser Stelle muss verhindert werden. Ich hoffe, dass viele Bürger dieser Stadt hier den Mut finden, sich dagegen zu wehren.Günter Tietze, per E-Mail


    Quote

    Dresdens Innenstadt ist kaum einen Besuch wert
    Seit wann hören denn Dresdens Stadtplaner auf die Bevölkerung? Ich wohne jetzt seit über 50Jahren in Dresden. Die Innenstadt besuche ich immer weniger, es macht keinen Spaß mehr. Lieber fahre ich in andere Städte und gebe mein Geld dort aus, in Dresden kein Stück mehr.Volker Warmuth, 01109


    Quote

    Der Bau zeigt das Dilemma im aktuellenStädtebau
    Das „merkwürdige Teil“ entstammt dem 20 Jahre alten, damals preisgekrönten Schürmann-Entwurf und ist der hilflose Versuch, den nach allen Seiten ausfließenden Platz irgendwie zu ordnen. Im Grunde zeigt dieser Bau das Dilemma des aktuellen Städtebaues, durch die Anhäufung von Solitärbauten ein Chaos zu erzeugen. Hier hat kein Bau mehr mit dem anderen etwas gemein oder versucht gar einer übergreifenden Idee anzugehören. Das, was aber nun absehbar an diesem geschundenen Platz folgen wird, ist allerdings um einiges heftiger und müsste vermutlich und völlig berechtigt in die Gründung der „Gesellschaft Historischer Postplatz“ münden. Andreas Weise, 01099


    Quote

    Der Postplatz-Entwurf lässt um Hilfe rufen
    Bei so einem Entwurf kann man wirklich nur Hilfe rufen! Ich bin als gebürtiger Dresdner sonst nicht nur aufs Meckern aus und verreiße auch keine Dinge, von denen ich keine Ahnung habe. Aber dieser Entwurf lässt nicht nur mich um Hilfe rufen! Gibt es denn keine Architekten mehr, die etwas von ihrem Beruf verstehen und bisher nicht nur Stahl- und Glasklötze entworfen haben und über ihren Studiums-Tellerrand hinausschauen? Ralf Hübner, 01257 Dresden



    Quote

    Hotel-Entwurf bietet Finesse im Detail
    Es ist unfassbar, als Gast der Stadt die infame Frechheit von Herrn Ufer lesen zu müssen. Die SZ sollten die Dresdner boykottieren. In Verkennung der dem Entwurf innewohnenden Finesse im Detail, die natürlich auf eine Visualisierung reduziert und auf Zeitungspapier gedruckt nicht vermittelt werden kann, wird ein künftiges Gebäude und der Verfasser verrissen von einem Redakteur, der Architektur weder studiert noch sich offensichtlich tiefer mit ihr befasst hat. Ich drücke den Dresdnern, dem Architekten und der Bauherrin die Daumen, sich von dieser Niveaulosigkeit nicht beeinflussen zu lassen. Frau Kalemba, Gera


    Quelle: http://www.sz.-online.de

  • Schsische Zeitung [online] - Dresden: Ich habe fr das Postplatz-Hotel gestimmt


    Quote

    Horst bittet darum, sachlich und kultiviert über eine zeitgemäße Architektur in Dresden zu streiten und nicht voreilig einen Architekturentwurf „kaputt“ zu reden und das Ansehen und Engagements des Bauherrn zu schädigen, ohne dessen Bauwille keine weitere Entwicklung am Postplatz möglich wäre.


    Das selbe Thema wie vorige Woche beim "Entwicklungsforum Innere Neustadt": sobald Kritik geäußert wird, heißt es, man solle nicht alles "kaputt" reden. Wie eingebildet sind diese Herren Architekten, bis sie endlich begreifen, dass für viele Stadtbewohner das Maß einfach voll ist. Dass nun hier ein Bauprojekt besonders kritisiert wird, welches eigentlich vergleichsweise erträglich ist (denn WIlsdruffer Kubus und Altmarkt-Galerie-Neubau sind echt schlimmer) unterstreicht eigentlich nur, dass ein Großteil der Menschen generell diese monotonen Kisten und fantasielosen Lochfassaden satt hat. Wann kommen endlich junge Architekten mit frischen Ideen, die sich gegen diese alt"modischen" Herren durchsetzten??


