Bad Langensalza (Galerie)

  • Bad Langensalza liegt etwa 30km nordwestlich von Erfurt und hat knapp 14000 Einwohner. Laut Wikipedia besitzt es die drittgrößte Altstadt in Thüringen, nach Erfurt und Mühlhausen.
    Die Stadt ist inzwischen eine meiner Lieblingsstädte in Thüringen, obwohl ich bei meinem ersten Besuch vor ca. 10 Jahren nicht so begeistert war, was vielleicht an den vielen verfallenen Häusern im Randbereich der Altstadt gelegen hat. Diese Situation hat sich entscheidend verbessert, die Altstadt ist nahezu perfekt erhalten praktisch ganz ohne Bausünden.

  • Mein Rundgang beginnt im Nordwesten der Altstadt vor dem ehem. Mühlhäuser Tor. Das Schützenhaus bzw. Volkshaus wurde nach dem Brand des Vorgängerbaus im Jahr 1907 erbaut.




    Gegenüber steht das derzeit leerstehende ehemalige Landratsamt.




    Nun geht es in die Altstadt, Blick in die Mühlhäuser Straße.




    Die Stadtmauer ist gut erhalten, von den ehemals 30 Türmen stehen noch 9.




    Fachwerkhäuser an der Mühlhäuser Straße





    Mühlhäuser Straße Ecke Bergstraße




  • Bergstraße 15, Haus Rosenthal erbaut um 1515, heute Apothekenmuseum




    Gebäude an der Salza





    Blick zur Bergkirche St. Stephani




    Die Superintendentur von 1617/18.




    Ein weiterer Stadtmauerturm an der Bergkirche.


  • Die Kirche ist eine dreischiffige spätgotische Basilika.






    Der Hochaltar stammt von 1684, die Flachdecke wurde 1558 eingebaut als das Mittelschiff erhöht wurde.




    Die Orgel von 1884/85 stammt vom Langensalzaer Orgelbauer Friedrich Erdmann Petersilie.




    Beeindruckend ist die 1590 von Bernhart Klein aus Stuttgart geschaffene Kanzel.




    Die Inschrift lautet: "Ich Bernhart Klein Giptz Schneider von Stuckgart habe dises Werck verrichtet."



  • Anstelle der heutigen Gebäude stand das 1280 gestiftete ehem. Augustinereremitenkloster. Die Kirche wurde von 1558-1575 bis auf den Turm abgerissen. Die Klostergebäude brannten beim Stadtbrand von 1711 nieder. Erhalten sind die Grundmauern, die Sakristei und Reste des Kreuzgangs. Heute werden die Gebäude als Heimatmuseum genutzt. Auf dem Platz das Ulanendenkmal genannt "Nackter Reiter" von 1925.





    Eine sehr schlechte ältere Aufnahme, das gelbe Gebäude noch unverputzt, dabei könnte es sich aber auch nur um vorgeblendetes Fachwerk handeln.




    Hospital St. Wendelin (Hospitalplatz 1), gegründet 1445






  • Das eingerüstete Gebäude erhielt ein neues Fachwerkgeschoss.




    Hinter den Häusern der Langen Brüdergasse liegt der ehem. Gottesacker mit der 1734-38 erbauten Gottesackerkirche St. Trinitatis.



    Fortsetzung folgt ...

  • Äußerst schöne Stadt! War bisher nur in Mühlhausen, das mir ebenfalls unfassbar gut gefallen hat.


    Eine Frage noch, die auch gar nicht bös gemeint ist, aber ist die Salza immer so ein kleines dürftiges Rinnsal? Das kann man ja fast nicht mehr als Bach bezeichnen.

  • Die Bilder sind bei über 30°C im Hochsommer Anfang August entstanden, etwas weniger Wasser wird es deshalb gewesen sein, aber viel mehr wird dort sonst glaube ich auch nicht langfließen. Die Salza ist an sich nur ein kleiner Bach, der sich in Langensalza noch in mehrere Arme teilt, die teils auch offen wie in Freiburg durch die Stadt fließen.

  • Weitere Bilder aus den äußeren Bereichen der Altstadt, die 1356-1406 in die Stadtbefestigung einbezogen wurden.


    Lange Straße Blick in Richtung Wiebeckplatz




    Blick nach Nordosten zum Turm des Rathauses






    Blick nach Westen, die Schornsteine im Hintergrund gehören zu einer der ehem. Mälzereien der Stadt.


