München - Altstadt

Im neuen Jahr bittet der Vorstand euch, frühzeitig nach neuen Bauprojektplänen in eurer Stadt Ausschau zu halten. Wo lässt sich durch traditionelle Architektur oder Rekonstruktionen euer Stadtbild verbessern? Teilt uns eure Ideen mit! Je eher wir mit Ideen an die Öffentlichkeit gehen, umso höher sind unsere Chancen, dass die Ideen von den Verantwortlichen ernstgenommen werden!
  • stört aber nicht sehr bzw. fügt sich einigermaßen anständig in die Umgebung ein.

    Die Häuser ähneln Sozial-Wohnbauten der 50er-Jahre Nachkriegsära, wie hier z.B. in Frankfurt Oberrad. Der Gestaltungswille tendiert gegen Null. Das reicht mir nicht, um sich "einigermaßen anständig in die Umgebung" einzufügen.

  • Von wem ist denn der neue Hugendubel?

    „Ärzte können ihre Fehler begraben, aber ein Architekt kann seinen Kun­den nur raten, Efeu zu pflanzen.“
    George Sand

  • München - Sanierung der Maximilianstraße 6 und 8


    Die sehr aufwändige jahrelange Sanierung des Komplexes Maximilianstrasse 6 und 8 ist abgeschlossen, die Gerüste sind alle gefallen und die Geschäfte und Büros neu bezogen ....


    Hier ein Filmbericht zu den Sanierungsmaßnahmen:



    und hier ein paar Fotos von diesem wunderschönen Komplex von heute:








  • Hab jetzt das Video noch nicht anschauen können (danke für den Link und die Fotos!), aber die Attikafiguren fehlen doch noch! Ich warte schon seit Monaten, dass sie endlich wieder aufgestellt werden! Der abgesenkte zentrale Teil ergibt ja ohne die Figuren gar keinen Sinn...

  • Ich hab heute mal die Baufirma, die für die Sanierung der Maximilianstraße 6 und 8 zuständig ist, angeschrieben und nach dem Verbleib der Statuen gefragt. Die Antwort kam schnell, überaus höflich und mit beruhigender Auskunft: nach Abschluss der Bauarbeiten in den oberen Geschossen werden die Figuren selbstverständlich wieder auf der Attika angebracht werden. Sehr schön :thumbup:

  • Oha, da braut sich was zusammen:

    Quote from sz.de

    Der Andechser am Dom wird abgerissen


    [...]
    Der Grund: Die Nymphenburg Immobilien AG, die zum Vermögen des Milliardärs August von Finck gehört, plant einen Neubau auf den Grundstücken Weinstraße 7 und Weinstraße 7 a, auf dem sich unter anderem auch der Andechser am Dom befindet. Deshalb wurde der eigentlich bis 2019 laufende Pachtvertrag mit der Andechser Brauerei und Krätz nun doch nicht verlängert. Das war der Brauerei vor einem halben Jahr noch in Aussicht gestellt worden.


    Damit dürfte hinter dem Rathaus bald eine weitere Großbaustelle entstehen. Erst 2016 hatte die Nymphenburg Immobilien-AG das benachbarte Haus Weinstraße 6 neu gebaut. Im jüngsten Geschäftsbericht hieß es aber bereits, man besitze mit den drei Grundstücken an der Weinstraße "ein zusammenhängendes Immobilienportfolio, das nach übereinstimmender Überzeugung von Vorstand und Aufsichtsrat grundlegend neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet und nachhaltig zur Stärkung der Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft beitragen wird".
    [...]

    http://www.sueddeutsche.de/mue…wird-abgerissen-1.3827648


    Weitere Artikel:
    https://www.tz.de/muenchen/sta…-sepp-kraetz-9532084.html


    http://www.abendzeitung-muench…c2-af09-fa3a846c46cc.html


    Sicherlich keine historischen Innenräume, aber gelungen eingerichtet:
    https://www.google.de/search?q…037#imgrc=cz-caWOL9yV6-M:


    Auch das Äußere des derzeitigen Gebäudes ist ausgesprochen Altstadt-gerecht (man beachte die Fenster!). Ich nehme an, ein früher Nachkriegsbau.
    https://www.google.de/maps/pla…2!3d48.138408!4d11.574582


    Eine äußerst sensible Stelle. Ich hoffe, dass man dort sehr vorsichtig agiert.

  • Schon wieder eine Hiobsbotschaft: In der Altstadt soll der Andechser am Dom abgerissen werden, ein schönes altstadttypisches Gebäude. Wegen der Gier eines Investors. Kann dazu jemand näheres berichten?


    Übrigens bin ich darauf nur durch Facebook (Altstadtfreunde München) aufmerksam geworden, ein weiterer Beleg dafür dass dieses Netzwerk gerade bei solchen Themen sehr hilfreich sein kann.


    In dubio pro reko


    Die Deutschen sind ein Volk, das auf die Regierung hört. Die Franzosen sind ein Volk, auf das die Regierung hört.

    Edited once, last by typo2708 ().

  • Hier ein Artikel aus der Süddeutschen Zeitung über die Neugestaltung des Sattlerplatzes, die hier auch schon diskutiert wurde.


    http://www.sueddeutsche.de/mue…adtbild-gewinnt-1.3838853


    Noch in diesem Jahr soll ein Architektenwettbewerb darüber Aufschluss geben, wie das Gebiet um den Sattlerplatz einmal aussehen könnte. Zu hohe und zu dichte Gebäude und zu moderne Architektur mit Stahl und Glas - in einigen Redebeiträgen wurden Befürchtungen laut, die Altstadt werde mit den neuen Plänen alles andere als attraktiv für die Passanten. "Statt eines Platzes entsteht eine Schlucht", sagte zum Beispiel ein Teilnehmer der Veranstaltung.

    Moderne Architektur solle man nicht von vornherein verurteilen, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Reissl.

  • Danke für die Verlinkung des SZ-Artikels, ich wäre gerne auf die erwähnte Veranstaltung im Hofbräuhaus am Dienstag Abend gegangen, musste aber leider arbeiten. Der Sattlerplatz ist im Moment eh ziemlich häßlich und Altbauten stehen da auch nicht mehr, von daher kann es mit dem Abriss des Parkhauses eigentlich nur besser werden, mehr verschandeln geht eigentlich nicht mehr. Große Hoffnungen braucht man aber sicher nicht haben.

  • "Moderne Architektur solle man nicht von vornherein verurteilen, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Reise."


    Was sehr schwerfällt, wenn man aus Erfahrung weiß was einen bei "moderner Architektur" heutzutage erwartet.

    In dubio pro reko


    Die Deutschen sind ein Volk, das auf die Regierung hört. Die Franzosen sind ein Volk, auf das die Regierung hört.

  • Ein neuer Artikel zum Abriss des Andechser:


    https://www.tz.de/muenchen/sta…rrichten-9569742.amp.html


    Jetzt wird es also konkreter: der FC Bayern München plant ein riesiges “Fan Store“ Laut Abrissplan sollen auch die Nachbarhäuser Richtung Rathaus dran glauben:


    Zitat aus dem verlinkten Artikel:


    “In Planung ist auf 2800 Quadratmetern ein ganzheitliches Konzept, zu dem mehrere Großprojekte gehören. “


    Hat einen eher bitteren Beigeschmack das Ganze. Aber am Ende des Artikels will man uns trotzdem beruhigen:


    “Wacker will noch nicht zu viel verraten, spricht aber auch hier vom „Stil des FC Bayern“. Diesen Stil übrigens soll der ganze Komplex verkörpern, ohne dabei dem Stadtbild zu schaden: „Alles wird zu uns, aber natürlich auch zu unserer Heimatstadt passen.“


    Aber trotzdem sollte man skeptisch bleiben...

  • "Stil des FC Bayern"? Also so eine kleine Allianz Arena in der Altstadt vielleicht? Da kann man ja sehr gespannt sein.

    In dubio pro reko


    Die Deutschen sind ein Volk, das auf die Regierung hört. Die Franzosen sind ein Volk, auf das die Regierung hört.

  • Ein FC Bayern Fan Store an dieser Stelle hört sich erst mal nicht besonders gut an, das sage ich sogar als Bayernfan... die bisherigen Bayern-Fanshops finde ich durch ihre knalligen Farben ziemlich marktschreierisch und geschmacklos, sowas können wir an dieser Stelle gar nicht gebrauchen. Das einzig Gute könnte unter Umständen sein, dass der FC Bayern als ortsansässiges und zumindest vordergründig an Tradition interessiertes Unternehmen vielleicht mehr Verständnis dafür aufbringt, etwas ortsverträgliches zu bauen und auf die Umgebung Rücksicht zu nehmen. Vielleicht können wir als Verein Stadtbild Deutschland mal an den FC Bayern schreiben und auf diese Verantwortung hinweisen.


