Linderhof (Gde. Ettal) - Schloss und Park (Galerie)

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    • Linderhof (Gde. Ettal) - Schloss und Park (Galerie)

      Gärtnerhaus


      Vor dem Parkeingang das Wohnhaus des für die Parkpflege zuständigen Gärtners, 1903 erbaut.

      Marokkanisches Haus


      Nach Durchschreiten des Parktores gelangt man als erstes zum Marokkanischen Haus. Dieses sollte ursprünglich Marokko auf der Wiener Weltausstellung 1873 vertreten.

      1878 kam es, von König Ludwig II. angekauft, in die Bergabgeschiedenheit der Stockalpe unweit von Linderhof ("nahe der Hundinghütte"):

      Aufnahme von um 1890

      Das Marokkanische Haus wurde 1891 nach Oberammergau verkauft und gelangte erst gute 100 Jahre durch Ankauf der Bayr. Schlösserverwaltung an den jetzigen Standort im Park.


      Die Räumlichkeiten nutzte der König zu einer dem Gebäude angemessenen Lektüre bei Ananasbowle und Datteltörtchen und es durften natürlich auch die Diener in orientalischer Kleidung nicht fehlen.

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    • Schwanenweiher


      Auf dem Weg zum Königsschloss kommt man am Schwanenweiher vorbei.

      Königshäuschen


      Das Königshäuschen stand ursprünglich an der Stelle des jetzigen Schlosses und wurde 1874 aufgrund der Erweiterungen des Schlosses gute 200 Meter nach Westen versetzt.
      Im 19. Jh. war es eine beim König Maximilian II. beliebte Jagdunterkunft. Der benachbarte dem Schloss den Namen gebende Bauernhof wurde im selben Jahr abgerissen.

    • Schloss Linderhof wurde nach den Vorstellungen und Wünschen König Ludwig II. gebaut und ausgestattet. Es sollte das einzige von ihm über längere Zeit genutzte Schloss bleiben.
      Die Planungen zum Schloss liefen unter dem Decknamen „Meicost Ettal“, in Verdrehung von L´etat c´est moi, wobei die Nähe zu Ettal in Verbindung mit dem Gral wohl nicht so ganz zufällig ist. So schrieb Ludwig II. in einem Brief an Richard Wagner in Bezug auf Ettal: „Nach dem Plane des Gralstempels von Mont Salvat soll Kaiser Ludwig der Bayer diese Kirche erbaut haben.“


      Atlas mit der Weltkugel, der Abschluss erinnert an die Würzburger Residenz (Residenzplatzseite)


      Erste Um- und Anbauentwürfe für das Königshäuschen gab es 1868, zunächst in Fachwerkbauweise (siehe nächstes Bild). Als königliche Villa im Rokokostil erbaut, waren der östliche 1871 (im obigen Bild rechts) und westliche Trakt 1873 bereits weitgehend fertig. Nach Versetzung des Königshäuschens, auf das der König im Gegensatz zum Linder-Bauernhof nicht verzichten konnte und wollte, entstand der 1877 vollendete Südtrakt, die bekannte Hauptfront zum Wasserbassin hin.


      Linderhof auf einem Ölgemälde von 1872 (Titelbild des Buches „Vom Lynder-Hof zum Schloss“), links Bauernhof und Königshäuschen, rechts davon der Anbau, aus dem sich das Schloss entwickelte.
    • Ein klein wenig zum Inneren (heutzutage natürlich Fotografierverbot...):

      Das mehrfach veränderte Schlafzimmer in des Königs Lieblingsfarbe Blau, auf der Nordseite des Schlosses mit Blick auf die Kaskade.


      Das Innere ist eine einzige Lobpreisung auf das Ancien Regime, insbesondere die Zeit Ludwig des XIV. und XVI.






      Der Pfau, neben dem Schwan das Lieblingstier des Königs. Früher gab es im Schlosspark Linderhof selbstverständlich auch Pfauen.

    • Wasserparterre


      Die etwa 30 Meter hohe Fontäne ist zur vollen und halben Stunde jeweils für ein / zwei Minuten zu bewundern.


      Flora und ihr Gefolge


      Besonders großartig ist auch der von Carl von Effner zwischen 1872 bis 1880 angelegte Park, um das Schloss in französisch-barocken Formen angelegt, darüber hinaus als englischer Landschaftspark in die Gebirgsszenerie übergehend.


      Südlich des Schlosses folgt auf das Wasserparterre am Nordhang die italienisch anmutenden Terrassengärten hinauf zum als Monopteros konzipierten Venustempel.




      Zum Vergleich 1988
    • Aufstieg zum Venustempel


      Von den klimatischen Widrigkeiten eines regenreichen Gebirgstales ließ sich der König wenig beeindrucken, im Gegenteil. So wurde u.a. dem Baumwachstum mit reichlichen Düngergaben nachgeholfen. Die Fertigstellung des Parkes pressierte unheimlich und so waren teilweise bis zu 200 Arbeiter gleichzeitig auf der Baustelle tätig.




      Auf die von ihm besonders verehrte alte Linde wollte König Ludwig II. trotz der dadurch bedingten Beeinträchtigung der Parksymmetrie nicht verzichten. Er ließ sich in gut 12 Metern Höhe einen Freisitz errichten, um dort zu speisen.




    • Ludwig II. las alles was an Literatur zu den Bourbonen aufzutreiben war. Besonders verehrte er die Königin Marie Antoinette, die Frau Ludwig des XVI.




      Der knapp 1600m hohe Pürschling im Hintergrund mit der Mitte des 19. Jh. unter König Maximilian II. errichteten Jagdhütte war auch für Ludwig II. ein beliebtes Ziel, wenn auch selbstverständlich nicht zur Jagd.




      Gegenrichtung zur 1926m hohen Scheinbergspitze im Westen.


      Am Brunnenkopf rechts im Bild ließ König Maximilian II. bereits 1852 eine Jagdhütte errichten, heute sind die Brunnenkopfhäuser ein beliebtes Wanderziel.
    • Danke, das Wetter war ja auch "königlich".


      Neptunbrunnen und Kaskade


      Am Schloss geht es weiter, jetzt auf dessen Nordseite mit dem Neptunbrunnen nach Versailler Vorbild und der Kaskade, oberhalb als Blickfang der Musikpavillon.
      Blumenrabatte vor dem Brunnen bilden im übrigen eine Bourbonlilie.


      Westparterre


      Westparterre, im Bassin eine vergoldete Fama, des weiteren Amor und Delphine. Im Pavillon eine Büste von Ludwig XIV.





    • Eine wunderschöne Galerie bei traumhaftem Wetter. Im September dieses Jahres habe ich den Schlosspark auch wieder einmal besucht. Eine kleine Ergänzung mit dem Maurischen Kiosk mit Pfauenthron.





      Das Bauwerk wurde 1867 als preußischer Beitrag für die Weltausstellung in Paris geschaffen. 1870 kaufte der Eisenbahnunternehmer Henry Strousberg den Pavillon. Nach dem Bankrott des Industriellen erwarb Ludwig II. den Bau 1876 für den Schlosspark Linderhof und ließ ihn nach seinen Wünschen umbauen und umgestalten (Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen). Der auf Wunsch Ludwigs II. hergestellte Pfauenthron wurde in Paris gefertigt und später in einer Nische aufgestellt.
      Der Maurische Kiosk kann von innen nicht besichtigt werden. Er mach außen einen recht verwitterten Eindruck.

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    • Meine Aufnahmen sind auch vom September. War erst das vierte Mal insgesamt dort und das vorletzte Mal ist über 20 Jahre her. Insofern waren das Marokkanische Haus, die Einsiedelei des Gurnemanz und die Hundinghütte für mich neu, das Königshäuschen und die Baugeschichte des Schlosses hatte ich auch erst über das Buch "Vom Lynder-Hof zum Schloss" mitbekommen.
      Auf der letzten Aufnahme kann man im übrigen erkennen, daß der Pfauenthron gerade renoviert wird. Möglicherweise folgt bald das Äußere des Maurischen Kiosk.
      Überrascht war ich, daß insgesamt gar nicht so sonderlich viele Leute dort waren, für einen schönen Wochenendtag, sieht man auch im Vergleich auf den Aufnahmen von 1988. Persönlich kann ich mit den orientalischen Bauten nicht allzuviel anfangen, sind nicht uninteressant und seinerzeit war eben die Orientmode "in". Auch sind solche orientalischen Bauten irgendwo im bayrischen Gebirge zwar einerseits Fremdkörper, andererseits haben sie gerade aufgrund dieser Kombination ihren besonderen Reiz. Insbesondere wenn man nach einer langen Wanderung das Holzhaus auf dem Schachen von außen und innen sieht. Interessieren würde mich ja noch, wo das Marokkanische Haus genau stand, ob wirklich auf etwa 1400m wie es die Bezeichnung Stockalpe suggeriert oder doch eher in den unteren Lagen des Graswangtales unweit der Hundinghütte. Das konnte ich bis jetzt nicht herausfinden.
      Das Schloss selbst ist zwar ganz reizend, vor allem aufgrund der Lage und im Hinblick auf die geringe Größe, aber auch da beeindrucken mich nicht wenige andere Schlossbauten in D doch deutlich mehr. Als Königliche Villa, vergleichbar dem Petit Trianon in Versailles, ist es aber schon ungemein prächtig ausgestattet.
      Besonders interessant im Zusammenhang mit König Ludwig II. ist vor allem immer wieder das Symbolische, der Bezug auf den Gral wie z.B. Neuschwanstein, auf den Mond (Orientalik) und die Sonne (Bourbonentum). Da hat jede Kleinigkeit ihre Bedeutung und es mußte auch alles so sein, wie der König es anordnete. In diesem Zusammenhang sind auch die Bühnenbilder aus mir völlig unvertrauten Opern wie Tannhäuser, Parsifal etc. sehr speziell und gerade die (Venus-)Grotte von Linderhof stellt sicherlich einen der Höhepunkte der seinerzeit beliebten Grottenarchitekturen dar.
      Beim letzten Besuch besonders angetan war ich vom Park im direkten Umfeld des Schlosses, insbesondere die Terrassengärten hinauf zum Venustempel sind in Kombination mit den umliegenden Bergen ziemlich einzigartig.

    • Der derzeit in Renovierung befindliche Pfauenthron im Maurischen Kiosk auf einer Aufnahme von 1988.


      Kapelle Sankt Anna

      Als nächstes folgt im Park die Kapelle Sankt Anna


      Die einst zum Linder-Bauernhof gehörige Kapelle stammt von 1684 und steht im Park unweit südöstlich vom Schloss. König Ludwig II. ließ sie im Inneren umgestalten, die Glasgemälde stiftete er selbst.




      Der nicht realisierte Entwurf zu einer barocken Kapelle von 1875. Diese sollte die bestehende Kapelle ersetzen.
      Bildquelle: Ausstellung im Königshäuschen „Vom Lynder-Hof zum Schloss“ (dazu gibt es ein gleichnamigen Buch).
    • Einsiedelei des Gurnemanz


      Ursprünglich 1877 vom König in Auftrag gegeben, stand sie auf etwa 1100m Höhe am nördlichen Abhang der Kreuzspitze nahe der Grenze zu Tirol. Das Original wurde über die Jahrzehnte völlig vernachlässigt und fiel dann in den 1960er Jahren zusammen.
      Die jetzige Rekonstruktion des Gebäudes steht abseits vom Schloss im Südosten des Landschaftsparkes und wurde durch großzügige private Spenden ermöglicht.

      „Dort ist mir so wohl zumute, bei jener Quelle, wo Parsifal des wahren, echten Königtums Weihe empfing...“ so der König 1877 zur Einsiedelei des Gurnemanz, die dem Bühnenbild zum 3. Aufzug des Parsifals getreu errichtet wurde.

      Es gestaltete sich damals allerdings recht schwierig, die Wiese vor der Einsiedelei, dem königlichen Wunsch entsprechend, als „blumige Au“ erblühen zu lassen, denn die Einsiedelei des Gurnemanz lag im Gebirge auf einer Höhe von etwa 1.100 Metern über dem Meeresspiegel. So wurde der Natur ein wenig nachgeholfen und vor jedem Besuch des Königs „mit Blumen reichlich versehene Rasenstücke“ an klimatisch begünstigter Stelle ausgegraben und vor der Einsiedelei des Gurnemanz wieder eingesetzt.
      de.wikipedia.org/wiki/Einsiedelei_des_Gurnemanz
      Jedes Jahr zu Karfreitag besuchte der König die Einsiedelei und wehe es war nicht alles zu seiner Zufriedenheit...



      Nahebei das Lindergries:

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    • Kleiner Exkurs:

      In den Kiesschottern des Lindergries kommt noch die für Heuschreckenverhältnisse relativ große Gefleckte Schnarrschrecke vor. Sie zählt zu den deutschland- und europaweit vom Aussterben bedrohten Arten. Besonders eindrucksvoll ist es wenn die Männchen minutenlang laut und weithin hörbar schnarrend durch die Lüfte fliegen, was sie bei Lust und Laune gelegentlich, auch mal vor Sonnenaufgang, tun.


      Hundinghütte

      Ebenfalls im südöstlichen Teil des Parkes liegt die Hundinghütte.


      Der Blockbau wurde 1876/77 errichtet und stand ursprünglich wie auch das Häuschen vom Gurnemanz ein paar Kilometer das Graswangtal aufwärts Richtung Tiroler Grenze. Nachdem die Hütte bereits zu Lebzeiten des Königs abbrannte, erstand sie sofort wieder aufs Neue, war nach dem Tod des Königs eine beliebte Gastwirtschaft und fiel 1945 einer Brandstiftung zum Opfer.


      Seit 1990 steht nun eine originalgetreue Rekonstruktion im Schlosspark. Getreu dem ersten Aufzug der Walküre, nach dem Bühnenbild der Uraufführung von Christian Jank, wurde um eine als Esche kaschierte Buche, in dessen Stamm das Wunderschwert steckt, ein germanisches Haus mit offener Feuerstelle errichtet, dass u.a. mit Bärenfellen, Waffen und Jagdtrophäen ausgestattet wurde.


      In der Hundinghütte inszenierte Ludwig II. die Welt der Germanen nach seinen Vorstellungen. Seine Diener mussten sich in Felle kleiden und tranken Met aus Hörnern, währenddessen sich der König in die altgermanische und nordische Sagenwelt vertiefte.



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    • Zwischendrin mal weitere, neben dem Theater und der Kapelle nicht verwirklichte Projekte in Linderhof.
      Nicht verwirklichte Projekte

      „Meicost Ettal“ (siehe Link) wurde schließlich nicht in Linderhof, sondern auf Herrenchiemsee verwirklicht. In Linderhof entstand nur eine „Königliche Villa“, ein „Petit Trianon“.


      Bereits 1869 plante König Ludwig II. in Linderhof einen riesigen Byzantinischen Palast.


      Zweiter Entwurf von 1885, geplant auf einer felsigen Anhöhe oberhalb von Linderhof.
      Bildquelle zu diesem und den beiden weiteren Entwürfen:
      Ausstellung im Königshäuschen „Vom Lynder-Hof zum Schloss“ und gleichnamiges Buch.



      Der Hubertuspavillon nach dem Vorbild der Münchner Amalienburg (Schlosspark Nymphenburg) war beim Tod des Königs 1886 im Rohbau fertig und wurde danach wieder abgebrochen. Der Pavillon wurde im Ammerwald Richtung Tiroler Grenze unweit von Linderhof errichtet und sollte eigentlich bereits 1885 fertiggestellt sein.


      Aufgrund des Todes nicht mehr verwirklicht wurde auch der Chinesische Palast, für den Julius Hofmann im Januar 1886 einen Entwurf lieferte. Dieser sollte nach dem Vorbild des 1860 von englischen Truppen zerstörten kaiserlichen Sommerpalast Yuen-Ming-Yuen am Plansee in Tirol entstehen, selbstverständlich in Kombination mit chinesischem Hofzeremoniell etc.