• Endlich ist die neu errichtete Garage nun nach langer Winterpause endlich Ende Juli 2018 weitestgehend fertiggestellt. Deshalb nun erst die schon im letzten Jahr versprochenen Bilder. Wir haben versucht, die Garage und insbesondere die Giebelseite und die Gestaltung der Dachüberstände an das 1895 errichtete Wohnhaus angepasst stimmig zu gestalten. Vielleicht gefallen euch die Bilder, deren Qualität leider infolge der Verkleinerung etwas gelitten hat. Doch seht selbst:

















  • Genial! Da können heutige Architekten ihre Augen schulen gehen, wie man einfühlsam ergänzt!


    Die Ziegel für die Garage hast Du hoffentlich nicht von Pavillon daneben stibitzt;-), weil da nun so ein großes Loch in der Mauer ist :-))). Ich nehme einmal an, das wird Euer nächstes Projekt? Ein tolles Ensemble habt Ihr da!


    Sag einmal bitte: Ist die große Villa Hirsch schon verkauft?

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Hallo Exilwiener(in),


    es freut mich sehr, dass Dir die Garage gefällt. Dabei muss ich feststellen: Gott sei Dank steht das Haus nicht unter Denkmalschutz, denn nach dem derzeit herrschenden Dogma der Denkmalpfleger hätte das Denkmalamt vermutlich verlangt, dass nachträgliche "Zubauten" zeitgenössisch errichtet werden müssen. Nach deren Auffassung wäre nämlich ein angepasster Garagenzubau vermutlich "ein Verrat". Das Resultat für die Garage wäre dann vermutlich eine staatlich verordnete Flachdachkiste geworden. Jedenfalls hätten wir von vielen Döbernern für eine Flachdachkiste nicht soviel wohlwollende bis begeisterte Anerkennung erhalten, wie dies jetzt der Fall ist.


    Das Hexenhäusle im Garten bekommt eine historische zweiflüglige Tür (2,56 m hoch), die noch restauriert werden muss. Teilweise hat sie recht hübsche Buntverglasung. Das Loch in der Außenwand des Häuschens befindet sich an der Stelle, an welcher diese Verbindungstür eingebaut wird.. Das "Loch" ist heute noch viel größer geworden. Nach Osten wird eine geräumige Gartenlaube angebaut, wir hoffen, dass der Anbau der Gartenlaube im kommenden Frühjahr über die Bühne geht.


    Die einstige Villa Hirsch, die hier nach dem letzten Eigentümer Villa Abert genannt wird, soll dem Vernehmen nach inzwischen verkauft worden sein, wobei aber weder der Käufer noch der Kaufpreis bekannt sind. Wir hoffen, dass sich der Verkauf dieser großen Villa als wahr herausstellt. Es sollte möglichst bald mit der Renovierung begonnen werden, damit das Haus gerettet wird.

  • @Villa1895


    Vielen Dank für Deine - wie immer - interessante Hintergrundinformation!


    Auf den jetzigen, dogmatisch geprägt Denkmalschutz kann man getrost verzichten! Der ist mittlerweile genau so weit von den Menschen entfernt, wie die herrschende Politik. Im Osten läuft es zum Glück aber eh besser - in jeglicher Hinsicht, wie man auch an Deinem Beispiel sieht!

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Ein Träumchen das neue Auto Räumchen,verzeih wenn das etwas plump klingt,Kann dir nur gratulieren das Ergebnis spricht bände,es passt wie zur Erbauung zeit errichtet.Wobei du dann wohl ein noch schlimmeren Verächter hättest als den Denkmal Schutz, Kaiser Wilhelm höchst selbst, habe mal irgendwo auf geschnappt das er mit automobilen mal so gar nix anfangen konnte, dafür aber ein echter Pferde freund war,wer weis er ist ja bekanntermaßen auch großer Architektur freund vielleicht hättest du ihn mit der Garage zum auto führen können :biggrin: .Da hast du ein tolles Werk zur Gemeinschaft beigetragen,die Nachbarn beglückwünschen zurecht.


    ps. ich helfe dir mal beim umbau des Hexenhäuschens mit meinem Starrkopf :kopfwand: , dann kann die neue Tür gleich rein :lachen:


    Liebe grüsse Maxitown

  • Hallo Maxitown,


    es freut mich, dass Dir die Garage gefällt.


    Dass der letzte Deutsche Kaiser beim Aufkommen des Automobils zunächst nicht davon begeistert war ist bekannt. So soll der Kaiser die damaligen Autos, wohl nicht zu Unrecht, als "Benzinstinker" bezeichnet haben. Allerdings konnte er sich dem Trend zum Auto letztlich auf Dauer nicht verschließen. So nahm er 1904 (ich hoffe, dass ich die Jahreszahl richtig in Erinnerung habe) die Wahl zum Präsidenten des ADAC an. Der Kaiser besaß dann selbst auch eine Benzinkutsche (natürlich mit Fahrer, was schon alleine seinem seit Geburt verkrüppelten einen Arm geschuldet war).

  • Das Hexenhäusle im Garten bekommt eine historische zweiflüglige Tür (2,56 m hoch), die noch restauriert werden muss. Teilweise hat sie recht hübsche Buntverglasung. (...) Nach Osten wird eine gräumige Gartenlaube angebaut, wir hoffen, dass der Anbau der Gartenlaube im kommenden Frühjahr über die Bühne geht.

    Dann hoffe ich, dass Du das im kommenden Frühjahr schaffst. Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf Fotos von Deinem Hexenhäusle mit Gartenlaube. :daumenoben:

  • @Heimdall,


    die Firma, die die Gartenlaube bauen soll, ist sowohl als Zimmerei, als auch als Dachdeckerbetrieb tätig und hat für das laufende Jahr keine Termine mehr frei. Der Unternehmer hat mir aber immerhin zugesagt, über den kommenden Winter die Balken und die anderen Holzteile (wie z. B. Brüstungsbretter) für die Gartenlaube zuschneiden zu wollen. Im Frühjahr soll dann die Gartenlaube errichtet und mit Biberschwanzziegeln (Farbe naturrot wie beim Hausdach und beim Garagendach) gedeckt werden. In diesem Zusammenhang soll dann auch das "Hexenhäusle" ebenfalls mit solchen Biberschwanzziegeln gedeckt werden. Für den Giebel der Gartenlaube habe ich schon eine aus der Gründerzeit stammende prächtige, heute nur noch sehr seltene anzutreffende Holzsägearbeit (vom Verkäufer hochtrabend als Tympanon bezeichnet) erworben (3,60 m breit, die genaue Höhe habe ich vergessen, meine aber diese sei an der höchsten Stelle etwa 1,20 m bis 1,40 m. Wenn diese Maßnahmen Hexenhäusle und Gartenlaube fertig sind, werde ich Fotos einstellen.


    Wir haben auch noch weitere Pläne, wie z. B. einen Springbrunnnen. Das ist aber alles noch unsicher und hängt u. A. auch davon ab, ob wir bei der nötigen Brunnenbohrung klares Wasser finden. Sollte hingegen rotes Schlammwasser erbohrt werden (Altbergbaugebiet, Eisenoxyd), so wird der Traum vom Springbrunnen wohl oder übel begraben werden müssen.

  • Die Pflasterarbeiten vor der Garage gehend der Vollendung entgegen:







    Hier das sog. "Hexenhäusle" mit West- und Südseite (am Spätnachmittag) von Westen her aufgenommen):





    Hier mit einer etwas anderen Perspektive:





    Eingangsseite des Hexenhäusles von Innen (mit dem kleinen oberen Türchen, das durch einen Laden geschlossen ist):





    Dachkonstruktion des Hexenhäusles:





    Dachkonstruktion von Innen mit der Dachgaube:


  • @Villa1895


    Ein ganz grosses Lob für dein persönliches Projekt, absolut vorbildlich. Eine kleine Frage/Anmerkung hätte ich: Hattest du schon einmal den Gedanken auf deinem Grundstück (im Garten oder bei der Garageneinfahrt entlang der Hecken) Kandelaber (kleine oder grosse) aufzustellen? Das würde dem Ganzen eine tolle Atmosphäre nachts verleihen.

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • @ Löbenichter,


    es freut mich, dass dir unsere diversen Maßnahmen gefallen.


    Ja, an Kandelaber hatten wir schon mal gedacht. Das sähe bestimmt gut aus. Die nächsten Jahre wollen wir nach und nach den Garten, der derzeit zumindest im Bereich hinter dem Haus mehr einer verdorrten Sandwüste gleicht, und seine Bauten gestalten, Hexenhäusle, Gartenlaube, wenn es mit dem Auffinden von gutem Wasser klappt, einen oder zwei Springbrunnen usw. errichten. Und danach als krönenden Abschluss, so Gott will und das Geld noch dazu langt, auch noch Kandelaber.

  • Nach über einem Jahr melde ich mich mal wieder. Nun wurde endlich begonnen, das "Hexenhäusle" zu sanieren und auch die Gartenlaube nach Osten hin anzubauen. Es ist nicht mehr als ein Zwischenbericht, den ich abliefern kann. Doch seht selbst:







    Man verzeihe mir das nachfolgende Bild. Der Leu hält treu Wacht, hat aber mit dem Bau der Gartenlaube hat er freilich rein gar nichts zu tun.






    Hier nun das Balkengerüst der künftigen Gartenlaube in Richtung Osten:



    Die eingebaute, über eBay erworbene Tür (weswegen das Hexenhäusle aufgebrochen wurde). Die kaputten Musselinscheiben wurden ersetzt durch Original getreu hergestelltes Musselinglas. Ebenso ließen wir Buntglasscheiben hestellen, welche den erhaltenen bunten Scheiben in der Farbe entsprechen.


    Blick aus dem Türmchen in Richtung Gartenlaube. Die Flügeltüre, welche an der seinerzeit aufgebrochnen Ostseite eingebaut wurde, stellt also eine Verbindungstüre zur Gartenlaube dar. Welche Stimmung alleine ein paar bunte Glasscheiben zu zaubern vermögen, kann man hier sehen:



    Blick aus der Laube gegen das Hexenhäusle und zur Verbindungstüre:



    Von Osten nach Westen, es fehlt auf diesen Fotos noch Vieles, was noch kommen soll. Doch will ich nicht zuviel verraten. Zu gegebener Zeit folgen neue Bilder über den Stand des Bauvorhabens:




  • Kurzer Zwischenbericht von unserer Gartenlaube. Die vier historischen Fenster (teils mit Buntglas) sind inzwischen aufgearbeitet und eingebaut worden. Was noch immer fehlt, sind Elemente aus Gitterwerk, das mit Aussägearbeit reich geschmückte Giebeldreieck und einige Zierzapfen. Hier nun also Bilder vom derzeitigen Sachstand. Das Türmchen ist ein Altbau (1895), es wurde neu gedeckt und bekam auf der Spitze eine Kugel nebst einer Wetterfahne.




    Der Ostgiebel des Laubenanbaues bekam an der Spitze oben eine "Dachblume", ebenso an den Ecken. Nach Originalentwürfen von 1894:



    Zwei Fenster an der Giebel bzw. Ostseite, die anderen beiden historischen Fenster wurden an der Nordseite eingebaut.










  • Kleine Korrektur zum Beitrag vom 24. Juli 2019:


    Kaiser Wilhelm war Schirmherr des AVD, Sitz Leipziger Platz 16, der Verein für die Oberen Zehntausend, damals.


    Nach meinem Erkenntnisstand


    AVD

  • Inzwischen ist der Bau unserer Gartenlaube sehr weit fortgeschritten. Das Giebeltympanon ist ein Original aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ortgangbretter und Firstblume wurden nach einem Plan von 1894 gestaltet. Es wurden vier alte Originale Fenster aus einer abgebrochenen Veranda, Mitte 19. Jh. wiederverwendet. Die farbigen Glasecken sind bei jedem der vier Fenster der Laube verschieden: rot, gelb, blau und grün. Die schmalen Teile dieser Fensterflügel bestehen aus geätztem Glas. Die breite Flügeltüre im Hintergrund des ersten Bildes stammt auch etwa aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Diese breite Flügeltüre führt in den Raum eines kleinen Türmchens (dieser Raum war einstmals aufgeteilt in einen früherer Stall und ein Gesinde-Plumpsklo). Die Innenwände des Räumchens wurden herausgebrochen, so entstand ein kleiner Raum, in dem man z. B. im Winter die Gartenmöbel aufbewahren kann. Im Sommerhalbjahr kann man in dem Raum dann auch Kaffee kochen, wenn man in der Gartenlaube Kaffee trinken möchte. Die Türflügel haben Fenster, die denjenigen der Laube sehr ähnlich sind. Auch die Fenster dieser Türflügel weisen Ecken mit Buntglasscheiben in verschiedenen Farben auf. Die äußeren schmalen Glasstreifen dieser Türflügel bestehen wiederum aus geätztem Glas.





    Der kleine Raum des "Türmchens" bekam einen Innenverputz aus Kalkmörtel:




    Die Ostseite der Gartenlaube ist weit offen gelassen, dort außerhalb der Laube sollte ein Springbrunen entstehen.



    Abendliche Stimmung in der Gartenlaube nach Installation der bunten Lichterkette:

  • Hier habe ich noch ein Foto der Flügeltüre gefunden, welche das Türmchen mit der Laube verbindet. Die Aufnahme ist vom Türmchen nach Osten in die Laube hinein fotografiert worden. Die Gartenlaube befand sich dabei noch im Bau. Man sieht die Buntglasfensterscheiben sowie die geätzten Scheiben, wobei allerdings einige der geätzten Scheiben wohl schon vor langer Zeit zu Bruch gegangen sein dürften. Einige Scheiben sind keine geätzten Scheiben mehr, sondern wurden stattdessen durch eine Art "Milchglas" oder "Kathedralglas" ensetzt.



  • Ist das nicht das Bild aus Beitrag Nr. 53?


    Ich muss sagen, daß ich von Deinem Haus, der Garage, dem Hexenhäuschen, der Gartenlaube, dem gesamten Grundstück und allem, was da noch zugehört, total begeistert bin. Das ist alles so wunderschön geworden. So lässt sich der Ruhestand doch ideal genießen. - Das gönne ich Dir auch von ganzem Herzen.


    Es ist super nett von Dir, daß Du uns im APH an Deinen Bauprojekten teilhaben lässt. Ich freue mich auf das, was da noch kommt. Es wurde ja auch ein Springbrunnen erwähnt.

  • Hallo Neußer,


    offen gestanden wusste ich gar nicht mehr, dass ich das Bild von dieser Flügeltür schon mal eingestellt hatte. Aber im Hinblick auf die gleichfalls mit Buntglasscheiben versehenen Fenster der Gartenlaube mag der Vergleich vielleicht doch für manche interessant sein.


    Es freut mich zu lesen, dass die Bilder gefallen finden. Nun ja, so eine alte Villa ist tatsächlich eine Lebensaufgabe und fertig wird man da nie. Aber es freut einem dann doch auch immer wieder, wenn man ein gutes Stück weiter gekommen ist.