    So traurig der Abriss vom Andechser auch sein wird, möchte ich doch darauf hinweisen, dass der Abriss sich ja nicht auf den Andechser am Dom, also Weinstraße 7a, beschränken wird, sondern dass auch das Vordergebäude zur Weinstraße hin (Nr.7) abgerissen werden soll, was für die Situation an der Weinstraße eine deutliche Verbesserung mit sich bringen könnte. Das jetzige Gebäude, in dem sich die Parfumerie Douglas befindet, ist eindeutig eines der störenderen an der Weinstraße, seine plumpe und schwerfällige Horizontalgliederung passt überhaupt nicht zu den umstehenden Gebäuden. Selbst wenn an dieser Stelle nur ein ähnliches Gebäude wie das erst vor kurzem gebaute und direkt links anschließende Haus Weinstr. 6 gebaut werden sollte, wäre es ein Verbesserung für die ganze Weinstraße. Wenn man vom Marienhof Richtung Westen auf die Weinstraße schaut, fällt immer das völlig aus dem Gesamtbild herausfallende Haus Nr. 7 auf, das könnte sich jetzt bessern. Von daher schaue ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den bevorstehenden Abriss und Neubau.


    Hier ein paar Fotos des Blocks Weinstraße 7 + 7a:


    Zuerst der Andechser am Dom:




    Um dieses Gebäude ist es auf jeden Fall sehr schade, ein sehr altstadtverträglicher Nachkriegsbau!


    Gesamtsituation am Frauenplatz:





    Jetzt das Vorderhaus Weinstraße Nr. 7:




    Links angeschnitten der Neubau Weinstraße 6:



    Seitenansicht aus der Filserbräugasse:


  • Na da schau her, wer hätte das für möglich gehalten: der Neubau Weinstraße 7 & 7a soll einen "Altbau-Charakter" bekommen und die Fassade mit Sgraffitotechnik verziert werden:


    http://www.abendzeitung-muench…65-a873-b3a705d8fe29.html


    Hier eine angebliche Visualisierung der neuen Fassade aus der Abendzeitung:



    Das wäre zu schön, um wahr zu sein... ich glaub's erst, wenn ich's mit eigenen Augen seh...
    Der Entwurf von Hild und K muss allerdings noch der Stadtbaukommission vorgelegt werden, hoffen wir das Beste...

  • Ist das wirklich eine gute Nachricht? Gründerzeitfassaden (abgesehen vom Rathaus) sind doch in diesem Viertel nur sehr wenige zu finden, an die man sich angleichen könnte. Vielmehr steht hier doch schlichte Nachkriegsarchitektur, aber trotzdem irgendwie "münchnerisch". Zudem wieder mal eine zweigeschossige Ladenfront - genau das, was ich den meisten echten Gründerzeitbauten in Altstädten ankreide. Konsumrausch vor Gemütlichkeit.


    Ich kenne die Situation nicht, aber beim Googeln fand ich das hier:
    Andechser am Dom
    Fällt dieses Lokal denn auch zum Opfer? Kein weltbewegendes Lokal, aber immer noch viel mehr Charakter als der heutige Durchschnitt. Und hat Sgraffitotechnik in München Tradition? Ich denke doch eher Stukfassaden. Auf dem Fassdenplan kann ich jedenfalls nirgendwo Sgraffito erkennen. 50er jahre-Bauten haben sich zwar gerne der Sgraffitotechnik bedient, aber ich kenne das eher von Frankfurt als von München.


    Quote from Abendzeitung

    Unverändert freilich ist der Plan des Bauherrn, das Haus komplett an den FC Bayern zu vermieten. An die Weinstraße kommt die Erlebniswelt, an den Dom die Gastronomie. Wer der Wirt wird? "Den sucht sich der FC Bayern", heißt’s dazu bei der Nymphenburg Immobilien AG.

    Fussball... diese Geldwelt soll jetzt also auch noch in die Altstädte kommen...


    Hier noch zwei Googleansichten, wobei mir nicht ganz klar ist, welche Gebäude alle wegkommen sollen.


    Andechser am Dom:
    https://www.google.ch/maps/pla…3d48.1381989!4d11.5752766


    Weinstrasse 7a (ich nehme an, dass anstelle des Hauses mit den horizontalen Fensterbändern diese "Gründerzeitfassade" kommen soll):
    https://www.google.ch/maps/pla…3d48.1382583!4d11.5750667


    Quote

    Wer sich ein Bild davon machen möchte, wie eine in Sgraffito-Technik gestaltete Fassade ausschaut, sollte einfach mal in die Thalkirchner Straße 22 schauen. "In München ist das das beste Beispiel dieser Technik"

    https://www.google.ch/maps/pla…3d48.1310662!4d11.5659646

  • Wenn es so kommt wie der Entwurf verspricht und hochwertig ausgeführt wird habe ich keine Einwände, das wäre eine Verbesserung. Aber noch bin ich misstrauisch, man müsste mehr darüber wissen. Sowas kann auch als Parodie gemeint sein.

    In dubio pro reko


    Die Deutschen sind ein Volk, das auf die Regierung hört. Die Franzosen sind ein Volk, auf das die Regierung hört.