  • Schsische Zeitung [online] - Dresden: Ich habe fr das Postplatz-Hotel gestimmt

  • Mir scheint, das Hotel orientiert sich gestalterisch am Kubus. Betonkiste mit Sandsteintapete. Es reiht sich ein in das gesamte Debakel.


    Heckmanns Spruch ist symptomatisch:

    Quote

    Es besitze das Potenzial, sich in den Kanon der kraftvollen benachbarten Gebäude mit hohem baukünstlerischem Wert (Staatsschauspiel, Zwinger, Schloss, Taschenbergpalais) mit Noblesse einzureihen.


    Wenn man im Stadtplanungsamt arbeitet, bleibt einem wohl nichts übrig, als den letzten Schrott abzunicken und in hübsche Worte zu hüllen.

  • Der Argumentation des Architekten Horst kann man doch in weiten Teilen folgen.
    Der Entwurf ist klassisch und eben kein UfO irgendeines Möchtegern-Kreativen. Er beinhaltet hochwertige Materialien und orientiert sich in Teilen an lokalspezifischer Architektur. Alles Punkte, die ich immer fordere und über deren versuchte Erfüllung ich mich an dieser Stelle sehr freue.
    Ich glaube, mit dem Entwurf kann man unter den derzeitigen Gegebenheiten zufrieden sein, auch wenn er wahrscheinlich nie ein Hingucker wird, wobei noch weitere Visualisierungen für eine Beurteilung nötig wären.


    Insbesondere finde ich es schön, dass sich der Architekt Horst persönlich und öffentlich für seine Entscheidung rechtfertigt. Dass bedeutet, er will den Dialog mit den Bürgern und bietet seine Argumente an. Man sollte das auch einmal würdigen!

  • _landgraf, mal ehrlich..wo bleibt denn die Würdigung für den Wunsch der Bürger nach Rekonstruktion...für die Leistung der GHND? Ich habe das Gefühl die Würdigung soll immer nur einseitig erfolgen...so läuft das aber nicht...mit einem Dialog auf Augenhöhe hat das nichts zu tun.


    Im dem Sinne kommen von Horst doch wieder einmal die gleichen 100-fach gehörten und gelesenen Standardfloskeln. Wie wäre es beispielsweise mal mit einem gescheiten Dach? Mit runden Säulen und Bögen in den Arkaden. Mit einem oder mehreren Erkern und mit einer Aufteilung des langen Riegels? Sandsteintapete hin oder her, das ist nun weiß Gott nichts Neues mehr. Klar, man muss heute schon dankbar sein, dass der Bau keine versetzten und liegenden Fenster hat und in Sichtbeton daherkommt. Ich finde das traurig, wie weit man seine Ansprüche herunterschreiben soll...Ich erinnere nochmals daran...der weltberühmte Zwinger, ein Meisterwek des Dresdner Barocks, ist nur wenige Schritte entfernt (!)


    Gruß DV

    "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

  • Das Jurymitglied Horst zeigt Bereitschaft, sich einer Debatte zu stellen, die dieses konkrete Projekt betrifft und geht in seinen Argumenten auf die Bedürfnisse eines Teils der Dresdner Bürgerschaft ein, anstelle sich auf ein höheres Niveau zu heben. Das sehe ich positiv.


    Quote from "DarkVision"

    Ich finde das traurig, wie weit man seine Ansprüche herunterschreiben soll


    Damit hast du natürlich recht. Aber hier bin ich eben Realist. Ein 2 Sterne Hotel, das eine hochwertige Sandsteinfassade bekommt, dazu Arkaden und stehende, nicht versetzte Fenster; komisch ja, aber damit bin ich an dieser Stelle schon zufrieden :?

  • Danke Landgraf. Ich sehe das genau so. Ich finde es eine Unverschämtheit von der SZ, den Schmarrn von Herrn Ufer zu publizieren und die Öffentlichkeit gleichzeitig mit einem verpixelten, vor lauter JPG-Kompressions-Artefakten kaum auswertbaren Planunsgbildchen abzuspeisen.
    Ich kann Euch gar nicht sagen, wie mir das Geschrei um jedes neue Bauwerk, das in Dresden errichtet oder nicht errichtet werden soll, mittlerweile auf den Geist geht. Ich bin der Meinung, dass die Reflexartigkeit, mit der pauschal und unüberlegt auf Architekten und ihre Entwürfe geschossen wird, ein hohes Schädigungspotenzial für Dresden haben. Man muss verfehlte Entwürfe wie z.B. das unsägliche Einkaufszentrum von Florana an der Bautzner weiterhin kritisieren; aber ein respektvoller, würdiger Umgang muss gewahrt bleiben.
    Nach allem was ich aus dem unscharfen Bildchen auf SZ-Online ersehe, dürfte das Hotel der beste Neubau am Platz werden, ich finde es daher eine Schande, dass schon jetzt wieder Umfragen bei SZ gepostet - und mit Sicherheit auch von eifrigen Streitern manipuliert - werden, ohne dass eine wirklich aussagekräftige Visualisierung im Umlauf wäre.
    Ich habe Herr Horst persönlich angeschrieben und mich bereit erklärt, den Entwurf samt seinem erläuternden Statement auf TourDresden zu veröffentlichen. Wenn in Dresden etwas verhindert werden muss, dann diese manipulierte Unkultur des Verhinderns! Die bedeutet nämlich auf Dauer Stillstand für diese Stadt!

  • Solange der "Schmarrn" einer Frau Saft abgedruckt wird...haben auch die Aussagen eines Herrn Ufer ihre Berechtigung.


    Ein Bebauen um jeden Preis halte ich auch weiterhin nicht für das Credo. Außerdem gibt es nicht um jedes neue Bauwerk in Dresden einen Aufschrei...Hast du einen für den Florana-Bau in der Zwinglistraße gehört, oder für die Canalettopassage an der Grunaer Straße? Ich nicht. Dass eine hohe Qualität für das innerste Zentrum einer in ihrer Altstadtstruktur fast vollständig ausradierten Stadt von ehemals europ. Rang gefordert wird, ist für mich ehrlich gesagt..selbstverständlich.


    Auch durch die höher aufgelösten Bilder des Entwurfes von K&L auf der Hauptstraße, auf die man ja auch damals erst warten sollte ehe man kritisiert, wurde der Bau städtebaulich nicht besser und richtiger.


    Es sind einfach schon die groben Formen ( Blockhaftigkeit, Riegel ) ohne merkliche Auflockerung desselbigen, die nicht stimmen. Das sollte selbst auf dem kleinsten Bildchen sichtbar sein.


    Die Anzahl gelungener moderner Bauwerke ist in Dresden, wenn ich es mit anderen Städten vergleiche, leider recht mager. Da ich schon in einigen anderen Städten gewesen und gelebt habe (Frankfurt, Köln, München, Berlin, Leipzig), wage ich mir da einfach mal ein Urteil zu erlauben und wenn immer wieder die gleichen Riegel und Kuben durch das Stadtplanungsamt bevorzugt werden, die durch die ständig gleichen Architekturbüros entworfen werden, ja wie, frage ich euch, soll dann die Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung steigen, sagt es mir???


    TourDresden:

    Quote

    ...dürfte das Hotel der beste Neubau am Platz werden


    Ja...wird es auch...was aber nur daran liegt, dass die Gestaltung der bisherigen Neubauten einfach absolut mies ist.

    "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

  • Mein Blick auf Dresden hat sich in den letzten Jahren ziemlich verändert. Es hat m.E. keinen Sinn, um jedes Haus zu kämpfen, als ginge es um Leben und Tod. Ich sehe die Sache mittlerweile ganzheitlicher und deswegen auch gelassener. Dresden ist als Stadt ja nicht nur die Summe seiner Gebäude, sondern so etwas wie eine Gesamtpersönlichkeit, ein städtischer Organismus. (Hier im Forum ist ja auch zuweilen von der „Seele“ Dresden die Rede.) Wenn nun eine Person in sich permanent zerstritten ist, wird sie sich nicht entwickeln. Gleiches gilt m.E. auch für einen städtischen Organismus. Der fortdauernde Streit lähmt und verhindert wahre Kreativität. Es muss Mut da sein. Mut, wieder mit Ziegeln zu bauen wie an der Rampischen Straße, aber auch Mut, modernistische Experimente im Bereich des Minimalismus zu mache - auch wenn die Gefahr groß ist, dass diese Experimente scheitern. Fakt ist: Man lernt nur aus gemachten Fehlern. Auf Dauer führt der fortgesetzte Versuch, Fehler zu vermeiden, zu neurotischen, unsicheren, angepassten, gehemmten Persönlichkeiten, die am Ende gar nix mehr wagen, sondern nur noch langweilig und unattraktiv sind. Das ist für mich die große Gefahr, in der Dresden steht. Deswegen: Lieber ein paar Fehler machen, auf verschiedenen Feldern experimentieren, als am Ende gar nichts oder bestenfalls biederen Durchschnitt zu produzieren. Deswegen sollte dieser Platz – der Postplatz – auf Basis des Schürmann-Plans weiter gebaut werden. Es macht keinen Sinn, diesen Platz immerzu in Grund und Boden zu reden, wenn gerade mal ein Fünftel davon realisiert ist. Das ist wie wenn ich ein Haus anhand des Aussehens seines Kellergeschosses beurteile…


    Quote

    Juhu - es lebt noch...
    TourDresden


    Danke für die Blumen... dieser Post musste einfach sein. Nur nebenbei bemerkt: Die Website erfährt derzeit eine völlige Überarbeitung und wird in 1-2 Monaten mit gänzlichem neuem Konzept an den Start gehen. TourDresden ist also mitnichten tot :-)

  • Leute,


    ich denke es ist einfach der katastrophale Städtebau des Schürmann-Entwurfs, der die Grobheit und Monotonie des jetzigen Entwurfs nach sich gezogen hat: Riegel bleibt Riegel und Kubus bleibt Kubus.


    Im Grunde genommen hat es der Leserbriefautor Andreas Weise (ich vermute es ist der bekannte, traditionell gesinnte Dresdner Architekt) auf den Punkt gebracht:

    Quote

    Das „merkwürdige Teil“ entstammt dem 20 Jahre alten, damals preisgekrönten Schürmann-Entwurf und ist der hilflose Versuch, den nach allen Seiten ausfließenden Platz irgendwie zu ordnen. Im Grunde zeigt dieser Bau das Dilemma des aktuellen Städtebaues, durch die Anhäufung von Solitärbauten ein Chaos zu erzeugen. Hier hat kein Bau mehr mit dem anderen etwas gemein oder versucht gar einer übergreifenden Idee anzugehören.


    Die Fassade von Knerer selbst scheint eigentlich gar nicht so schlecht zu sein, da hat Herr Horst recht.
    Schwierig wird es dann aber für die Dresdner Bürger, die hier den verhunzten Städtebau nicht von der an sich gar nicht so schlechten Architektur auseinanderhalten können - deshalb wird dann alles in einen Topf geworfen....

