Quartier an der Alten Mainzer Gasse ("Reanimation Altstadt 2.0")

  • Falls ihr konkrete Vorschläge oder Wünsche zu solchen Visualisierungen habt, aber euch mit Photshop und Co. nicht so auskennt, dürft ihr mich ruhig kontaktieren. Ihr solltet einfach brauchbare Unterlagen zur Verfügung stellen können. Wünsche am besten auch per PN (Konversation) an mich mitteilen, da ich in diesem Strang nicht regelmässig mitlese. Mit Photoshop und Perspektive bin ich sehr geübt.

  • Die Wohnungsnot in Frankfurt am Main macht es möglich: Erstmals wird von hochrangigen Immobilienträgern die "grün aufgelockerten" Nachkriegszeilen-Siedlungsbauten der 50iger Jahre in Frage gestellt. Das Liebliengszitat dazu: "...Auf die Wiesen zwischen den Siedlungen gehörten keine Teppichklopfstangen, sondern Häuser."
    https://www.fnp.de/frankfurt/f…76062.html#idAnchComments
    Es ist in den nächsten Jahren mit Abrissen der 50iger Jahren-Bauten und massiven Nachverdichtungen zu rechnen. Damit rückt auch die westliche Altstadt, mit den banalen Nachkriegsbauten mit Vorortcharakter, ins Visier der Stadtentwicklung.

  • So langsam kommt Bewegung beim Thema westliche Altstadt. Planungsdezernent Mike Josef (SPD) steht enorm unter Zugzwang. Er muss schnellstens bezahlbaren Wohnraum schaffen, denn der Druck auf dem Wohnungsmarkt ist enorm. Als Lösung möchte er einen neuen Stadtteil im Norden schaffen, die schon spöttisch als "Josefstadt" verschrien ist. Im Zuge der Klimadiskussion (Bebauung "Kaltluftschneise" etc.) hat sich bereits ein breiter Widerstand gegen den neuen Stadtteil auf der grünen Wiese formiert. Darüber hinaus ist es wenig glaubwürdig, die letzten Grünflächen zu bebauen, bevor nicht die aufgelockerte Stadt der Nachkriegsära verdichtet wird. Nun gerät so langsam die westliche Altstadt in den Fokus. Hier gibt es, wenige Meter hinter dem Römer, riesige Freiflächen und Autoparkflächen (die die Stadt teilweise an Privatleute vermietet hat), die aus ökologischen Gründen auch nicht sinnvoll sind. Die Grünen und die CDU halten sich bei diesem Thema noch in der Defensive. Stadtbild Frankfurt hat jedoch einen alten, gemeinsamen Antrag der GRÜNEN im Römer und der CDU-Fraktion aus der Stadtverordnetenversammlung von vor einigen Jahren ausgegraben. Zitat zum Bereich zwischen Limpurger und Alte Mainzer Gasse: "Bei der Nachverdichtung in diesem Gebiet, die nachdrücklich begrüßt wird, soll sehr genau auf die Maßstäblichkeit geachtet und einer kleinteiligen Bebauung der Vorzug gegeben werden..." https://www.facebook.com/stadt…rt/posts/1296820747166183

  • Wie wärs wenn wir mal wieder über dieses Thema debatieren. Was hat sich seit der Planung von 2015 durch Herrn Zastrau verändert? Die Häuser am Markt wurden saniert? Was noch alles?

    Im Zeitgeist der Coronakrise und der Debatte um eine Innenstadtförderung für die Zeit danach, sehe ich durchaus eine kleine Chance dieses Projekt wieder zu reaktivieren. Wenn nicht jetzt wann dann?

  • Der Wähler hat entschieden. Wir bekommen in Frankfurt vermutlich eine rot-grün-globalistische ("Volt") Römer-Koalition. Nur die eigentlich eingebundene FDP zickt noch ein wenig mit ihrer Beteiligung herum. Vielleicht wird statt ihrer ja die "Linke" ins Boot geholt. Wer von diesen Leuten soll für eine Rekonstruktion auf dem Gelände südwestlich des Römer eintreten? Unter diesen Leuten dürfte dort allenfalls Murks herauskommen, also bestenfalls ein, zwei Großblöcke als Generationenhäuser oder integrative Wohnprojekte mit begrünten Flachdächern. Ich denke, es ist fast besser, dass dort im Moment nichts passiert und diese Leute nicht auf Ideen gebracht werden.

