Passau

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    • Exerzierplatz


      Ich möchte an dieser Stelle über ein höchst umstrittenes Bauprojekt im meiner Unistadt berichten. Nur aufgrund einer enormen Propaganda der ortsansässigen Presse konnten die Planungen für eine Bebauung des Passauer Exerzierplatzes durchgedrückt werden. In einem Bürgerentscheid mit 51% zu 49%, wobei die Leute in der Innenstadt, die damit in Zukunft leben müssen, mehrheitlich dagegen gestimmt haben, konnte OB Zankl zusammen mit der ECE über die Vernunft obsiegen. Der Altstadt wird damit wirtschaftlich der Garaus gemacht.

      Die sogenannte "Neue Mitte" ist überdimensioniert und hat die übliche Kreativität banaler Shopping-Malls. Sogar ein
      Hochhaus ist geplant.

      Einziger positiver Nebeneffekt. Nach dem Abriß der Nibelungenhalle kommt nun auch das extrem häßliche Parkhaus weg. Dessen Abriß habe ich in ein paar Bildern dokumentiert. Aber wehe, wehe, wenn ich an die Neubebauung denke...


      Ein riesiger leerer Parkplatz. Platz für Scheußlichkeiten.


      Der Dom ahnt noch nichts.


      Dabei können die Flächen in der angrenzenden Nibelungenpassage auch nur mit Mühe vermietet werden. Übrigens, die verschiedenen Blautöne sollen meines Wissens die drei Flüsse Passaus symbolisieren. :gehtsnoch:


      Auf der gegenüberliegenden Seite liegt der Eingangstorbogen zur Uni.


      Rechts schiebt sich das Universitätsgebäude ins Bild.


      Die Veste Oberhaus thront über der Stadt. Im Vordergund die Barbarakapelle, die vor dem Abriß der Nibelungenhalle nicht zu erkennen war. Nach Beendigung der Bauarbeiten wird dieser Anblick passé sein.


      Der Dom, noch einmal aus der Nähe.



      Weitere Informationen unter:

      massvolle-neue-mitte.de
    • danke für bilder und info.
      ece steht ja auch für stadtzerstörung. die und ihre gigantomanie. selten, dass dabei malk was halbwegs erträgliches bei rauskommt.

      die drei farben ist halt typische modernisten-dumpfbacken-symbolik auf dem niveau eines kleinkindes. was ist denn eigtnlich das für ein hässliches betongebäude neben dem parkaus mit diesem lustig-gruseligem betonerker?

      wenn solcherlei sinnlosen großprojekte eine neue mitte sein sollen, dann wäre mir ein hübscher park an der stelle viel lieber.
      flächenmangel habt ihr ja da unten bestimmt nicht, oder?
      Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
      Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
      Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.
    • Etwas Aktuelles zum Thema:

      NEUE MITTE

      Kapfingerturm kriegt helle Steinfassade wie der Dom

      In einem Konferenzraum der Passauer Grundstücksgesellschaft (GGP) bekommt die Neue Mitte langsam ein Gesicht. Gestaltungsbeirat nennt sich das hier tagende Gremium - es trifft sich monatlich fast ein bisschen im Verborgenen: Nur eine Handvoll Stadträte und die Herren der Verwaltung waren da, als die Architekten und Bauherren der Investoren ihre Baupläne und Computerbilder vorstellten.

      Kapfinger-Turm: Er wird mit mehr als 38 Meter doch ein bisschen höher als angekündigt. "Etwas solides, aber nichts hervorragendes", sagt Beobachter Fritz Brunner vom Forum Passau.

      Der Architekt des Turmes ist Klaus Kehrbaum (45) mit Büro in Augsburg. Er engagiert sich als Vorstand des Kunsthauses Kaufbeuren, wurde in Schwaben für seine Schulbauten prämiert und zeichnet verantwortlich für die mehr als 150 Dehner-Gartencenter in Deutschland und Österreich.

      Die Passauer Hochhausfassade soll, da ist man sich einig, nicht mit Beton, Glas oder Alu, sondern mit hellem Naturstein verkleidet werden. Ein Erscheinungsbild ähnlich dem Passauer Dom, hieß es. Dessen Kuppelspitze misst übrigens 69 Meter.

      Nibelungenpassage: "Dieser Erweiterungsbau ist ein hässlicher Glaskasten", ärgert sich der Grünen- Stadtrat Karl Synek. Die Konstruktion ist gewaltig, so hoch wie der First des Gasthauses "Bayerischer Löwe" und könnte laut Kritiker die Wirkung des dort mit Bäumen geplanten hübschen kleinen Platzes zerstören.

      ECE: Hier wird das grüne Schuhhaus "Resch" am Beginn der Bahnhofstraße, ein denkmalgeschützter Bau aus der Jahrhundertwende, zum Zankapfel. Für Denkmalschützer wie Dr. Mattias Üblacker ist das Gebäude unantastbar, für die ECE-Architekten ein Dorn im Auge: Es steht bei der Planung des 14 Meter breiten Center-Ausgangs Richtung Fußgängerzone im Weg. Das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen.

      Im zweiten Teil der Sitzung mussten auch die die Stadträte draußen bleiben – Öffentlichkeit nicht erwünscht. Die Optik des Turmes, offenbar ein brisantes Thema, wurde hier noch einmal von den Experten diskutiert.

      Sollen die Fenster streng in Reih und Glied oder locker versetzt angeordnet werden? Während ein wichtiger Wortführer im Beirat, der Münchner Architekt Professor Dr. Ferdinand Starcke, sich für die moderne, asymmetrische Variante aussprach, sind der Investor und Denkmalpfleger eher für die traditionelle, ruhigere Form.

      "Die Fassadengestaltung wird noch einmal überarbeitet. Mitte Februar werden wir die endgültigen Entwürfe vorstellen", sagte Kapfinger-Sprecher Rudi Ramelsberger.

      Quelle: Medienagentur Denk


      Das ist typisch, der Turm wird höher als geplant. Man hatte vorher noch mit dem "erniedrigten" Turm um die Zustimmung der Passauer besonders durch die Passauer Neue Presse geworben. Die endgültigen Entwürfe werden dann vorgestellt, wenn keiner mehr Einspruchsmöglichkeiten hat.
      Werde demnächst das Haus knipsen, an das die ECE mit der Spitzhacke will. :schlaechter:

      @Antiquitus
      Flächenmangel haben wir keinen und bevor die Autos Einzug hielten, war vor der Nibelungenhalle auch ein kleiner Park angelegt. Das ist ja auch das Argument der "Stadtväter". Wenn wir jetzt nicht bauen, haben wir keine Argumente mehr, Einkaufszentren vor den Toren Passaus auf der Grünen Wiese zu verhindern. Dann lieber die Kaufkraft ins Zentrum holen. Davon soll dann auch die Altstadt profitieren. Es ist mir allerdings schleierhaft, wer noch die Geschäfte in der Altstadt abklappern sollte, wenn man in der Mall alles an einem Platz hat. Das sind dann Überkapazitäten, wodurch der Einzelhändler, der sich die hohen Mieten in der Mall nicht leisten kann, in den Ruin getrieben wird. Ach ja, aber 1000 Arbeitsplätze sollen entstehen. Wer`s glaubt ...
      Der Bunker rechts auf den obigen Bildern ist unsere Universitätsbuchhandlung Pustet. Man beachte diese ehrwürdige Patina auf dem Sichtbeton. 8)



      Die Nibelungenhalle lag genau vor dem jetzt abgerissenen Parkhaus.


      In der Mitte des Bildes liegt der Exerzierplatz oder auf neudeutsch die "Neue Mitte".

      flashgun.de/planetgallery.php?plgallery_nr=52
    • "Philipp" wrote:


      ECE: Hier wird das grüne Schuhhaus "Resch" am Beginn der Bahnhofstraße, ein denkmalgeschützter Bau aus der Jahrhundertwende, zum Zankapfel. Für Denkmalschützer wie Dr. Mattias Üblacker ist das Gebäude unantastbar, für die ECE-Architekten ein Dorn im Auge: Es steht bei der Planung des 14 Meter breiten Center-Ausgangs Richtung Fußgängerzone im Weg. Das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen.


      Bei sowas krieg ich echt das kotzen... ist in Essen genau dasselbe. Statt mit Nachhaltigkeit zu bauen soll alles dem reinen Profit weichen. Hoffentlich geht ECE ganz, ganz schnell pleite und die Menschen fangen an, Einkaufszentren zu meiden. Nur sind diese vermutlich in vielen Städten einladener als die Innenstädte weil man dort früher nur nach Profit gebaut hat.
      Und ein 38-Meter-Turm in Passau finde ich auch inakzeptabel!
    • "Ach ja, aber 1000 Arbeitsplätze sollen entstehen."

      auch hier: entweder hirnlos oder verlogen.
      jedem muss doch klar sein, dass die leute nicht mehr geld haben oder ausgeben, nur weil eine neue mall gebaut wird. die rechnung ist doch einfach: wenn dort 1000 arbeitsplätze entstehen, gehen sie anderswo verloren. da der personaleinsatz bei kleineren geschäften höher ist, kann man gerne auch davon ausgehen, dass für die 1000 neue arbeitsplätze im center 1500 arbeitsplätze in der altstadt und andernorts verloren gehen.
      verkommene welt.
      Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
      Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
      Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.
    • Schuhhaus Resch

      Hier soll der zukünftige Eingang des "ECE-Einkaufsparadieses" liegen. Gegen einen Abriß der Hypo-Vereinsbank ist auch nichts zu sagen, aber desgleichen beim Schuhhaus Resch ist völlig inakzeptabel.






      Auf der anderen Seite der Gasthof Bayerischer Löwe. Im Hintergrund liegt der Exerzierplatz.




      In derselben Straße liegt auch dieses prachtvolle Gebäude.

    • Das Schuhhaus Resch ist ja wirklich ein wunderschönes Haus, besonders der Erker mit der Haube. Sehr maßvoll und stilvoll. Die Passauer müssen verrückt geworden sein, wenn sie das abreissen lassen. Ich bin mit Sicherheit nicht der einzige, der Passau für die schönste niederbayerische Stadt hält. Dass hier sowas möglich ist, ist einfach nur schrecklich. Wenn es hier demnächst eine Gegendemonstration geben sollte, wäre ich dabei.
    • @Antiquitus

      Nichts genaues weiß man nicht. Die Öffentlichkeit ist von den Verhandlungen zwischen Stadt, Investoren und Denkmalschutz ausgeschlossen. Aber auch die meisten Mitglieder des Stadtrates haben keine Ahnung über den Stand der Dinge. Kungelrunden bei einem Ergebnis von 50,7% für das Bauvorhaben. Das ist wirklich dreist und deswegen befürchte ich das Schlimmste, denn beim Schuhhaus Resch dürfte es für den Denkmalschutz eigentlich keinen Verhandlungsspielraum geben, es sei denn dieser ist inzwischen auch hier völlig sinnentleert.
    • Freyunger Straße 14, Gasthaus zum Felsen (zur Felsenliesl)

      Das Gasthaus Felsenliesl ist bedroht. Zusätzlich zum Verfall kommt noch die Beschädigung durch das diesjährige Hochwasser. Paradox und wie zum Verzweifeln, dass es sich um ein Gebäude der Ilzvorstadt handelt, die für die Hochwasserfreilegung einen großen Teil ihres Althausbestandes verloren hat, nun aber dennoch Hochwasserschäden hinnehmen hat müssen. Die Hochwasserfreilegung der Ilzstadt gilt bekanntlich als äußerst schwerwiegender Eingriff in das Stadtbild. Im Bereich der Oberndorfer Straße wurde etwa 3/4 der Bebauung abgebrochen.

      Kein Wunder, dass die Erhaltung des Gebäudes Prof. Dr. Egon Johannes Greipl ein besonderes Anliegen ist, ist er doch von Passau.

      Ehem. Gasthaus Felsen
      Zweigeschossiger Bau mit Halbwalmdach und Giebellaube, nördlich eingeschossiger Anbau mit Satteldach, 2. Hälfte 18. Jahrhundert; südlich barocker Pavillon, zweigeschossig, mit Mansardwalmdach, 2. Hälfte 18. Jahrhundert
      (de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkm%C3%A4ler_in_Passau)

      regiowiki.pnp.de/index.php/Gasthaus_Zur_Fels%E2%80%99n

      Einen Eindruck von der großartigen topographischen und städtebaulichen Situation geben diese beiden Bilder:
      regiowiki.pnp.de/index.php/Datei:Freyunger_Strasse.jpg
      regiowiki.pnp.de/index.php/Dat…ssau-Freyungerstrasse.jpg

      denkmalnetzbayern.de/index.php…/index/id/17/seite_id/870
    • Gasthaus zum Felsen

      Wobei neben den Jahrhunderthochwässern, die alle paar Jahre mal durchzischen, der tags und nachts vorbeidonnernde Straßenverkehr wohl das größere Übel für das ehemalige Gasthaus darstellt. An beidem wird sich die nächsten Jahr(zehnt)e kaum etwas zum besseren ändern...



      Noch schlimmer ist es auf der Angerstraße zwischen Donau und Donauleiten, wo auch einige Häuser leer stehen, was aufgrund der vierspurigen Stadtautobahn wenig verwundert. Schanzlbrücke mitsamt der u.a. das Schloss Eggendobl verschlingenden überdimensionierten Auffahrtsrampen, die beiden Tunnel zwischen Ober- und Niederhaus, der Straßenverkehr unterhalb der Ilzstadt, das alles ist ähnlich katastrophal wie die ständig wiederkehrenden Hochwässer für die niedriggelegenen Viertel.



      Als Fußgänger ist man auf dieser Angerstraße völlig verloren. Welch Potential dieser Uferabschnitt ohne diesen schrecklichen Straßenverkehr hätte...
      Stoppt SEM Wahnsinn - Für Stadt, Land und Mensch
    • Überdimensioniert würde ich die Auffahrten zur Schanzlbrücke zwar nicht nennen, wenn man sich das Verkehrsaufkommen in der Gegend anschaut (nahezu der gesamte Verkehr vom Wald zur Autobahn/nach Österreich läuft über diese Kreuzung), allerdings gäbe es durchaus bessere Möglichkeiten, das Verkehrsproblem in den Griff zu bekommen, zum Beispiel einen Ausbau des ÖPNV, sowie die Nordtangente, die ihrerseits jedoch auch suboptimal ist, da sie die Landschaft des Unteren Bayerischen Waldes grob durchschneiden würde. Meines Erachtens braucht Passau Seilbahnen, die die Wohnviertel auf den Hügeln mit dem Stadtzentrum im Tal verbinden. Eine Stadtbahnlinie auf den alten Gleisen der Hauzenbergerbahn brächte kaum eine Entlastung, da diese Bahnstrecken leider im Tal liegen, während die Leute am Berg leben.
      Zum Hochwasser kann ich nur sagen, dass die Passauer wissen, womit sie rechnen müssen, und sich auch recht gut darauf eingestellt haben, auch wenn das heurige natürlich Rekordausmaße annahm. Es fehlen leider oberhalb von Passau Retentionsflächen an Inn und Donau (durch Zersiedlung und übertriebene Landwirtschaft), die Ilz trägt eigentlich kaum zum Hochwasser bei.
      Architektur ist immer subjektiv, da sie wie jede andere Kunstform vom Auge des Betrachters abhängt.
    • Durchatmen in Passau: Das Gasthaus "Zum Felsen" in der Ilzstadt ist gerettet. Es wird vom Verein "Fels´n-Freunde Passau" saniert.

      buergerblick.de/report/buerger…r-felsn-a-0000029808.html
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

      Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.
    • Der Turmhelm von St. Nikola wurde in den 1990er Jahren wiederaufgebaut. Der Anblick des zugehörigen ehemaligen Klosters (nun juristische Fakultät) wurde dadurch merklich verändert, zumal von der Innstadt und vom Kloster Hamberg (Schardenberg) aus gesehen. Zwar wurde nicht der im Zuge der Säkularisierung abgebrochene gotische Helm exakt rekonstruiert, aber dennoch war die Maßnahme ein Beleg dafür, wie grundsätzlich positiv die Rückkehr eines für lange Zeit verschwundenen vertikalen Akzentes für ein Stadtbild ist (hier gäbe es insofern eine Parallele zu St. Ansgarii in Bremen).
      Es wäre sehr schön, wenn Mitforisten Hintergrundinformationen zu diesem Projekt hätten, insbesondere zur seinerzeitigen Haltung der lokalen und bayerischen Denkmalpflege.

      Abbildung 01
      Das Kloster um 1723



      Abbildung 02
      Das Kloster vor 1990 - ohne Turmhelm



      Abbildung 03
      Das Kloster nach der Errichtung des Turmhelms