Bocholt (Galerie)

  • Die Stadt Bocholt liegt im Norden von Nordrhein-Westfalen, dicht an der Grenze zu den Niederlanden. Bocholt hat ungefähr 70.000 Einwohner. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt, laut dem Wikipedia-Artikel , zu 85% zerstört. Das Stadtbild ist ganz gut mit dem von Wesel zu vergleichen. Als historische Bauten gibt es am Markt nur noch das Rathaus und die Kirche St. Georg zu bewundern. Wobei ich sagen muss, daß mir der Marktplatz in Bocholt besser gefällt als in Wesel.


    Wir gehen von der Neustraße in Richtung Zentrum/Marktplatz. An der Neustraße und dem Neutorplatz befindet sich noch der leerstehende alte Karstadt/Hertie Kasten . Dieser soll, glücklicherweise, 2016 abgerissen werden. Die Sparkasse baut dort neu. Für den Karstadt ist damals eine schöne Villa, von der ich leider gerade kein Bild habe, abgerissen worden.





    Am Markt erblickt man das historische Rathaus.




  • Das Dach des Rathauses sah für mich recht nackt und einfach aus. Vor dem Krieg gab es sechs kleine Gauben und das Dach war mit Schiefer gedeckt. Hier ist ein Link mit Bild. - Ich wollte wissen, ob das bald geändert wird.


    Eine Anfrage bei der Stadt Bocholt brachte folgende Antwort.


    Quote


    (...) Die kleinen Gauben wurden beim Wiederaufbau nach dem Krieg, genau wie die ehemalige Schieferdeckung, aus Kostengründen leider nicht wiederhergestellt.


    Der Gebäudewirtschaft der Stadt Bocholt liegt allerdings eine detaillierte Bauaufnahme von dem Vorkriegszustand vor, in der die genaue Lage der Dachgauben und die Ausführung der Verschieferung dokumentiert ist.


    Bei einer anstehenden Dachsanierung in der Zukunft würde die Stadt Bocholt, unter Beantragung von Zuschüssen der Denkmalpflege, eine werkgetreue Restaurierung anstreben. (...)



    Seite des Rathauses mit Blick auf den Markt.



    Rückseite des Rathauses. Links ist die Kirche St. Georg.



    Die andere Ecke der Rückseite.



    Der Marktplatz.



  • Vielen Dank! In Bocholt habe ich mal übernachtet, als ich die angrenzenden Niederlande und das Münsterland besucht habe, die Stadt fand ich trotz des fehlenden historischen Kerns recht angenehm und gepflegt. Fotos habe ich aber nur ganz wenige aufgenommen...

  • Ja, ich finde Bocholt auch recht angenehm. Die Häuser sind angepasst und die Bausünden halten sich in Grenzen. Wenn erst die jungen Bäume noch etwas gewachsen sind, sieht das alles noch "gemütlicher" aus.








    In der Nähe befindet sich der Hauptbahnhof.




    Und ein Postamt.


  • Sehr interessant, danke! Für deutsche Verhältnisse sehen die Fenster vernünftig aus - viele neue Sprossenfenster. Generell sind die Städte im Münsterland und am Niederrhein ganz gut wiederaufgebaut. Nach Bayern wohl die beste Region.

    Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker

  • Es gibt sogar einen elektrischen Türöffner.


    Das sieht man in letzter Zeit öfter. Das dürfte wirklich eine große Hilfe sein für Leute, die nicht so leicht die bisweilen recht schweren Türen aufkriegen.

  • Vielen Dank für die Bilder aus Bocholt. Scheinbar wirken die zerstörten und früh wiederaufgebauten Stadtbilder von Bocholt und auch Coesfeld wesentlich besser als die unzerstörten und später sanierten Stadtkerne anderer Städte, wie z.B. Borken oder Emsdetten.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Das ist uns auf unserer von S.D. organisierten letztjährigen Exkursion nach Holland, die uns über Bocholt führte, auch aufgefallen. Einigermaßen sehenswert daselbst auch das Hammersen-Qartier und das schon etwas antiqierte Neue Rathaus von Gottfried Böhm.

  • Es könnten sich viele heutige Architekten ein Beispiel daran nehmen, wie da in Bocholt in den 50er Jahren gebaut wurde: gut gegliedert, einfache aber typische Materialien, simple, gut platzierte Schmuckelemente.
    Wird heute versucht, traditionell zu bauen, kommen (bei allem guten Willen!) noch immer häufig einfach nur plumpe Klöpse heraus – bei mutmaßlich vergleichbaren Kosten wie in den 50ern.

  • ^ Naja, das Verlinkte sieht schon stark nach Fertighaus und Baumarktlösungen aus. Das ist leider auch so eine Unkultur, wobei es natürlich einigermaßen positive Ausreißer wie Villa Belavista und Emil von Elling gibt... So sollten "Fertighäuser" aussehen: http://fachwerkhaus.com/


    Bocholt hat insgesamt ein sehr angenehmes und harmonisches Stadtbild, vielen Dank für die Tour! Hier entdeckt man in letzter Zeit immer mehr kleine Perlen aus NRW, die das Bild vom schrecklich verwüsteten und verschandelten Bindestrichbundesland etwas aufhellen. :cool:

  • (...) Hier entdeckt man in letzter Zeit immer mehr kleine Perlen aus NRW, die das Bild vom schrecklich verwüsteten und verschandelten Bindestrichbundesland etwas aufhellen. :cool:


    Da kommen demnächst noch mehr. Ich warte nur auf den nächsten freien Tag für eine Tour.



    Vielen Dank auch für den Link zu Emil von Elling. Den Hinweis gab es im Forum
    schon einmal. Konnte mich aber nicht mehr erinnern wo. "Gewinner -
    Deutscher Traumhauspreis 2015". Kein Wunder. Die Landhäuser sind einfach
    traumhaft.

  • ^ Naja, das Verlinkte sieht schon stark nach Fertighaus und Baumarktlösungen aus.


    Das Haus in der Brümmerstraße ist kein Fertighaus. Konnte damals mit wachsendem Entsetzen den Baufortschritt beobachten.


    So sollten "Fertighäuser" aussehen: http://fachwerkhaus.com/


    Oh ja! Zumindest, wenn man im ländlichen Norden wohnt.
    Die steinlastige rheinische oder märkische Architektur läßt sich sicher nicht so leicht in ansprechender Fertigbauweise umsetzen.

  • Booni hat geschrieben:

    Quote

    Vielen Dank für die Bilder aus Bocholt. Scheinbar wirken die zerstörten und früh wiederaufgebauten Stadtbilder von Bocholt und auch Coesfeld wesentlich besser als die unzerstörten und später sanierten Stadtkerne anderer Städte, wie z.B. Borken oder Emsdetten.


    Das stimmt nicht, Borken wurde ebenfalls völlig zerstört und auch in den 50ern wiederaufgebaut. Von Emsdetten weiß ich es nicht. Auf jeden Fall sind die wenigen Bauten der 60er und 70er Jahre in Bocholt schon imstande, das ansonsten harmonische Stadtbild an einigen Stellen empfindlich zu stören. Vor allem am Platz hinter dem Rathaus um die Stadtkirche.