Helsinki

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    • Nach New York und Bilbao soll nun auch in der finnischen Hauptstadt Helsinki ein Guggenheim Museum entstehen. Jetzt sind sechs Entwürfe in die engere Auswahl gerückt. Ob das Projekt aber überhaupt realisiert wird, steht noch in den Sternen.

      Die sechs Finalistenentwürfe für Helsinki stoßen insgesamt auf wenig Begeisterung. Kaum einer scheint sich wirklich harmonisch in die Stadt zu fügen. Vergleiche mit Markt- oder Stadthallen werden laut, Kritik an „Fast-Food-Stadtplanung“ sind wenig schmeichelhaft. Wer sich durch die Datenbank der 1.715 Einreichungen wühlt, der bekommt einiges zu sehen, von dem man nicht ganz sicher sein kann, wie ernst es gemeint war - Gebäude, die wie riesige UFOs aussehen, ein Museum in Form eines Riesenrades und eines, das an ein gewaltiges U-Boot erinnert etwa.


      orf.at/stories/2271478/2271480/

      spiegel.de/reise/staedte/gugge…nst-museum-a-1030567.html

      designguggenheimhelsinki.org/en/finalists
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

      Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.
    • Da hat echt mal so gar keiner der Architekten sein Hirn eingeschaltet. In Finnland ist man meist deutlich traditonsbewusster. Wohnsiedlungen werden immer noch in Holzbauweise errichtet, und falls nicht, dann wenigstens mit Holz verkleidet. Selbst die Moderne Architektur ist, wenn gelungen, voller Bezüge zur finnischen Kultur und Natur (vgl. Alvar Aalto). Hinzu kommt der Ort: der Hafen von Helsinki ist nicht weniger als das Aushängeschild der Nation, im Selbstbewusstsein der Finnen vergleichbar mit dem des Champ de Mars in Frankreich oder dem Trafalgar Square in England. Hier überblickt man das Rathaus, die Universitätsbibliothek, die evangelische und die orthodoxe Kathedrale, den Marktplatz und die Markthallen, hier endet die Esplanadi. Hier legen die Kreuzfahrtschiffe aus der halben Welt an und die Fähren zur Weltkulturerbefestung Suomenlinna ab. Eingerahmt wird das alles vom Geschäftsviertel südlich der Esplanadi, dem klassizistischen Herz um den Senatsplatz und dem noblen Jugendstilviertel Katajanokka. Wer als Architekt diese Bedeutung nicht kapiert, wer einen Ort von solchem Rang nur zur Selbstinszenierung nutzen kann, der ist meiner Meinung nach einfach nur zu du- unfähig, diesen Auftrag auszuführen.

      Es ist wohl immer noch das Museums-Trauma, das Stephen Holl der finnischen Hauptstadt mit dem "Kiasma" zugefügt hat, welches hier nachwirkt.
      Form is Function.

      "Fürchte nicht, unmodern gescholten zu werden. Veränderungen der alten Bauweise sind nur dann erlaubt, wenn sie eine Verbesserung bedeuten, sonst aber bleibe beim Alten. Denn die Wahrheit, und sei sie hunderte von Jahren alt, hat mit uns mehr Zusammenhang als die Lüge, die neben uns schreitet."
      Adolf Loos (Ja, genau der.)
    • Königsbau wrote:

      Dieser Entwurf gefällt mir gut, ohne jegliche Ironie:

      Wenn er denn in der Ausführung tatsächlich so aussieht wie in den Renderings, hätte der von Dir gezeigte Entwurf qua Eigenständigkeit tatsächlich das Zeug, zu einer Ikone wie die Oper von Sydney zu werden. Angesichts der massiven Konstruktionen im Inneren, die ja auch für eine Nutzung unbedingt nötig sind, habe ich aber starke Zweifel, daß das Gebäude so leicht wird aussehen können.
    • Das oben erwähnte Guggenheim-Projekt hat sich erledigt. Der Stadtrat ist gegen das Bauvorhaben, v.a. aus finanziellen Gründen.

      Helsinki will kein Guggenheim
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

      Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.
    • Vor zwei Wochen wurde in der Innenstadt Helsinkis gegenüber dem finnischen Parlament der 100 Mio. € teure Neubau der Zentralbibliothek feierlich eröffnet, welches mannigfaltigen Funktionen dient. Mir gefällt diese Form der Moderne, auch das Innere finde ich sehr gelungen.

      In dem ambitionierten Neubau manifestieren sich die Forderungen des neuen finnischen Bibliotheksgesetzes, das im letzten Jahr verabschiedet wurde, das „lebenslanges Lernen, bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und freie Meinungsäußerung“ beinhaltet. Und weder Bauherren noch Architekten versäumen es, in ihrer Mitteilung zum Neubau groß darauf hinzuweisen, dass all dies direkt gegenüber dem finnischen Parlament stattfindet – also in einer geradezu symbolischen Gegenüberstellung von Politik und Öffentlichkeit.

      Ode an die Zivilgesellschaft - Zentralbibliothek in Helsinki von ALA Architects
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

      Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.
    • Bibliotheksbauten und natürlich deren Inhalt sind sehr wichtig für das kulurelle Verständnis der Finnen.
      Ich erinnere hier auch an das Meisterwerk von Alvar Aalto in Viipuri heute Wyborg/Vyborg Oblast Leningrad.
      Alvar Aalto Bibliothek Vyborg/Viipuri
      Ich bin sicher kein Verfechter der "Traditionelle um jeden Preis", aber ich bin gegen die "Trostlosigkeit und Langeweile im zeitgenössischen Bauen". dto.