Rom - Wiederaufbau des Kolosseums

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    • Rom - Wiederaufbau des Kolosseums

      Salve!

      Sondermeldung (auf Marmor gemeisselt) gerade auf ORF berichtet:

      Rom will Gladiatorenarena im Kolosseum wieder aufbauen

      "Wir hoffen, dass wir mit dem Wiederaufbau der Arena der Stadt das ursprüngliche Bild des Kolosseums zurückgeben können. Wir sind zuversichtlich, dass wir die notwendigen Finanzierungen auftreiben werden“, betonte Kulturminister Dario Franceschini.


      Wenn es nur ein Gag ist, dann ist es ein guter! Bitte umsetzen.

      orf.at/#/stories/2282495/

      :gehtsnoch: "Die spinnen die Römer", werden die Gallier dazu sagen, aber die germanischen Freunde aus dem Norden applaudieren dazu :applaus:


      colosseum-info.de

      Und nun noch schnell eine lauwarme Cervisia drink:)
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"
    • Nee... das ist keine Ente... Ich habe schon vor Jahren von dieser Idee mal was gehört.
      Hannover ist eine mittelmäßige Stadt, aber dort sind viele, die sich große Mühe geben, etwas Besonderes daraus zu machen.
      Dresden ist eine besondere Stadt, aber hier sind leider viele, die alles versuchen, etwas Mittelmäßiges daraus zu machen (M. Roth)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Oktavian ()

    • Na warum nicht. Im französischen Nimes oder in Verona werden die Amphitheater heute auch noch bzw. wieder für Konzerte und ähnliches genutzt. Da kann man vor den damaligen Baumeistern nur immer wieder den Hut ziehen.

      Von einer äußerlichen Rekonstruktion des Kolosseums sollte man aber tunlichst die Finger lassen. Archäologen würden anfangen zu heulen. Man zerstört dabei wohl mehr, als man wiedergewinnt.
    • Wobei auch gerade die Unterkellerung, das Hypogäum, bzw. ihre Reste davon, mit ihren komplizierten Schacht und Aufzugssystem archäologisch doch mit das Interessanteste sein dürfte, und mir schwant, wenn man oben einen Deckel drauf machen will, der auch noch was tragen soll, dann geht das nicht ohne Substanzverlust.

      Ein kleiner Teil des Kampffläche ist ja schon seit längerem wieder hergestellt (vielleicht 1/5 oder 1/6 Gesamtfläche)
      Nun weiß ich aber nicht, wie substanzschonend dieser Boden eingezogen wird.
      "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski
    • Wenn man aus der Römischen Zeit noch eine Arena, ein Theater etc. besitzt, darf man diese durchaus auch heute noch nutzen. Trotz seines etwas torsohaften Zustands ist das Kolosseum ein im wahrsten Sinn des Wortes einzigartiges Gebäude. Der gegenwärtige Zustand im Inneren, bei dem man die Kellergeschosse und technischen Einbauten sehen kann, ist kein historischer Zustand. Selbst eine Holzkonstruktion in den authentischen Maßen würde den Raumeindruck des Innenraums wieder erlebbar machen. Auch eine (vielleicht teilweise) Rekonstruktion der Sonnensegel wäre von außerordentlichem Reiz - ohne Sonnenschutz ergibt sich das mit der lauwarmen Cervisia ganz von selbst.
      1816 - Rheinhessen - 2016
      rheinhessen-2016.de
      rheinhessen.de
      Sofern nicht anders vermerkt, liegen die Bildrechte meiner Beiträge bei mir.
    • Das Innere des Kolosseums hat m. E. optisch sowieso mehr mit einer Kraterlandschaft zu tun als mit einem Amphitheater. Nicht, dass das reizlos wäre, aber mit einer Bühne über den Mauerresten kann man sich doch ein wesentlich besseres Bild der einstigen Erscheinung der Anlage machen.

      Und außerdem: Das Kolosseum steht da mitten in der Stadt und dient aber nur den Touristen. Ist doch auch ganz gut, wenn es auch den Römern selbst etwas bringt.

