Washington DC (Galerie)

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    • Washington DC (Galerie)

      Washington DC



      So nach langer Pause ohne Postings möchte ich euch meine Bilder der US-Hauptstadt zeigen und vielleicht einen Eindruck über diese Stadt geben. Die Bilder stammen vom Juni 2014.

      Washington DC wurde 1790 gegründet und sollte nach den Idealen der amerikanischen Gründungsväter die ideale Hauptstadt mit klarem Bezug und auch Abgrenzung zum europäischem Städtebau werden. Beauftragt wurde für die Planstadt der Franzose Pierre L'Enfant, wofür unter anderem Städte wie Karlsruhe als Vorbild dienten. Zu den ersten Gebäuden zählten dadurch dann auch solche wie das Weiße Haus oder das Capitol Building.

      Doch hier nun die Bilder.

      Wir beginnen den Rundgang in unmittelbarer Nähe zum Thomas Jefferson Building vor dem unterirdischen Visitor Center des Capitol Buildings, welches als Vorbild für eines des Reichstagsgebäudes gilt.





      Das Besuchercenter von innen:



      Die Krypta, die ursprünglich als Bestattungsort für George Washington galt.


      In der centralen Rotunda


      Die riesige Verehrung George Washingtons als Gründervater und erster Präsident der USA wird besonders hier durch das Kuppelfresko "Apotheosis of Washington", also "Der Aufstieg Washingtons zu Gott" deutlich.


      Einer der Nebenräume, die "National Statuary Hall"


      Durch einen Tunnel gelangt man nun direkt zum Thomas Jefferson Building der National Library of Congress.
      Das Treppenhaus bzw. Eingangshalle. Erbaut 1890-1897



      Von dort an der Rückseite des Capitols vorbei...

      c
      ...zur Vorderseite. Das Capitol wurde zwischen 1793 bis 1823 erbaut und von 1851 bis 1863 erweitert.
      1814 wurde es im Bau befindlich von britischen Truppen während des Britisch-Amerikanischem Krieges in Brand
      gesetzt. Verglichen mit anderen Gebäuden ist es dadurch ein "über die Zeit gewachsenes" Gebäude, und damit
      doch recht selten.



      Von dort aus gehts weiter mit Blick über die "National Mall"...


      ...in Richtung National Archives, in denen die Unabhängigkeitserklärung, die Verfassung und die Bill of Rights ausgestellt sind.








      Das Hauptgebäude der Archives, erbaut 1935.








      Nun quer durch das sogenannte "Federal Triangle", in dem alle Gebäude Behörden gehören. Die meisten Gebäude stammen aus den 30ern.





      Von hier gelangen wir direkt vor das Lincoln Memorial mit dem eindrucksvollen Blick über die National Mall mit ihren Reflektionspools hin zum Washington Monument.


      Der Ort einer der berühmtesten Reden der Welt...


      Das Lincoln Memorial, erbaut 1912-1922


      In Richtung Washington Monument...


      Blick auf das National World War II Memorial, eingeweiht 2004


      Als letztes das Washington Monument, 1848-1884.
      Die lange Bauzeit kam unter anderem durch eine Baupause während des Amerikanischem Bürgerkrieges zustande.
      Jahrelang stand dadurch nur der Stumpf des Obelisken. Mit neuen Baumaterialen ging es weiter, wodurch man den
      Unterschied zwischen unterem und oberen Bau an der Farbe deutlich sieht.
      Nach Fertigstellung übertrumpfte es den Kölner Dom als höchstes Gebäude der Welt und ist seitdem auch der
      größte Obelisk der je gebaut wurde.




      Ich hoffe euch hat die Tour gefallen und mich würde eure Meinung zu Washington DC interessieren. Ihr habt mit Sicherheit das Fehlen vom Weißen Haus und anderen Gebäuden gemerkt. Leider sind mir einige Bilder abhanden gekommen. Darüber hinaus gibt es aber noch viel mehr von dieser Stadt zu sehen.

      Ich war bei meinem Besuch schon sehr positiv von der US Hauptstadt überrascht.
    • Schade, daß die Galerie so klein ist, aber vielen Dank dafür.
      Sollte ichs einmal über den großen Teich schaffen, ist Washington definitiv auch einer der Orte, die ich mir ansehen möchte.
      Ein wenig stelle ich mir Washington immer als amerikanisches Paris vor...eine monumentale aber sicher auch städtebaulich etwas monotone Stadt...
      ...auch lassen sich Ähnlichkeiten zu Germania erkennen...
      "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski
    • Danke für die Bilder.

      So beeindruckend die Gebäude auch sind, ich stell´ mir die Stadt ebenfalls ziemlich fad vor. Ich weiß nicht, ob ich falsch liege, aber bei so viel monumentalem wie monotonem Klassizismus, derart weitläufigen Straßen- und Platzanlagen und relativ unkreativen Architekten kann ich mir nicht vorstellen, dass viel städtebauliche Spannung, oder wie man es nennen mag, aufkommen kann. Hattest du auch diesen Eindruck?

      Abgesehen davon interessant, dass man in den 30ern noch immer derart strenge, historisierende Gebäude bevorzugte.
    • Ich war auch noch nicht da, das mit der monumentalen Monotonie haben mir aber meine Eltern bzw. mein Bruder bestätigt. Das ist alles sehr beeindruckend, für mich hat das aber immer auch so ein bißchen von Germania. Außerhalb des Regierungsviertels wirkt die Stadt ganz anders und viel angenehmer. Diesen monumentalen Charakter erhielt die Stadt allerdings erst seit der Zeit nach dem 1. Weltkrieg, da wurde beispielsweise das Federal Triangel errichtet
      de.wikipedia.org/wiki/Federal_Triangle
      static.panoramio.com/photos/large/31304938.jpg
      dctourguideonline.com/wp-conte…1/10/Federal-Triangle.jpg
      farm2.staticflickr.com/1168/5182993187_276766f2cb_o.jpg
      bis heute unvollendet, auch die Post Office sollte dem weichen:
      upload.wikimedia.org/wikipedia…uilding_Washington_DC.JPG
      und die wunderschöne Parklandschaft der Mall nach dem McMillan-Plan in dies Aufmarschpiste verwandelt.
      en.wikipedia.org/wiki/McMillan_Plan
      Derlei stand damals überall auf der Welt unabhängig von der politischen Gesinnung hoch im Kurs.
      ein interessanter Aspekt ist, dass in Washington kein Gebäude das Capitol überragen darf, weshalb die Stadt auch keine typisch amerikanische Skyline besitzt.
      Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.
    • Bemerkenswert finde ich auch die Washington National Cathedral. Diese neogotische Großkirche wurde erst 1990 vollendet, da sie aus privaten Spenden finanziert werden mußte und gibt der Washingtoner US-Mythologie eine geistliche Dimension. Interessanterweise steht sie weit außerhalb des Zentrums, sozusgen "vor den Toren der Stadt"...warum wurde dieser abgelegne Standort gewählt? Um eine klare Trennung von Staat und Kirche zu symbolisieren? Oder ist es nur die Fortführung der angelsächsischen Tradition der großen Kathedralen auf grüner Wiese?

      Freie Bilder aus Commons:











      "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski

      The post was edited 3 times, last by Kaoru ().

    • Die Kathedrale ist wirklich interessant, vor allem, dass der Plan seit Baubeginn durchgezogen und nie überarbeitet oder modernisiert wurde.
      Ganz spurlos ist die Zeit aber nicht vorbeigegangen, denn offensichtlich zeigen Steinmetze an Kathedralen noch immer wie im Mittelalter einen recht bizarren Humor:
      i.imgur.com/ZFBgB.jpg
      cathedral.org/images/large/DarthVader1.jpg

      Hier kann man sich alle 112 (!) Gargoyles, Wasserspeier anschauen, viel Spaß

      dcmemorials.com/Groups_NationalCathedralGargoyles_All.htm
      Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

      The post was edited 2 times, last by Pfälzer Bub ().

    • Pfälzer Bub wrote:

      Die Kathedrale ist wirklich interessant, vor allem, dass der Plan seit Baubeginn durchgezogen und nie überarbeitet oder modernisiert wurde.


      Das wäre der Cathedral of Saint John the Divine in New York auch nur zu wünschen...wenn sie denn je fertig wird (und mit 180 Metern Länge wird, bzw. ist sie schon ein beeindruckender Bau)
      "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski
    • Danke euch, dass es gefällt

      Ja in der Tat kommt Washington schon sehr sehr monumentalistisch rüber. Und erinnert dabei in Teilen schon wirklich an die Pläne für Germania.

      Vor allem was diesen zum Teil schon echt recht langweiligen Einheitsstil der Bundesgebäude von Ministerien, Behörden unw. angeht.
      Die sehen alle gleich aus, und dann auch noch für meinen Architekturgeschmack viel zu pseudoeuropäisch. Hauptsache es wird vor jede Facade 2-3 Portikusgiebel (?) angebracht.
      Aber dennoch wirkt es sehr beeindruckend und zeugt definitiv von der Stärke. Eindruck durch Repräsentation.

      Dazu kommt allerdings auch der typisch amerikanische Kitsch. den Vogel dabei hat dieses Gebäude bzw dessen Anbau des Willard Hotels in der Nähe des Weißen Hauses am Pershing Park abgeschossen:
      i.factmonster.com/images/willard-hotel.jpg
      64.130.28.114/images/center-willard-exterior-lg.jpg
    • Auch sehr interessant sind die weiteren Bereiche der Stadt, die ich leider nicht mehr als Bilder verfügbar hatte.

      Darunter vor allem auch die National Cathedral. Die unbedingt besuchen wollte, es aber leider zeitlich nicht geschafft habe.

      - Das Ford Theater, in dem Lincoln erschossen wurde
      fda-online.com/uploads/352Fords_1.jpg
      nichedatafactory.com/wp-conten…2/08/DC_Fords_Theatre.jpg

      -das Jefferson Memorial und die Gegend darum des "Tidal Basin"
      api.ning.com/files/2hSanvg5o6a…fersonmemorialpicture.jpg
      thumbs.dreamstime.com/z/washin…orial-spring-23026715.jpg

      - Supreme Council, 33°, Scottish Rit, Sitz der Freimaurer in DC
      jaunted.com/files/15271/Masons_Temple.jpg

      -washington freemason monument in Alexandria. Ausserhalb und damit schon in Virginia
      lh6.ggpht.com/_Mq5qyAsSNIQ/SuJ…%20Masonic%20Memorial.jpg
    • Pfälzer Bub wrote:

      Derlei stand damals überall auf der Welt unabhängig von der politischen Gesinnung hoch im Kurs.
      So ist es. Im Blick auf Europa empfehle ich das Buch des italienischen Kunsthistorikers Franco Borsi "Die Monumentale Ordnung - Architektur in Europa 1929-39". Vor der im 20. Jahrhundert ziemlich hemmungslos entwickelten Monumentalität von Washington - und spiegelbildlich dazu derjenigen von Moskau - erscheint etwa die Berliner Neue Reichskanzlei als hinreichend zivilisierter Bau, der sich - unzerstört - durchaus in die Maßstäblichkeit des Berliner Regierungsviertels eingefügt hätte. Aus deutscher Perspektive und aus einer Bewusstseinslage heraus, die sich in entsetzlichen Katastrophen und Umbrüchen herangebildet hat, erscheint das amerikanische Bekenntnis zur Monumentalität als Ausfluss einer geradezu beneidenswerten Naivität.
    • Allerdings ist die Leere des Stadtzentrums nicht besonders gewinnend. Das Attribut "leer" scheint mir für Watschingen noch charakteristischer und angebracht zu sein als "monumental".
      Der Teich oder was es auc ist erinnert an ähnliche Entwürfe für das Berliner Marienviertel. Das hat mir solange gefallen, bis wer von euch geschrieben hat: das wäre die endgültige Besiegelung der Auslöschung.Das hat mich überzeugt. Gleich a priori nichts anderes in den Stadtraum zu stellen, vermag mich daher auch nicht zu überzeugen.
      Ich muss sagen, dass einige der von Erpel präsentierten US-Städte wie Cleveland mir viel besser gefallen haben.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Die eigentliche Altstadt von Washington D.C ist Georgetown - die Stadt ist altere als DC und steht heute unter Denkmalschutz. Ich mag persohnlich Georgetown - kein Prag aber fur amerikanische Verhaltnisse besser als die meisten. Und ohne grosse Brachflecken...

      washington.org/sites/default/f…_Hawkes.jpg?itok=FIdXMEWW


      en.wikipedia.org/wiki/Georgetown_%28Washington,_D.C.%29


      Old house
      en.wikipedia.org/wiki/Georgeto…e:The_Old_Stone_House.jpg


      Kanal
      upload.wikimedia.org/wikipedia…eorgetown_C%26O_Canal.jpg
    • Johan wrote:

      Aber so schleicht ist es auch nicht - ich mag persohnlich die koloniale Stil von die Wohnvierteln in Georgetown.

      upload.wikimedia.org/wikipedia…9/Georgetown_p_street.jpg

      localdc.com/ot/cobblestone.jpg

      americanthings.files.wordpress…n-webshots-storliet11.jpg

      Ist fur mich sehr ansprechend zum wohnen.
      Hmm, eine doch recht interessante Mischung aus britische, niederländische, französische und preußische einflüsse!

