Neubrandenburg

  • @potsdam-fan
    Einiges davon ist aber weniger rätselhaft als einfach dem Umstand geschuldet, dass Neubrandenburg in einer strukturschwachen Gegend liegt.
    Nicht jede Stadt ist wie Potsdam mit so vielen Einwohnern gesegnet, die sich für ansprechende Architektur nicht nur interessieren, sondern sich diese auch leisten können.


    Gleichwohl hätte es sicher einige bessere Lösungen gegeben, insbesondere für das neue Einkaufszentrum, keine Frage.

  • Marien-Carrée


    Das neu entstehende Marien-Carrée an der Treptower Straße, Eröffnung 1. Quartal 2018, hat interessanterweiser recht viel Ähnlichkeit mit dem (leider immer noch) außerirdisch wirkenden Neubau-Komplex, der im Jahr 2009 mitten in der Lübecker Innenstadt fertiggestellt wurde... :kopfschuetteln:


    Hier mal zum Vergleich


    Neubrandenburg - Marien-Carrée vom Hamburger Architektenbüro Kunst + Herbert:


    http://www.griesetreuhand.de/b…eubau-neubrandenburg.html


    Lübeck - Geschäftshaus-Neubau Breite Straße/Ecke Beckergrube vom Berliner Büro Grüntuch/Ernst:


    http://www.luebeck2050.de/inde…uelles-altstadt&Itemid=27


    und hier:
    http://www.myheimat.de/luebeck…itte-m1165251,616108.html

  • Es gibt ja auch mal gute Nachrichten. Eine hat mich besonders gefreut. Die kannte ich noch nicht. Und die wurde wohl hier auch noch nicht veröffentlicht.


    NDR Bericht vom 23.09.2015 - Eine Orgel für die Konzertkirche in Neubrandenburg


    Auch im Hamburger Abendblatt kann man dazu was erfahren.


    Es fehlt eben manchmal ein Mensch, der mit seinen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln helfen kann und will, die Rekonstruktion der "Kirche" zum Ende zu führen.

  • Zuerst noch einmal ein aktuelles Video zum Abriss des Hotels Vier Tore.


    ]
    Quelle: Peter Witt, 08.11.2016


    Das war 1983. Die Marienkirche stand im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Heute ist das Foto aus der Sicht des Abrisses des Hotels interessant.


    Das Hotel nimmt eine große Fläche der Begrenzung des Karl-Marx-Platzes ein.


    10.12.2016. "Echtes" Adventwetter. Trübe, regnerisch und.... das Hotel ist verschwunden. Und nun "freuen" wir uns alle gemeinsam über den nächsten "wunderschönen" Neubau.


    Erstaunlich: Die Baustelle wirkt sehr aufgeräumt. Links das alte Hotel "Zu den vier Toren" von 1957.






    Alle Fotos: Autor

  • 10.12.2016. "Echtes" Adventwetter. Trübe, regnerisch und.... das Hotel ist verschwunden. Und nun "freuen" wir uns alle gemeinsam über den nächsten "wunderschönen" Neubau.

    Wie gut, dass diese kubische Bausünde endlich abgerissen wurde! Die neue Perspektive auf das schöne gotische Gotteshaus ist toll! :rolleyes:


    Das Aufgeräumtsein der Baustelle und der freie Blick auf die Kirche bleiben leider nicht so... Eigentlich schade, das "Marien-Carrée" wird zwar durch den futuristischen Stil wirklich keine Schönheit sein, aber vielleicht minimal besser als der bisherige Bau - der wirklich ein potthässlicher Klotz war, finde ich. Ist der Entwurf des Marien-Carrées denn schon so, wie er ist, abgenickt und durchgewunken worden, oder gibt es evtl. gar noch bauliche Veränderungen/Verschönerungen?

  • Ich bleibe bei meiner zitierten Aussage.
    Ich dachte immer, schlimmer geht nimmer. Aber denkste. Jetzt fange ich an, den "Altbau" doch gar nicht so schlecht zu finden. Und der freie Blick zur Kirche ist nur temporär! Und aufgeräumt ist es nach Fertigstellung des "Tempels" mit Sicherheit auch wieder, genauso wie bisher, als das Hotel noch stand. ;)

  • Der Nordkurier vom 13.02.2017 berichtet:


    "Einbau der Orgel hat begonnen"


    "Acht Wochen soll der Aufbau dauern, danach soll die Orgel gestimmt werden. Der Neubrandenburger Unternehmer und Musikliebhaber Günther Weber hat das Instrument der Stadt Neubrandenburg zum Geschenk gemacht. Zu seinem 70. Geburtstag am 12. Juli wird die Orgel bei einem Eröffnungskonzert mit der lettischen Konzertorganistin Iveta Apkalna offiziell eingeweiht."


    Sie wird zwölf Meter hoch und acht Meter breit sein. 2500 Pfeifen und 70 Register wird sie haben.



    Foto: Autor


  • Foto: Autor, 2007

    Mitte Juli 2017 wurde die neue Orgel festlich eingeweiht. Die Ostseezeitung berichtete am 14.07.17:
    "Kleiner Fauxpas, große Feier: Neue Orgel für Konzertkirche. Neubrandenburg: 2852 Orgelpfeifen – größer als die in der Elbphilharmonie"


    "Mit tosendem Applaus ist gestern das erste Konzert mit der neuen Riesen-Orgel in der Neubrandenburger Konzertkirche zu Ende gegangen. Nach zwei Jahren Planungs- und Bauzeit feierten die gut 850 Zuschauer in der ausverkauften Kirche die lettische Organistin Iveta Apkalna und die Neubrandenburger Philharmonie unter Leitung von Anu Tali mit Ovationen."



