Asheville, North Carolina (Galerie)

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    • Asheville, North Carolina (Galerie)

      Vor ca. 2,5 Jahren hatte ich in der FAZ am Sonntag einen Bericht über die 10 lebenswertesten (oder so ähnlich) Städte der Welt gelesen. Ich weiß nicht mehr, welche Orte dort alle genannte wurden, aber Asheville in North Carolina war darunter. Asheville ist nun kein Touristenmagnet. Lebenswert machen werden den Ort auch ein angenehmes Klima und seine Lage am Blue Ridge Parkway und in Reichweite des Smoky Mountain Nationalparks und somit im westlichen Teil von North Carolina. Asheville hat rund 70.000 Einwohner. Ganz grob betrachtet liegt die Stadt auf halber Strecke zwischen Philadelphia und New Orleans. Namensgeber war ein Samuel Ashe, ein früherer Gouverneur von North Carolina. Darüber hinaus ist Asheville relativ bekannt als Stadt mit einer hohen Dichte an Art Deco Gebäuden und hier in der US-Top-Liga (Großstädte außen vor) neben Miami South Beach oder Tulsa/Oklahoma.

      1) Gemeinfreie Postkarte




      2) Dieses Bild verschafft uns im Stadtzentrum etwas Übersicht. In der Mitte etwas rechts habe ich den Pack Square mit dem zentralen Obelisken (Nr. 13) markiert, rechts davon die City Hall und das Buncombe County Courthouse. Oben links ist die Basilica of St. Lawrence eingekreist (Nr. 2), darunter der Standort des lokalen Flatiron Buildings und wieder darunter in der Bildmitte Drhumor Building / S&W Cafeteria.




      3) Mit Blickrichtung nach Westen war ich von der Asheville-Downtown zunächst enttäuscht. Vor allem stören die beiden Gebäude rechts und in der Mitte, das schwarze BB&T Building von 1965-65 und das Akzona Biltmore Building rechts, immerhin von dem renommierten Architekten I.M. Pei (verantwortlich für die Glaspyramide vor dem Louvre oder das Rock’n’Roll-Museum in Cleveland).




      4) Das BB&T Building ist nun wirklich potthässlich und integriert sich ins Stadtbild so gut wie eine Herde Brontosaurier. Immerhin war man in den 60ern am Puls der Zeit und vermutlich stolz auf diese Errungenschaft. (Gemeinfreie Postkarte)




      5) Im Zeitraum zwischen 1920 und 1960 gab es in der Downtown von Asheville einen schönen Kahlschlag. Diese Perspektive (gemeinfreie Postkarte) vermutlich von vor dem ersten Weltkrieg ist sehr ähnlich dem Bild zuvor, zu erkennen ist dies an den beiden markierten Details. Diese Gebäudereihe dürfte aber mittlerweile durch das I.M. Pei-Gebäude ersetzt worden sein. Das Gebäude links mit dem vorkragenden Dach sehen wir, glaube ich, in Bild Nr. 3. aktuell nach wie vor.

      In meinem Beitrag zu Kansas City hatte ich auch schon angemerkt, dass dort von der Bausubstanz aus der Zeit um 1910 so gut wie nichts erhalten ist, in St. Louis steht noch etwas mehr. Aber das wird in vielen amerikanischen Städten zumindest bis in die 60er so gewesen sein. Was nichts mehr nutzte und ökonomischer zu ersetzen war, kam weg.




      6) Jetzt schauen wir von der Downtown in Richtung Osten und schon es hellt sich deutlich auf.




      7) Dies ist das Jackson Building (1923-24, 43m) in Neo-Gotik, der erste Skyscraper im westlichen North Carolina.




      8) Zwischendurch haben wir die hiesige Polizeistation in Art Deco.




      9) Endlich stehen wir vor dem Buncombe County Courthouse (1927-29) und der City Hall (1926-28), die vor Ort leider eingerüstet war.




      10) Gemeinfreie Postkarte.

    • 11) Gemeinfreie Postkarte.




      12) Jetzt sind wir im Broadway nördlich unseres Ausgangspunktes. Wunderbar. Hier hat sich der Zustand der Stadt um 1900 erhalten.




      13) Dass die USA aktuell das Land der Kleinbrauereien sind, hatte ich schon in meinem Annapolis-Beitrag geschrieben. Anyway, zum Biertrinken sind wir in Asheville an einem Wochentag Vormittag nicht gekommen.




      14) Am Ende der Haywood Street wären wir zur die Basilica of St. Lawrence in Spanish Baroque Revival gekommen (1905-08). Kirchen dieser Art sind in den USA äußerst selten




      15) Darüber hinaus bietet die Gegend um die Haywood Street ein tadelloses Bild mit vielen Art-Deco-Gebäuden.




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      18) Es gibt auch ein lokales Flatiron-Building, 1925 im Beaux-Arts-Stil von einem Architekten namens Albert C. Wirth.




      19) Die Grove Arcade wurde gebaut bis 1929 als eine der letzten klassischen US-Shopping-Arkaden. Leider waren wir nicht drin.




      20) Gemeinfreie Postkarte

    • 21) Offenbar wollte der Initiator der Grove Arcade, ein Edwin Wiley Grove, in unmittelbarer Nachbarschaft seiner Arcade auch noch einen Wolkenkratzer bauen. Sein Tod 1927 verhinderte dieses Vorhaben.




      22) Ich finde es immer noch verblüffend, wie gut man sich mit moderner Technik auch auf entlegene Reiseziele vorbereiten kann. Ich wusste genau, dass ich hinter der nächsten Ecke vor dieser Tankstelle in Art Deco stehen würde.




      23) Letzte Höhepunkte der Downtown waren dann das Drhumor Building in Romanesque Revival (1895) und …




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      25) … die S&W Cafeteria in Art Deco. Wieso bin ich hier nicht reingelaufen?




      26) Etwas südlich der Downtown hatten wir dann noch das relativ bekannte Biltmore Estate angesteuert, einen der in den nordöstlichen USA verteilten Herrensitze der Vanderbilt-Dynastie. Gebaut hatte das Biltmore Estate ein Richard Morris Hunt, um 1870 ein Star der New Yorker Architektur-Szene, von dessen Werken in New York allerdings nicht viele erhalten blieben. In jedem Fall werden im Biltmore Estate verschiedene Loire-Schlösser zitiert, der Treppenturm wurde laut Wikipedia dem Chateau de Blois entnommen. Mit dem Biltmore Estate begründete Hunt einen eigenen Baustil „Chateauesque“. Besucht hatten wir das Schloss nicht mehr, der Eintritt war ziemlich teuer. Und wir könnten uns ja europäische Schlösser zum Glück auch im Original anschauen. Die beiden Bilder waren in Wikipedia als public domain ausgewiesen. Das war’s aus Asheville, North Carolina.




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