München - Altstadt

  • Ich kann es auch nicht genau festmachen, woher mein Eindruck kommt, aber ich wollte es ja auch als gelungenes Beispiel präsentieren und nicht als misslungenes. Insofern meine volle Zustimmung.

    Vielleicht ist man in München übersanierte Altbauten so sehr gewohnt, dass sie nach einer richtigen Sanierung gleich fremd wirken :D

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Was ist mit den modernistischen, nur noch aufgemalten, farblich kaum

    abgesetzten, viel zu zierlichen, dadurch fast unsichtbaren Fensterfaschen? Echt münchnerisch? Interessant...

  • Wirkt auf mich a bisserl weniger Münchnerisch nun, aber architektonisch ist manches Detail stimmiger. [...] Ich kann es auch nicht genau festmachen, woher mein Eindruck kommt [...]

    Was ist mit den modernistischen, nur noch aufgemalten, farblich kaum

    abgesetzten, viel zu zierlichen, dadurch fast unsichtbaren Fensterfaschen?

    Guter Punkt, das macht mit Sicherheit einen erheblichen Anteil von meinem Eindruck aus. (Kein Grund übrigens hier eine ganze Anreihung von negativen Smileys loszulassen auf die Beiträge)

  • An der Neuhauser Straße direkt am Stachus wird ein Bau ursprünglich 1806 erbaut, 1901 umgebaut im neugotischen Stil zum Hotel ,,Deutscher Hof", 1907 dann erweitert barockisiert, bis 1948 nach Kriegsschäden wiederaufgebaut und schließlich 1990 für den Karstadt Sport komplett bis auf die Fassaden entkernt, nun denkmalgerecht saniert und umgebaut. Ankermieter ist die Max-Planck Gesellschaft mit fast 10.000m², was mich überrascht hat in dieser zentralen Lage.

    Der Umbau hat einen Nachhaltigkeitspreis erhalten, bereits bevor die Arbeiten begonnen haben. U.a. werden grüne Lichthöfe in das Gebäude eingebracht, die durch die historische Dachlandschaft verdeckt werden von der Straße aus:

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    https://www.tz.de/muenchen/sta…t-sports-zr-91365725.html

    https://www.immobilienreport.d…r-20-Herzog-Max-Str-4.php

  • Wäre schön wenn gegenüber mal ne Sanierung kommen würde bzw. im besten Fall die Abrissbirne.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • gegenüber

    Wie, wo, was, wo gegenüber? Den Oberpollinger auf der anderen Seite der Herzog-Max-Straße, im Bild teilweise mit droben, wirst Du ja wohl kaum meinen. Wenn Du von dem allerdings den hinteren Teil meinst, ja, bitte, sofort weg mit diesem modernistischen Bau!! Dass der erst vor ein paar Jahren gebaut wurde, das dürfte aber eigentlich bekannt sein... Oder meinst Du das gegenüber der Neuhauser Straße, also das 47er, Neuhauser Straße 47? Nix da! Das ist zwar ein billig anmutender Bau der 50er, aber Du weißt schon, dass der ungleich besser ist alles, was heutuztage zu erwarten wäre?


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    Das jetzige Büro- und Geschäftshaus entstand 1956 mit breiten Arkaden und u.a. einem Kino.

    Also ich mag dieses Haus.

  • Wie, wo, was, wo gegenüber? Den Oberpollinger auf der anderen Seite der Herzog-Max-Straße, im Bild teilweise mit droben, wirst Du ja wohl kaum meinen. Wenn Du von dem allerdings den hinteren Teil meinst, ja, bitte, sofort weg mit diesem modernistischen Bau!! Dass der erst vor ein paar Jahren gebaut wurde, das dürfte aber eigentlich bekannt sein... Oder meinst Du das gegenüber der Neuhauser Straße, also das 47er, Neuhauser Straße 47? Nix da! Das ist zwar ein billig anmutender Bau der 50er, aber Du weißt schon, dass der ungleich besser ist alles, was heutuztage zu erwarten wäre?


    Also ich mag dieses Haus.

    Ja unter anderem das Haus Neuhauserstraße 47, bei den würde ich allerdings eine Sanierung vorziehen. Bei seinen linken Nachbarn hingegen weniger. Die Straße dazwischen ist auch ein ekelhafter Missstand, also wies da aussieht.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Bei seinen linken Nachbarn hingegen weniger.

    Also von Nr. 47 links daneben? In der Herzog-Wilhelm-Straße "links", also südlich, oder in der Neuhauer Straße "links", also östlich? Nachdem Du von einer Straße dazwischen redest, also wohl Neuhauser Straße 41, 43 und 45.


    Durch den nördlichen Teil der Herzog-Wilhelm-Straße gehe ich auch ausgesprochen ungern, da ist es wirklich unattraktiv.

  • Oder meinst Du das gegenüber der Neuhauser Straße, also das 47er, Neuhauser Straße 47? Nix da! Das ist zwar ein billig anmutender Bau der 50er, aber Du weißt schon, dass der ungleich besser ist alles, was heutuztage zu erwarten wäre?

    Dem kann ich nur zustimmen. Das Haus besitzt zwar keine bemerkenswerte Architektur, aber es ist dem bescheidenen Wiederaufbau verhaftet und tut niemandem weh. Im Gegensatz zu vielem, was heutzutage in unseren Städten gebaut wird.

