Bad Windsheim

  • Dieses 1410 erbaute Haus steht nicht mehr, es wurde vor kurzem abgebrochen


    Ist das Haus vollständig abgebrochen worden? Zumindest die Fassade sah nach dem Brand doch nicht so aus, als sei diese nicht zu erhalten. In dem Artikel steht auch, das der Abbruch bis auf die Grundmauern erfolgen soll, ist da eventuell doch noch etwas für einen Wiederaufbau erhalten worden?

  • Ja, das hab ich auch überlegt, aber "bis auf" heißt hier wohl "inklusive" und nicht "mit Ausnahme von".
    An sich ein Skandal in einem denkmalgeschützen Bereich. Das Äußere ist im Wesentlichen erhalten, wahrscheinlich auch die FW-Konstruktion der Umfassungsmauern. Der Giebel hätte wohl neu gezimmert werden bzw innen abgestützt werden müssen, wäre aber auf jeden Fall als solcher zu erhalten.
    Na ja, Denkmalschutz in D eben.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Wie so häufig dürfte die Bausubstanz des Gebäudes vielmehr durch den Löscheinsatz der Feuerwehr maßgeblich in Mitleidenschaft gezogen worden sein als durch den Brand. Dieser Aspekt wird bei der Beurteilung zum Abbruch vor allem beigetragen haben. Was man den Denkmalämtern und ihren Entscheidungsberechtigten zum Vorwurf machen kann, ist ihre Passivität im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf eine (Teil-) Rekonstruktion wie in diesem Fall, zumal in einem geschützten Ensemble, hinzuwirken.


    Inwieweit wird denn vor Ort über einen Wiederaufbau der Fassade diskutiert? Ist das bekannt?

  • Alles klar, natürlich sind die Schäden enorm, aber nicht dergestalt, dass man die Substanz ohne Wenn und Aber niederlegen müsste. Mauerwerk kann getrocknet werden.
    Dass das Haus als solches verloren ist, dürfte klar sein. Warum aber auch die stehengebliebene Fassade bzw die Umfassungsmauern? Nach dem Krieg sind solche Ruinen wie als selbstverständlich wiederaufgebaut worden. In Städten wie Würzburg oder Nürnberg, die diesbezüglich nicht besonders aufbaufreudig waren, wäre bei diesem Maßstab wohl kein einziges Haus mehr erhalten...
    Es kostet halt alles ein wenig, und den Preis, den denkmalgerechte Behandlung mit sich bringt, ist offensichtlich keiner zu zahlen bereit.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • das schmerzt wirklich :weinenstroemen:
    Wie kann man nur so brutal sein :wuetenspringen: ? Dieses Fachwerkhaus hat sich so schön in die Straße eingefügt es hat ein wunderschönes Ensemble gebildet mit den anderen Steinhäusern aber nein man reißt es ganz ab :kotz:
    Dabei hätte der Wirt bzw Hauseigentümer im Falle einer Rekonstruktion sicherlich mehr Kunden gehabt als wenn er jetzt einen seelenlosen Neubau hinklotzt!
    Aber naja was kann man da schon machen :kopfschuetteln: der Eigentümer muss selber drauf kommen noch ist zum Glück nix entschieden :anbeten:

  • Aus der 22. Sitzung des Bau- und Umweltausschusses des Stadtrates am Dienstag, 8. März 2016 um 16.30 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses zu Bad Windsheim:


    Nr. 245
    Bauvoranfrage zum Neubau des Gasthauses zum Stern mit Ferienwohnung im Ober- und Dachgeschoss, sowie Brandsanierung und Umbau des Zwischenbaus, Seegasse 20.


    Hr. Spyra informiert über die geplante Dachflächengestaltung mit Schleppgauben.
    Um eine bessere Einfügung in das historische Altstadtbild zu erzielen, wird eine Ausführung mit steilerer Nei-
    gung des Daches und der Gauben angeregt. Das historische Tor konnte erhalten werden und wird wieder errichtet.
    Der beabsichtigte Balkon wirkt störend. Es ergeht die Empfehlung, auf diesen zu verzichten, da eine Außenwirkunganhand der Sichtbarkeit auftritt. Der Kamin sowie die Fenster sind gemäß der Baugestaltungssatzungkonform auszubilden.


    Beschluss:
    Das Einvernehmen wird er teilt unter Einbeziehung der Auflagen auf den Balkon zu verzichten und den Wiedereinbau des historischen Tores. Die Vorgaben der Baugestaltungssatzung sind zu berücksichtigen. Die Faschen sind in stuckierte Weise auszuführen. Der Dunstabzug, sowie Gauben und Fenster sind baugestaltungskonform zu errichten.

  • Woanders täte das Gebäude not. Gefällt mir sehr gut, fast so gut wie eine Rekonstruktion des alten Gebäudes. Aber natürlich nur fast...