Hannover

  • "So soll die neue Markthalle aussehen". - Ist das schon in trockenen Tüchern, oder bisher nur eine Idee? Leider kann ich den dazugehörigen Artikel nicht lesen. Was ich gefunden habe, sind Bilder mit Kommentaren von Passanten und Mitarbeitern der aktuellen Markthalle. Die sind eigentlich durchweg positiv.


    http://www.haz.de/Hannover/Fot…die-Markthallen-Plaene#p1


    Das wäre einfach zu schön, um wahr zu sein.

  • Wow,das ist ja schon zu schön um gebaut zu werden, das passt gar nicht zu den sonst so monotonen raster Entwürfen. Wirkt zwar ein wenig Kitschig, aber richtig schick bringt ein bisschen Italien Flair nach Hannover, wäre schön, wenn aus dem Bild echte Pläne hervor gehen würden, ohne abstriche besonders die Hauben werden eine Bereicherung sonder gleichen wenn sie so kommen.Gehören die beiden, oder das eine Giebelseite Haus zur Planung oder, sind das umgebaute Altbauten die in den bestand intigriert werden?

  • Das ist doch Kitsch im Quadrat.


    Auf der Planskizze ist das Haus Leinstraße 18 mitabgebildet. Schaut Euch mal anhand der Straßenansicht an, wie groß dieses Haus in der Wirklichkeit ist, damit Ihr einen Maßstab habt. Und stellt Euch dann bitte mal vor, was für ein gigantisches Monster die neue Markthalle demzufolge werden soll.


    http://wikimapia.org/28737245/de/Leinstra%C3%9Fe-18
    https://www.google.de/maps/@52…USmOHw!2e0!7i13312!8i6656

  • Dieses Markthallenprojekt ist ja schlimmer als Russenkitsch und modernistisches Würfelhusten!!! Das hat nichts mit Architektur und Städetebau resp. Stadtreparatur zu tun. Es ist, wie wenn ein Kind Bauklötze in historisierenden Formen aneinander fügt, wo es auf der Grundplatte gerade noch Platz gibt. Dann ist mir der Gegensatz zu den beiden verbliebenen Bauten sofort ins Auge gestochen. Rücksichtslosigkeit im Quadrat ist das! Fotos der beiden Altbauten hatte ich gestern vergeblich gesucht; Zeno hat nun welche gefunden.


    Fragen über Fragen... Was ist die nutzungsmässige und städtebauliche Funktion dieser vier Türme, die unterschiedlich hoch sind und alle identische Hauben tragen? Reine Spielerei, und nichts mehr! Dann wird beim vordersten Turm links eine dreieckige Figur angehängt, einfach weil es noch Platz hat. Rechts hinten dasselbe Spiel mit einem weiteren Kubus, der abgeschrägt ist, weil es einfach nicht genug Platz gibt. Und dann die unbeholfenen zwei gestauchten Bogen in der Wand gegen den Turm...


    Schaut doch nur mal, wie beliebig und falsch dieses Monster im Stadtgrundriss liegen soll: http://www.haz.de/Hannover/Fot…ie-Markthalle-Hannover#p2


    Macht das Forum gegen aussen bitte nicht lächerlich, indem ihr eine solche Spielerei gut findet, nur weil ein paar historisierende Formen und Türmchen drin enthalten sind!

  • Für den südwestlichen Bereich, in dem sich derzeit noch der 60er-Jahre Funktionsbau des Bürgeramtes (früher Ordnungsamt) befindet und der nach Fertigstellung des neuen Technischen Rathauses am Schützenplatz abgerissen wird, gibt es längst einen entschiedenen Städtebaulichen Wettbewerb, der dort eine Wohnbebauung vorsieht...
    https://www.competitionline.com/de/beitraege/34991

    Wer zwischen Steinen baut, sollte nicht (mit) Glashäuser(n) (ent)werfen...

  • Dann waren das also echt bestand Gebäude und die alte halle nimmt nur die Fläche links von beiden ein und nicht den gesamten komplex der vorgesehen ist. Das wusste ich nicht dachte es ginge um die Fläche der alten halle, dann werden die türme gigantisch und die Hauben über groß. Schade dachte an elegant wirkende türme und offene bogen hallen bis max 1.og, aber das geht dann ja über 4 Stockwerke bis einer der großen Bögen ended und die türme werden zu groß und zu plump. Das würde kleiner besser werden, die klobigen Zusatz Blöcke sind auch nicht das gelbe vom ei, da hatts mir wohl ein wenig die Sicht vernebelt.Aus schock das mal ein Architekt sich an was italienischem orientiert. Besser als die wohn bebeug wehre es trotts allen. Weil das ist mal wieder 0815 vom feinsten lieber ein bisschen kitsch als diesen mist zudem kann man den Entwurf sicher verbessern. Mal sehen was draus wird, auf jeden Fall der interessanteste neubau seit langen! Auf seine art :thumbsup:

  • Ja, es war wohl sehr spät, als ich die Entwürfe für die Markthalle sah. sleep:) Jedenfalls ist auf den zweiten Blick die Euphorie etwas geschwunden. Was Riegel sagt, ist schon korrekt. Diese planlosen Anbauten sollte man unbedingt überarbeiten und die Bestandsbauten nicht dermaßen einquetschen. Was die Türme samt Hauben angeht, würde ich sie aber nicht unbedingt als (Russen)Kitsch bezeichnen. Schließlich werden immer traditionelle Formen gefordert. Die Türme markieren scheinbar die verschiedenen Eingänge zu jeder Seite. Und der Große Turm beinhaltet vielleicht die Büros der Markthallenmitarbeiter.


