Dresden - Rekonstruktion des Narrenhäusels (in Planung)

  • Ich bin auch für eine Vorkriegs-Variante und finde die von Ipro besser als die von Falk.
    bei Falk sind mir die Dachgauben zu globig und die Rundbögen passen nicht richtig.


    Trux ist zwar sehr schön, aber passt von den Proportionen nicht mehr wirklich an diese Stelle. Es wurde ja nicht umsonst damals umgebaut.

    Wenn nicht anders angegeben, sind alle Bilder von mir.

  • Also wenn die Komödie Dresden clever ist, dann greift sie die kafkaesken Szenerien um das Narrenhäusel auf und setzt dem BauBü am Ende schön die Narrenkappe auf. Also mein Verstand dreht bei diesem Gebahren langsam durch. Wie kann man sich so verhalten? Oder es ist eine weitere Taktik um zu verzögern oder zu verhindern?!


    Wirft halt schon nen echt schlechtes Bild auf jemanden der sich für Transparenz einsetzen will und dann durchdreht, wenn erstmals in der Dresdner Baugeschichte vorm Hinterzimmergeschacher des SPA die Karten auf den Tisch gelegt werden. Vom Bauherrn, nicht vom Amt wohlgemerkt.


    Entwurf Narrenhäusel - Bildrechte: Andreas Hummel, arte4d


    Entwurf Narrenhäusel - Bildrechte: Andreas Hummel, arte4d


    Entwurf Narrenhäusel - Bildrechte: Andreas Hummel, arte4d


    Bildrechte: Andreas Hummel, arte4d

  • Es ist wirklich tragisch mitansehen, wie dieses hervorragende Grundstück mitten in der Stadt, das die Chance geboten hätte ein herausragendes Kulturgebäude zu errichten, so vergeudet wird!
    Nichts gegen Rekonstruktionen, aber das Narrenhäusel in seiner letzten Fassung war doch nun wirklich nicht so bedeutsam, dass es um jeden Preis wiederhergestellt werden müsste.
    Zusätzlich wird durch die Diskussion um die Fassadengestaltung die völlige Beliebigkeit dieser "Rekonstruktions"architektur an dieser Stelle offenbar (denn es wird ja eigentlich gar nicht rekonstruiert sondern eher nachgeäfft)!
    Davon ganz abgesehen hat Herr Wiesner sich ja nun -bei allem Respekt- noch nie als besonders selbstlos an besonderer Qualität interessierter Baumeister hervorgetan. Glaubt denn wirklich jemand ernsthaft daran, dass in dieser Konstellation hier ein gutes Haus entstehen wird, das am Ende mehr darstellt als ein billiger Abklatsch des historischen Vorgängers an (fast) derselben Stelle? Ist es das wirklich wert, nur um am Ende eine mittelmäßige Gastronomiefläche zu erhalten?

  • Das geht vielleicht nicht so sehr um eine historisch exakte Rekonstruktion, sondern vielmehr um eine volksnahe, dresdentypische Neustiftung einer verloren geglaubten Identität. Bei guter handwerklicher Ausführung, mit einer hervorragenden Gastronomie, die Gemütlichkeit und Freundlichkeit ausstrahlt, sowie gutes Essen für den normalen Geldbeutel ermöglicht, sollte das an dieser Stelle ein beliebter Treffpunkt mit Charme und Atmosphäre werden können. Ebenso wäre das die Chance für das Belverdere am anderen Elbeufer. Total unverständlich, daß da bei beiden Projekten jahrelang so "rumgezickt" wird, falls man dabei überhaupt das Wohl von Stadt und Bürgerschaft, sowie deren Gäste im Fokus hat!

  • Anbei auch ein aktueller Zeitungsartikel aus der Bild mit dem unmissverständlichen Titel und sogleich Auftrag:

    Baut es doch einfach
    wieder wie früher auf!



    https://www.bild.de/regional/d…rlegen-65659336.bild.html




    Ohne Worte. Zum Glück hat noch immer die Mehrheit der Stadträte hier das sagen. Und an den närrisch-beleidigten Baubürgermeister gerichtet: Rekonstruktionen sind gerade so etwas von in Mode - wenn man modern sein will, dann geht derzeit nur Reko ;-)!


    und weiter:


    Quote from Bild

    Ein Indiz: Am Montagnachmittag teilte Lamontain per offizieller Pressemitteilung mit, er werde am Abend nicht an der Sitzung des Gutachtergremiums teilnehmen. Offenbar werde „auf die Meinung eines Gutachtergremiums kein Wert gelegt“, wetterte er und kritisierte, dass Wießner die Entwürfe bereits öffentlich gemacht hatte.


    Wohlgemerkt: Wießner will das Projekt selbst finanzieren, das Narrenhäusel selbst bauen und hat das von der Stadt geforderte Wettbewerbsverfahren selbst angeschoben und finanziert.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Also wenn es sich um einen historisch getreuen Wiederaufbau eines historisch sehr wichtigen Bauwerkes handeln würde, hätten sich viele Fragen wohl gar nicht gestellt. So wie das im Moment gehandhabt wird, entsteht leider der Eindruck völliger Beliebigkeit und Belanglosigkeit. Wie gesagt, an dieser wichtigen Stelle im Stadtbild wird das Ganze eine peinliche Katastrophe werden. Günstigstenfalls entsteht eine Touristenfalle mit leidlichem Speisenangebot, denn irgendwoher muss ja das Geld für die Miete kommen, oder?


    Ein völlig anderes Thema ist das "Wettbewerbsverfahren" und der Umgang damit. Herr Wiesner hat sich nicht an die Vereinbarungen gehalten, der Baubürgermeister konnte sich konsequenterweise nur so entscheiden. Die Narrenkappe kommt deshalb wohl anderen zu, denn Herr Wiesner sabotiert hier gerade sein eigenes Vorhaben (bitte weiter so! ^^ ).

  • Hier auch noch ein informativer Filmbeitrag vom "Sachsen Fernsehen":


    https://www.sachsen-fernsehen.…hitzt-die-gemueter-video/


    Mir persönlich ist es fast egal, welche der drei wunderbaren Varianten gebaut wird (mein Favorit ist noch immer die unmittelbare Vorkriegsvariante, die wir aus Löfflers "Das Alte Dresden" kennen und lieben), aber den Dresdnern ist es vor allem wichtig, dass nun endlich gebaut wird!


    Schön wäre es, wenn in eine der Wohnungen auch wieder ein Hofnarr einziehen darf. Eine (un)freiwillige Meldung gibt es ja bereits :cool: und würde die Rekonstruktion um eine zusätzliche Nuance als Narrenhäusel autentischer gestalten :D !

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • @Prontosoccorso1


    Wenn es nach Ihnen ginge, würden wir ganz sicher so etwas erhalten:
    DSC00262
    DSC00234


    Also frisch, modern, innovativ... kurzum - eine Augenweide am Königsufer ;)


    Und Herrn Wiesner jetzt etwas in die Schuhe schieben zu wollen, finde ich - gelinde gesagt - unverschämt.
    Im Gegenteil, Herr R S-L sollte seine immer wieder propagierte Transparenz und Bürgerbeteiligung erst einmal selbst leben, dann müsste er auch nicht die beleidigte Leberwurst geben.


    Irgendwie haben wir einfach kein Glück mit unseren Bau-Bürgermeistern... 8|

  • Auch noch ein umfassender Bericht aus der Sächsischen Zeitung (vollständig zu lesen auf der HP der GHND - der aus meiner Sicht eigentlichen Stadtplanung in Dresden):



    Quelle: Sächsische Zeitung


    Hier der ganze, ungekürzte Artikel: https://www.neumarkt-dresden.d…eusel-erste-entscheidung/

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Also Ipro ist wahrscheinlich raus.
    Die anderen beiden werden jetzt nachbearbeitet und kommen dann in den Bauausschuss. Also es geht weiter.


    prontosoccorso1 wenn du nichts vernünftiges beizutragen hast, dann halt dich doch einfach raus. Jeder weiß doch das du grundsätzlich gegen das Ästhetische bist. Klötzchen bauen kann man woanders.

    Wenn nicht anders angegeben, sind alle Bilder von mir.

  • Ebenso wäre das die Chance für das Belverdere am anderen Elbeufer. Total unverständlich, daß da bei beiden Projekten jahrelang so "rumgezickt" wird, falls man dabei überhaupt das Wohl von Stadt und Bürgerschaft, sowie deren Gäste im Fokus hat!

    Es ging diesen stadtfremden, zugezogenen Entscheidungsträgern in Dresden noch nie um das Wohl der Stadt und Bürgerschaft, sondern nur um ihre eigenen Interessen und Machenschaften, die sie mit allen Mitteln durchzusetzen versuchen. Dieser Lamontain ist dafür ein Paradebeispiel.


  • Schön wäre es, wenn in eine der Wohnungen auch wieder ein Hofnarr einziehen darf. Eine (un)freiwillige Meldung gibt es ja bereits :cool: und würde die Rekonstruktion um eine zusätzliche Nuance als Narrenhäusel autentischer gestalten :D !

    Da könnte der "Baubürgermeister" Lamontain mit dem "Bundeshofnarren" Böhmermann eine WG gründen.

  • Die Frage ist ja, ob Herr Raoul Schmidt-Lamontain für die Bauherrn da ist, oder die Bauherrn für ihn.


    Ich bin für DITO - develop in the open.

  • prontosoccorso1 wenn du nichts vernünftiges beizutragen hast, dann halt dich doch einfach raus. Jeder weiß doch das du grundsätzlich gegen das Ästhetische bist. Klötzchen bauen kann man woanders.

    Chris 1988: Es gibt eine ganze Reihen von sehr vernünftigen Argumenten auch gegen den Wiederaufbau des Narrenhäusels. Der Beschluss hierzu wird zu akzeptieren sein, aber was an dem Nachbau der sowieso schon verhunzten Umbauvariante von 1937 "ästhetisch" sein soll darf durchaus mal gefragt werden.
    Warum reflexartig jede Kritik an dieser Sache mit "Klötzchen" etc. konnotiert wird ist vermutlich nur über ein fortgeschrittenes Filterblasensyndrom zu erklären.
    Es hätte mit Sicherheit hochattraktive Alternativlösungen gegeben, die Dresden mehr gebracht hätten als der Wiederaufbau einer alten Parteikneipe (nein, ich erwähne jetzt nicht welcher Partei).

  • Es hätte mit Sicherheit hochattraktive Alternativlösungen gegeben, die Dresden mehr gebracht hätten als der Wiederaufbau einer alten Parteikneipe (nein, ich erwähne jetzt nicht welcher Partei).

    Na da haben wir ja mal Glück gehabt, daß Sie die Partei nicht erwähnt haben, was ;) ?
    Und welche Relevanz genau hat das bzgl. der (hoffentlich) anstehenden Rekonstruktion?
    Und was ist mit den Jahrhunderten Stadtgeschichte, als das Gebäude noch nicht von dieser ominösen Partei genutzt wurde?
    Ganz abgesehen davon, daß Sie eine "hochattraktive" Lösung bevorzugen würden?

    "Willst du eine Stadt vernichten, baue Kisten, Kisten, Kisten!"

  • Ich bin der Meinung, dass der Standort und die Wiederaufbauoption des Narrenhäusels zu sehr unter der Verfolgung bestimmter Interessen und unter populistischen Einflüssen entschieden wurde. Für mich hat das einfach zu wenig mit der an sich ja sehr interessanten Geschichte des Hauses selbst und mit der Abwägung potentieller Vorteile für Dresden insgesamt zu tun.
    Ich halte es gar nicht für ausgeschlossen, dass der reflektierte Wiederaufbau einer bestimmten baulichen Fassung des Narrenhäusels eine gute Lösung darstellt, aber ich sehe keine sachliche und fachlich fundierte Abwägung dieser Frage.


    Ausserdem fragt man sich doch, warum genau dieser Ort von einem gewinnorientiert arbeitenden Bauträger besetzt werden muss? Das hat -völlig nachvollziehbarerweise- Auswirkungen auf die Qualität und die spätere Nutzung des Projektes. Ich meine, dass die Behandlung dieser wichtigen Stelle eine Aufgabe der öffentlichen Hand wäre. Dann wäre auch die spätere Nutzung öffentlich verhandelbar. Wäre es nicht z.B. viel angenehmer, ein "Hofnarr Fröhlich Museum" dort zu sehen, um das Gebäude und seine eigenwillige städtebauliche Lage besser verstehen zu können? Anstelle der leidigen "Parteikneipe" gäbe es dort dann ein nettes Museumscafe und die ganze Sache stünde in einem völlig anderen Zusammenhang.


    Alternativ könnte man sich an dieser Stelle natürlich auch in einer Ausstellung mit den sehr spannenden Planungen für das Königsufer in den 30er Jahren auseinandersetzen.... aber lassen wir das...


    Ich meine es wird sofort klar, dass es viel mehr Parameter gäbe, um zu einer fundierten Entscheidung zu kommen, welche Version des Narrenhäusels neu entstehen soll (wenn dies schon unbedingt sein muss).


    Eine Abstimmung in der Zeitung anhand von geschmäcklerischen Befindlichkeiten erzeugt Beliebigkeit, weiter gar nichts.