Potsdam in alten Bildern

  • *grinst* Auf den Wikipediaverweis bzw. auf den Verweis auf die Denkmalliste hatte ich gewartet. Die wird Ende Februar beim nächsten Update korrigiert, schrieb mir schon im Dezember das brandenburgische Landesdenkmalamt.


    Es gab bis 1918 keine gesamtstaatlichen Streitkräfte, sondern eben nur bayrische, preußische, württembergische etc. Und in so fern auch keine "Reichs"-Kriegsschulen.


    Aber wie ich schon schrieb, die beiden Begriffe "Reich" und "Krieg" scheinen für viele einfach zwanghaft zusammenzugehören...

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Ach Mensch Konstantin,


    nur reite doch nicht nochmal darauf rum. Wenn's in der Denkmalliste nun ins Richtige korrigiert wird, dann ist doch gut. Und solange es dort noch so falsch drin steht, sollte man für die hier Schreibenden nicht Historiker-Spitzfindigkeit anlegen.


    Im Übrigen ist es nach meinen Empfinden durchaus schwierig, dieses Gebäude auf dem Brauhausberg mit den häufigen Besitzer- und Nutzungswechseln korrekt zu bezeichnen.


    Und ich gelobe Besserung, indem ich die Abkürzung RKZ nur verwende, wenn ich zuvor die Reichskriegsschule auch wenigstens einmal ausgeschrieben habe und auch nur noch, solange die in der Denkmalliste so bezeichnet wird.


    Grüße
    Luftpost

    Edited once, last by Luftpost ().

  • Hoffentlich nie "RKZ", Luftpost. Will mir gar nicht vorstellen, was dass jetzt wieder heissen könnte. Einfach ehem. "Kriegsschule" oder "Reichsarchiv" oder "SED-Bezirksleitung" oder "Kreml" oder brandenburgischer Landtag oder Schwechten-Bau.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Hallo an alle Mitstreiter um den rätselhaften Turm im Potsdam-Profil,


    um die Diskussion wieder auf die eigentliche Frage zu lenken, möchte ich meine, aufgrund Eurer / Ihrer Aussagen gemachte, eigene Interpretation loswerden.


    1. Zum Foto: Das Foto ist auf sehr dünnen Fotopapier und sieht so aus, wie alle anderen nicht aufgezogenen Abzüge aus der Fotosammlung, die mir aus dieser Zeit (um 1900) vorliegen. Für mich ist das eindeutig ein Original. Die etwas verblichene, bräunliche Farbe ist auf dem hochgeladenen Foto verschwunden, da ich hierfür die "Verbesserung" beim Scannen aktiviert hatte.


    2. Das Foto hat das typische 8X11cm-Format, ist extrem scharf und der diskutierte Turm ist gerade mal 3 mm groß. Ich habe noch einmal mit 1200 dpi den Ausschnitt gescannt (.zip-Datei unten, ohne "Verbesserung). Eine Retusche halte ich für sehr unwahrscheinlich.


    3. Danke, Kurprinz, für die Erstellungsdaten zu den Bauwerken. Darauf beruht nun meine Interpretation: Das Foto ist wohl 1899, vielleicht auch schon 1898 (Hotel vor der Nikolaikirche noch in Bau) enstanden. Demnach wäre auch das Postgebäude noch voll in der Bauphase. Man kann die Situation so interpretieren: Das nach der Fertigstellung 3-geschossige Postgebäude ist erst im 1. Stock "angekommen" (runde Fensterstürze nach aktuellen Bildern nur dort eingebaut - siehe .zip unten). Deswegen erscheint der offenbar schon fertiggestellte oder vielleicht schon vorhandene Turm viel höher als er später, nach der Fertigstellung des Gebäudes, sein wird.
    Wer Lust dazu hat, vergleiche doch meine Interpretation mit dem vergrößerten Ausschnitt (.zip unten). Vielleicht lässt sich dies ja nachvollziehen.


    Grüße an alle, Bernhard


    Potsdam-Panorama

  • Ich denke, ich bin da auf etwas gestoßen...




    Die Form des Turmhelms passt jedenfalls gut, die Lage im Postblock ohnehin, zudem erscheint er höher als die straßenseitigen Türmchen. Habe gar nicht gewusst, dass im Hinterbau auch noch ein Turm war.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Nein Konstantin,


    das ist kein Turm der Reichspost (RP), sondern ein Turm er ehemaligen Synagoge. Denn der Turm gehört meiner Meinung nach zum Nachbargrundstück, auf dem die Synagoge stand. Da mir selbst nur immer die schmale Gebäude-Fassade neben der RP bekannt war, ist diese Luftaufnahme durchaus eine Neuerung im Wissen. Die Synagoge soll damals ca. 200 Mitgliedern Platz geboten haben. Bei der schmalen Fassade zum Wilhelmsplatz musste damit das Gebäude einigermassen tief gewesen sein. Der Turm steht am Ende des langgestreckten Gebäudes auf deren Dach.


    Wunderbar so davon zu erfahren!


    Grüße
    Luftpost

  • Ging die Neue Post oder Hauptpost oder kaiserliche Post (wo kommt denn jetzt schon wieder das "Reich" her?) nicht bis hinten durch? Die Türme auf den Vorderseiten haben jedenfalls das von mit beschriebene Schicksal genommen. Hier mal zwei Kartenausschnitte mit den Parzellen, das Areal des Türmchen gehöt seit 1875 zur Post.



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    Richard David Precht

  • Hallo Konstantin,


    Deine beiden Flurstück-Karten sind vor dem Umbau zur RP und zeigen noch den alten Zustand. Die Flurkarte zeigt noch die Anordnung der Flurstücke vor dem Neubau der Post von ca. 1900. Mit dem Neubau der RP wurde auch die Synagoge neu errichtet.


    Das heist, Deine Flurkarte zeigt die noch viel kleinere alte Synagoge. Die neue Synagoge war kurz nach der Reichspost fertiggestellt worden. Ca. 1902.


    Hier der Link zum Bild der Neuen Synagoge. Dazu die alte Synagoge an gleicher Stelle. Von der alten Synagoge sind mir keine weiteren Bilder bekannt.


    Edit: wenn ich mir die Luftaufnahme oben anschaue, sieht das doch so aus, als ob der Posthof, der in der Flurstückkarte so beschrieben steht, auch im Luftbild, dann zwar vollständig umbaut und mit einem Eingangstor versehen, so noch existierte. Ich kann nicht sagen, ob nun die Synagoge nur bis zum kreisrunden Gebäude ging, oder darüber hinaus. Im Luftbild schaut es so aus, als ob das kreisrunde Gebäude verschwunden ist, durch einen Verbinder ersetzt wurde der in das hohe Hinterhof-Gebäude führt, auf dem das Türmchen steht...


    Grüße
    Luftpost

  • Und jetzt, wo man weiss, wo genau dieser Turm stand, erkennt man ihn auch auf dem Bildindex-Bild. Nicht den runden, der weniger hoch ist, den ich zuerst meinte, sondern wirklich an der Rückseite des Postgebäudes. Der quadratische(!) Stumpf ist heute ebenfalls noch vorhanden, auf der 180° gedrehten Googleansicht vorne links:
    https://www.google.ch/maps/@52…180h,39.48t/data=!3m1!1e3


    Nun kann man sich fragen, weshalb die Post denn an der Rückseite einen so hohen Turm benötigte. Meistens waren auch die Telefon- und Telegraphenämter in der Post drin, und die Telefonleitungen, die zuerst alle in der Luft hingen, wurden an solchen Türmen gesammelt.

  • Also ist die Sache geklärt, der Turm gehörte zur Hauptpost und wurde zur Nazizeit abgenommen. War ja spannend!

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    Richard David Precht

  • Hier habe ich ein anschauliches Beispiel eines solchen kleineren "Postturms" für Telefonfreileitungen in Biberach an der Riss gefunden:


    Quelle: commons.wikimedia.org (Urheberrecht abgelaufen)


    Auch das Telegraphenamt in Dresden mit seinen zwei sehr markanten Turmaufbauten wurde in den Dresdner Strängen schon mehrfach publiziert.

  • Oder hier wie in Schwerin:



    schön zu sehen die Isolatoren:



    Fotos von mir im Jahr der BUGA in Schwerin 2009.


    oder einst in Berlin in der Oranienburger Straße, am Postpaketamt:









    Vielleicht könnten wir einen 'Fernmeldestrang' aufmachen :D

  • Hotelkomplex Am Kanal Ecke Französische Straße


    Die große Wiese an der Ecke zur Französischen Straße (direkt neben der Hauptpost) ist vom Millionär Nicolas Berggruen an die Deutsche Wohnen verkauft worden, einer Tochter des österrechischen Konzernes Porr. Hier wird ein großer Hotelkomplex geplant.


    Hat jemand ein historisches Vergleichsfoto der Ecke? Ich kann nur bilder der DDR-Bebauung finden jedoch nicht der historischen...

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    Richard David Precht

  • Ich weiß nicht ob ein Mitglied aus dem Forum die geplante Ausstellung über Max Baur besucht. Das Potsdam-Museum bereitet eine umfangreiche Retrospektive zu Max Baur (1898-1988) vor, der zu den bedeutendsten Potsdamer Fotografen zählt. Ab 13. April sollen in der Sonderausstellung „Potsdam, ein Paradies für meine Kamera. Max Baur. Fotografie“ mehr als 300 Werke des Lichtbildners gezeigt werden.


    Diese Ausstellung wird wahrscheinlich viele alte Bilder aus dem Potsdam der 1930er und 1940er Jahre zeigen.


    http://www.maz-online.de/Lokal…usstellung-ueber-Max-Baur
    (Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung, 13.02.2018)

  • Am Kanal Ecke Französische Straße [...]
    Hat jemand ein historisches Vergleichsfoto der Ecke?

    Du hast selber welche: Stadtkanalbuch, Seite 46&47. floet:)


    Am Kanal N°14/Französische Straße:

    Am Kanal N°15:
    Bildquelle jeweils: Photographische Sammlung des Potsdam-Museums

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Hey, danke! Das Gute liegt manchal so nahe!

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    Richard David Precht

  • Ich habe mir mal den Spaß gemacht und Fotos restauriert, die schon einige Zeit "auf dem Markt" sind.


    Die Stadt Potsdam mit Prominenten...Hier Kronprinz Wilhelm; Sohn Kaiser Wilhelms II. Am Neuen Markt 1.

    Quelle: Eichgrün 1905

    Zum Vergleich: Gegenüber die Gaststätte Ratswaage Am Neuen Markt 10 vor 1989

    Quelle: unbekannt, vor 1989

    Kronprinzessin Cecilie am Stadtschloß. Zu sehen sind auch die Schloßstraße, der Steubenplatz, und die Nikolaikirche.

    Quelle: Eichgrün, 1907

    Der Kronprinz in der Humboldtstraße, 1905. Auf dem Weg "nach Hause"... ;)

    Quelle: Eichgrün, 1905