Dresden - Postplatz - Geschichte, Gegenwart und Zukunft

  • Vossi:
    Bezüglich der interessanten Zeitreise vom HBF zur Elbe und einem erwünschten Ausbau der jeweiligen Ensemblewirkung: Ganz meine Meinung.

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
    Jesus ist mein Herr und Retter!

  • @ Vossi


    Das stimmt schon, daß die Städte im Osten nach der Wende zunächst pleite waren. Wenn man heute die Städte besucht sind sie in der Tat schöner als westdeutsche.


    Doch gerade bei Dresden stechen mir die Brachlandschaften besonders ins Auge. Dort rührt sich gar nichts - außer natürlich im Bereich der Kultur-Insel.


    Nun zu Ihrem favorisierten Glas-Bauten-Ensemble am Hauptbahnhof: natürlich sieht es dort besser aus als vorher, als hier auch eine Brachlandschaft war, dennoch ist es häßliche Architektur. Also: besser als vorher, aber schlechter als es hätte werden können.


    Zu den Eigentumsverhältnissen: man sollte einmal einen Stichtag setzten: Grundstücke bzw. Bauten die bis 2010 nicht bebaut, verkauft oder renoviert sind, werden enteignet. Man sollte zumindest im Innenstadtbereich hart durchgreifen.

  • Quote

    Aber, die Städte im Osten hätten nach der Wende die einmalige Chance gehabt ihr zerstörtes Stadtbild vorbildlich zu rekonstruieren. Die wenigsten Städte haben es genutzt.


    Doch gerade bei Dresden stechen mir die Brachlandschaften besonders ins Auge. Dort rührt sich gar nichts - außer natürlich im Bereich der Kultur-Insel.


    Zu den Eigentumsverhältnissen: man sollte einmal einen Stichtag setzten: Grundstücke bzw. Bauten die bis 2010 nicht bebaut, verkauft oder renoviert sind, werden enteignet. Man sollte zumindest im Innenstadtbereich hart durchgreifen.


    Sorry Sebaldt, aber Du redest ein bißchen naiven Mist.


    Ich bin der Letzte der die Dresdner geschichtlichen Ereignisse gut heißt, sämtliche Kriegstrümmer bis in die 60er zu beseitigen, aber es war nun mal so. Bis so eine Brachfläche bzw. Wüste Gobi wieder zu einem städtischen Gefüge wird, vergehen wahrscheinlich noch etliche Jahre. Ausserdem kann Stadtentwicklung auch immer nur so schnell vorangehen, wie auch die wirtschaftliche Lage ist.
    Und dass die Chancen im Osten nicht genutzt worden sind, siehst Du ja an den vorbildlich sanierten Innenstädten 8)


    Kleiner Tip für nächste Dresdenbesuche: es gibt zahlreiche sehr engagierte und sehr liebevoll bewirtschaftete kleinere Privathotels und Pensionen, die 1. viiel schöner und 2. auch billiger sind als I-ichkriegkeineLuftweilichdasFensternichtöffnenkann-bis

  • "Zu den Eigentumsverhältnissen: man sollte einmal einen Stichtag setzten: Grundstücke bzw. Bauten die bis 2010 nicht bebaut, verkauft oder renoviert sind, werden enteignet"


    Wie soll das gehen? Mal abgesehen davon, daß die Besitzverhältnisse teilweise ungeklärt sind und wir glücklicherweise in einem Rechtsstaat leben, in dem nicht einfach so enteignet werden kann (an wen eigentlich? an den Staat etwa, wie zu DDR-Zeiten?) - wenn keine Nachfrage da ist (und bei einem Leerstand von bis zu 30 % beispielsweise im Dresdner Westen ist definitiv keine da), wird wohl auch niemand bauen können.


    Und wer als Privatperson nicht eben mal eine Million Euro über hat (und wer hat das schon), wird wohl sein Grundstück auch nicht einfach so bebauen können - zumal das Gebäude nachher ja sowieso leer steht...


    Wichtiger wäre, daß durch Gestaltungsvorgaben sicher gestellt wird, daß die tatsächlich gebauten Gebäude wieder an die Ästhetik der Vorkriegsbebauung anknüpfen. Aber zum Bauen zwingen kann man niemanden...

