Stuttgart in alten Bildern (Galerie)

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    • Eine Aufnahme vom Schlossplatz, im Hintergrund der Hauptbahnhof. In der Bildmitte am Rand der Platzanlage der alte Königin-Olga-Bau, der im Krieg so schwer beschädigt wurde dass man sich für einen Ersatzbau entschied. Dieser wurde nach Kriegsende von Paul Schmitthenner in traditionellen Formen entworfen und hat den Namen des Vorgängers übernommen. Links im Bild zu sehen das Hotel Marquardt, in dem u.a. Richard Wagner logierte. Heute wird das (erhaltene) Gebäude als Veranstaltungs- und Geschäftshaus genutzt und als "Marquardt-Bau" bezeichnet.

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    • Stuttgarts Altstadt ist bekanntlich im Krieg untergegangen. Alte Fotos geben noch eine Vorstellung von der Idylle der engen Gassen. Auf diesem Bild zu sehen die Schulstraße Richtung Marktplatz. Nach vollständiger Zerstörung 1944 entstand hier in der Nachkriegszeit eine der ersten Fußgängerzonen Deutschlands. Von der heimeligen Gemütlichkeit ist jedoch nichts geblieben.

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    • Dazu ein Zeitungsartikel und einige selbst aufgenommene Fotos. Einen gewissen Reiz will ich der Idee gar nicht absprechen, die Straße in zwei Ebenen für Fußgänger zu erschließen, aber die Ausführung, die Läden (Fast Food und sonstige Ketten) und teilweise auch das Publikum sind nicht wirklich erfreulich (um es mal vorsichtig auszudrücken).
      "O meu amor tem um jeito manso que é só seu Que rouba os meus sentidos, viola os meus ouvidos Com tantos segredos lindos e indecentes" (C. Buarque)
    • Dazu kommt diese provisorische Barackenarchitektur, die selbst einer ehemaligen Altstadt nicht würdig ist. Wie soll man sowas auch wertschätzen? Mag sein, dass nach dem Krieg nicht mehr drin war, aber heute ist der städtebauliche Zustand rund um den Marktplatz einfach nur erbärmlich. Ich warte immer noch drauf, dass mal irgendein Verantwortlicher in Stuttgart sagt: "Hier muss unbedingt etwas Besseres her, so kann es nicht bleiben".
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    • Hallo zusammen,

      ich bin seit mehr als zehn Jahren (mit Unterbrechungen) stiller Mitleser im Forum und habe mich heute entschlossen, mich mal zu registrieren. Es gibt auch einen konkreten Anlass: Ich habe beim Aufräumen meiner Wohnung einige Fotos des alten Stuttgarts gefunden, die ich vor vielen Jahren mal aus dem Stadtarchiv kopiert hatte und die euch interessieren könnten. Die Frage ist allerdings zunächst mal, ob ich die hier überhaupt hochladen darf?

      Viele Grüße

      Scarlatti
    • "Scarlatti", das wird Dir ein Moderator beantworten müssen.

      jeitomanso schrieb:

      Dazu ein Zeitungsartikel und einige selbst aufgenommene Fotos.
      Aber zur Schulstraße möchte ich sagen, dass das für mich eine der hässlichsten und heruntergekommensten Ecken der Stuttgarter Innenstadt ist. Ich habe mir da mal Pommes gekauft. Die Wartezeit dort hat mir bereits gereicht. Nur der Kaufhof-Anbau in der Eberhardstraße und das schreckliche Parkdeck in der Steinstraße haben das noch getoppt. Da helfen nur noch Abrisse oder eine radikale Sanierung, die eine ganz andere Aufenthaltsqualität schafft.
    • Ich bin vor Kurzem mit einem Freund durch die Schulstraße gelaufen. Während wir so vor uns hin gingen sagte ich: "Puh, also ganz ehrlich, das ist für mich die mit Abstand hässlichste Ecke in der an hässlichen Ecken nicht armen Innenstadt."
      Darauf entgegnete er mit einem Satz, der mich zum Nachdenken brachte und seitdem sehe ich die Schulstraße irgendwie mit anderen Augen. Er meinte: "Echt? Also für mich ist das hier die einzige Straße, die noch ein bißchen was von mittelalterlicher Enge hat und die dadurch eigentlich ziemlich faszinierend ist."

      Ich finde die Schulstraße und ihre Bebauung immer noch sagenhaft hässlich, allerdings hatte er damit ein bißchen Recht. Die Straße ist einigermaßen eng, sie ist abschüssig, die Gebäude stellen keine monotonen, einheitlichen Blocks bzw. Klötze dar, die Bebauung steht auf kleinen Parzellen und es ist immer ein geschäftiges Gewusel. Würde man die modernen Gebäude abreißen und altstadttauglich neu bebauen, wäre das sicher die schönste Straße der Innenstadt. Selbst ohne Rekonstruktionen.
    • Was oben zur Schulstraße gesagt wurde, ist sicher alles richtig. Sie ist hässlich, aber auch sehr belebt. Vielleicht auch ein wenig so etwas wie die Stuttgarter Freßgass . . . wenn ich in Stuttgart bin, gönne ich mir hier oft gerne einen saftigen, üppig belegten Leberkäswecken vom Schlemmermayer . . . halleluja! Life is good at the top of the food chain! :biggrin:

      Anschließend aber schnell weiter Richtung Schlossplatz! :wink:
      "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"
    • Blick auf die Anlagen im Schlossgarten 1923. Im Krieg unbeschadet geblieben, wurden zur Bundesgartenschau 1961 sowohl der Rosengarten als auch der ovale Theatersee beseitigt und mit recht viel Beton "zeitgemäß" umgestaltet, eine im Rückblick unbegreifliche Maßnahme. Das genial komponierte Zusammenspiel von Sichtachsen, Wegführung und Gartenbaukunst war damit ohne Not zerstört worden. Immerhin sind das Neue Schloss, das Kunstgebäude und die Oper erhalten geblieben.

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    • Scarlatti schrieb:

      Ich habe beim Aufräumen meiner Wohnung einige Fotos des alten Stuttgarts gefunden, die ich vor vielen Jahren mal aus dem Stadtarchiv kopiert hatte und die euch interessieren könnten. Die Frage ist allerdings zunächst mal, ob ich die hier überhaupt hochladen darf?
      Willkommen im Forum! Wir können leider nicht abschätzen, ob noch ein Copyright für die Bilder besteht und wir kennen auch nicht die Nutzungsbedingungen des Stadtarchivs. Du musst wohl beim Stadtarchiv anfragen, ob Du die Bilder im Internet verbreiten darfst.
    • Der Schellenturm (1564, einst Teil der Stadtbefestigung) . Benannt wurde er nach den Schellenwerkern, verurteilte Sträflinge, die zu öffentlichem Arbeitsdienst verwendet wurden und Schellen an ihren Kleidern trugen. Das markante Gebäude wurde nach dem Krieg vor dem Abriss gerettet und 1978-79 restauriert. Heute befindet sich darin eine Weinstube.
      Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1934.

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    • zum Thema "Stuttgart in alten Bildern" füge ich etliche alte Holzschnitte bei (ich nehme an, dass es sich um Holzschnitte nach Architekturzeichnungen bzw. Plänen handelt). Diese stammen aus dem Buch "Architektonische Rundschau", Jg. 1890, das von den Stuttgarter Architekten Ludwig Eisenlohr und Carl Weigle herausgegeben wurde. Soweit im vorgenannten Werk Gebäude in Stuttgart enthalten sind, stelle ich diese ein. Manches davon existiert nicht mehr und ist längst in Vergessenheit geraten.
      Die "Baugewerkenschule" beim Stadtgarten:









      Die nachfolgende Villa des Geheimen Kommerzienrat(h)s Gustav von Siegle wurde während des Kriegs 1870/71 errichtet. Deshalb wurde zum Gedenken an die Einigung Deutschlands am Treppenpfosten der Villa Siegle eine in Bronze geschaffene große Germania mit Kaiserkrone angebracht. Um 1890 erfolgte rechts und links jeweils ein symetrischer Anbau (hier noch nicht vorhanden). 1923 konnte die Familie Siegle die Villa nicht mehr halten. Es wurde ein städtisches Altersheim daraus. 1943 durch Bomben zerstört, die Ruine wegen des Baus des Allianzgebäudes abgebrochen. Die Villa stand im Stuttgarter Westen in einem Park, der als Terrassengarten angelegt war, auf der Nordseite der Karlshöhe in der Achse Hermannstraße-Feuersee-Johanneskirche etwa auf halber Höhe. Die Kutschenauffahrt schlängelte sich in Serpentinen hinauf, gleichzeitig gab es eine breite Treppe, die gerade in der Mitte emporführte. Man hatte die Villa Siegle öfters mit der Villa Carlotta am Comer See verglichen, welche ebenfalls über einem Terrassengarten steht:



      Die Villa des Verlegers Wilhelm Spemann auf der Südseite der Karlshöhe, im Bereich Hohenzollernstraße/Humboldtstraße. Um 1970 für ein riesiges Altenheim in Brutalbetonbauweise abgerissen. Der Sockel und die Gewände von Fenstern und Türen waren aus hellem Stein geschaffen, während die Wandflächen der Fassaden aus rotem Bachstein erbaut waren. Man bezeichnete den Stil der Villa als "Nordeutsche Renaissance" und sollte den Bauherrn wohl an seine alte Heimat erinnern. Die beiden Söhne bewohnten ein Turmzimmer, von dem aus man die drei Kaiserberge der Ostalb sehen konnte. In strengen Wintern fror im Turmzimmer, so wurde berichtet, das Wasser in der Waschschüssel ein.




      Diese prachtvolle Villa stand am Herdweg in Stuttgart. Der Herdweg führt hinauf zur "Doggenburg", die schon zum Killesberg rechnet. Der Herdweg und die Seitenstraßen waren wie eine Perlenschnur von Villen gesäumt. Die meisten Villen wurden im Krieg zerstört, aber viele wurden auch in den Jahrzehnten danach abgerissen.







      Nochmals auf die Villa Spemann zurück zu kommen:
      Im Tiefparterre dieser Villa waren die Wirtschaftsräume untergebracht. In der Küche erkennt man die Kochmaschine (wie man den Herd damals nannte) mit dem Punkt in der Mitte. Es gab einen Speiseaufzug von der Küche aus (mit dem X bezeichnet). Eine Dienstbotentreppe (Wendeltreppe):







      Eine der vielen Villen des damaligen Luftkurorts Degerloch. Die Degerlocher nannten das gesamte Villenviertel: "D' Villa". Die meisten dieser Villen aus dem späten 19. Jh. sind inzwischen leider abgerissen worden und haben Kubuswürfeln etc. Platz gemacht. Ich kann mich noch an ganz bezaubernd schöne Villen, oftmals auch mit reichem Fachwerk erinnern, die in den 1970 er und 1980 er Jahren noch standen.




      Das heutige bekannte Kunstgebäude am Schlossplatz (anstelle der alten Hofoper bzw. des Lusthauses der Renaissance) wurde erst 1913 erbaut. Wo dieser Vorgängerbau des Historismus stand, ist mir nicht bekannt. Vermutlich wurde das Haus im II. Weltkrieg zerstört.



      Die Matthäuskirche in Stuttgart- Süd, im Stadtteil Heslach ist noch heute ein sehr schönes Gebäude, wenn auch in Folge des Krieges und Beschädigungen Manches vereinfacht wurde. Schade auch um die schönen Bunt- bzw. Bleiglasfenseter. Allerdings hatte man bei der letzten Renovierung festgestellt, dass unter weißer Tünche die farbenfrohen Gewölbemalereien aus der Erbauungszeit noch vorhanden sind. Alleine die Mittel fehlten, um diese freizulegen.




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