Projekt Riesenrad am Bahnhof Zoo

  • Pläne für Riesenrad geplatzt



    Technikmuseum will das Areal mit dem Geld eines britischen Sponsors kaufen und für Erweiterungsbau reservieren


    "Das Riesenradvorhaben am Technikmuseum ist geplatzt. Die Kulturverwaltung arbeitet derzeit mit einem britischen Sponsor einen Vertrag aus, der es dem Museum ermöglicht, die für das Riesenrad geplante Fläche am Gleisdreieck zu kaufen. Nach Angaben der Kulturverwaltung soll der Vertrag in den kommenden Wochen unterzeichnet werden, damit Planungssicherheit besteht. Damit sind die Pläne für das größte Riesenrad der Welt am Technikmuseum vom Tisch.

    Die Berliner World Wheel Berlin Holding hatte Interesse an dem Grundstück bekundet. Dort sollte in Kooperation mit dem Museum das weltweit größte Riesenrad nach dem Londoner Vorbild "London Eye" entstehen. Das Technikmuseum hatte sich gegen das Riesenrad ausgesprochen. Es fürchtet, daß der Publikumszuspruch sich vom Museum weg, hin zum Riesenrad verlagert hätte.


    Ende vergangenen Jahres hatte sich ein britischer Millionär bereit erklärt, dem Museum 5,5 Millionen Euro bereitzustellen. Einzige Bedingung: Das Riesenrad werde nicht auf dem Gelände gebaut. Der 56 Jahre alte Unternehmer hat in seinem Testament dem Museum bereits 14,5 Millionen Euro vermacht. Er besitzt eine Flotte historischer deutscher Flugzeuge, die nach seinem Tod in den Besitz des Museums übergehen sollen. Mit dem Geld des britischen Millionärs könnte das Museum, wie ursprünglich geplant, einen Erweiterungsbau errichten. Beim Museum war bis gestern von den fortgeschrittenen Vertragsverhandlungen noch nichts bekannt.


    Auch das zweite Riesenradprojekt stockt. Ein westfälischer Unternehmer will am Lehrter Bahnhof ein 180 Meter hohes Riesenrad bauen. Doch die Deutsche Bahn, der das Grundstück gehört, will das Gelände bislang nicht verkaufen. "Wir sind dennoch guten Mutes, daß es klappt", sagte der Berliner Unterhändler des Investors gestern. Es seien weitere drei Standorte im Gespräch. Der Unternehmer, Adolf Steiger [...], baut und betreibt seit mehr als 50 Jahren Riesenräder. Ursprünglich sollte er das Rad für das World-Wheel-Projekt entwerfen, doch verließ er die Holding, weil ihm die Finanzierung nicht sicher schien. Er will das Riesenrad nun in Eigenregie bauen. Die Finanzierung des 60-Millionen-Euro-Projektes durch einen Versicherungskonzern sei weiter gesichert.


    Der Senat unterstützt das Riesenradprojekt in der Stadt - unter der Voraussetzung, daß die private Finanzierung gesichert ist. Die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte sind unter anderem wegen des Verkehrsaufkommens eher skeptisch. Jährlich könnten eine bis drei Millionen Menschen das Rad besuchen und in einer 30 bis 45-minütigen Fahrt für 15 bis 20 Euro die Stadt von oben betrachten - so die Pläne der Investoren. Am 7. Februar beschäftigt sich der parlamentarische Kulturausschuß mit dem Stand der Verhandlungen am Museum für Verkehr und Technik."



    Quelle: http://morgenpost.berlin1.de/c…/01/28/berlin/731349.html


    :applaus:


    Schön, dass das Technikmuseum nicht verschandelt wird!

