Potsdam in alten Bildern

  • Dieser Themenstrang ist überfällig, wie ich finde.


    Ich beginne zunächst mit einer exzellenten Aufnahme des Noack'schen Wohnhauses (Palazzo Chiericati) aus dem Jahr 1912 von Albrecht Meydenbauer.


    Links und Verweise:
    Ein Spaziergang durch das alte Potsdam mit Farbbildern


    Potsdam mit den königlichen Schlössern und Gärten (bebilderter Auszug eines Buches aus dem Jahr 1922)


    Gruß aus Potsdam - 3.965 historische Ansichtskarten


    Fotosammlung 'Rumpf' - 150 Bilder, welche jüngst durch das Potsdam-Museum digitalisiert und bereitgestellt wurden
    Obgleich die Lizenz seitens des Potsdam-Museums mit 'CC BY-NC-SA' angegeben ist, sind die Aufnahmen wegen Alters gemeinfrei.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Die vor allem an Hand des Palazzo Chiericati ersichtliche eklektizistische Verbrämung der Palladianischen Originalbauten ist sehr interessant und erscheint auch gut gelungen. Die Einbuße der Figuren-Attika wird natürlich sehr schmerzlich sein und die Replik der Replik weit von ihren beiden Originalen abrücken.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Auf dem Luftbild von 1936, oben, ist auch gut zu erkennen, dass das Palasthotel bereits entstuckt war und der jetzige Bau dem unmittelbaren Vorkriegszustand recht nahe kommt...

    Wer zwischen Steinen baut, sollte nicht (mit) Glashäuser(n) (ent)werfen...

  • Charmant ist auf den älteren Aufnahmen noch das Steuerhaus auf der Freundschaftsinsel zu sehen. Wann ist das eigentlich abgebrochen worden?

    „Ärzte können ihre Fehler begraben, aber ein Architekt kann seinen Kun­den nur raten, Efeu zu pflanzen.“
    George Sand

  • Quote

    Charmant ist auf den älteren Aufnahmen noch das Stuerhaus auf der Freundschaftsinsel zu sehen. Wann ist das eigentlich abgebrochen worden?

    Das ist das "Wach- und Thorschreibergebäude". Erbaut 1888 mit dem Brückenneubau. Abgerissen wurde es 1934. Hier kassierte man bis 1909 die Schlachtsteuer.


    Hier möchte ich noch den Grundriss der Vollständigkeit halber nachtragen.



    Quelle: TU Berlin Architekturmuseum

  • Ein Foto muss ich schnell noch nachliefern: Das Berliner Tor von der Feldseite aus gesehen. Aufnahme vielleicht vor 1930 (?).



    Quelle: Blätter für Architektur und Kunsthandwerk


    1753 erbaut (Bouman) als Ersatzbau für den Bau von 1733. 1901 wurde es nach vorn versetzt und 1945 teilzerstört. 1952 wurde es bis auf einen Rundbogen aus "verkehrstechnischen Gründen" abgerissen.

  • ^^Danke, Potsdam-Fan. Sehr interessant.


    Das Architekturmuseum weist zu dem von Dir geposteten Grundriss als Architekt jedoch Friedrich Schadow aus. Der Entwurf soll von 1805 stammen.


    Friedrich Gottlieb S., Architekt, nicht verwandt mit der Familie des Bildhauers Johann Gottfried S., ist am 28. Juli 1761 zu Berlin geboren. Hier genoß er seine künstlerische Ausbildung. In der Baukunst unterrichtete ihn Friedr. Wilh. v. Erdmannsdorf und der Architekt Krüger, ein Gehülfe v. Knobelsdorff's. Seinen Wirkungskreis fand er zunächst in Potsdam, wo er um 1795 zum Hofbauinspector und 1805 zum Ober-Hofbauamts-Assessor ernannt wurde. In seinem am 2. Mai 1797 dort geborenen Sohne Albert Dietrich erzog er sich den Erben seiner Kunst. Er fiedelte 1812 nach Berlin über, wurde am 10. Juli 1819 Mitglied der königl. Akademie der Künste, dann königl. Hof-Baurath und Director der königl. Schloß-Baucommission. Ueber seine architektonische Thätigkeit im einzelnen ist Näheres nicht bekannt. Er starb am 22. October 1831 zu Berlin.


    Im Archiv der TUB ist auch eine Abbildung:



    Allerdings sieht das sehr anders aus als das ausgeführte Gebäude deutlich anders aus. Scheint eine komplexere Recherche zu sein....


    „Ärzte können ihre Fehler begraben, aber ein Architekt kann seinen Kun­den nur raten, Efeu zu pflanzen.“
    George Sand

  • Am Bassinplatz 10
    Das Haus Nr. 10 wird gerade restauriert.


    Hier finden sich weitere Informationen: http://www.potsdam.de/cms/beitrag/10021092/287369/2


    Zitat: "Ursprünglich Typenhäuser wie in der zweiten Stadterweiterung üblich, wurden diese 1776/77 auf Befehl Friedrichs II. und durch Carl von Gontard (1731-1791) durch repräsentative dreigeschossige Ziegelbauten ersetzt. Die am Haus Nr. 10 befindliche Tafel beschreibt leider einen historischen Irrtum. Wolfgang Amadeus Mozart weilte zwar 1789 in Potsdam, nicht jedoch in diesem Haus."



    Quelle: alte Ansichtskarte




    Quelle: Bundesarchiv, Max Baur


    Zustand 2009. Der langjährig hier ansässige Fleischermeister musste seinen Laden zum Leidwesen vieler Potsdamer Kunden aufgeben

    Foto: Autor, Sept. 2009


    Für noch mehr Informationen kann man auch hier nachsehen:


    http://www.bassinplatz.de/inde…ssin-10/geschichte-nr-10/

  • Das Schloss und die Humboldtstraße vor dem Bau des Palast-Hotels und mit der alten Langen Brücke, ca.1880.


    Man beachte die Trinkhalle als "Vorläufer" des Palast-Hotels.

    Quelle:TU Berlin Architekturmuseum,


    Um die Jahrhundertwende....

    Quelle: (c) SPSG


    Das war so 1936.

    Quelle:TU Berlin Architekturmuseum,


    Die Schlosswache...

    Quelle: unbekannt


    ...die hier leider fehlt :wink:

    Foto: Autor, 2014


    :thumbup:

  • Die Trinkhalle kommt sicher als Currywurstbude wieder *gg*. Rechts steht "Konditorei".


    Soweit ich weiss hat Kondor Wessels die Spitze an "einen Italiener" verpachtet. Einige sprachen auch von einem Vapiano. Wir werden es sehen.


    In der zweiten Jahreshälfte kann jedenfalls die Bittschriftenlinde aus der Schule zurückkehren.

    „Ärzte können ihre Fehler begraben, aber ein Architekt kann seinen Kun­den nur raten, Efeu zu pflanzen.“
    George Sand

  • So planlos, wie der Sanierungsträger mitunter agiert, ist da jede Hilfe nötig. Ich sehe bis dato keine Vorbereitung im Straßenbau, was mir eher Sorge bereitet.

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    George Sand

  • "Herr Lampe" bat mich, das folgende Foto ins Forum zu stellen. Berliner Tor mit Kriegsschäden, aber noch existent. Aufnahme nach 1945.
    Das Tor wurde bekanntlich in den 50er Jahren abgetragen. Heute ist noch der rechts im Bild befindliche bogenförmige Bau zu sehen.

    Quelle: Politische Bildung Brandenburg


    Vielleicht schreibt Herr Lampe noch einen eigenen Kommentar dazu.


    :thumbup:

  • Danke für das Bild - wusste gar nicht, dass das Tor noch wiederaufbaufähig war. sad:)


    Das verbliebene Bauteil steht heute verloren an der Berliner Straße/Türkstraße.




    Hier noch zwei Bilder unbekannter Fotografen (Aufnahmezeitraum ca. 1920/1930) von der oben erwähnten und gezeigten Bittschriftenlinde.




    Vom Wuchs eher so wie ein Olivenbaum geraten - vielleicht waren die Bittschriften samt Anlagen so gewichtig...


    Weitere Bilder und Erläuterungen auf dieser Seite.

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