      The post was edited 1 time, last by Niederländer ().

    • Danke für die Bilder aus „DC“. Auch wenn es nicht so ganz viele Bilder auch ausschließlich aus dem Mall-Bereich sind, gelingt es Dir (adanac93), einen Eindruck von der Stadt zu vermitteln.

      Ich war vor 1,5 Jahren in Washington, wollte hier auch schon Bilder einstellen, habe es aber nicht geschafft, vielleicht lege ich noch irgendwann ein paar Bilder nach. Washington ist von seiner Architektur her hochinteressant, der hier vertretenen Meinung, es wären „relativ unkreative Architekten“ am Werk gewesen, kann ich mich nicht anschließen, sehen wir doch mit Cass Gilbert, John Russell Pope oder Daniel Burnham u.a. absolut die Creme de la Creme der US-Architekten um 1900.

      Dabei ist Washington für das Auge des Europäers relativ angenehm, es gibt aufgrund einer Restriktion keine sonst US-typischen Wolkenkratzer. Ganz grob würde ich auch sagen, dass ich keine allzu großen Bausünden in der Innenstadt von Washington gesehen habe. Selbst die (wenigen) Brutalismus-Bauten passen ins Bild. Angenehm für manchen Betrachter wird auch sein, dass wir vor Ort relativ wenige Fastfood-Ketten und Schnaps- oder Souvenirläden finden, da scheinen die Stadtväter schon auf das Erscheinungsbild der Hauptstadt zu achten. Verwunderlich war allerdings zu sehen, dass etwa im Park um dem McPherson Square, fast in Sichtweite des Weißen Hauses, umgeben von den teuersten Hotels, jede Nacht jede (!) Parkbank von Obdachlosen belegt war.

      Den hier gezogenen Vergleich zur geplanten Welthauptstadt Germania finde ich treffend, darauf war ich noch nicht gekommen. Das muss das natürliche Ziel des größten Architekten aller Zeiten gewesen sein, die Hauptstadt der USA zu toppen.

      Erwähnen möchte ich auch noch das schlechte Nahverkehrsnetz in Washington. Es gibt wenige Subway-Linien und darüber hinaus lose Busverbindungen. Wir hatten ein Hotel relativ nah am weißen Haus, etwa zum Lincoln-Mausoleum gibt es keine öffentlichen Verkehrsmittel, wir sind irre Strecken zu Fuß gelaufen.

      Darüber hinaus kann ich den Großraum Washington als Reiseziel für Architekturfreunde unbegrenzt empfehlen. Wir haben jetzt hier im Forum Washington, Baltimore und Annapolis gesehen, diese Städte wären, wenn es sein muss, mit dem Fahrrad zu bereisen. Wir sehen Protz, den Kampf einer eigentlich sehenswerten Stadt gegen Verfall und Drogen und mit Annapolis ein Kleinstadt-Idyll. Mehr Abwechslung geht nicht.
    • Ich mag personlich die Nordamerikanische Kolonialarchitektur (eigentlich nur die Ostkuste bis New Orleans) ausgesprochen gut. Wahrscheinlich weil die Ostkuste hat schon einige Gebaude von 1800 - 1900 Jahrhundert. Man sieht schon die Wurzeln in Georgian (englische Klasssizismus) Epoche aber die nordamerikanische Pendant ist nach mein Geschmack ein bisschen gemutlicher. Es ist eigentlich unerwartet dass Washington DC (oder Georgetown_ esitzt lange Strassenzugen mit Kolonialgebauten.

      Schaut mal einfach beim google streetview. Praktische alle Strassen nordlich von Main Street besitzt fast luckenlos (mit ein paar ausnahme) historische Reihenhauser.

      google.co.uk/maps/place/George…94d649:0x4298822336a2e4f4


      Die Stil gibt es nicht nur in Georgetown/Annapolis aber auch in Alexandria, VA, Ich finde es wieder sehr ansprechend

      goodmanrealtors.com/wp-content…own-alexandria.jpg?1dbe78


      40.media.tumblr.com/tumblr_lxqvsdxoxN1r8wpupo1_500.jpg


      homehappygroup.com/assets/blog…641f610c6d34e7e0b55c7.jpg


      worlds.ru//photo/usa_220920092242_4.jpg



      Die Museumstadt Williamsburg, Fredricksburg (VA) oder die sehr gut erhaltene new castle, Delaware sind beispiele von diese angenehme Stil.
      chriscashman.com/uploads/0c555…stle%20from%20battery.jpg