  • Das Barfüßerkloster wurde 1457 gegründet, 1540 aufgehoben und 1590 die Kirche abgerissen. Die Gebäude werden nach und nach saniert.





    Steinweg





    Am Ende der Straße stand als südwestlicher Stadtausgang das Jahrmarkter Tor, dessen Turm erhalten ist.


  • Da Michael als Erläuterung zu seinem zuletzt eingestellten Bild die auf ehemalige Mälzerei von Bad Langensalza hingewiesen hat, möchte ich hier ein Sprüchlein anfügen, welches früher in der Umgebung von Langensalza zu hören war. "Zu Langensalz braut man drei Bier aus einem Malz. " Wie auch immer das Langensalzaer Bier gewesen sein mag, dass Städtchen ist sehr schön und gut erhalten bzw. die letzten Jahre hervorragend restauriert worden. Herzlichen Dank für die schönen Bilder.


    Habe irgendwo gelesen, dass man in Bad Langensalza Käufer für viele der alten, zerfallenen und leer stehenden Häuser in der Altstadt gefunden hat, nachdem man die Hinterhäuser und Anbauten abgerissen hatte und dadurch Raum für einen Kfz-Stellplatz und zur Anlage eines Gartens oder Gärtchens gewonnen hatte. Durch diese Maßnahmen waren die alten Häuser plötzlich interessant geworden, auch für junge Leute. Eine Tolle Idee, wie ich finde, denn dadurch wurden viele schöne, alte Häuser mit Charakter restauriert und vor dem endgültigen Untergang gerettet, gleichzeitig auch die Altstadt wieder mit Leben erfüllt. Ganze Ensembles bilden nun eine wunderbare Einheit.

  • Neubauten am Anfang der Salzstraße




    Typisch für Langensalza sind diese stattlichen Traufenhäuser mit großer Durchfahrt.





    Thüringisches Leiterfachwerk







    Das Klopstockhaus (Salzstraße 2/3) ist eines der aufwändigsten Bürgerhäuser der Stadt, erbaut um 1609. 1748-50 wohnte dort Friedrich Gottlieb Klopstock.



  • Gleich um die Ecke in der Steingrubenstraße steht ein spätmittelalterlicher Fachwerkbau mit angeblatteten Kopf- und Fußbändern.





    Gegenüber am Lindenbühl wurde in den 80er Jahren ein sehr kleiner Teil der Altstadt abgerissen und durch angepasste Neubauten ersetzt. Lindenbühl Ecke Herrenstraße





    Gegenüber steht völlig überraschend hinter den Häusern an der Salzstraße eine herrschaftliche Villa von 1864-66, Lindenbühl 26.




    Ein weiterer Stadtmauerturm am Lindenbühl.




    Lindenbühl Ecke Gothaerstraße




    Turmstraße Ecke Lindenbühl 16. Jh.




    Der namensgebende Stadtmauerturm



  • Das Klopstockhaus (Salzstraße 2/3) ist eines der aufwändigsten Bürgerhäuser der Stadt, erbaut um 1609. 1748-50 wohnte dort Friedrich Gottlieb Klopstock.



    Ein großartiges Gebäude; auch die satte Farbgebung gefällt mir sehr gut.
    Ist diese Farbgebung und die marmoriende Bemalung der steinernen Flächen (teilweise auch wohl Putz) historisch überliefert? Vgl. das Aussehen vor 2009.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Blick zur Marktkirche St. Bonifacii, auf der Freifläche stand bis vor wenigen Jahren ein Einkaufszentrum aus DDR-Zeiten und wohl auch noch einige Altbauten.




    Rechts der Schlot einer weiteren Mälzerei und Brauerei




    Beachtenswert ist die Dachform, an dem Haus gibt es auch eine geschnitzte Ecksäule, die im Moment eingehaust ist.





    Entenlaich 14 von 1612



    Fortsetzung folgt ...

  • Unglaublich. Dabei war ich schon in Langensalza. Aber diese eher peripheren Teile hab ich nicht so wahrgenommen (vielleicht war s schon zu dunkel).


    Mir hat der eigentliche Zentrumsbereich eh genügt. Da kommt noch einiges auf uns zu, in dieser Galerie...

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Quote


    Dast ist ja auch ganz und gar außergewöhnlich, was soll das darstellen?


    Zopfstil goes Jugendstil?


    wie sehr mich ein bißchen Asymmetrie doch irritieren kann.

    "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski