Stuttgart in alten Bildern (Galerie)

  • Sehe ich nicht so, ich finde das letzte gezeigte Bild wenig stimmig, erst mit dem Rathausneubau kam hier eine schöne, symmetrische Platzkante.
    Vor allem war das alte Rathaus viel zu kleinstädtisch, die Größenordnung zum Ende des 19. Jahrhunderts nur noch für Städtchen wie Esslingen oder Tübingen angemessen. Die daran anschließenden Häuser auch nicht wirklich wertvoll, bedeutend war vor allem die nordwestliche Platzseite. Das neue Rathaus dagegen war ein Symbol der aufstrebenden Großstadt, das Stuttgart gut zu Gesicht stand. Nicht umsonst trauern die meisten Stuttgarter gerade diesem gründerzeitlichen Rathaus heute hinterher, und nicht etwa dem Vorgänger. Auch ich würde den imposanten Turm im Stadtbild nicht gegen das alte Rathaus tauschen wollen. Aber das ist sowieso müßig, denn es existiert ja keines von beiden mehr.

  • Naja, andere Städte haben auch ihre alten Renaissance-Rathäuser stehenlassen und das neue woanders errichtet, wie z.B. Leipzig, Hannover oder Braunschweig. Hat Stuttgart (wie auch andere) eben anders "gelöst"...Ich finde das neue auch nicht grad dolle. Aber ich bin auch kein (Neo-)Gothik-Fan. Tja, nun sind eben beide (mal mehr, mal weniger) weg. Was soll man machen?

  • Königsbau
    Nicht einverstanden. Auf mich wirkt die vorgründerzeitliche Variante mindestens genau so stimmig wie etwa der Tübinger Marktplatz. Hier noch eine ganz großartige Aufnahme:



    Schon mit dem Rathausneubau war diese Harmonie auf einmal gänzlich verschwunden...

  • Da diese Bilder im Netz nur schwer zu finden sind, hier mal Aufnahmen vom Warenhaus Tietz in der Königstraße.
    Das Gebäude ist bereits auf dem weiter oben eingestellten Luftbild vom Rathaus zu sehen.




    Die kleine Berliner Ausgabe der Kugel, sozusagen...


    Der Bau im Straßenzusammenhang - eine tolle Zeile, unabhängig davon, welch irre wertvollen Bauten sich vorher dort befunden haben mögen.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Auf dieser seltenen Farbaufnahme geht der Blick durch die Münzstraße auf das Rathaus. Selbst als Historismus-Hasser kann man wohl kaum sagen daß dieser Anblick nicht reizvoll und schön ist. Ich persönlich bin in dieses Gebäude verliebt.


  • Dann dürfte dir dieses Bild auch ganz gut gefallen.


    Rathausturm aus der Perspektive der Turmstraße



    Gesamtansicht aus der Höhe, bereits mit ungestaltem Tagblatt-Turm im Hintergrund.


    Marktplatz mit Rathaus

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Meines Erachtens macht eine Rekonstruktion nur Sinn, wenn der gesamte Marktplatz wiederkommt. Aktuell ist dieser ja ein charakteristisches Ensemble der Wiederaufbauzeit, nicht unbedingt schön, aber auch nicht so abgrundtief schlimm. Da gibt es in der Stadt andere wiederherstellungswürdige Ecken. Irgendwie aber schon krass, wie urgemütlich die württembergischen Städte früher waren und wie wenig der Städtebau seit der Wirtschafswunderzeit versucht, dies zu bewahren... zumindest vielerorts in und um Stuttgart, wo das Geld recht locker sitzt und der Beton in Strömen fließt.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Seh ich nicht so. Erstens ist so ein Riesending ein monolithischer Block, der weit über seinen Standort hinaus wirkt. Und zweitens wäre das erst der Ansporn zu aufwendigen Bürgerhausrekos, die im momentanen Ambiente er recht wenig Sinn hätten.

  • Hier eine schöne Aufnahme der südlichen Innenstadt mit der Karlshöhe im Hintergrund, vom Tagblatthochhaus aus gesehen. Im Grunde sieht es heute noch ganz ähnlich aus, wenn auch einige alte Gebäude verschwunden sind. Die neogotische katholische Marienkirche und auch das Furtbachkrankenhaus rechts daneben mit dem Eckturm sind u.a. erhalten geblieben.


  • Hier im Bild das sogenannte "Kleine Haus" des Stuttgarter Staatstheaters, das zusammen mit dem Grossen Haus (der Oper) von Max Littmann 1912 in den Schlossgartenanlagen erbaut wurde. Dieses kleinere Gebäude wurde im Krieg schwer zerstört und nicht wiederaufgebaut. Das Opernhaus dagegen wurde nur leicht beschädigt und ist erhalten geblieben.


  • Der Stadtgarten war neben dem Schlossgarten früher die zweite Parkanlage im Zentrum. Reizvolle Gartenbaukunst, gesäumt von historischen Bauten. Nach dem Krieg wurde hier "zeitgemäß" modernisiert, und in Zukunft soll der Park erneut umgestaltet werden - auf die naheliegende Idee einer historischen Rekonstruktion der Anlage kommt natürlich keiner.
    Der Altbau des damaligen Polytechnikums (1879, heute TU Stuttgart) im Hintergrund existiert noch heute.


  • Hier im Bild der kolossal-prachtvolle Bau des Landesgewerbemuseums (1889-1896), erbaut vom Architekten Skjold Neckelmann, der auch in Straßburg wirkte, und seinem Kollegen Prof. August Hartel.
    Das Gebäude ist glücklicherweise bis heute - als "Haus der Wirtschaft" - erhalten.

  • Wie sich die Zeiten ändern: Das ehemalige Neue Schauspielhaus heißt mittlerweile Altes Schauspielhaus.
    Das Jugendstilgebäude von 1909 (Eitel & Steigleder) befindet sich noch heute in der Kleinen Königstraße.

  • Das ehemalige königliche Hauptsteueramt, erbaut 1897 (Albert von Berger). Auch dieses Gebäude ist erhalten geblieben, allerdings fehlt heute die majestätische Kuppel. Hier wäre eine Rekonstruktion sehr sinnvoll.