Weimar (Galerie)

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    • Markt Nordseite




      Die Nordseite des Markplatzes war am 9. Februar 1945 bis auf einen Teil der Hofapotheke komplett zerstört worden. Die m. E. sehr gut gelungene Rekonstruktion erfolgte von 1989-94. Das ganz links angeschnittene Haus ist ein postmoderner Neubau anstelle eines Kaufhauses. Auch das Haus links der Hofapotheke stand so bis 1945 nicht mehr, es wich um 1930 einer Erweiterung des Kaufhauses. Der Erker und das Portal der Hofapotheke aus dem 17. Jh. wurden vor dem Abbruch der Ruine gerettet und wieder eingebaut.




      Nordostecke




      Dieselbe Ansicht um 1890, das Stadthaus in der Form des Umbaues von 1800/1812, rekonstruiert wurde in Annäherung an den Ursprungszustand des 16. Jahrhunderts.




      nach der Zerstörung




      Freier Blick vom Markt zur Kaufstraße/Marktstraße und


      Quelle: Bildindex Marburg

      während der Rekonstruktion im Jahr 1990.


      Quelle: Bildindex Marburg
    • Markt Westseite

      Die Westseite des Marktes wird größtenteils vom 1841 von Heinrich Hess erbauten Rathaus eingenommen.


      Quelle: Wikimedia Commons, Urheber: Maros M r a z

      Ansicht der 1837 abgebrannten Marktwestseite um 1820. Das alte Rathaus war 1424-31 erbaut und 1560-83 in Renaissanceformen umgestaltet worden, es ersetzte das 1424 abgebrannte mittelalterliche Rathaus.

    • Markt Südseite

      Rechts das 1938 neu erbaute Hotel Elephant, das seit 1696 als Wirtshaus besteht.




      um 1895, links das aus dem 16. Jh. stammende alte Hotel zum Elephanten, die beiden linken Nachbarhäuser wurden ebenfalls für den Neubau abgerissen




      Markt 20-22, links der 1540 erbaute und 1877 aufgestockte Gasthof zum schwarzen Bären, die Fassade des mittleren Hauses war auf der historischen Aufnahme noch wesentlich reicher.

    • Markt Südostseite

      Ebenfalls zum Markt gehört der kleine Platz vor dem Roten Schloss.




      Links wo sich heute die Parkplatzeinfahrt befindet standen diese Häuser. Das Eckhaus aus der Renaissance mit anscheinend historistischem Fachwerkgiebel und die linke Haushälfte des Hotel zum Erbprinzen wurden im 2. Weltkrieg zerstört, die rechte Haushälfte (bezeichnet 1757) erst 1988 abgerissen. Johann Sebastian Bach wohnte von 1708-17 in der linken Haushälfte. Aufnahme von 1910, die Häuser waren für den Einzug der neuen Großherzogin Feodora geschmückt.



      Auf der Internetseite des Bachhaus-Vereins gibt es Visualisierungen des Bachhauses von Andreas Hummel: bachhausweimar.de/de/argumente…che-visualisierungen.html

      Die Erdgeschosswand und Keller sind erhalten. Hoffentlich kommt es hier zu einer Rekonstruktion.


      Quelle: Wikimedia Commons, Urheber: Andreas Praefcke

      Markt 14, ein um 1860 erbauter Fachwerkbau mit vorgemauerter spätklassizistischer Fassade, der Stuck wurde nach schweren Bauschäden Anfang der 1990er komplett erneuert, interessant sind die gebogenen Fenster der Erker.




      Rotes Schloss, Markt 15, 1573-76 als Witwensitz der Herzogin Dorothea Susanna gebaut, heute Teil der Anna-Amalia-Bibliothek mit der es unterirdisch verbunden ist



      Hier noch weitere Informationen und Bilder des zum Gebäudekomplex Markt 15 gehörigen Gelben Schloss in der Kollegiengasse: de.wikipedia.org/wiki/Gelbes_Schloss_(Weimar)
    • Platz der Demokratie

      Nun vom Markt zum Platz der Demokratie, der ursprünglich Fürstenplatz hieß. Links angeschnitten auf der Westseite das um 1785 erbaute und 1891 umgestaltete Rößlersche Haus.




      Fürstenhaus, 1770 als Versammlungshaus für die Landstände erbaut, nach dem Schlossbrand 1774 von 1775 bis 1805 als Residenz des Herzogs Carl August genutzt, daher der Name Fürstenhaus, seit 1848 tagte hier der Landtag von Sachsen-Weimar-Eisenach und von 1920 bis 1933 der Landtag von Thüringen, seit 1951 Hochschule für Musik. Das von Adolf von Donndorf 1867-72 geschaffene Reiterstandbild zeigt den Großherzog Carl-August.




      Der Säulenvorbau wurde erst 1889 hinzugefügt um dem Gebäude ein repräsentativeres Aussehen zu verleihen.