    Was die Größe angeht, so muss ich Zeno Recht geben. Im Vergleich zu den eingeklemmten Bestandshäusern, wirkt der Rest, und besonders der hohe Turm, doch schon ziemlich gigantisch.


    Der Entwurf gehört tatsächlich stark überarbeitet. Die Grundidee mit der Passage und den Türmen + Hauben, sollte man aber weiter verfolgen. Das geht in die richtige Richtung und ist viel besser, als die derzeitige Halle.


    Da wir hier jedoch in Deutschland sind, wird der Entwurf auch sicher nicht verwirklicht. Die alte Markthalle ist nicht mal abgerissen. Bis es zu einer eventuellen Neubebauung kommt, gehen noch einige Monate ins Land. Bis dahin bekommen wir sicher einen gewohnten platten Klotzentwurf präsentiert.

  • Das ganze ist lediglich ein Vorschlag eines Investors - abgestimmt mit dem Verein Hannoversche Stadtbaukultur. Der Investor wollte sogar eine Reko machen - und war im vergangenen Jahr bei der Stadt abgeblitzt "...damals
    ging es darum, die Markthalle in ihrer alten Optik wieder aufzubauen." Zum jetzigen Entwurf gibt es schon ein Statement des Stadtbaurates Bodemann, er verweist darauf "... dass die 1954 errichtete Nachkriegs-Markthalle unter Denkmalschutz steht". Also geht mal davon aus, dass diese Ideenskizze nicht verwirklicht wird.
    http://www.haz.de/Hannover/Aus…-neue-Markthalle-aussehen

  • Zu spät. Der Artikel ist schon fast zwei Wochen alt... Ich habe mir das Haus am Donnerstag, 24.08. abends genau angesehen und wollte am nächsten Morgen die Fassade gründlich fotografieren - leider hatte ich dann keine Zeit. Am 25. nachmittags wurde mir dann durch einen Bekannten berichtet, das von der Fassade bereits alles weg ist. Letzten Freitag stand ich vor der Lücke... Das Haus war ca. 1880 erbaut und wurde im Krieg beschädigt/ teilweise zerstört. Da die umliegende Bebauung überwiegend aus Nachkriegsbauten besteht, griff hier kein Ensembleschutz eines erhaltenen Straßenzuges. Als Einzelgebäute hatte es wohl bei der Erfassung keinen Wert für die Denkmalschutzbehörde, da zu wenig bauzeitliche Substanz erhalten war - mindestens das Dachgeschoss war aus der Nachkriegszeit. In dem Haus und dem Nachbargebäude hatte bis 2015 die Niedersächsische Wach- und Schließgesellschaft ihre Wachzentrale und sind dann in ein eigens neu gebautes Gebäude außerhalb der City gezogen. In der nun entstandenen Lücke sollen Wohnungen als Kapitalanlage der Wach- und Schließgesellschaft entstehen.

    Wer zwischen Steinen baut, sollte nicht (mit) Glashäuser(n) (ent)werfen...

  • Was kann man da noch tun?

    Da der Artikel vom 22.8. ist und darin steht, dass am Mittwoch die Bagger anrollen, also wohl am 30.8., fürchte ich, dass man nichts mehr tun kann. Es ist ein weiteres Opfer des derzeitigen Immobilien-Hypes, der eine Folge der Währungskrise ist. Die meisten meinen, es sei alles in Ordnung mit ihrem Euro. Aber, an diesen Vorgängen erkennt man, dass diese Währung innen längst ausgehöhlt ist. Denn sonst würde es sich ja mehr lohnen, sein Geld zu parken und Zinsen zu kassieren, statt überall Wohnblocks hochzuziehen. Wobei die Zuwanderung das Thema noch kräftig befeuern wird.
    Was man für die Zukunft in Hannover tun könnte, äußern ja der Bauhistoriker und der Landesdenkmalpfleger in dem dankenswerterweise von Dir verlinkten Artikel.

  • Da kommt mir echt die Galle hoch: Ein reich verzierter Neoraissancebau in der Innenstadt von Hannover wird abgerissen http://www.haz.de/Hannover/Aus…riegshaus-wird-abgerissen

    Was geht in solchen Leuten vor, die so ein Juwel einfach abreißen? In einer Stadt, die im Zweiten Weltkrieg zu 85 % zerstört wurde.


    Wenn ich dazu auch noch diesen Kommentar lese:


    "Wenn in einer Stadt immer nur an Altem festgehalten wird, dann kann nie etwas Neues entstehen“


    Widerlicher Mensch.

  • Der Kommentar des Prokuristen im Zeitungsartikel war mir auch übel aufgestoßen. Ekelhaft.

  • Nicht neu aber hier bisher unbekannt:


    In Hannover wird derzeit auf dem Gelände des ehemaligen Continental-Werkes die sog. Wasserstadt Limmer gebaut, nach meinem Eindruck eins der vielen Neubausiedlungen, die derzeit überall aus dem Boden sprießen. Interessant an dem Konzept war, dass die denkmalgeschützten Contibauten, die den Abriss überlebt haben, dort eingebracht werden.
    Aufgrund von Nitrosaminen soll sich jetzt jedoch ein Erhalt nicht mehr wirtschaftlich lohnen, geplant ist, die Gebäude bis auf den Conti-Turm abzureißen:
    Artikel aus der HAZ inkl. Fotos der Neubauprojekte


    Artikel aus der Neuen Presse



    Ich hoffe doch sehr stark, dass es noch gelingt, die Gebäude zu erhalten. Die großen, gründerzeitlichen Fabrikbauten machen einen sehr eindrucksvollen Eindruck und würden die zukünftige Wasserstadt doch sehr aufwerten.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)