    Video von andregross0703


    Und auch hier kann man einiges nachlesen.


    Sowie hier über die ausführenden Betriebe Schuke, Berlin und Klais, Bonn.

  • Zum Thema Orgel:
    Da der Innenausbau der ehem. Kirche sehr modern und nach meinem Geschmack sehr schön ausgefallen ist, gefällt mir natürlich auch die moderne Gestaltung der Orgel. Sie passt einfach sehr gut in den vorhandenen Innenausbau.


    Anderes Thema:
    Nun berichtet inzwischen der Nordkurier, Neubrandenburg, am 26.09.2017:


    "Grundstein für Marien-Carrée gelegt"


    "Für die nächste große Baustelle in Neubrandenburg ist der Startschuss gefallen: In der Innenstadt ist am Dienstag der Grundstein für das neue Geschäftshaus Marien-Carrée gelegt worden. Vertreter der Investoren Achim Griese Treuhandgesellschaft und Arcadia Investment Group sowie Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt versenkten eine Kassette mit Bauplänen, Münzen und dem aktuellen Nordkurier in Beton. Auf dem Grundstück zwischen am Marktplatz und Konzertkirche sollen schon in den kommenden Tagen die Bauarbeiten beginnen."


    Um die Bausituation nochmals zu verdeutlichen, kann ich nun noch zwei sehr interessante Fotos veröffentlichen. Die Freifläche neben dem Markplatz soll anstelle des inzwischen abgerissenen Hotels mit einem "wunderhübschen" Einkaufzentrum "verschönt" werden.



    Quelle: RW, Neubrandenburg, 18.09.2017

  • Zunächst mal eine erfreuliche Meldung zum Einstieg:


    Einwohnerzahl von Neubrandenburg steigt


    "Bereits im dritten Jahr in Folge ist die Einwohnerzahl von Neubrandenburg gestiegen. Derzeit leben 65.175 Menschen in der drittgrößten Stadt Mecklenburg-Vorpommerns, rund 600 Einwohner mehr als vor einem Jahr, wie ein Sprecher der Stadtverwaltung am Donnerstag erklärte.


    Der Hauptgrund sei der starke Zuzug von etwa 3600 Menschen im Vorjahr, darunter viele Menschen aus Dörfern sowie Migranten. Allerdings sterben pro Jahr noch etwa 150 Einwohner mehr, als neu geboren werden.
    Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) sieht unter anderem in der Wirtschaftskraft der Stadt einen Grund für den Zuzug. Statistisch hat Neubrandenburg vor Schwerin und Rostock mit etwa 873 Euro die höchste Steuerkraft pro Einwohner.


    Die ehemalige DDR-Bezirksstadt zählte 1989 rund 90.000 Einwohner. Dann gab es viel Abwanderung, was bis Ende 2014 nicht umgekehrt werden konnte. Damals lebten 63.311 Menschen in der Stadt. Mit der Entwicklung trotzt die Stadt Prognosen des Landes, dass die Einwohnerzahl bis 2020 weiter deutlich sinken werde. Größer sind Rostock und Schwerin, etwas kleiner Stralsund und Greifswald."


    https://www.nordkurier.de/neub…rg-steigt-0430865601.html

  • Nun noch etwas, was doch etwas mehr im Sinne von menschlichen Städtebaumaßstäben ist.


    2017 wurde der neue "Treptower Platz" am Treptower Tor eingeweiht. Im benachbarten Neubau ist sogleich das "Café & Restaurant am Treptower Tor" eingezogen. Somit wurde eine einst völlig unbelebte, sandige Fläche zu einem angenehmen Stadtplatz, der im Frühling/Sommer mit Außenbestuhlung des Cafés sicher gut wirken wird.


    NB Baustellen Innenstadt


    NB Baustellen Innenstadt


    NB Baustellen Innenstadt



    Leider ist der Neubau einer der schwächsten im ganzen Neubauquartier auf der Fläche der ehemaligen IGS (Gesamtschule Mitte). Und das an der städtebaulich wohl sensibelsten Stelle. Allerdings kann man ihn in einigen Jahren mit wenigen Handgriffen deutlich aufwerten, indem man z.B. diese unseligen blechverkleideten Balkone verbessert und eine freundlichere Farbkombi als "Mausgrau und Totengrau" wählt.


    Zudem wird durch das Wiekhaus-Konzept in Aussicht gestellt, dass die Mauerlücke im Hintergrund durch ein neu errichtetes Wiekhaus in Fachwerkbauweise geschlossen wird.


    Das benachbarte, backsteingotische Treptower Tor von ca. 1350:



    https://commons.wikimedia.org/…19_Neubrandenburg_028.jpg



    Rechterhand schließt sich der kleine neue Stadtplatz an.

  • Doch, das "Hochhaus an der Waagestraße" wird zum Glück einer kleinteiligeren, altstadtgerechten Bebauung weichen.


    Der Abriss soll laut Beschluss der Wohnungsgesellschaft und der Neubrandenburger Stadtvertretung vom Juli 2016 definitiv stattfinden. Wahrscheinlich aber erst 2022, da noch Ausgleichsneubauten auf anderen Grundstücken geschaffen werden müssen, um die enorme Zahl an Mietern abzufangen. Zuletzt gab es im Mai 2017 Diskussionen zum Zeitplan diesbezüglich.