  • endlich mal eine gute nachricht!!! riesen Raeder behaltet man am besten im Wiener Prater oder an der Themse!!! :gg:ein Rad ist genug und das ist das ist das Rad der Zeit: dieses Rad dreht hoffentlich immer schneller am Schlossplatz fuer unser Schloss statt fuer ein Riesenrad was garnicht in der stadt gehoert: Berlin ist auch aktraktiv OHNE riesen :zwinkern: rad (und chipperfields, liebeskind usw :zwinkern: )

  • warum denn kein riesenrad?? ist doch ein plus fuer jede stadt, und auch nicht besonders haesslich??... neben den langweiligen bahnhof wuerde es doch toll passen, zur verdichtung perfekt...


    nur, wenn man da in berlin draufsitzt, sieht man eh nix besonderes,
    von oben ist die skyline nicht gerade aufregend...

  • 15-20 EUR pro Fahrt ist doch utopisch.
    Ich bezweifle, daß genügend Leute dazu bereit sind, überhaupt 10 auszugeben. Man stelle sich mal vor, daß eine dreiköpfige Familie nach dem Plan der Investoren mindestens 45 EUR los wäre.
    Von Riesenradfahrten als Luxus habe ich noch nie etwas gehört, die Fahrt mit dem Rad auf dem Hamburger Dom kostete früher zumindest nicht mehr als ein paar Mark. Der anvisierte Preis ist stark übertrieben.
    Selbst auf den Eiffelturm kommt man für einige Euro.

  • Damit hier nach 4 1/2 Jahren :augenrollen: mal ein Ansatz von Aktualisierung Einkehr hält und für diejenigen, welche die Geschichte nicht so verfolgt haben.


    Internetpräsenz des Projekts:
    http://www.aussichtsrad-berlin.de/index.php


    Weitere Informationsseite:
    http://www.berliner-riesenrad.com/


    Perspektivische Visualisierung aus der Blickrichtung Ernst-Reuter-Platz:
    Quelle: Wikipedia



    Halbwegs aktueller Stand ist, dass dem Projekt - annähernd zwei Jahre nach dem symbolischen Spatenstich - wohl kaum noch Realisierungschancen einzuräumen sind.


    Quote

    FINANZIERUNG WACKELT - Berliner Riesenrad könnte Anleger Millionen kosten
    Das geplante Riesenrad am Berliner Zoo bereitet 10.000 Anlegern Sorge. Sie hatten insgesamt 208 Millionen Euro in einen Fonds investiert, mit dem Aussichtsräder in drei Städten finanziert werden sollten. Doch jetzt wurde bekannt, dass für die Projekte zum Teil feste Kreditzusagen fehlten.
    Der Traum vom 175 Meter hohen Riesenrad am Berliner Zoo droht wie eine Seifenblase zu zerplatzen – und rund 10.000 Anleger müssen um insgesamt 208 Millionen Euro bangen. Das Geld hatte die DBM Fondsinvest seit 2006 für ihren geschlossenen Immobilienfonds Global View eingesammelt, um Aussichtsräder in Berlin, Peking und Orlando zu errichten. Den privaten Investoren waren dafür hohe Ausschüttungen versprochen worden. [...]

    Quelle: Berliner Morgenpost

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Das wäre ja wirklich eine schöne Nachricht. Eine Hauptstadt ist schließlich keine Dauerkirmes. Irgendwo außerhalb der Stadt könnte man vielleicht damit leben, aber so... das würde ja wirklich etliche Blickachsen zerstören. Braucht meiner Meinung nach kein Mensch, schöne Aussicht gibt's auch aus vom Fernsehturm aus.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • :applaus::applaus::applaus: wenn dieses widerwärtige freizeitgesellschaftsmonstrum der stadt erspart bliebe, dann hätte die finanzkrise wenigstens ein gutes bewirkt.

  • Die sog Finanzkrise hat, obschon im Grunde noch nicht (voll) eingetreten, schon sehr viel Gutes bewirkt und wird dies in verstärktem Masse noch tun...

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Quote from "Palantir"


    Na, das sind doch mal gute Nachrichten.
    Ich würde mich über einen Fonds freuen, der dafür sorgt, daß auf den U- und S-Bahnhöfen die Kassenhäuschen wieder besetzt werden; das würde den Vandalismus reduzieren, die Sicherheit der Fahrgäste erhöhen und die Schwarzfahrerkontrollen überflüssig machen.