Marktbreit (Galerie)

  • Marktbreit zählt zu den gut erhaltenen, besonders hübschen fränkischen Kleinstädten. Es liegt im Lkr. Kitzingen direkt am Main, flussaufwärts folgen Marktsteft, Sulzfeld und Kitzingen, mainabwärts Frickenhausen, Ochsenfurt und Eibelstadt.


    Die nachfolgenden Aufnahmen sind vom Juni diesen Jahres.

  • Vom Bahnhof geht es zuerst einmal zur südöstlichen Flanke des knapp 6 ha umfassenden, also recht kleinen und überschaubaren Altstadtbereiches.



    Der Flurersturm aus dem 16. Jh. an der Oberen Rosmaringasse, einer der erhaltenen Wehrtürme der Stadtbefestigung:



    Blick zur evang. Pfarrkirche



    Pförtleinsgasse 8



    Flurersturm und Pfarrgasse


    Weiter an der südöstlichen Flanke der Altstadt, die Fleischmannstraße mit dem Weißen Turm:



    Weißer Turm an der Ostecke

  • Das Städtchen ist wirklich sehr schön. Allerdings wird das Panorama durch ein großes Windrad getrübt, das sich seit 2008 oberhalb des Ortes befindet.

  • Die am Breitbach entlang laufende Bachgasse:



    Bachgasse, rechts die Nr. 27



    Ein erster Blick noch aus der Ferne Richtung „Malerwinkel“



    ...und zurück zum Weißen Turm



  • Der „Malerwinkel“ von Marktbreit, eines der großartigsten Städtebilder in Deutschland, wie ich finde.



    Über den Breitbach wurde um 1600 das Maintor errichtet.



    Die jüngst verkehrsberuhigte Bachgasse fast autofrei




    Rechts vom Maintor das malerische Haus Bachgasse 2, das sogenannte Malerwinkelhaus, in dem sich heute ein Museum befindet.



    Gegenrichtung, Blick aus dem Maintor den Breitbach aufwärts, links das Haus Bachgasse 2




    Links der Renaissancegiebel vom Rathaus mit dem hl. Georg als Abschluss, im Hintergrund noch ein wenig erkennbar der Schwarze Turm.




  • Die lange Seite des Bürgerhauses aus dem 18. Jh. zur Bachgasse



    Das Museum im Malerwinkelhaus hat als einen Schwerpunkt die Sozialgeschichte der Frau im aufstrebenden Bürgertum.



    Bachgasse 3 mittig, links das ehem. Brauhaus an der den Hang hinaufführenden Kapellensteige, rechts die Nr. 2, im Hintergrund der Weiße Turm



    Ehem. fürstl. schwarzenbergisches Brauhaus (Kapellensteige 1)


  • Im Hintergrund die das Stadtbild mitbestimmende Autobahnbrücke über den Main aus der Zeit um 1980.



    Kath. und Evang. Pfarrkirche sowie Seinsheimer Schloss.




    Rathaus und Schwarzer Turm



    Haus Wertheimer und Gasthaus Löwen



    Südöstliche Altstadtflanke mit Flurersturm und Weißem Turm



    Mainabwärts folgt Ochsenfurt.


  • Nun zurück in die Altstadt.



    In der Schustergasse findet sich das Stadelmann-Haus von 1603 (Nr. 20)


    ...mit Laubengang auf der Südseite:



    Schustergasse 39 und 41 mit Weißem Turm




    Schustergasse 2, Ecke zur Marktstraße, ist das Haus Wertheimer von 1719, mit einer der prächtigsten Barockfassaden in Franken von Joseph Greising, nicht ganz unschmerzhaft an das alte Würzburg erinnernd.




    Das Haus erbaut für den Wiener Oberhoffaktoren Samson Wertheimer, soll auch innen gut erhalten sein.

  • Zurersteinmal vielen Dank für die Bilder, kenne Marktbreit bisher nur als Ausfahrt an der Autobahn, es scheint, als sollte ich dort mal Rast machen.


    Das Städtchen ist wirklich sehr schön. Allerdings wird das Panorama durch ein großes Windrad getrübt, das sich seit 2008 oberhalb des Ortes befindet.


    Mag sein, als ich aber die folgenden Bilder mit der Autobahn-Talbrücke gesehen habe, musste ich doch sehr schmunzeln. Um diesen Eingriff in das Panorama zu überbieten müsste das Windrad schon auf dem Marktplatz stehen...

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Quote

    nicht ganz unschmerzhaft an das alte Würzburg erinnernd


    Allerdings muss man schon ganz nüchtern konstatieren: So schön ist das Würzburger Gassenbild nicht gewesen.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Würzburg hat aber schon ein paar barocke Bürgerhäuser mehr gehabt als Marktbreit und wohl auch etliche von Joseph Greising nicht erhaltene. In Marktbreit beschränkt es sich doch weitgehend auf zwei. Das alte Würzburg kenne ich noch viel zu wenig, warum auch immer wollte ich mich damit noch nicht so recht beschäftigen.


  • Benachbart zum Haus Wertheimer das sogenannte Haus zur Groe (vormals zur Krähe), ein weiteres prächtiges barockes Gebäude, für den Handelsherrn und Bürgermeister Georg Günther 1725 errichtet.



    Am Treppenaufgang ein sog. Heiduck (den ich vor Ort nicht bemerkte).


    „Im Treppenhaus trägt der Heiduck, eine aus Holz geschnitzte, bunt bemalte Figur die Last des Hauses. Die Türken waren gerade besiegt und der Osmane, damals umgangssprachlich „Kümmeltürke“ genannt, war ein beliebtes Motiv.“
    Barocke Handelshäuser in Marktbreit





    Der Rückstau des Breitbaches bei Mainhochwasser hat sich in der Altstadt auch schon des öfteren bemerkbar gemacht:


  • Die Marktstraße
    Ganz rechts das Haus Wertheimer, daneben das Haus zur Groe, die beiden barocken Handelshäuser; als Kontrast dazu links die nicht minder beeindruckende Gebäudegruppe Rathaus und Maintor aus der Renaissance (kommt noch ausführlich).



    Gegenrichtung zum Schlossplatz.


    Der Schlossplatz, das Zentrum der Altstadt, ziemlich enttäuschend:


    Umso gewaltiger ragt aber das ehemalige Seinsheimsche Schloss auf der Ostseite auf:

    Erbaut 1580, im Erdgeschoss heute ein Cafe und Weinstube, ansonsten wird es u.a. als Musikschule genutzt.




  • Vom Schlossplatz zweigt die Pfarrgasse nach Osten ab, mit gelbem Anstrich die Nr. 8 von 1789.



    Pfarrgasse 6 von 1583



    Pfarrgasse Ecke Schulgasse



    Weiter geht es dann demnächst mit Pfarrkirche und Marktstraße.

  • Der Bildindex ist bezüglich des wunderschönen Ortes Marktbreit zwar auch ganz gut bestückt, aber ich möchte diese drei Ansichten aus meinem schönen Bildband "Ins Land der Franken fahren" (1938) hinzufügen.




    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)


  • Vom Schlossplatz aus gesehen.
    Der Chorturm reicht teilweise noch in frühgotische Zeit zurück, auffallend an der Nordseite des Langhauses der Fachwerkerker der Fürstenloge.



    Das Langhaus vom Ende des 16. Jh., links die Schwarzenbergische Fürstenloge, die Stuckdecke Anfang 18. Jh., der ursprüngliche Hochaltar 1960 entfernt, ein Überrest davon die Kreuzigungsgruppe links vom Chorbogen.



  • Marktbreit hieß früher Niedernbreit (im Gegensatz zu Obernbreit), wurde im 16. Jh. unter Georg Ludwig aus dem Hause Seinsheim befestigt und zum Markt erhoben und bekam, nachdem es im 17. und 18. Jh. den Reichsfürsten von Schwarzenberg gehörte, 1819 Stadtrecht.



    Zurück in der Marktstraße:



    Marktstraße 1 und 3 neben dem Maintor



    Gasthaus Löwen (Marktstraße 8), das zweitälteste in Bayern (nach dem Miltenberger Riesen).





    Marktstraße 10



    Die Engstelle zwischen Marktstraße 8 und 10, Straße nach Ochsenfurt.


  • 1579 von Hans Kesenbrod errichteter Renaissancebau



    Großartigste Renaissance, zusammen mit dem gut 20 Jahre später im rechten Winkel daran angebauten Maintor.



    Der Rathausgiebel bekrönt vom Hl. Georg




    Hochwassermarken und ein weiterer Georg


    Im Inneren die getäfelte Ratsstube erhalten. Von den Beschädigungen 1945 ist heute nichts mehr zu spüren.


  • Einzig erhaltenes von ursprünglich 4 Toren, 1600 über dem Breitbach erbaut, gleichzeitig diente es auch als Erweiterung des Rathauses. Zusammen mit dem Rathaus 1945 beschädigt, 1946/47 wiederhergestellt.



    Südseite von der Marktstraße aus



    Westseite



    Nordseite mit Rathaus und Schwarzem Turm



    Ostseite