• Moderationshinweis (Steinbloß): Ich habe mir erlaubt, anlässlich der Diskussion zum Haus Brückstraße/Dimmerstraße einen eigenen Strang zu Wesels allgemeinem Baugeschehen exklusive dem Rathaus zu erstellen, um die Übersicht zu wahren. Die entsprechenden Beiträge wurden hier her verschoben.


    Zur Diskussion bezüglich des Rathauses siehe hier!

    Umbau am Haus Brückstraße/Dimmerstraße


    An der äußeren Ecke des Marktplatzes (Brückstraße / Dimmerstraße ) wird aktuell ein Haus aus den 1950er-Jahren umgebaut. Das Ergebnis wird die direkte Umgebung sicher aufwerten. - Augenscheinlich wird dabei der nette Erker am Nachbarhaus leider verschwinden.


    VORHER


    NACHHER

  • Ich sehe es als klare Verbesserung, auch wenn der Erker weicht. Die Giebel und der Materialmix stimmen zuversichtlich. Allein schon die Abgrenzung eines richtigen Sockels ist schon enorm lobenswert, da dies heute kaum noch stattfindet.


    Allerdings wäre es besser, richtige Fensterkreuze einzusetzen, auch wenn die Formate so blieben. Und ich würde den Komplex farblich dreiteilen.

  • (...) Und ich würde den Komplex farblich dreiteilen.



    Ganz genau! Ich bin auch ein Freund von Fassadenfarbe und vertrete die Meinung, daß allein schon der richtige Anstrich das Erscheinungsbild so mancher Stadt eindeutig verbessern könnte. Zu viele Gebäuderiegel werden durch eine einheitliche Farbgebung sehr langweilig.


    Zum Beispiel würde ich die Häuser rechts und links des Weseler Rathauses ebenso unterschiedlich streichen. Dezentes Gelb, Blau, Rot, oder Grün. Das würde enorm helfen und auflockern. Glücklicherweise kann man die Fassadenfarbe sehr leicht ändern. Für die Zukunft.

  • Das Gebäude hat einen postmodernen Touch, wie aus den 80ern


    Und? Die Postmoderne hat viel Interessanteres hervorgebracht als ein Großteil der seit den 2000ern dominierenden öden Kistenkasten-Standardmoderne.


    Aus meiner Sicht eine Zeit des Aufatmens gegenüber dem grausamen vorigen Betonbrutalismus und ein klarer Fingerzeig in Richtung neue klassische Architektur. Davon kann auch eine totalzerstörte Stadt wie Wesel nur profitieren. https://en.wikipedia.org/wiki/…f_postmodern_architecture

  • Deutliche Verbesserung. So könnte man in Deutschland unendlich oft verfahren und die Städte würden sehr viel besser aussehen.

  • Mir ist es auch zu monströs.Gerade bei der Steilvorlage durch das Rathaus hätte ich mir etwas Kleinteiligeres vorgestellt.

  • Wenn diese Häuschen schon "monströs" sind, möchte ich mal hören, was Du zu den zahlreichen Großapartmentblocks und Einkaufszentren im Land zu sagen hast. Mönströser, am monströsesten, absolut und total am monströsesten...?

  • Der Neubau ist sicher eine Verbesserung, aber der originelle Erker am kleineren Altbau sollte abgebaut werden und müßte am Neubau einen neuen Platz finden.
    Wenn der Große Markt sich in dieser Richtung weiterentwickelt, wäre das schon eine große Verbesserung. Vor allem der Bau gegenüber von diesem Neubau, das Bankgebäude(?) mit den Balkonen, ist doch ziemlich häßlich. Wer weiß, was die Zukunft für den Großen Markt auch jenseits heutiger Vorschlägen noch an Positivem bringen wird.

  • Ist Euch etwas bekannt zum Stand der Rekonstruktion des Wilhelm I Denkmals in Wesel, das ja relativ gut in Fragmenten erhalten ist?


    Streitfrage war auch noch ob es drinnen ins Preußenmuseum gehört oder an einen öffentlichen Ort. Die Sozialdemokraten fürchteten eine "Würdigung" im letzteren Falle.

  • Anhand dieses Beispiels sieht man wie kulturell verkommen die heutige deutsche Politikergesellschaft ist :kopfwand: Man darf natürlich das Kaiserdenkmal nicht mehr aufstellen, da es nicht “zeitgemäß“ sei! Sowas ist nur in Deutschland möglich. In anderen Ländern wie zb in Frankreich pflegen sie ihre alten Denkmäler und wären stolz auf ihre alten Herrscher wie z.B. Napoleon. Ich bin mir sicher, dass die Franzosen ein zerstörtes Napoleondenkmal sofort wieder aufgebaut hätten vielleicht sogar in verschönerter Form!

  • Nein dass nicht aber in seiner Regierungszeit wurde das Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie kurz Sozialistengesetze erlassen. Wen wundert dann noch die ablehnende Haltung nach über 138 Jahren... :schockiert:
    Viel wichtiger als die Meinung der SPD ist in einer Demokratie die Meinung der Bürger von Wesel!

  • Eine hervorragend gestaltete Seite anlässlich des 775-jährigen Stadtjubiläums in diesem Jahr, welche viele aktuelle undhistorische Informationen zur Stadtgeschichte bereitstellt. Ein besonderer Hinweis gilt dem interessanten, etwa 40-minütigen Filmbeitrag.


    Zeitreise Wesel

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • @"Tübinger"


    Eines der Bilder in Deinem Link zeigt einen Blick über die zerstörte Stadt. Der Bildtitel lautet: "Blick vom Turm des Gymnasiums (heute Amtsgericht) über den Grafenring".


    Dieses Gebäude müsste also den Bombenkrieg überstanden haben. Ich habe mal geschaut. Dieses Amtsgericht existiert noch. Somit ein weiteres Vorkriegsgebäude in Wesels Innenstadt.


    https://goo.gl/images/9RJWXP


    Hier eine Bildergalerie von außen und innen. Es sind noch viele schöne Schmuckdetails erhalten:
    http://www.ag-wesel.nrw.de/beh…bilder_gebaeude/index.php

  • Eine Frage, welche mich schon länger beschäftigt: Warum diese Heftigkeit der Zerstörungen seitens der Alliierten gegenüber Kleinstädten wie Wesel, Coesfeld oder Dülmen? Das obige Bild ist beinahe apokalyptisch, solche Ansichten kennt man sonst nur vom Mond oder Mars. Diese hatten (im Fall von Coesfeld bspw.) doch praktisch keinerlei strategische Bedeutung. Dazu waren sie auch aus architektonischer Sicht eher unbedeutend.

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.