  • TourDresden, deinem Beitrag würde ich gern zustimmen, wenn ich in Dresden nur so etwas wie Experimentierfreude und bauliches Geschick erkennen könnte. Aber seit Jahren gibt es in der Stadt in architektonischer Hinsicht überhaupt keine Entwicklung mehr. Der Motel-One-Riegel reiht sich in die architektonischen Banalitäten vom Knerer-Entwurf für die Hauptstraße, von Willsdruffer Kubus, nh-Hotel, Altmarktgalerie, Wiener Platz und sämtlichen Nachwendebauten in der Prager Straße ein. Das, was in Dresden gebaut wird, folgt überhaupt keinem architektonischen Stil mehr, ist weder modernistisch, noch traditionell, experimentierfreudig oder kreativ ist es gleich gar nicht, sondern nur banale, flächenoptimierte Langeweile. Ein Riegel bleibt ein Riegel, egal wie feingliedrig seine Fassade, was ich beim geplanten Motel One beim besten Willen nicht erkennen kann, ausgearbeitet ist. Integriert in einen bestehenden Blockrand mag das Ganze noch ein wenig erträglicher sein (Beispiel Motel One Leipzig), aber als Solitär, der den Postplatz keineswegs zu fassen vermag, ist das unter aller Kanone. Mal abgesehen von der nicht weniger wichtigen Frage, wann die Dresdner Hotelblase wohl endlich platzt.

  • Quote from "TourDresden"

    Ich finde es eine Unverschämtheit von der SZ, den Schmarrn von Herrn Ufer zu publizieren und die Öffentlichkeit gleichzeitig mit einem verpixelten, vor lauter JPG-Kompressions-Artefakten kaum auswertbaren Planunsgbildchen abzuspeisen.


    So viel zum Thema Pressefreiheit.


    Ich finde es traurig, dass du nach der Brücke jetzt auch in Sachen Städtebau deine Überzeugungen geändert hast. Mir persönlich geht es um Ehrlichkeit in der Stadtentwicklung. Stattdessen werden wir mit schamlosen Lügen abgespeist, damit auch weiterhin das architektonische Niveau niedriggehalten wird und Investoren billig bauen können. Wenn Dresden eine Seele haben sollte, dann befindet sie sich im Zustand einer unheilbaren Psychose.

  • spacecowboy


    meine Meinung...


    leider :?


    TourDresden: Den Willen zum kreativen Gestalten, sei es nun hochmodern oder traditionell, sieht man schon allein am wahnsinnigen Baufortschritt am Postplatz wie auch am Wiener Platz. Mehr gilt hier das Gebot... Hauptsache wir bauen einfach "irgendwas" hin. Ein Signal wäre es gewesen sich vom fast 20-jährigen unsinnigen (weil einfach utopisch konzipierten) Schürmann-Plan zu verabschieden und einen Neuanfang zu wagen. Durch ein stures Daranfesthalten wird sich an der Unattrakivität dieses Platzes auch nicht mehr viel ändern. Das muss man einfach einsehen. Den Mut etwas zu wagen, vermisse ich in Dresden auch, so fand ich es schade, dass das Stella-Projekt nicht realisiert worde, ebenso wie das Hundertwasserhaus. Mit den bisherigen Bauten wird allerdings mitnichten etwas gewagt...ganz und gar nicht.


    Gruß DV


    P.S. Auch ich freue mich, dass Tourdresden.de wieder lebt...Aber das "niveaulose Eindreschen" ist mitnichten nur aus der Richtung Bürgerschaft--> Architekten zu vernehmen. Ein Herr Pfau (und leider wird er mit seiner Meinung nicht allein dastehen) hat m. E. deutlich wiedergegeben, was er von einem Dialog auf Augenhöhe mit den Bürgern hält. Die Gräben werden tiefer meine Lieben.

    "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

  • Warum wird der Schürmann-Plan eigentlich immer so verteufelt?
    Mir gefällt der städtebauliche Ansatz des Plans durchaus, weil die schiere Masse des Platzraumes in eine assymetrische Abfolge kleinerer Plätze unterteilt wird. Nicht das städtebauliche Konzept an sich ist falsch, sondern die uninspirierte, wenig differenzierte Architektur, mit der dieser Plan bisher umgesetzt wurde. Hier sind v.a. Wilsdruffer Kubus und Altmarktgalerie zu nennen. Diesen Bau aber nun abzulehnen, scheint mir - wie gesagt - nur ein Reflex zu sein, nach dem Motto: "Postplatz, na ja, da kann ja nix Gutes bei rauskommen. Ach und dann auch noch von Knerer? Plant der nicht auch für die Florana auf der Hauptstraße? Na dann gute Nacht..."
    Von Vorverurteilung halte ich nichts. Nach allem, was ich auf dem kleinen Bild erkennen kann, bietet dieser Entwur genau das, was ich mir an dieser Stelle wünsche: Eine detailliert ausgearbeitete, plastisch wirkende Fassade, stehende Fensterformate, hochwertige Materialität. Mal im Ernst, was soll denn Eurer Meinung nach hier entstehen? Eine zweite Sempergalerie?

  • Ich seh eigentlich auf keine besonderen Qualitätsmerkmale bei diesem neuerlichen Hotelkasten und muss SC zustimmen, dass sich in DD 'modernes Bauen' in hoffnungsloser Banalität erschöpft. Wie man auch immer zu diesen Bauten steht bzw ihrer Standortunangemessenheit: das wirklich Anspruchvollere wurde nie verwirklicht wie NGwH oder Chips Kaufhaus.
    Der Postplatz ist einfach nur belanglos, und TourdeDresde' s neu entdeckte Begeisterung für den K+L-Entwurf kommt mir bereits als Akt tiefster Resignation vor.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • TourDresden:
    Dein Talent, sich die Gegebenheiten schönzureden, teilen hier im Forum wohl (hoffentlich!) die wenigsten. Aber dass du auch den Schürmannplan nun gut findest wundert mich. Spätestens seit das desaströse "Schmetterlingsdach" mit den "Pylonen" gebaut wurde, artikuliert sich in den Postplatzplanungen eine fast wahnhafte Größenphantasie. Dieser ganze Plan ist genauso irrsinnig wie die Waldschlösschenbrücke.


    Man betrachte nur diese Ansicht:

  • Quote

    Ich finde es eine Unverschämtheit von der SZ, den Schmarrn von Herrn Ufer zu publizieren


    Finde ich nicht - das ist einfach nur ausgleichende Gerechtigkeit gegenüber all den "Disneyland-" und "Barockmüffelei-"Beiträgen beispielsweise von Frau Saft, wo ja auch nie differenziert wird...


    Außerdem - ob verpixelt oder nicht - das ist einfach wieder mal ein Klotz mit Flachdach und in irgendeiner Depri-Farbe, der ziemlich autistisch in der Gegend herumsteht. Aber leider bin ich wohl einfach kein "geschulter Beobachter", der zu würdigen weiß, daß damit "die Platzkante erlebbar wird" (wer so etwas auch immer brauchen mag...).


    Dabei gibt es in Dresden durchaus gelungene Neubauten, beispielsweise am Schillerplatz - selbst mit einem Bau im Stile der dortigen Sparkasse wäre am Postplatz schon viel gewonnen.

  • Quote from "ApparatBauske"

    Dabei gibt es in Dresden durchaus gelungene Neubauten, beispielsweise am Schillerplatz


    Der halbrunde Bau an der Gabelung Loschwitzer/Naumannstraße zum Beispiel auch :-)


    Ansonsten Zustimmung.

    Quote from "TourDresden"

    Nicht das städtebauliche Konzept an sich ist falsch, sondern die uninspirierte, wenig differenzierte Architektur, mit der dieser Plan bisher umgesetzt wurde.


    ...Mal im Ernst, was soll denn Eurer Meinung nach hier entstehen? Eine zweite Sempergalerie?



    Doch, genau DAS ist falsch...weil nämlich genau der Schürmann-Plan großformatige Riegel und Kuben vorsieht und sich die Architekten damit quasi nur an die Vorgabe gehalten haben. Außerdem...was soll man mit einem ungemütlichen Platz ohne Verweilquarakter, selbt wenn dieser unterteilt ist, so bleibt er doch bedrängt von Großstrukturen. Der Ansatz der Riegelbebauung ist veraltet, dass das in Dresden noch nicht angekommen ist, verwundert mich.


    Ansonsten Danke für die rhetorische Frage, die ich ob ihrer fast schon boshaftigen Polemik nicht beantworten werde.


    Gruß DV

    "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia