Dresden - Rekonstruktion des Narrenhäusels (in Planung)

  • .. keine Ahnung.. Der Versuch der Stadtplanung hier über einen Wettbewerb Einfluss zu nehmen ging ganz offenbar daneben. Eventuell liegt das daran, dass man sich dort keine eigenen Ideen mehr zu formulieren traut, weil es sowieso immer nur unsachliche Dresche für alles gibt. Das hilft jetzt aber auch nicht weiter.
    Ich wundere mich nur, dass die Fachleute in diesem Forum nicht mehr Ehrgeiz entwickeln, wenigstens auf eine ordentliche Rekonstruktion hinzuwirken. Das muß ja nicht jedesmal so sein, aber an so einer prominenten Stelle!!!


    Es sollte unbedingt genau geprüft werden für welche Version man sich entscheidet und wie man das begründet. Es wäre m.E. auch notwendig, dass diese Version zu einer bestimmten Zeit auch wirklich so existiert hat. Ein Mischmasch aus allen möglichen Fotos herzustellen wäre doch gar nicht mehr nachvollziehbar und total beliebig.


    Und zur Nutzung.. naja, da gäbe es bestimmt auch noch viele Ideen, die interessanter wären als eine "gemütliche Kneipe".

  • hochattraktive Alternativlösungen

    Momentan erkenne ich in Dresdner Neubauten wenig an "hochattraktiven" Lösungen. Gezeigt wurde eine solche Variante auch nicht. Deshalb ist mir derzeit jede Rekonstruktion lieber als eine weitere solcher "Alternativen".


    Gegen Populismus in der Baukultur habe ich überhaupt nichts einzuwenden. Es sollte gebaut werden, was den Menschen gefällt. Irgendwelche verquasten Elitenprojekte, bei denen sich den Willen der Bürger möglichst missachtende Architekten die Taschen vollstopfen, um dann danach das eigene Projekt mit blumigen Phrasen im Baunetz präsentiert zu bekommen, gibt es leider noch genug.


    Dass überhaupt erwähnt wird, dass Mitglieder einer bestimmten Partei dort ein Bier zu trinken pflegten, zeigt mir, in welche Richtung die "Argumentation" gehen soll. Bei solchem Bashing bin ich bereits umgehend draußen.


    Ach so, und eine Gaststätte an dieser Stelle kann durchaus attraktiv sein. Schon durch den grandiosen Blick auf die Dresdner Altstadt mit der Frauenkirche. Ein weiteres Museum wäre ein weiteres teures dauerhaftes Zuschussgeschäft. Die Stadt ist zwar schuldenfrei, haftet aber für Ausfallbürgschaften in Höhe von über 600 Millionen Euro. Da muss man sich nicht ständig neue laufende Kosten ans Bein binden. Vielleicht richtet Wiessner ja in den Räumen ein kleines Privatmuseum ein und könnte dafür ein paar städtische Leihgaben präsentieren? Dagegen wäre nichts von meiner Seite einzuwenden.

  • Dass überhaupt erwähnt wird, dass Mitglieder einer bestimmten Partei dort ein Bier zu trinken pflegten, zeigt mir, in welche Richtung die "Argumentation" gehen soll. Bei solchem Bashing bin ich bereits umgehend draußen.

    Dann befassen Sie sich doch vielleicht mal bei Gelegenheit mit der Planung- und Baugeschichte des Königsufers. Nur als kleiner Tip für Geschichtsinteressierte...

  • Und weiter?


    Wie hier schon erwähnt, geht es nicht um politischen Gefallen oder Missfallen. Noch sind wir in Deutschland nicht so weit, dass nach politischer Vergangenheit gebaut werden darf oder even nicht. Wo kämen wir auch hin, wenn doch?


    Dann hätten wir genau das, was niemand will. Eine Diktatur.....



    Es geht darum, was den Menschen gefällt,und nicht was politisch belastet ist oder nicht, geschweige denn Lokalpolitikern dazu dient sich selbst zu verewigen oder eben nicht.....

  • Eventuell liegt das daran, dass man sich dort keine eigenen Ideen mehr zu formulieren traut, weil es sowieso immer nur unsachliche Dresche für alles gibt.

    Süß, eine Runde Mitleid für die armen ohnmächtigen Dresdner Ämter, die sich von geldgierigen Kapitalisten wie Wießner ins Handwerk pfuschen lassen müssen...
    Raoul bist du es?

  • Ich halte es gar nicht für ausgeschlossen, dass der reflektierte Wiederaufbau einer bestimmten baulichen Fassung des Narrenhäusels eine gute Lösung darstellt, aber ich sehe keine sachliche und fachlich fundierte Abwägung dieser Frage.


    Ausserdem fragt man sich doch, warum genau dieser Ort von einem gewinnorientiert arbeitenden Bauträger besetzt werden muss?

    Die Antwort ist ganz einfach: Weil nur durch ein wiederaufgebautes Narrenhäusel die Neubebauung des angrenzenden Neustädter Marktes in eine kleinteilig-traditionelle Richtung gelenkt werden kann- woran die Mehrheit in diesem Forum (zum Glück!) ein großes Interesse hat.

  • Raoul bist du es?

    Fasolt, ich habe meine eigene Befürchtung, wer sich hinter Prontosoccorso verbergen könnte. Es ist vermutlich nicht Raoul, es gibt in Dresden ideologisch weitaus verblendetere Menschen.

  • Die Wahrheit ist natürlich, dass wenn nicht Narrenhäusle da gar nichts gebaut wird. Dresden ist ein Stück Konzeptkunst, jede kriegszerstörte Postkartenansicht hat ein Anrecht auf Wiederherstellung. Hochwertig und detailversessen.


    Dem Investor macht die Politik das Leben schon genug schwer. Diese Art von Verhinderung ist natürlich psychologisch bitter. Überall da, wo man vom Konzept abgewichen hat, sieht es nicht überzeugend aus. Der Versuch dem Gebäude eine Geschichte der Zwischenkriegszeit anzudrehen, hat nicht geklappt, das war bereits oben widerlegt.


    Dresdens Baubürgermeister müssen sich überlegen, ob sie das Konzept mit Liebe verfolgen wollen, sonst ist es die falsche Stadt für ihr Amt. Wenn sie Investoren abschrecken durch ihre Egotrips und Empfindlichkeiten, schaden Sie dem Gemeinwesen.

  • Raoul, bist Du's?


    Wenn die Stadt das Narrenhäusel als Museum hätte aufbauen wollte wäre hierzu genug Zeit gewesen - wollte sie aber nicht. Und was bitte ist ein "reflektierender Wiederaufbau"? Dann kann doch nur dasselbe sein, was in Berlin "kritische Rekonstruktion" heisst.


    Bei der "kritischen Rekonstruktion" wird ja nur vorgeblich ein bestimmter Zustand zum Wiederaufbau ausgescht, tatsächlich versucht man mit banalen formalen Übernahmen einen Bezug zu Historie herzustellen, der ex post nicht erkennbar ist. Eines der krassesten Beispiele dieses Konzeptes ist das Cöllnische Rathaus am Berliner Schloß, daß als "Hotel Capri" "reflektierend" wiederaufgebaut wurde. Hierzu muss man wissen, daß der abgebrochene Turm des kriegszerstörten Originals auf einen Baustopp des Soldatenkönigs zurückzuführen ist, selsbtverständlich plante der Architekt Grünberg einen herrlichen Turm.


    Senatsbaudirektorin Regula Lüscher versucht jedenfalls ernsthaft den Berlinern den Bau als "geschichtlichen Bezug" zu verkaufen.



    „Ärzte können ihre Fehler begraben, aber ein Architekt kann seinen Kun­den nur raten, Efeu zu pflanzen.“
    George Sand

    Edited 2 times, last by Konstantindegeer ().

  • Wenn ich OB der Stadt wäre, hätte der Investor in 30 Tagen eine Baugenehmigung. Ansonsten würde ich den Abteilungsleiter "Baubürgermeister" von seiner Last des Amtes befreien.


    Ich kann das einfach nicht verstehen.

  • Eine Partei, deren Namen ich hier aus Gründen der politischen Neutralität lieber nicht nennen möchte, plakatierte im sächsischen Landtagswahlkampf den Slogan: "Einfach machen!" (Bevor jemand auf dumme Gedanken kommt: Es war die FDP, übrigens die politische Heimat des Dresdner Oberbürgermeisters Hilbert.) Das Narrenhäusel ist doch ein vergleichsweise kleines und unkompliziertes Projekt, das nun schon seit Jahren lang und breit analysiert und diskutiert wird. Da kann ich jetzt auch nur noch sagen: Einfach machen! Ran an die Feinplanung und los geht's!


    Ich war vor einiger Zeit im Jägerhof. Das dortige Museum für Sächsische Volkskunst ist die ideale Alternative zu einem Bauhaus-Museum. Sehr sehenswert! Der Jägerhof ist nicht sehr groß, hat kein Café. Als ich das Museum verließ, sah ich mich hungrig um. Ziemlich öde Gegend. Ich rannte dann los, über die Augustusbrücke zum Residenzschloss, meinem nächsten Ziel. Der Weg führt am Standort des Narrenhäusels vorbei. Seit Jahrzehnten ist das eine unwirtliche Ecke. Es wäre doch schön, wenn dort ein nettes Haus stünde, wo man einkehren und nebenbei den herrlichen Blick zur Altstadt genießen könnte! Am anderen Ende der Augustusbrücke baut übrigens gerade der Freistaat höchstpersönlich eine Gaststätte - in der Nordostecke des Moritzbaus des Schlosses. Von der Altstadt her gesehen wäre das Narrenhäusel der ideale touristische Brückenkopf. Das benachbarte Blockhaus wird derzeit vom Freistaat für die Nutzung durch das Archiv der Avantgarden hergerichtet. Der Staat kümmert sich also um seine Angelegenheiten. Die Stadt will auf ihrem Narrenhäuselgrundstück nicht selbst bauen. Aber warum die Entwicklung des Areals ewig blockieren? Nicht weit entfernt ist das Japanische Palais ein weiterer Museumsstandort, der vom Bereich Residenzschloss, Zwinger aus bequem zu Fuß über die Augustusbrücke zu erreichen ist. Eine Wiedererrichtung des Narrenhäusels bietet sich einfach an, um die beiden Elbufer im Stadtzentrum touristisch besser miteinander zur verknüpfen. Blockhaus und Narrenhäusel würden eine Art Tor zur Neustadt bilden. Beide Gebäude sind historisch mit August dem Starken verbunden, der gülden hinter ihnen reitet. Einfach machen!

  • Aber warum die Entwicklung des Areals ewig blockieren?


    Vermutlich letzte Rückzugsgefechte von Ideologen, welche das Königsufer nach dem von Bert gezeigten Bildern bebaut sehen möchten. Das Narrenhäusel ist DER Brückenkopf für weitere Rekos am Neustädter Markt. Das wissen die genau.
    Die Platten am Neustädter Markt werden früher oder später fallen - Stichwort Decarbonisierung des Betons, welcher nach ca. 50 Jahren zu ernsthaften Problemen in der Statik der Plattenbauten führen wird. Die Buden wurden 1979 erbaut, stehen also noch ca. 10 Jahre. Dann werden auch die "Aktivisten" der Initiative "Neustädter Freiheit" ausziehen müssen. Wie es dann dort weitergeht, sollte allen normal denkenden klar sein. Reko des Neustädter Rathauses, weitere Bebauung des Königsufers und Neustädter Markts wie im Siegerentwurf des Wettbewerbs vorgesehen. Steht das Narrenhäusel dann, gibt es daran keinen Zweifel. Man kann Herrn Wießner nur Durchhaltevermögen wünschen und dem Stadtrat, dass er dranbleibt und ordentlich Druck macht. An die Öffentlichkeit zu gehen, war ein kluger Schachzug von Hr. Wießner und sollte auch im Sinne des Baubürgermeisters sein, welcher eigentlich demokratische Bürgerbeteiligung und Transparenz propagiert. Sein pikiertes Verhalten jedoch lässt darauf schließen, dass diese nur unter Druck von außen zustande kommen und man eigentlich wie gewöhnlich nach undemokratischer Gutsherrenart im Stadtplanungsamt verfahren möchte. Damit ist jetzt aber Schluss. :-)

  • Das Niveau dieser Diskussion erschreckt mich. Ich habe weder gegen Rekonstruktionen Position bezogen noch sonst irgendwelche polarisierenden Positionen bezogen. Trotzdem wird mir hier alles möglichen in den Mund gelegt mit dem meine Beträge gar nichts zu tun haben..(Hotel Capri in Berlin??). Offenbar will man sich hier hauptsächlich selbst betätigen und nicht offen diskutieren. Schade, aber zeitgemäß.


    Was genau am Neustädter Markt irgendwann mal gebaut wird, wenn die jetzigen Gebäude zusammenfallen sollen werden voraussichtlich die entscheiden, die es zu diesem Zeitpunkt betreffen wird und das ist doch auch richtig so. Vielleicht ist es bis dahin "Rainer Zufall" ja auch gelungen, das Sächsische Baurecht zu reformieren und Stadtvogt mit umfassender Befugnis zu werden.
    Ich finde trotzdem, dass die Frage erlaubt ist, ob ein Investor, der sich bisher durch keine vergleichbaren Bauten in irgendeiner Weise hervorgetan hat, diese wichtige Stelle in der Stadt zu besetzen.
    Ich halte das für eine verhängnisvolle Fehlentscheidung.

  • Wiessners Baugeschäft gibt es seit 1911 in Dresden und kann in jüngster Zeit auch einige Sanierungen von Altbauten vorweißen.
    Aber die meisten Bauwerke von Wiessner haben 1945 nicht überstanden. Es gibt noch ein paar einzelne Villen, die noch stehen.
    https://www.maxwiessner.de/startseite.html#/historie.html
    Dass man sich mit der Reko des Narrenhäusels auf ein neues Gebiet begibt ist klar, aber der Mann, bzw. die Familie hat soviel Herzblut für seine/ihre Stadt, dem traut man das zu.

    Wenn nicht anders angegeben, sind alle Bilder von mir.

  • Ich finde trotzdem, dass die Frage erlaubt ist, ob ein Investor, der sich bisher durch keine vergleichbaren Bauten in irgendeiner Weise hervorgetan hat, diese wichtige Stelle in der Stadt zu besetzen.


    • Ich halte das für eine verhängnisvolle Fehlentscheidung.


    Ach, da habe ich überhaupt keine Angst! Herr Wiessner ist vom Fach und die Narrenhäusel Rekonstruktion wird einwandfrei werden.


    Einwandfreie Rekonstruktionen sind immer dann sichergestellt, wenn jemand mit Können und - wichtig - Herzblut an die Sache herangeht. Das haben bereits die Bauherren GHND mit der Rampischen 29, Familie Zeibig direkt am Neumarkt oder auch die Kirche mit dem Kanzleihaus bewiesen!


    Wirklich problematisch wurde es leider stets wenn ohne Not ein ganzes Quartier an institutionelle Investoren vergeben wurde und dann zu allem Verdruss auch noch eine ideologisch besetzte Gestaltungskommission in die Suppe spuckte, damit möglichst kein harmonisch stimmiger Gesamteindruck herauskommt und auf die Ausführungsqualität kein Augenmerk gelegt wurde!


    Verhängnisvoll, wenn man dieses Wort im Zusammenhang mit dem Narrenhäusel schon verwenden möchte ist wenn schon das Verhalten des fachlich und leider auch politisch heillos überforderten Baubürgermeisters. Aber auch da kann man etwas Versöhnliches sehen: Familie Wiessner hat seit mehr als hundert Jahren die baulichen Höhen und Tiefen Dresdens miterlebt und wir werden uns alle dann für eine sehr lange Zeit dann am wiederauferstandenen Narrenhäusel sattsehen dürfen und wenn bis dahin noch zwei oder drei Baubürgermeister die Elbe herabschwimmen werden. Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Also, keine Angst, die Rekonstruktion ist hier in einer der besten Hände!

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Ein Beispiel, das man zu Exilwieners Ausführungen ergänzen könnte, ist die Rekonstruktion der Ventehalle der Matrosenstation Kongsnaes in Potsdam - ein Liebhaberprojekt des Berliners Michael Linckersdorff. Die Reko ist außen und innen vorbildlich, obwohl der Bauherr nicht gewerbsmäßig in diesem Metier tätig ist. Im Übrigen ist das Narrenhäusel doch ein ziemlich einfaches Gebäude. Was sollte da schiefgehen?


    Aus meiner Sicht bedeutet die Rekonstruktion des Narrenhäusels auch keine Vorfestlegung auf das weitere Vorgehen. Die Plattenbauten am Neustädter Markt könnten theoretisch in "friedlicher Koexistenz" mit dem Narrenhäusel weiterbestehen. Das Nebeneinander von Plattenbauten einerseits, Blockhaus und Goldenem Reiter andererseits kennen wir ja seit Jahren. Die Architekturdebatten in Deutschland werden oft zu verkrampft geführt. Das führt dann zu Blockaden. Das Narrenhäusel könnte man jetzt bauen, ohne den gesamten Bereich des Neustädter Marktes durchgeplant und über das Vorgehen dort im Detail entschieden zu haben. Das Narrenhäusel würde weder weiteren rekonstruierenden Bauvorhaben, wie sie die GHND ins Spiel bringt, im Wege stehen, noch einer Sanierung der Plattenbauten. Die Plattenbauten dort waren zu DDR-Zeiten keine schlechte Lösung für die damalige Straße der Befreiung. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass man da heute bessere Lösungen findet. Die Platzgestaltung ist zweifellos nicht ideal, und die Plattenbauten dort müssen nicht ewig bestehen. Ein Teil von ihnen wurde durch eine frühere Sanierung im Aussehen stark verändert, wie ich finde, nachteilig. Ein anderer Teil ist derzeit Bauruine. Die positiven Erfahrungen am Neumarkt könnte man nutzen. Die Frauenkirche wird am Neustädter Markt durch den Goldenen Reiter vertreten. In der weiteren Umgebung gibt es Anschlussmöglichkeiten an vorhandene historische Bebauung. Wenn man sich die städtebauliche Situation ohne ideologische Scheuklappen ansieht, kann man auch zu pragmatischen Lösungen kommen. Aus Pragmatismus soll das Narrenhäusel geringfügig verschoben werden, um den Verkehr auf der Brücke nicht zu behindern. Dieses Detail ist so ein Zeugnis für Realitätssinn.

  • Die Verschiebung des Narrenhäusels finde ich auch überhaupt nicht schlimm, denn eigentlich ragte das Narrenhäusel ja nur soweit auf die Brücke, da diese ja 1907 neugebaut und verbreitert wurde.
    Als noch die alte Brücke stand, war es ja auch nicht der Fall.

    Wenn nicht anders angegeben, sind alle Bilder von mir.

  • [...] So wie das im Moment gehandhabt wird, entsteht leider der Eindruck völliger Beliebigkeit und Belanglosigkeit. Wie gesagt, an dieser wichtigen Stelle im Stadtbild wird das Ganze eine peinliche Katastrophe werden. Günstigstenfalls entsteht eine Touristenfalle mit leidlichem Speisenangebot, denn irgendwoher muss ja das Geld für die Miete kommen, oder?

    Also erst solch steile Thesen aufzustellen, dann das Niveau der Diskussion zu beklagen, zu behaupten, man wäre ja gar nicht gegen die Rekonstruktion und man hätte "keine polarisierenden Positionen bezogen", halte ich für nicht angemessen.
    Die Rekonstruktion des Narrenhäusels wird von Ihnen letztendlich als wertlos und vertane Chance bezeichnet. Eine "peinliche Katastrophe" sei das also und das ist keine polarisierende Gesprächsposition?
    Was an einem Restaurant mit Blick auf das Elbpanorama eine "Touristenfalle" wäre, erschließt sich mir nicht. Zumal das Restaurant nicht störend als Fremdkörper in ein historisches Gebäude hineingebaut wird, wie es im Berliner Schloss gemacht wird oder auf dem Domhotel in Köln passieren soll. Und woher entnehmen Sie, dass das kulinarische Angebot minderwertig sein wird? Das hört sich von mir nach einer erfundenen Behauptung an, nur um das Projekt schlecht zu machen.

    Chris 1988: Es gibt eine ganze Reihen von sehr vernünftigen Argumenten auch gegen den Wiederaufbau des Narrenhäusels. [...]Warum reflexartig jede Kritik an dieser Sache mit "Klötzchen" etc. konnotiert wird ist vermutlich nur über ein fortgeschrittenes Filterblasensyndrom zu erklären.
    Es hätte mit Sicherheit hochattraktive Alternativlösungen gegeben [...]

    Der Verein Stadtbild Deutschland ist entstanden, weil die Gründer gegen die immer gleichen Fehler in der Architektur angehen wollten: Rein funktionale, sterile, bestenfalls langweilige, schlimmstenfalls menschenabweisende Gebäude werden überall errichtet, wo nicht für traditionelle Architektur gekämpft wird. Egal ob von Investoren oder aus städtischer Hand, egal ob billig oder teuer, egal ob mit Gestaltungssatzung und Vorgaben von der Politik oder ohne, überall werden hässliche Würfel hingeklotzt.
    Beispiele, wo Investoren freiwillig klassische Architektur einsetzen oder rekonstruieren, sind so rar gesät, dass man derartige Neubauprojekte in ganz Deutschland pro Jahr meist an einer Hand abzählen kann.
    Insofern ist das "fortgeschrittene Filterblasensyndrom" ein ziemlich dreister Vorwurf, vor allen Dingen wenn man sich im dem Verein zugehörigen Forum zu Wort meldet. Freunde macht man sich hier jedenfalls nicht mit derartigen Vorwürfen, wo der Verein und das Forum wegen genau diesen Klötzchen letztendlich entstanden ist, um ein Gegengewicht zu dieser Fehlentwicklung zu bilden.


    Insofern ist es ein sehr großes Glück, wenn ein Investor freiwillig auf eine Rekonstruktion und somit klassische Architektur setzt. Wenn es einen besseren Vorschlag gibt, kann man den ja gerne diskutieren, nur den hat bisher niemand genannt, auch Sie nicht. Und wenn etwas völlig Neues geplant wird, ist die Gefahr exorbitant hoch, dass er mit moderner Architektursprache entworfen wird und das wäre an einer solchen Stelle fatal.

    [...]
    Eine Abstimmung in der Zeitung anhand von geschmäcklerischen Befindlichkeiten erzeugt Beliebigkeit, weiter gar nichts.
    [...]

    Hier wird zum wiederholten Male der Vorwurf der "Beliebigkeit" erhoben. Wo ist bitte die Rekonstruktion eines historischen stadtbildprägenden Baus, der für Jahrhunderte existiert hat, "beliebig"? Rekonstruktionen solcher Art sind in Deutschland extrem selten und fast immer muss enorm hart dafür gekämpft werden. Der Neumarkt in Dresden wäre um ein Haar in eine modernistische städtebauliche Wüste verwandelt worden, deren Wirkung können Sie sich ja am Postplatz ansehen. Dort steht "bliebige" Architektur, wie sie heute überall massenhaft gebaut wird. Vielleicht kann man die Nutzung als "beliebig" bezeichnen und dort Kritik üben, aber wenn eine Mehrzahl der Bürger eine bestimmte Gestaltung favorisiert und sich für die Rekonstruktion begeistert, dann ist zumindest die Architektur eben ganz und gar nicht "beliebig", sondern das genaue Gegenteil.


    Am Ende möchte ich noch anmerken, dass es immer leicht ist, etwas zu kritisieren und generell abzulehnen. Nur muss dann auch bessere Alternativen aufzeigen, sonst wirkt man schnell wie ein Nörgler, der doch keinen besseren Vorschlag hat. Also was wäre die von Ihnen angesprochene "hochattraktive Alternativlösung"? Wie sähe die aus? Was wäre daran besser als am Narrenhäusel? Die Architektur? Die Nutzung? Die Besitzverhältnisse?
    Für eine konstruktive Diskussion muss da schon ein wenig mehr kommen.