  • Heimdall hat wahrscheinlich recht. Wenn überhaupt wird dort mit flachbegrünten Energiesparhäusern die eine oder andere Lücke gefüllt. Rekonstruktionen sind leider zu Zeit in der Stadt überhaupt kein Thema.

    MODERNExit

  • Das DAF-Forum meldet gerade, dass das Personal und Organisationsamt in der Alte Mainzer Gasse 4 saniert werden soll. Ein Abbruch des 50iger Jahre Baus wurde aus Denkmalschutzgründen wohl verworfen! Dieser überdimensionierte Bau steht allen weiteren Plänen einer altstadtgerechten Umformung des Areals im Wege. Die Sanierungsabsicht ist sozusagen der Sargnagel einer altstadtgerechten Stadtreparatur in der westlichen Altstadt. Ein Jammer!

    Damit ist auch die Strategie der Modernisten im Denkmalamt aufgegangen. Mit der großzügigen und frühzeitigen Unterschutzstellung des 50iger Jahre-Areals wurden nun weitere Reko-Träume erfolgreich verhindert.

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    Hier ist übrigens die Weiterleitung zum besagten Beitrag im DAF:


    https://www.deutsches-architek…?postID=692311#post692311


    Gut, das Grundstück, welches von diesem Amtsgebäude besetzt wird, scheidet für die Umgestaltung aus. Doch in direkter Nachbarschaft wäre noch etwas möglich. In Dresden stehen ja auch Rekonstruktionen neben dem Kulturpalast. Das ist in FFM doch auch nicht unmöglich.


    Vielleicht entpuppt sich die Sanierung aber auch als unwirtschaftlich und das Haus wird doch noch abgerissen. :wink:

  • Ich kann immer wieder nur den Kopf schütteln über die Verschwörungstheorien, die hier wieder verbreitet werden. Ich halte es für extrem unwahrscheinlich, dass die Unterschutzstellung von 50er-Jahre-Architektur nur Mittel zum Zweck der Verhinderung weiterer Rekonstruktionen gewesen sei. Auch wenn es einige nicht glauben können, gibt es Menschen, die diese Wiederaufbau-Architektur erhaltenswert und sogar schön finden. In manchen Fällen gehöre auch ich zu diesen Menschen...

    Können wir nicht wenigstens versuchen, dem anderen den guten Willen nicht von vornherein abzusprechen?

  • Ich glaube, das war eher allgemein gehalten, nicht auf Frankfurt im Speziellen bezogen. In FFM erkenne ich auch keinerlei Qualitäten bei den 50er Jahre Bauten in diesem Gebiet.

  • Direkt an das hier erwähnte Areal anschließend wurde 2017 originaler Gebäudebestand der Nachkriegszeit ohne Probleme entfernt, um einer modernistischen Glasgestaltung für die "Evangelische Akademie" Platz zu machen. Sanierung im Bestand war kein Thema. Kein Denkmalschützer bellte, man müsse hier wertvolle 50er-Jahre-Architektur erhalten. Es bestand schließlich keine Gefahr, dass dort etwas rekonstruiert würde.

    Ein Schelm, der sich etwas dabei denkt. Auch hinsichtlich der geplanten Nutzung des nun vor der Sanierung stehenden Gebäudekomplexes. :zwinkern:


    Bildstrecke hier: https://www.bauwelt.de/themen/…lueter-Wendt-2871027.html

  • Der Bau steht seit 2014 unter Denkmalschutz. Natürlich schade, dass er nicht abgerissen wird, es gibt aber immer noch eine ziemlich grosse Baufläche nebenan (die minderwertigen Wohnbauten an der Buchgasse sollten auch am liebsten durch Neubauten und Rekonstruktionen ersetzt werden).

    Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker

  • minderwertigen Wohnbauten an der Buchgasse sollten auch am liebsten durch Neubauten und Rekonstruktionen ersetzt werden

    Du machst mehrere Denkfehler:

    1. Du verbindest Wohnbauten mit "ersetzt werden". Ich habe oben geschrieben, dass Frankfurt eine rot-grüne+-Koalition bekommt. Die dürfte kaum ein Interesse haben, Mieter aus ihren Wohnungen zu drängen, intakte Häuser abzureißen, um dort höherwertige (=teurere) Wohnbauten hinzubauen, sich also dem Vorwurf der Gentrifizierung auszusetzen.

    2. Du verbindest Neubauten und Rekonstruktionen. Es müsste vielmehr "Um- oder Neubauten" heißen. Möglich ist für die zukünftige Koalition allenfalls ein Umbau im Sinne energetischer Sanierung der Häuser incl. Aufstockung, um weiteren Wohnraum zu schaffen. Das Ergebnis würde Neubauten im heutigen Sinne optisch nahekommen. Im Ergebnis würde dann so etwas herauskommen (siehe hier). Wäre Dir das lieber als die bestehende Bebauung? Zumal wir es dann mit Häusern zu tun bekommen, die erst mal wieder Jahrzehnte stehen.


    Das Amtsgebäude, von dem wir hier sprechen, ist indes ein wenig ansprechender Komplex, dem niemand (außer einigen Ideologen im Architekturmuseum und den Denkmalschutzbehörden) eine Träne nachweinen würde. Und, es würde statt eines Behördenblocks, innenstadtnaher Wohnraum geschaffen, was auch linker Argumentation ein wenig Wind aus den Segeln nehmen würde.


    Es ist auffallend, dass 50er/60er-Jahre Gebäude in Frankfurt vor allem dort geschützt und saniert werden, wenn dort Rekonstruktionen "drohen". Neben dem hier erwähnten Amtsgebäude ist die Römerberg-Bebauung zu erwähnen. Auch der Bundesrechnungshof, der unbedingt erhalten und teuer saniert werden musste, um nun mit hässlichen Neubaublöcken von KSP Engel zugestellt worden zu sein. Ähnlich sieht es mit dem Wolkenfoyer der Städtischen Bühnen aus, das herhalten muss, um eine Rekonstruktion des Schauspielhauses zu verhindern.

    An anderer Stelle aber, wenn es nur um modernistische Bauprojekte geht, sind Abrisse kaum ein Problem. Prominentestes Beispiel ist das nun wirklich historisch prominente Rundschau-Haus. (einst und jetzt) Es ist aber auch z.B. das Hako-Haus zu nennen. (einst und jetzt)

    Einzige Ausnahme: Das Postgebäude, dass der Rekonstruktion des Palais Thurn und Taxis Platz gemacht hat. Was teils noch heute betrauert wird. Aber da ging es eben nicht wirklich um die Rekonstruktion, sondern um den direkt dahinter liegenden Neubau des Einkaufscenters MyZeil und der Hotelhochhäuser auf dem Gesamtareal. In diesen Komplex wäre das Postgebäude schwer zu integrieren gewesen.

  • Direkt an das hier erwähnte Areal anschließend wurde 2017 originaler Gebäudebestand der Nachkriegszeit ohne Probleme entfernt, um einer modernistischen Glasgestaltung für die "Evangelische Akademie" Platz zu machen. Sanierung im Bestand war kein Thema. Kein Denkmalschützer bellte, man müsse hier wertvolle 50er-Jahre-Architektur erhalten. Es bestand schließlich keine Gefahr, dass dort etwas rekonstruiert würde.

    Ein Schelm, der sich etwas dabei denkt. Auch hinsichtlich der geplanten Nutzung des nun vor der Sanierung stehenden Gebäudekomplexes. :zwinkern:


    Bildstrecke hier: https://www.bauwelt.de/themen/…lueter-Wendt-2871027.html

    Dieser Asterix und Obelix Vergleich...

    Man tut so als ob die Moderne wie das kleine gallische Dorf wäre, das sich gegen die böse und mächtige Rekonstruktionswelle, also die Römer, verteidigen muss. Wie dreist kann man eigentlich sein? Rekonstruktion waren und sind alles andere als häufig in Stadtzentren wenn man sie mit dem Vergleicht was in den Zentren neu modern neu gebaut wird. Einfach unglaublich diese Verfälschung von Tatsachen. Aber immerhin fühlen sie sich angegriffen, das macht doch Freude.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland