Abrißstadt Bremen: Parkallee + Nebenstraßen

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    • Nun weiter mit der Parkallee 87.

      Das Haus war ausgebrannt, Es wurde 1949 im Souterrain noch behelfsmäßig von fünf Personen bewohnt.

      20.12.1949 las man in den Akten über den Zustand des Hauses:
      "Akute Einsturzgefahr besteht für die freistehenden Vorder- und Seitengiebel sowie für den Innenschornstein"
      Es gab bis 1966 Versuche das Haus wieder instandzusetzen, bzw. Voranfragen für Wiederaufabau oder Neubau
      Dann erfolgte irgendwann der Abriss und Neubau.












    • 1972 überredet der Architekt Günter Wolf den Hauseigentümer Walter Haefker, den
      Altbau Parkallee 137 zu verkaufen. Am 3. Januar 1973 stellt Wolf den Abrissantrag.
      Während der Bauzeit ziehen Herr und Frau Haefker für zwei Jahre in die Wohnung
      von Günter Wolf an der Emmastraße ein. Mitte 1975 ist der Neubau mit
      Eigentumswohnungen fertig. Herr und Frau Haefker bekommen zwei Wohnungen
      als Ersatz für den Altbau. Diese Wohnungen sind noch heute im Familienbesitz.
      So wurde aus einer 1902/3 gebauten großen Stadtvilla, in der eine Familie gewohnt
      hat, 1975 eine Mehrfamilien-Wohnanlage mit 8 Wohnungen. Im Treppenhaus soll ein
      großes Bild hängen, das die abgerissene Villa zeigt.














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    • Die Verluste der Villen an der Parkallee sind in der Tat traurig für die Stadt, vielen Dank für die Dokumentation. Man sieht auch schön, dass von dem Charme dieser Straße dann am Ende nur noch die vorteilhafte Lage am Bürgerpark und die Adresse übrig bleibt, sonst nichts, bei dem Müll, der da jetzt dominiert.

      Ein ähnliches Drama spielt sich ja tagtäglich in anderen Gegenden Schwachhausens ab: Abriss einer alten Villa auf großzügigem Grundstück, Neubau eines das Baurecht maximal ausschöpfenden, dimensionssprengenden Neubaus in das "gewachsene Viertel" (Makler-Sprech). Das ganze führt am Ende dann dazu, dass außer dem öffentlichen Raum nichts mehr gewachsen ist in diesen Straßen, die Immobilienhaie schaufeln also ihr eigenes Grab mit ihrem minderwertigen Schrott.

      Aber auch weiterhin sind Altbremer Reihenhäuser nicht gefeit vor Abrissen, über den am Dobben wurde hier schon berichtet und auch in der Graf-Moltke-Straße wurde ein schönes Jugendstil-Reihenendhaus abgerissen, um einem Neobunker Platz zu machen. Nachdem über Jahre tatsächlich die eher ärmeren Stadtviertel gelitten haben durch Abrisse und wertmindernde Umbauten, scheint es nun eher die "besseren" Viertel zu treffen, dort eben, wo ordentlich Rendite zu erzielen ist.

      Traurig.
    • Als nächstes die Parkallee 123.

      Abgerissener Altbau: Freistehende Villa, erbaut 1908 - 1909, Bauherrin: Frau B. Neukirch, 1964: Bauvoranfrage zur Aufstockung um eine Etage; vom Bauamt abgelehnt (vielleicht würde der Bau heute noch existieren), Abriss: 1969



















      NEUBAU: Mehrfamilienhaus, erbau 1970/1971, Bauherr: Architekt Heinrich Knipper



      Ein kleiner Wechsel zu einer Seitenstraße der vorderen Parkallee, der Straße Am Barkhof. Im Mai 1989 war das Haus Am Barkhof Nr 34 nach Eineinhalb Jahren Leerstand zu Abriss freigegeben. Der Bau war um die Jahrhundertwende als hochherrschaftliches Direktionsgebäude für die Reichsbahn errichtet worden. Nenneswerter Widerstand gegen den Abriß gab es nicht. Hinter dem Haus befand sich noch ein reizvoller Garten.



      Nach dem Abriss der Villa warb der Bauträger - nach meiner Erinnerung war dies Zech-Bau - mit folgendem Werbespruch auf einer außen angebrachtenTafel: "Hier entstehen in reizvoll gewachsener Umgebung exklusive Eigentumswohnungen". Nach Fertigstellung entstand ein wuchtiger Wohnblock, der auch die Fläche des Gartens einnimmt. Zynisch, wie der Bauträger auch noch aus der reizvoll gewachsene Umgebung seine durch die Teilbeseitigung eben dieser Kapital schlägt. Die Zeche für Zech-Bau zahlen die Bürger durch den Verlust des schönen Stadtbildes. Bausenator war Konrad Kunik, der schon bei dem Abriss der Senatsvilla eine schlechte Figur gemacht hat.


      Nun ist in dieser Woche (20. Febr. 2018) eine weitere Villa (mit Turm) an der Parkallee/Ecke Busestraße abgerissen worden. Es ist zum verzweifeln. Unten: Parkalllee 219.

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