Tübingen - Außerhalb der Altstadt (Galerie)

  • Der südliche Abhang des Spitzberges war seit dem späten 19. Jahrhundert zusammen mit dem Österberg der bevorzugte Wohnort wohlhabender Tübinger, die der Nachwelt einige hübsche Villen hinterlassen haben. Wir beginnen mit der westlichen Fortsetzung der Neckarhalde, die am ehemaligen Hirschauer Tor die Altstadt verlassen hat (zum Teil der Neckarhalde innerhalb der ehemaligen Stadtmauern vgl. hier und hier.)


    Blick in die Neckarhalde: Rechts der Spitzberg, links fließt der Neckar, die Altstadt hat man im Rücken



    Neckarhalde 37, erbaut 1892 von Franz Bärtle, einem Tübinger Architekten, der sich in seiner Heimatstadt mit etlichen Bauten verewigt hat. Wir werden ihm noch öfters begegnen.



    Das übernächste Haus, Neckarhalde 43, ist eines der interessantesten modernen Häuser in Tübingen. Heinrich Johann Niemeyer errichtete es 1963/64 in dem für ihn typischen "organischen" Stil.



  • Gegenüber steht diese hübsche Gebäudegruppe:



    Neckarhalde 46. 1867 von Karl Haug, Tübingen. 1873 umgebaut nach Plänen von Konradin Walther aus Nürnberg



    Neckarhalde 50 aus dem Jahr 1866, ebenfalls von Karl Haug und ebenfals später verändert.



    Auf dem Grundstück steht ein zwar verrosteter, doch immer noch charmanter Gartenpavillon aus Eisen.



    Hausnummer 52, von 1870.


  • Die "Villa Lust", Neckarhalde 56, 1888 von Carl Walter für den Landgerichtsrat Ludwig Lust erbaut.




    Gegenüber steht das Verbindungshaus der Alten Straßburger Burschenschaft Germania, 1904 als Wohnhaus des Professors Hermann Vierordt errichtet. Straßenansicht im Gegenlicht:



    Die Gartenseite zum Neckar:



    Haus der Alten Straßburger Burschenschaft Germania zu Tübingen [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], by Gattinara (Own work), from Wikimedia Commons

  • Neckarhalde 64. 1899, entworfen von Konradin Walther aus Nürnberg. Erbaut als katholisches Heim "Berghaus Hügel"; von 1978 bis 2011 diente das Haus den Unbeschuhten Karmelitinnen als Kloster ("Edith-Stein-Karmel"). Zur Zeit steht es leer.



    Das Ende der Neckarhalde ist erreicht. Hinten geht es den Hügel hinan in die Biesingerstraße.



    Biesingerstraße 2 von ca. 1930.



    Die 1970er Jahre sind mit einem, wie ich finde, gar nicht mal so üblen Haus vertreten.


  • Nun folgt am steilen Abhang des Spitzberges eine Reihe besonders reizvoller Villen. Den Anfang macht die Hausnummer 6 aus dem Jahr 1905. Entwurf von Stähle & Fischer zusammen mit Paul Beck, alle aus Tübingen. Ein zumindest äußerlich tadellos erhaltenes Haus.



    Biesingerstraße 8, 1901 von Paul Beck.



    Nr. 10: Die "Villa Cotta", 1897, ebenfalls von Paul Beck.



    Nr. 12. 1900, entworfen von Schmohl & Staehelin, Stuttgart. Ein kurioser Stilmix.



    Ein Blick zurück


  • Noch ein Haus von Paul Beck: Biesingerstraße 14 von 1891.



    Haus Nr. 16, von ca. 1910.



    Schräg gegenüber stehen diese zwei Häuser.



  • Oberhalb von der Biesingerstraße verläuft der Pfalzhaldenweg, der eine schöne Aussicht bietet.


    Blick zum ehem. Edith-Stein-Karmel



    Tübingen wirkt dank der bewaldeten Hänge etwas idyllischer als es in Wirklichkeit ist. Der Neckar fließt zwischen den Bäumen in der rechten Bildmitte.



    Die Altstadt, genauer gesagt die Oberstadt auf dem Ausläufer des Spitzberges. Dahinter der Österberg mit dem Österbergturm.


  • Ein Haus am Pfalzhaldenweg



    Zurück in die Biesingerstraße: Das Verbindungshaus der KStV Alamannia Tübingen stammt aus dem Jahr 1904 und wurde entworfen von Joseph Bayer, Stuttgart.




    Noch ein Blick die tiefer gelegene Hirschauer Straße:
    Nr. 2, 1890, von Paul Beck



    Nr. 5 von 1880.



    Nr. 6


  • Wir besuchen nun eine weitere feine Tübinger Wohngegend, nämlich den Österberg, der - sein Name deutet es an - östlich von der Altstadt liegt. Architektonisch zeichnen ihn vor allem die prächtigen Verbindungshäuser aus.


    Zunächst ein Panorama des Österberges in vier Bildern, von der südlichen Neckarseite aus gesehen.




    Vorne das eingerüstete "Schwabenhaus", das ehemalige Haus der Verbindung Suevia. Es liegt an der Gartenstraße, die ich bei anderer Gelegenheit vorstellen werde. Auf dem Hügel drei Verbindungshäuser; von links nach rechts: Borussia, Stuttgardia und Frankonia.




    Ganz oben die Rhenania. Darunter eine Gruppe von Klinkerhäusern in der Olgastraße aus den 1880er und 90er Jahren, alle von Clemens & Decker, Tübingen.





    Der Österberg von Westen, vom Turm der Stiftskirche aus. Im rechten oberen Eck erkennt man gerade noch die Rhenania. In der linken oberen Ecke, neben dem Schornstein, sieht man das Landgericht.


  • Vom Lustnauer Tor aus geht es durch die Doblerstraße auf den Österberg





    Das Justizgebäude (Doblerstraße 14) beherbergt das Land- und das Amtsgericht Tübingen und ist wohl das stattlichste Bauwerk des Historismus in Tübingen. Errichtet wurde es von 1902 bis 1905; der Architekt war Albert von Beger, Oberbaurat in Stuttgart.




  • Das Justizgebäude ist auch innen sehr gut erhalten und besitzt ein schönes Treppenhaus.






    Bei meinem Besuch fand im Schwurgerichtssaal eine Verhandlung wegen versuchten Mordes statt, daher verweise ich für Aufnahmen der Sitzungssäle auf diese Seite.


  • Weiter die Doblerstraße hinauf. Die Rückseite des Gerichts.



    Neben dem Gericht befindet sich das zugehörige Gefängnis, erbaut 1902.



    Die Straße säumen einige nette Häuser







  • Die Doblerstraße mündet in die Österbergstraße, an der nebeneinander vier reizvolle Verbindungshäuser stehen. Die Lage oberhalb des Neckars ist wohl die beste in Tübingen. An westlichsten gelegen ist das Haus der Verbindung "Borussia" aus dem Jahr 1906. Den Entwurf lieferten Lossow & Kühne in Dresden.




    Das nächste Haus gehört der "Stuttgardia". Von 1908, der Architekt war Richard Dollinger aus Stuttgart.




  • Großartig! In Hannover stehen auch einige sehenswerte Verbindungshäuser, bspw. die der Corps Hannoverania (zu sehen in meiner Galerie "Das winterliche Philosophenviertel"), Saxonia und Slesvico-Holsatia.


    Eigentlich bietet sich bei der großen Anzahl an Verbindungshäusern im deutschsprachigen Raum eine eigene Galerie geradezu an.