  • Ja, ich gebe zu, daß meine Reaktion übertrieben war. Man ist halt immer der Meinung, daß wenn man so circa 5 Jahre mal nicht in Dresden war, müsste sich mehr getan haben. Auf der Kultur-Insel hat sich ja auch viel getan, doch das drumherum sieht - auf den ersten Blick - noch genauso wüst aus wie früher. Eine Enteignung ist sicher auch übertrieben. Mich wundert es dennoch, daß es sich in einer Stadt dieser Größenordnung nicht lohnen soll, diverse Innenstadtgrundstücke zu bebauen. Gerade auch am Postplatz und der Paralele zur Prager Str.


    Wo liegen denn die Privat-Pensionen? Sicher weit ab der Innenstadt, daß lohnt sich dann nicht für mich, wenn ich nur 2 - 3 Tage in Dresden bin und mit der Bahn anreise. Wenn ich dann jedesmal erst 20 - 30 Minuten bis zum Zentrum anreisen muß.

  • Quote

    Wo liegen denn die Privat-Pensionen? Sicher weit ab der Innenstadt, daß lohnt sich dann nicht für mich, wenn ich nur 2 - 3 Tage in Dresden bin und mit der Bahn anreise. Wenn ich dann jedesmal erst 20 - 30 Minuten bis zum Zentrum anreisen muß.


    Ich würde einfach mal googlen. Wen ich in Dresden bin schlafe ich meistens bei meiner Tante in Radebeul, war aber einmal mit meiner Freundin in einer sehr netten Pension in Blasewitz direkt im Villenviertel -finde ich sowieso interessanter als die Innenstadt- für 50€ das DZ mit Frühstück, das Zimmer war riesengroß. Und, mein Gott, eine halbe Stunde kannste ja wohl mal in Kauf nehmen, oder?! (wobei man von Blasewitz gerade mal eine Viertelstunde mit der Bahm fährt, mit dem Auto 10 min.)

  • Wenn man vom Hauptbahnhof die gleiche Entfernung wie bis zum Ibis, nur in die entgegengesetzte Richtung läuft,
    kann man seine Nacht in der wunderschönen Jugendherberge Rudi Arndt (inmitten eines Villenviertels) für ganze 15-20 Euro verbringen.
    Und das 10 Minuten zu Fuß von der Prager Straße.
    Ich kenne keine bessere Alternative für Dresden.

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
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  • Quote from "youngwoerth"

    Wenn man vom Hauptbahnhof die gleiche Entfernung wie bis zum Ibis, nur in die entgegengesetzte Richtung läuft,
    kann man seine Nacht in der wunderschönen Jugendherberge Rudi Arndt (inmitten eines Villenviertels) für ganze 15-20 Euro verbringen.
    Und das 10 Minuten zu Fuß von der Prager Straße.
    Ich kenne keine bessere Alternative für Dresden.


    Soweit ich mich erinnere, gibt es dort aber keine 2-Bett-Zimmer. Wer also mit Freundin/Frau in DD absteigen und wenig ausgeben will, dem würde ich eher die andere JH empfehlen, in der Nähe der Annenkirche (ziemlich häßliches und verschnarchtes Viertel, Plattenbau, aber saniert, modern und sauber - und eben auf Wunsch Zweibettzimmer mit eigener Dusche; man will ja auch mal unter sich sein. :zwinkern:


    Und zum Postplatz kann man locker zu Fuß gehen (damit wenigstens das Wort hier mal auftaucht.... :gg: )

  • Vielen Dank für die Hinweise bzgl. Übernachtung. Doch wenn ich in der JH an der Annenkirche wohne, wohne ich ja wieder in der Platte, und des soll ich ja net mehr, um die Platte net noch zu unterstützen.....?! Ein Teufelskreis :weinenblau: !


    Doch zurück zum Postplatz.......................

  • Vielen Dank für die ganzen Tipps zwecks Übernachtungen in DD (vielelicht kann man die ja mal gesondert irgendwo auflisten?). Jetzt mal wieder zum Tagesgeschäft, hab heute paar Bilder am Postplatz gemacht.




    und wie von einigen gewünscht nochmal die alten, unter Denkmalschutz stehenden Reste der Hauptpost am Postplatz.


  • Also, wie man so eine riesige Dachkonstruktion unmittelbar neben den Zwinger bauen kann, verstehe ich nicht. Offensichtlich gibt es niemanden mehr, der einen Sinn für Ästhetik oder Proportionen hat.


    Irgendwo in einem Vorort mag diese Haltestelle ja angehen, aber bitte nicht an dieser Stelle...


    Was die Übernachtungsmöglichkeiten anlangt, habe ich bei Ferienwohnung.de eine Unterkunft für 15 Euro pro Nacht gefunden. Wer mehr ausgeben will, findet dort auch teilweise recht exklusive Wohnungen in Villen usw.

  • Das eigentlich Tragische des Postplatz-Umbaus ist für mich nicht die Zentralhaltestelle an sich, sondern die Entfernung der 3-armigen "Tulpen"-Leuchter in der Wilsdruffer Straße und deren Ersatz durch kalte Strahler, die an Mobilfunkmast-ähnlichen Stahlmasten angebracht sind. Diese Stahlmasten sind für mich ein Skandal, die Entfernung der alten Beleuchtung absolut überflüssig. Um diese Leuchter - von denen übrigens auch der Altmarkt gesäumt ist und die auch dort im Zuge der Platzumgestaltung verschwinden sollen - geht es:



    Die neuen Masten haben etwas absolut martialisches - wenn sie mich gerade mal nicht an einen Mobilfunkmast erinnern, dann erinnern mich an ein Bajonett - auch nicht besser. So oder so an Hässlichkeit kaum zu überbieten.

  • Die Umgestaltung des Altmarkts wird wohl die nächste städtebauliche Katastrophe werden... wenn der geplante Entwurf in seiner ganzen Sterilität und Kälte tatsächlich umgesetzt wird. Und natürlich muß da auch die ins Nichts führende Treppe (die SZ berichtete über dieses tolle Kunstwerk, mindestens so toll wie die Feuertreppe am Landhaus) oder der Blick durch Glasscheiben auf die Kanalisation kommen, der bei irgendeinem Wettbewerb als Sieger hervorgegangen ist...


    Dabei wäre es doch so lachhaft einfach, wieder ansprechende Plätze zu gestalten, wie sie zur Gründerzeit zu Dutzenden entstanden. Ich blätterte gerade in einem Buch zur Entwicklung Dresdens während des Kaiserreichs und fand viele vorbildlich gestaltete Plätze selbst irgendwo am Stadtrand - wie den ehemaligen Chemnitzer Platz.


    Hochwertige Fassaden, ein vernünftiger Grundriß, eine Grünanlage mit Skulptur oder Springbrunnen, schon ist der Platz ansprechend gestaltet. Heute dominieren hingegen eher nackte Fassaden, Betonplatten und als Höhepunkt irgendeine schiefe und im Idealfall angerostete Stahlskulptur als Kunstwerk (muß aber offensichtlich Kunst sein, weil es ja so teuer war...).

  • Zwei Höhepunkte in Sachen moderner Platzgestaltung kann man ja auch in Berlin am Potzdamer Platz bewundern. Riesige schiefe Rasenflächen mit durchgewetzten Stahlbewehrungen (Tergit-Promenade und Lenne-Dreieck) die in etwa den weit-und weltläufigen Charme der Trümmerrasenflächen in Dresden versprühen. Die sind an Aufenthaltsqualität wirklich nicht zu überbieten :augenrollen: .

  • :schockiert: :schockiert: :schockiert:


    Was ist los?!:


    Quote

    Das öffentliche WC unter der mittlerweile abgerissenen Käseglocke wurde von der Flut zerstört.


    http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1102271


    Ich fass es nicht. Steht (oder besser stand) die nicht unter Denkmalschutz? Ich dachte die sollte trotz der Umgestaltung stehen bleiben? :weinenstroemen:








    Quelle: bildindex der Kunst und Architektur">bildindex der Kunst und Architektur


    http://www.dresden-lexikon.de/…Postplatz-Kaeseglocke.jpg


    http://www.postplatz-archiv.de/bilder/postplatz05.jpg



    Wenn das wahr ist, ist wohl geschafft, was selbst 60 Jahre nach der Zerstörung nicht gelang: Das letzte Vorkriegsgebäude am Postplatz ist weg und damit das Markenzeichen des Postplatzes!

  • Von wann ist diese Meldung? Ich war letzten Samstag am Postplatz, da stand die Käseglocke noch, und es sah nicht so aus, als würde sie abgerissen.


    --
    Aenos

  • Hier die gesamte Meldung:


    http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1102271

  • Aufnahme ist vom Mittwoch und da steht sie noch. Meines Wissens soll sie auch stehen bleiben und in den neuen Postplatz mit eingebunden werden.