  • Das Rendering suggeriert eine Putzfassade, in Echt ist es aber nur eine bemalte, glatte Betonfassade. Aber besser als nichts. :wink:

  • Eine aus mehreren Schichten bestehende Putzfassade mit Sgraffito ;-) man sollte bitte schon bei den Fakten bleiben, auch wenn man an dem Haus natürlich trotzdem vieles aussetzen kann.

    "In der Vergangenheit sind wir den andern Völkern weit voraus."

    Karl Kraus

  • Zur Neuhauser Straße 47: ich kann das Wohlwollen diesem Bau gegenüber überhaupt nicht nachvollziehen, so etwas hat an dieser Stelle überhaupt nichts zu suchen. Das ist eine exponierte Stelle, der Abschluss der Neuhauser Straße und somit ein großer Blickfang. Idealerweise sollte ein Bau an dieser Stelle Bezug nehmen auf den rechts neben dem Karlstor stehenden Altbau und mit diesem und dem Karlstor zusammen ein zumindest annähernd symmetrisches Ensemble ergeben, so wie es auch von der Stachusseite her ist. In der jetzigen Situation passt nichts zusammen. Außerdem hat der Nachkriegsbau auch für sich gesehen kaum Qualitäten, er ist einfach nur ein nüchterner, nichtssagender Zweckbau mit dieser typisch kühl-abweisenden Ausstrahlung.

    "In der Vergangenheit sind wir den andern Völkern weit voraus."

    Karl Kraus

  • Langsam gehts in den Endspurt (Bilder von Ende letzter Woche):

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    Die Schaufensterfront ist im Vergleich zum Original auch vereinfacht aber durchaus recht gelungen. Man hat sogar die gleiche grundsätzliche Gliederung wiederhergestellt wie man es beim Vergleich mit Leonhards eingestelltem Bild sieht.

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  • Heute vor 100 Jahren starb Georg von Hauberrisser (1841-1922), Architekt des Neuen Rathaus in München:

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  • Der Mann hat viel herrliches geschaffen, ich bin ihm sehr zu Dank verpflichtet.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Na ja, in Bezug auf sein Münchner Rathaus bin ich ihm leider nicht sonderlich dankbar. Das mag sich aus heutiger Hinsicht etwas komisch anhören, ist doch das Neue Rathaus die Attraktion des Marienplatzes und eines der berühmtesten Gebäude Münchens, außerdem sicherlich ein sehr opulentes Gebäude, was ordentlich was hermacht. Aber eigentlich hat Hauberrisser (und natürlich die Münchner Stadtverwaltung, die den Auftrag dazu gab) damit den zentralen bürgerlichen Stadtplatz mit seiner in Jahrhunderten gewachsenen Harmonie durch einen riesigen, für München völlig stilfremden und untypischen Klotz zerstört. Der vorher fast ausschließlich mit Bürgerhäusern mit teils einfachen, teils aufwändigen Putz- und Stuckfassaden gerahmte Platz, der wirklich noch wie eine bürgerliche, fast italienische Piazza anmutete und in dem nur ein paar überkuppelte Eckerker und einige wenige übriggebliebene mittelalterliche Dachformen die sonstige Einheitlichkeit und Geschlossenheit auflockerten, wurde auf einmal durch die Monumentalität und Fremdheit des Neuen Rathauses geradezu vergewaltigt: der Effekt auf die damaligen Zeitgenossen mag ähnlich erschütternd gewesen sein, als wie wenn man dort heute einen großen modernistischen Kubus hinstellen würde.

    Ironischerweise muss man heute aber sogar noch dankbar sein, dass nach den dramatischen Zerstörungen des 2. Weltkriegs wenigstens das Neue Rathaus übriggeblieben ist, sonst hätte man am Marienplatz vom Vorkriegs-Bestand heute nur noch zwei, drei Gebäude und die Nordseite wäre vermutlich mit ähnlich unbefriedigenden Geschäftshäusern wiederaufgebaut worden wie die Südseite - so gibt wenigstens das Neue Rathaus dem Platz ein Gesicht. (Dass das riesenhafte Neue Rathaus im Krieg nur relativ leichte Beschädigungen erfuhr, während die Areale ringsherum schwerstens zerstört wurden, lag anscheinend daran, dass die Alliierten die ganzen dort lagernden Akten und Unterlagen retten wollten, um sich ein besseres Bild von der Naziherrschaft machen zu können.)

    Aus Sicht der Erbauungszeit am Ende des 19. Jhs finde ich den Abriss der gesamten Nordzeile des Marienplatzes und die Errichtung dieses äußerst fremdartigen neuen Rathauses jedenfalls einen Kulturfrevel allerersten Ranges.

    "In der Vergangenheit sind wir den andern Völkern weit voraus."

    Karl Kraus

  • Wobei man auch sagen muss, dass die Nordzeile nicht auf einmal abgerissen wurde, und erst der rechte, bescheidenere und etwas glücklicher proportionierte Teil ohne den Turm - korrespondierend zu der feinen Neogotik des alten Rathauses - gebaut wurde (anstelle des schmerzlichen Verlusts des alten Landschaftsgebäudes). Erst später, als der erste Teil des neuen Rathauses nicht mehr ausreichte setzte man mit dem linken Teil und dem monumentalen Turm noch einen oben drauf.