      Außerdem entsteht ja auch kein Schaden an der Substanz, wenn einfach der schon vorhandene Teil der Bühne über den ganzen Boden gezogen wird (was ich vermute; s. Link oben). Der Strangtitel ist demnach aber etwas irritierend.
    • Der Wiederaufbau ist eigentlich Unerlaesslich - aber aus einen ganz anderen Grund.
      Die haben damals den Bau in ein ehemaliges kuenstliches Wasserbecken gebaut. Zum einen wegen Platzmangel, zum anderen um ein weichen Puffer gegen Erdbeben darunter anlegen zu koennen. (Nicht graben heisst Geld sparen) Das Kolosseum ist auch nicht rund, sondern oval wegen der erdbeben Gefahr. Es besteht aus zwei ovalen Steinringen. Wegen der Beben. Das Ding hat auch zwei Beben ausgehalten. Mitlerweile ist das Gebaeude beschaedigt und diente auch schon als Steinbruch. Die Ringe sind nicht mehr intakt. Ein weiteres Beben haelt es laut Gutachten ueberhaupt nicht mehr aus!

      Ein weiterer Grund ist Geld. Die instandhaltung waere bei besserer Auslastung billiger.

      Waere auch ein kostenloser Werbegaeg. Das Kolosseum ist neben den Eiffelturm DAS Symbol Europas cheers:)
    • Das Kolosseum (Flavische Amphitheater) wurde eigentlich im Bereich des dort stehenden Superpalastes (das goldene Haus von Nero) gebaut. Dazu wurde der gewaltige Palast, der sicher alles andere in den Schatten stellte, abgerissen. Die Statue von Nero, die er sich anfertigen ließ wurde aus der Eingangshalle (die ja ebenfalls abgerissen wurde) mit einem großen Aufwand versetzt. Auf dem Kopf wurde dann ein Strahlenkranz angebracht und ab sofort sollte in der Statue nicht mehr Nero, sondern eine Gottheit gesehen werden. Erst im Mittelalter wurde die Statue zur Bronzegewinnung eingeschmolzen.

      Diese Statue wurde wegen der gewaltigen Größe "Koloss" genannt, weswegen das danebenstehende neue Amphitheater dann ab der Spätantike Kolosseum genannt wurde. Der Sockel der Statue wurde erst von Mussolini gesprengt um eine breitere Autostraße um das Kolosseum herum bauen zu können.

      Alle römischen Amphitheater waren übrigens oval. Das hat nichts mit Erdbeben zu tun. Auch moderne Fußballstadien sind nicht rund. Auch nicht das Berliner Olympiastadion.
    • Jeder Eingriff in die statik des Gebäudes ist wegen der erwähnten früheren Wasser / Sumpffläche heikel. Nicht umsonst gab es während der ersten Jahre und der Bauzeit verheerende Unglücke durch Mauereinbrüche. Zumal auch archäologische , baubegleitende Grabungen notwendig sind. Ziel der Archäologen sind aber niemals die eigentlichen Grabungen sondern die erforschung der Bodendekmäler durch non - invasive Methoden und die Erhaltung (auch für die weitere Forschung). Jede Grabung zerstört die Fläche für spätere Forschung (Stratigraphie)
      Es gibt aber erfolgreiche Methoden des Schutzes von Denkmälern wo den Interessierten Leuten die Grabungsfläche gezeigt werden kann. Ein gutes Beispiel ist das Akropolismuseum.
      static.franks-travelbox.com/e6…0m-suedlich-der-weltberue

      thumbs.dreamstime.com/x/das-ne…griechenland-18795784.jpg

      Hier sieht man es am besten...
      phileablog.files.wordpress.com…then_akropolismuseum2.jpg


      Aber auch in Xanten gibt es gute Lösungen, die Handwerkerhäuser oder das Fundament des Hafentempels. Die Forschung und Arbeit, die im Vorfeld läuft sind bombastisch, bei einem Objekt der Größe des Colosseums, des Alters und der Komplexität des Objektes - utopisch. Auch monetär. Die Archäologen, Bauarbeiter, Architekten usw. müssen ja auch noch bezahlt werden.
      Zudem gibt es noch ein rein praktisches Problem wenn das Colosseum rekonstruiert werden soll: Der Cementum der Römer ist bis heute nicht erfolgreich nachzumachen. Die eigenschaften des VCementums, extreme Salzwassertoleranz z. B. lassen sich nicht imitieren. Und die Ansätze würden wegbrechen.
    • Modell des antiken Roms

      Apropos das alte Rom wiederaufbauen:

      Archäologen bauten über 35 Jahre minutiös an einem genauen Modell des antiken Roms - hier ist das Ergebnis!


      "Das Museum der römischen Zivilisation, das 1955 eingeweiht wurde, zeigt in seinen 59 Abschnitten alle Aspekte der antiken römischen Zivilisation durch eine große Sammlung von Abgüssen"