      Die Anna-Amalia-Bibliothek, früher als Grünes oder Französisches Schloss bezeichnet, 1562-69 als Wohnhaus für die Herzogsfamilie erbaut, 1761-66 Umbau für die herzogliche Bibliothek, 1844-49 durch Coudray um zwei Achsen erweitert.




      Der Stadtturm von 1453 wurde 1803 durch einen Verbindungsbau mit der Bibliothek verbunden und 1821-25 als Büchermagazin ausgebaut, davor ein Denkmal für Alexander Puschkin.




      Innenansicht mit dem Rokokosaal von Wikipedia.


      Quelle: Wikimedia Commons, Urheber: Concord

      Unweit der Bibliothek steht das um 1770 als Pferdestall der Husaren erbaute sog. Haus der Frau von Stein (Ackerwand 25/27), das im Moment saniert wird. Charlotte von Stein wohnte hier seit dem Ausbau des Obergeschosses von 1777 bis zu ihrem Tod.






      Ansicht von Südosten




      Die Hauptwache an der Ecke zum Grünen Markt, 1834-38 von Clemens Wenzeslaus Coudray erbaut, 1911 um sechs Achsen erweitert.


      Quelle: Wikimedia Commons, Urheber: Dr. Bernd Gross
    • Michael wrote:


      Auf der Internetseite des Bachhaus-Vereins gibt es Visualisierungen des Bachhauses von Andreas Hummel: bachhausweimar.de/de/argumente…che-visualisierungen.html

      Die Erdgeschosswand und Keller sind erhalten. Hoffentlich kommt es hier zu einer Rekonstruktion.


      Quelle: Wikimedia Commons, Urheber: Andreas Praefcke



      Oh ja, das wäre auf jeden Fall zu begrüßen. Angesichts der Rekonstruktionen in der Vergangenheit bin ich diesbezüglich in Weimar auch durchaus optimistisch. Zumal ja noch Teile des Gebäudekomplexes stehen.
    • Stadtschloss

      Das Stadtschloss geht auf eine im 10. Jh. erstmals erwähnte Burg der Grafen von Weimar-Orlamünde zurück. 1299 brannte diese Burg nieder und wird durch die Wettiner wiederaufgebaut, aus dieser Zeit stammt wahrscheinlich noch die untere Hälfte des Hausmannsturms. Danach wurde die Burg noch mehrmals durch Brände zerstört bzw. stark beschädigt in den Jahren 1424, 1618 und 1774. Seit 1923 Nutzung als Museum für die staatlichen Kunstsammlungen zu Weimar.

      Ansicht von Süden, der Turmaufsatz des Hausmannsturms stammt von 1729-32.




      Die Bastille wurde 1439 errichtet und ab 1531 durch die Baumeister Konrad Krebs und Nikolaus Gromann im Zuge der Umgestaltung zum Renaissanceschloss umgebaut. Die Bastille und der Hausmannsturm überstanden als einziger Teil des Schlosses die Brände von 1618 und 1774.




      Das um 1550 durch Nikolaus Gromann geschaffene Portal.




      Torhaus Innenseite




      Hauptportal im Südflügel, der erst 1912-14 durch die Architekten Heilmann & Littmann erbaut wurde, ursprünglich war das Schloss eine offene Dreiflügelanlage.



    • Stadtschloss

      Innenhof Blick nach Norden. Der Nord- und Ostflügel wurde nach dem Brand von 1618 nach Plänen von Giovanni Bonalino wiederaufgebaut und 1651-64 durch Johann Moritz Richter fertiggestellt, der Westflügel blieb unvollendet. 1774 brannte das Schloss bis auf die Umfassungsmauern nieder, Wiederaufbau von 1789-1803, dabei Beseitigung der Wehrmauern und Gräben.




      Ostflügel






      Südflügel von 1912-14




      Der Westflügel wurde erst 1820-34 durch Coudray vollendet.




      Der Eingang im Westflügel wurde im Zug der Umnutzung zum Museum 1922/23 eingebaut.




      Nordflügel




      Ostflügel


      Quelle: Wikimedia Commons, Urheber: sailko


      Hier gibt es einige Innenansichten (Bildergalerie rechts): klassik-stiftung.de/einrichtungen/museen/schlossmuseum/
    • Herderplatz

      Der Herderplatz, bis 1850 Topfenmarkt, war der ursprüngliche Hauptplatz Weimars, bis um 1300 der heutige Marktplatz angelegt wurde.

      Ostseite, links das 1850 errichtete Herderdenkmal




      Herderplatz 16, Deutschritterhaus, 1566 erbaut, der Name erinnert an den ab 1284 im Weimar ansässigen Deutschritterorden.




      Das Gebäude war auch im 2. Weltkrieg beschädigt worden.




      Nordostecke, links das 1712-16 anstelle der alten Stadt-und Landschule von 1561 erbaute ehem. Wilhelm-Ernst-Gymnasium.




