Kevelaer (Galerie)

  • Sieht in der Tat geradezu großstädtisch aus! Jedenfalls großstädtischer als manche tatsächliche Großstadt in NRW...


    Die Bilder machen in der Tat Appetit auf mehr. Urbanität entsteht offensichtlich nicht dadurch, daß man in eine Stadt eine 60er / 70er-Jahre-Lochfassade hinrotzt; auch nicht dann, wenn sie drei, vier oder fünf Geschosse hat. Selbst die zweigeschossigen Häuser in Kevelaer beweisen das Gegenteil. Wieder einmal wird man daran erinnert, daß vor etwa 40 Jahren diese Gebäude des 19. Jhd. zu einem Objekt regelrechten Hasses wurden. Die Hintergründe müssen jetzt nicht unbedingt hier besprochen werden, aber man hat das Gefühl, daß diese wohlerhaltene Stadt lebt und funktioniert; nicht zuletzt dadurch, da es wohl einfacher sein dürfte, in der Innenstadt zu Privateigentum zu kommen. In den konsumgerecht wiederaufgebauten Städten ringsum ist das ja bekanntlich nicht so ohne weiteres möglich.
    Auch von mir vielen Dank für die Impressionen.

  • Hab ganz herzlichen Dank dafuer, dass Du die Stadt Kevelaer hier so einladend darstellst, ZeitMaschinist. :blumen:


    Die Erdgeschossfassaden im letzten Bild Deines Beitrags 24 sehen mir recht misslungen aus. Es geht doch viel besser! Das zeigst Du uns z.B. am Anfang Deines Beitrags Nr. 13 und auch danach koennen wir uns an vielen dieser angenehmen Wohltaten erfreuen. :smile: In diesem Bild aber ist es links am schlimmsten. Die Doppelgarage, die heutigentags mehr und mehr zum guten Ton zu gehoeren zu scheint, ist eine schwierige Fassadengestaltungsaufgabe an der die Architekten sich noch in Jahrzehnten die Zaehne werden ausbeissen muessen -- oder sie ignorieren das Problem einfach. :koenig:


    Ich lasse mich gern eines besseren belehren.

  • Die Stadt(?) wirkt immer noch sehr preußisch, manchmal selbst schon ein wenig dänisch. Für NRW (anno 2015) doch wirklich etwas ganz besonderes.

    Aha. Ich dachte immer, es sei "nur" ein großes Dorf. Vorgründerzeitlich und / oder groß ist der Ort nun eben nicht wirklich (bis auf eine Wallfahrtskirche aus dem 17. Jahrhundert).

    Kevelaer ist sogar Mittelstadt. Die viergeschossigen Gründerzeitler sehen garadezu nach Großstadt aus.


    Hier zeigt sich doch wieder, dass der Historismus sehr wohl zu einer altstadtartigen Anmutung, zu lokaler Spezifität und herrlich abwechslungsreichen Ortsbildern fähig ist. Sieht in der Tat geradezu großstädtisch aus! Jedenfalls großstädtischer als manche tatsächliche Großstadt in NRW...

    Großstädtisch? Der Schein täuscht!
    Das hier präsentierte beschränkt sich im wesentlichen auf die Hauptstraße und dem Kapellenplatz, ein Großes Dorf trifft eher zu.
    Letztendlich war Kevelaer nichts weiteres als eine sehr kleine Bauernschaft die über die Jahrhunderte hinweg, um sein da sein kämpfte, nachdem die Niederländer, Spanier, Franzosen und Preußen ihre Interessenkonflikte militärisch in dieser Region austragen mussten.
    Was wir hier sehen ist letztendlich das Endprodukt dessen, nachdem durch den Wiener Kongress ein kontinuierlicher Frieden herrschte.
    Anstieg der Pilgergäste bis zum Ersten Weltkrieg hin und die Proklamation zur Garnison führten zu Wachstum und dem Ergebnis was wir heute dort auffinden.
    Jedoch die Verleihung der Stadtrechte fand erst 1949 statt!
    Immerhin, blieb man Bodenständig und verunglimpfte nicht das Stadtbild mit Typischen Städtischen Bauten der damaligen Geschmäcker um damit städtisch zu wirken.
    Von einer Besonderheit mag ich hier nicht sprechen wollen.
    Gibt schönere Städte in dieser Region, die auch weniger Eintönig wirken.

  • (...) Gibt schönere Städte in dieser Region, die auch weniger Eintönig wirken.


    Ja? Dann gib mir mal bitte 'nen Tipp. Da werde ich gleich hinfahren. :cool:


    Mir gefällt Kevelaer auch sehr gut. "Weihrauch City", wie es auch genannt wird, hinterlässt durch die Kirchen/Kapellen und Pilger einen ganz besonderen und friedlichen Eindruck. Mir fällt da in NRW so schnell keine Stadt vergleichbarer Größe ein, die ich schöner und weniger eintönig finde. Aber das ist sicher eine Geschmacksfrage.

  • Gerne liste ich dir ein paar auf.



    Straelen
    Wachtendonk
    Wankum
    Nieukerk
    Aldekerk
    Süchteln
    Dülken
    Bracht
    Brüggen
    Waldniel
    Amern
    Beeck (Wegberg)
    Grefrath
    Issum
    Griethausen
    Grieth
    Kervenheim




    Wenn du dir einige Ortschaften auf der Landkarte anschaust, wirst du feststellen das viele nah einander liegen, so das man quasi einen schönen Ausflug machen könntest.
    Vor allem im Raum Kreis Viersen findet man noch zahlreiche schöne erhaltende Ortschaften und Straßendörfer etc.
    Im Genuss kommt man aber wirklich wenn man parallel hier zu noch die Kulturlandschaft mit ihren alten Gehöfte die bis ins 16 Jahrhundert zurückreichen, die meisten Reetdach Gehöfte existieren in Viersen und Mönchengladbach!, per Rad die Gegend erkundest.
    Aber das bleibt bei dir.


    Diese Ortschaften strahlen das Typisch Niederrheinische aus!



  • Zufällig wohne ich im Rhein-Kreis Neuss. Von meinem Wohnort bis Viersen sind es zirka 20 Kilometer. Viele der von Dir aufgelisteten "Dörfer" kenne ich. Typisch niederrheinisch bedeutet nicht, daß diese Orte gleich schön sind, oder schöner als Kevelaer. Über subjektives Empfinden und Geschmacksfragen zu diskutieren, bringt uns auch nicht weiter.

  • Hatte ich auch nicht vorgehabt darüber zu Diskutieren, da es mir ehrlich gesagt egal ist, wer welche Stadt auch immer als schön empfindet.
    In meiner Auflistung handelt es sich um Ortschaften, die einfach noch erhalten sind und entsprechend noch Bausubstanz aus verschiedenen Epochen aufweisen und die Regionaltypische Art präsentieren.
    Wenn man vor Ort wohnt, kann man sich ja die Zeit dafür nehmen, nach Lust und Laune.