      Blick nach Südwesten


      Quelle: Wikimedia Commons, Urheber: Dr. Bernd Gross

      um 1880




      Südwestecke, der Sächsische Hof ursprünglich aus dem 15. Jh. Ende des 16. Jh. umgebaut, laut Dehio nach 1945 wiederaufgebaut




      um 1900 mit Blick in die Rittergasse




      Neubau von 2012 an der Ecke zum Eisfeld, der auf der vorletzten historischen Aufnahme ganz rechts zu sehende Vorgängerbau wurde schon 1882/83 wegen Straßenverbeiterung abgerissen, das blaue Gebäude rechts ist von 1594/95(d).




      Das Herderhaus (Herderplatz 8) hinter der Stadtkirche stammt im Kern aus dem 16. Jh. und erhielt 1726/27 seine heutige Fassade. Hier wohnte Johann Gottfried Herder von 1776-1803, der Pfarrer und Superintendent von Weimar war. Heute immer noch als Superintendentur genutzt.


      Quelle: Wikimedia Commons, Urheber: Most Curious
    • Welch wunderschöne Ansichten, die du hier mit uns teilst. Vielen Dank dafür.
      In Weimar war ich lange nicht mehr. Mein letzter Besuch wird sicherlich schon seine acht bis zehn Jahre zurückliegen. Damals war ich aber auch viel zu jung, als dass ich die Altstadt zu schätzen gewusst hätte.

      Schade, dass man sich bei dem Neubau von 2012 nicht für eine historisierende Fassade entschieden hat. Immerhin sticht das Gebäude - so wirkt es jedenfalls auf dem Foto auf mich - dank der sehr zurückhaltenden Farbe nicht zu sehr ins Auge.
    • Im Vergleich zu den historischen Aufnahmen fällt auf, dass man viele Häuser nachträglich entstuckt haben muss, also Gliederungselemente reduziert haben muss. Das beeinträchtigt und führt zu dem Effekt, dass mir die Stadtbilder in Thüringen oft eine Spur zu schlicht erscheinen. So hoffe ich, dass sich in Zukunft wieder auf diese Fassadengliederungselemente mehr zurückbesonnen wird.
      Das ist natürlich Meckern auf einem hohen Niveau. :zwinkern:
    • Dieses Problem stellt sich für mich noch viel, viel mehr in Sachsen. Thüringen, und vor allem Weimar steht eine klassizistische Askese recht gut an, aber Städte wie Freiberg oder Annaberg sind einfach zu kahl geraten. Ganz arg wird es bei ohnehin bescheidener Substanz wie Glauchau und anderen Kleinstädten.
      Dieses Thema wäre einen eigenen Strang wert.
      Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
      14. Buch 9. Kapitel
      Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.
    • Heimdall wrote:

      Im Vergleich zu den historischen Aufnahmen fällt auf, dass man viele Häuser nachträglich entstuckt haben muss, also Gliederungselemente reduziert haben muss. Das beeinträchtigt und führt zu dem Effekt, dass mir die Stadtbilder in Thüringen oft eine Spur zu schlicht erscheinen.




      Interessant, das fällt mir auch auf. Dabei sind doch die Häuser im Schnitt noch wesentlich repräsentativer als z. B. an manchen altbairischen oder alpinen Flecken. Die Weimarer Häuser, die oftmals eine Gliederung wie jedes durchschnittliche Landsberger Haus haben (Fensterrahmen, Faschen) wirken im Gegensatz zu den süddeutschen Verwandten wesentlich zurückhaltender. Woran das liegt? An den generell sehr bunten Farben? An der Tatsache, dass weniger Ensemble- bzw. Reihenwirkung entsteht, weil die Straßenfronten aufgelockerter sind? Das sind jedenfalls meine eigenen Empfindungen...
    • Paul Lehfeldt schreibt 1893 in den Bau- und Kunstdenkmälern Thüringens zur Schlichtheit der Weimarer Häuser:

      "Weimar bietet in den Wohnhäusern der inneren Stadt einen modernen und zunächst weniger günstigen Charakter. (...) Alles scheint darunter zu leiden, dass gerade in der nüchternen und sparsamen Periode zwischen 1815 und 1850 Weimar seinen so bedeutenden Aufschwung genommen hat, der sich in allem Anderen, nur nicht in baulicher Beziehung kundgab. Daher der kleinliche Anschein, der beim ersten Anblick vorherrscht und der die Modernisirung der Stadt, sowie die Zerstörung des Alten für gründlicher und bedauerlicher erscheinen läßt, als es der Fall ist. Dieser Eindruck ist ein täuschender; bei eingehender Prüfung überrascht und erfreut eine beträchtliche Anzahl von Wohnhäusern, welche in ihren Fronten oder wenigstens in Einzelheiten derselben ganz bemerkenswerthe, künstlerische Ausbildung vergangener Jahrhunderte bewahrt haben."

      Die Kriegsbeschädigungen haben dann noch weiter zur Vereinfachung der Fassaden beigetragen. Einige in der Gründerzeit aufgehübschte Gebäude wurden wieder vereinfacht, obwohl es auch zu DDR-Zeiten Fassadenrekonstruktionen gab z. B. bei den Häusern Schloßgasse 4 von 1728 und Schillerstraße 1 von 1838.